Climatepoetry gewinnt!

DruckversionPDF version
Edwin Moser und Kurt di Lorenzo

Edwin Moser hat im Oktober 2015 gemeinsam mit Kurt de Lorenzo den Publikumspreis beim Clip Award der Entwicklungsorganisation Helvetas für ihren Kurzfilm «Wir entscheiden – heute» gewonnen. 


Dieser erhielt die meisten Stimmen beim Publikumsvoting im Filmwettbewerb. Sie engagieren sich ebenfalls bei der Organisation «Nebenrolle Natur», die vor allem über Filmproduktionen zu Umweltthemen umfassend zur Diskussion anregt. Swissveg konnte anschlies­send mit den Preisträgern ein Interview führen. 

Es ist immer ein besonderer Moment, einen Preis zu gewinnen. Herzliche Gratulation! Habt ihr mit diesem Erfolg gerechnet? 


Edwin und Kurt: Wir wussten, dass wir Chancen auf den Publikumspreis haben, da die Resonanz bei unseren Filmvorführungen von «Nebenrolle Natur», bei denen wir den Film als Vorfilm gezeigt haben, sehr gut war. Richtig geglaubt, dass wir diesen Preis gewinnen können, haben wir aber erst am letzten Tag des Votings. Dann haben wir uns natürlich um umso mehr gefreut. 

Ist das Engagement für Umwelt­themen bei euch zu einem frühen Zeitpunkt im Leben entstanden, oder gab es später ein auslösendes Erlebnis? 


Kurt: In den 50er-Jahren war ich schon Teil der vegetarischen und der Naturisten Bewegung, die mich bereits damals geprägt haben. Diese schönen Naturerlebnisse haben mein Denken seither begleitet. 
Edwin: Mein Erlebnis waren die Klimaverhandlungen 1992 in Rio de Janeiro, die ich in den Zeitungen verfolgte. Bereits damals war klar, dass wir uns auf sehr gefährlichem Weg befinden. Leider haben wir seither die Richtung nicht geändert, sondern beschleunigen sogar noch in die falsche Richtung. 

«Wir entscheiden – heute» überrascht als Kurzfilm mit der eindrücklichen und eleganten Er­schei­nung von Kurt de Lorenzo in strahlendem Weiss inmitten cooler Bilder mit prägnanten Botschaften in Versform, die hängen bleiben. Man ahnt die Freude an der Produktion und spürt das Engagement für die Inhalte. Ist eine Fortsetzung dieses erfolgreichen Konzeptes in Planung?


Edwin und Kurt: Auf jeden Fall. Mit diesen Filmen können wir ideal unser Engagement, unsere Faszination für Filme und die Dichtungsgabe von Kurt verbinden. Wir nennen diese Form der Kunst bei uns «Climatepoetry». 

Das Publikum hat am meisten für euren Film gevotet. Seht ihr das als Zeichen, dass ein Interesse an Umweltthemen zu­nimmt? 


Edwin und Kurt: Genau das ist unser Bestreben und unsere Hoffnung. Und wir bekommen sehr viel gute und unterstützende Resonanz auf unser Engagement. Das motiviert und freut uns, weiterhin aktiv zu sein. Allein wenn man die vegane Bewegung sieht, merkt man doch, dass einiges ins Rollen kommt. 

Die vegane Lebensweise bewirkt ausser gesundheitlicher Vorteile und konkreter Umsetzung von Tierethik einen wirkungsvollen Beitrag zur Umweltproblematik. Wir sind begeistert, wie unterhaltsam euer Film diese fundierten Tatsachen vermittelt. So werden interessierte Mitmenschen durch­wegs positiver erreicht, als über trockene oder belehrende Art? 


Edwin und Kurt: Ja absolut. Vor allem Menschen, die sich mit der Problematik nicht so sehr auseinandersetzen, müssen sachte miteinbezogen werden. Um die bestehenden Herausforderungen zu lösen, brauchen wir alle Gesellschaftsschichten – die wir auch ansprechen! Unser Motto für die Filme oder unsere Film-Events bei «Nebenrolle Natur» ist quasi: «Schwere Kost, leicht serviert!». 

Weihnachtszeit ist traditionell auch eine Zeit des Wünschens und Ausblick auf das neue Jahr. Welchen speziellen oder auch persönlichen Wunsch habt ihr für die zukünftige Entwicklung zu diesen Themen in der Schweiz? 


Edwin und Kurt: Wir wünschen uns, dass es uns als zivilisierte Gesellschaft gelingt, diese Wand des Schweigens über unseren Umgang mit Tieren mehr und mehr einzureissen. Organisationen wie Swissveg leisten hier eine unglaublich wichtige Arbeit. Wir sind überzeugt, wenn wir Menschen unsere Dominanz über die Tiere ablegen und sie mit Respekt behandeln, können wir auch alle anderen Problem lösen. 

Kurt: Wenn wir uns im Denken ändern, wird alles anders auf der Welt. Tu’s vergleichen mit dem wandern: Der erste Schritt zur Reise zählt. 

Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen. Wir wünschen viel Freude und Erfolg für eure weiteren Projekte. 


Marion Sommer

Auf Youtube.com kann das Video angeschaut werden:
«Wir entscheiden heute»
 

Letzte Aktualisierung: 04.01.2016