Das V-Label feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Es wurde 1996 von Swissveg gegründet und ist heute das bekannteste und vertrauenswürdigste Vegi-Label. Mittlerweile tragen über 70'000 Produkte von mehr als 4'800 Unternehmen in über 55 Ländern das V-Label.
Vom kleinen Büro in Sennwald zur globalen Bewegung
Swissveg, damals noch unter dem Namen «Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus» (SVV) aktiv, entwickelte 1996 im ersten kleinen Büro in Sennwald (SG) die Idee des V-Labels, um eine klare Kennzeichnung und Orientierungshilfe für Verbraucher und Verbraucherinnen zu schaffen. Die SVV begleitete die Detailhändlerin Migros bei der Einführung ihrer vegetarischen Produktlinie Cornatur und zertifizierte die Produkte von Beginn an mit dem V-Label.

Renato Pichler, Präsident der SVV und der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) sowie Gründer der V-Label GmbH, stellte 1999 das V-Label auf dem Europäischen Vegetarierkongress in der Schweiz vor und lud Organisationen aus ganz Europa dazu ein, das Label in ihrem Land einzuführen. Das V-Label-Netzwerk wuchs stetig: Österreich trat 2002 bei und in den 2000er und 2010er Jahren kamen weitere europäische Partnerorganisationen hinzu. Bis 2019 hatte das V-Label die Vereinigten Staaten und Lateinamerika erreicht, 2021 Afrika, 2022 Asien und 2025 Australien. Heute ist das V-Label mit über 35 Partnerorganisationen in mehr als 55 Ländern auf allen Kontinenten vertreten und wird weltweit von Swissveg koordiniert.


Bereits ab 1976 wurde das heutige V-Symbol als Erkennungszeichen für die vegetarische Lebensweise genutzt. Das «V mit Blatt» erlangte internationale Bekanntheit durch die Präsentation am ersten Europäischen Vegetarierkongress 1985. Noch im selben Jahr wurde die Europäische Vegetarier Union (EVU) gegründet, welche seither das V-Symbol als festen Bestandteil ihres Vereinslogos nutzt. Seit 2008 werden die Markenrechte für die kommerzielle Nutzung des Labels zur Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen von der eigens dafür gegründeten, unabhängigen V-Label GmbH in der Schweiz verwaltet.
Das V-Label entwickelt sich weiter
Die weltweite V-Label-Bewegung wurde von Renato Pichler initiiert. Zufrieden blickt er auf die Entwicklungen der letzten 30 Jahre zurück:
«Seit 1996 kennzeichnen wir vegane und vegetarische Produkte für mehr Transparenz und für einen tierfreundlicheren und nachhaltigeren Konsum. Das V-Label hat nicht nur das wachsende Angebot geprägt, sondern auch Non-Profit-Organisationen gestärkt und den internationalen Austausch zwischen ihnen gefördert.»
Dieser Austausch ist zentral für die Weiterentwicklung des Labels. Regelmässig finden internationale V-Label-Partnertreffen statt: erstmals 2014 im Swissveg-Büro in Winterthur mit Partnern aus Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und der Türkei. Es folgten Treffen in Berlin (2015), Warschau (2018), Alicante (2019), Prag (2023) und Wien (2025).






Das V-Label passt sich laufend neuen Anforderungen an: 2023 wurden die veganen und vegetarischen Labels modernisiert, um die Kennzeichnung für Konsumenten und Konsumentinnen verständlicher zu machen. Zudem gewinnt das V-Label im Non-Food-Bereich an Bedeutung. Renato Pichler erklärt:
«Das V-Label fasst zunehmend Fuss im Non-Food-Bereich und erleichtert es den Verbrauchern, auch bei Kosmetika, Reinigungsmitteln, Kleidung und vielem mehr bewusste Entscheidungen zu treffen.»

Zu den jüngsten Entwicklungen gehört die Lancierung des C-Labels und F-Labels Anfang 2025. Sie ermöglichen eine transparente Kennzeichnung von Produkten aus Zellkultur sowie aus biotechnologischer Fermentation. Im November 2025 wurde zudem gemeinsam mit Biocyclic Vegan International und ihrer Labelorganisation Biocyclic Vegan Label Ltd. (BVL) das «V-Label Vegan Agriculture» eingeführt. Diese neue Labelvariante erlaubt die Lizenzierung von Landwirtschaftsbetrieben und unterstützt so die Entwicklung einer konsequent veganen und nachhaltigen Lebensmittelproduktion. Zu den ersten lizenzierten Betrieben zählen Solawi Halde in Altdorf (SZ), Ferme du Château in Payerne (VD) und Moosfeld Gemüse in Singen (DE).

Für eine tierfreundlichere und nachhaltigere Zukunft
Das V-Label ist mittlerweile das bekannteste und vertrauenswürdigste vegetarische und vegane Label – weltweit wie auch in der Schweiz. Heute tragen weltweit über 70'000 Produkte von 4'800 Unternehmen das V-Label. Aktuell sind 7’077 Produkte von 255 Unternehmen in der Schweiz und in Liechtenstein durch Swissveg lizenziert. Konsumenten und Konsumentinnen verbinden das V-Label mit Vertrauen, Qualität und Gesundheit. Inzwischen kennen über zwei Drittel (68 %) der Schweizer Gesamtbevölkerung das Label, Tendenz weiter steigend.1 95 % der Zielgruppe (flexitarisch, vegetarisch, vegan) vertrauen dem V-Label, 95 % der Konsumenten und Konsumentinnen fühlen sich dadurch besser informiert und 88 % empfinden, dass es das Einkaufen erleichtert.1, 2


Mit 30 Jahren Erfahrung ist Swissveg Vorreiterin einer weltweiten Bewegung, die in einem kleinen Büro in Sennwald begann. Der Weg des V-Labels spiegelt den Aufschwung der veganen Bewegung wider. Auch zu Beginn seines vierten Jahrzehnts steht das Label für Vertrauen und Transparenz. Das 30-jährige Jubiläum markiert einen neuen Abschnitt auf dem Weg zu einer tierfreundlicheren und nachhaltigeren Zukunft, der auf den Errungenschaften der letzten drei Jahrzehnte aufbaut.
- Repräsentative Umfrage von YouGov, 2024
- Studie von ProVeg und V-Label, 2022

