«Weshalb ernähren Sie sich nicht vegetarisch/vegan?» Diese Frage haben wir schon mehrmals in repräsentativen Umfragen gestellt. Die neuste Umfrage von 2026 an 964 Personen bestätigt einige Gründe, beinhaltet aber auch leichte Veränderungen.
Weil es schmeckt
Auch wenn der Grund «weil mir Fleisch/Fisch schmeckt» etwas zurückgegangen ist, so ist dies nach wie vor der am häufigsten genannte Grund, weshalb jemand Fleisch konsumiert.
Es ist der einzige Grund, der von mehr als der Hälfte der Befragten angegeben wurde.
Darauf folgen – mit grossem Abstand – «kein Interesse an veganer/vegetarischer Ernährung» und «aus Gewohnheit». Geschmack ist und bleibt für viele das wichtigste Argument. Umso erfreulicher ist, dass die pflanzliche Küche und hochwertige Alternativprodukte heute mehr Auswahl denn je bieten und zunehmend auch geschmacklich überzeugen, was auch im Rückgang der Befragten, denen vegetarische Speisen nicht schmecken, ersichtlich ist.
Auch wenn die gesundheitlichen Gründe, nur von einer Minderheit als Grund für ihren Fleischkonsum angegeben werden (2017 waren es 31 % und im Jahr 2020 waren es noch 23 %, heute nur noch 18 %), so werden gesundheitliche Argumente wie «wegen Proteinbedarf», «wegen Mangelerscheinungen» oder «ungesunde Alternativprodukte» noch immer häufig bei den «anderen Gründen» genannt.

Unterschied Flexitarier – Omnivoren
Während 14 % der Flexitarier gerne vegetarisch oder vegan leben würden, es aber nicht kontinuierlich schaffen, liegt der Anteil bei den Omnivoren nur bei 2 %. Und 32 % der Omnivoren geben an, dass sie sich nicht dafür interessieren (gegenüber 6 % bei den Flexitariern).
Rund doppelt so viele Omnivoren als Flexitarier geben an, dass sie die Fleisch- und Milchproduzenten mit ihrem Konsum unterstützen möchten (20 % gegenüber 9 %). Der kontinuierliche Anstieg des flexitarischen Bevölkerungsanteils spricht dafür, dass sich auch die Konsumpräferenzen verändern: Die Bereitschaft, pflanzliche Lebensmittel und deren Produktion zu unterstützen, nimmt zu, während die explizite Unterstützung der Tierproduktion für viele weniger wichtig wird.
Weitere deutliche Unterschiede
Gut Verdienende (mit einem monatlichen Einkommen über 10000) sind gut über die vegetarische und vegane Ernährung informiert. Nur 2 % davon gaben an, dass sie zu wenig darüber wissen. Im Gegensatz zu den Geringverdienenden mit 11 %.
Jeder zehnte Mann (10 %) gab an, dass ihm vegetarische Speisen nicht schmecken. Bei den Frauen waren dies nur 4 %.
Über ein Drittel der Jungen (15 – 29 Jahre) isst aus Gewohnheit Fleisch. Bei den Älteren sind dies nur halb so viele.
Vergleich mit 2020
2020 hatten noch 53 % der Befragten angegeben, dass die vegane bzw. vegetarische Ernährung zu kompliziert sei und sie deshalb Fleisch essen. Bei der neusten Umfrage – nur 6 Jahre später – sind es nur noch 9 %, welche es zu kompliziert finden kein Fleisch zu essen. Dies könnte auf die bessere Verfügbarkeit von Alternativprodukten zurückzuführen sein. Aber auch auf die häufigere Produktekennzeichnung mit dem V-Label. Auch das V-Label wurde in diesen Jahren deutlich bekannter.

Vor sechs Jahren waren 15 % der Meinung, dass es zu teuer sei sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Diese Zahl ist nun auf 7 % zurückgegangen.
Und wegen des Umfelds konnten 2020 13 % nicht umstellen. Heute sind dies nur noch 4 %. Dies zeigt deutlich, dass vegetarische/vegane Ernährung in der Gesellschaft viel akzeptierter ist.
Diese Ernährungsformen werden allgemein kaum noch bekämpft.
Hintergrund zur Umfrage:
Die repräsentative Umfrage wurde von YouGov im Auftrag von Swissveg zwischen dem 15. und 24. Juni 2026 durchgeführt. Befragt wurden 1020 Personen im Alter zwischen 15 und 79 Jahren, die in der Schweiz leben. Die obige Frage wurde nur den Personen gestellt, die Fleisch konsumieren. Deshalb wurden diese Auswertungen über 964 Personen erstellt.
- Umfrage 2024: Weshalb wird Fleisch konsumiert?
- Vortrag an der Veggie-Planet Bregenz 2018: Warum wird heute noch Fleisch gegessen?

