Andreas Hänni, Claudia Lässer und Gilles Tschudi

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Hockeyspieler

SVV-Presseaktion zum Welt-Vegetariertag am 1. Oktober 2006

Wie bringt man vorwiegend fleischessende Journalisten dazu, über den Welt-Vegetariertag zu berichten? Indem man ihnen ansprechende Kost offeriert: bekannte Vegetarier mit süssen Tieren als Bildstoff und klare, aber neutrale und individuell zugeschnittene Texte. Ein persönlicher Bericht der Initiatorin Nell Andris.

Andreas Hänni, Claudia Lässer und Gilles Tschudi mit Tieren
Medienleute haben prinzipiell keine Zeit, zu viele Beiträge, richten sich nach der breiten Masse und mögen keine Themen, die sie als unpopulär empfinden. Der Vegetarismus konfrontiert Fleischesser zudem mit ihrem persönlichen Tun – da ist es doch wesentlich einfacher, die Finger von diesem Thema zu lassen! Dennoch kann man unsere Presseaktion zum diesjährigen Welt-Vegetariertag (WVT) als Erfolg bezeichnen. Dank meinen Beziehungen und weil ich weiss, wie die Journalisten ticken. Ein grosses Plus war Renato Pichler, Präsident der SVV, der sich mit den neuen Medien bestens auskennt und äusserst kurzfristig reagieren konnte. Er hat die Homepage ständig aktualisiert, sodass Bilder und Pressemappe direkt heruntergeladen werden konnten.
Mir hat die intensive Zusammenarbeit mit der SVV Spass gemacht. Zudem ist ein langgehegter Herzenswunsch in Erfüllung gegangen: Ich konnte meine beruflichen Erfahrungen nutzen, etwas Sinnvolles zu tun! Aufklärungsarbeit gegen das sinnlose Leiden und Töten der Tiere. Nun kann ich auch den tieferen Sinn dahinter sehen, dass ich vor rund 25 Jahren Boulevard-Journalistin und Fotografin geworden bin.
Seit 1990 bin ich Vegetarierin, fühlte mich als solche aber lange Jahre «anders», nicht konform, etwas seltsam gar. Einer Vegetarier-Vereinigung beizutreten, wäre mir damals nie eingefallen. Im Jahr 1996 lernte ich die Therapeutin Ananda Tyrell, die heutige Vizepräsidentin der SVV, kennen. Durch sie bin ich vor drei Jahren der SVV beigetreten, was aber wesentlich ist: Dank der Arbeit mit ihr konnte ich meine Kindheitsmuster heilen und meine Persönlichkeit stärken. Sie ist mir das beste Vorbild dafür, dass man innerlich ausgeglichen und stark sein muss, um Wissen auf die richtige Art vermitteln zu können. Denn jemand, der unter Verlustangst leidet und es allen recht machen will, kann seine Umgebung nicht mit der Wahrheit konfrontieren.
Es war meine Besserwisserei, mit der ich die unzähligen Kollegen vergrault hatte. Unter der liebevollen Anleitung von Ananda Tyrell lernte ich, in jedem Moment zu meinem Wissen zu stehen, doch mit Rücksicht auf das Niveau meines Gegenübers dann auch den richtigen Ton zu finden.
Die Promo für den WVT war eine gute Übung für mich, denn ich führte unzählige Telefongespräche mit skeptischen Medienleuten, die ich ja nicht vor den Kopf stossen konnte – schliesslich wollte ich ja etwas von ihnen! Der Journalist einer grossen Tageszeitung reagierte ziemlich aggressiv, als ich ihm das Thema anbot. Warum, wurde mir ein paar Tage später klar: Die Zeitung berichtete riesengross über eine «Metzgete»!
Absagen nicht persönlich nehmen, wenn man Promo macht, kann ich mittlerweile ganz gut. Dennoch war es ein schwieriger Moment für mich, als klar wurde, dass der Aufmarsch der Journalisten nicht unseren Erwartungen entsprechen würde, obwohl wir per Mail rund 80 Einladungen verschickt hatten.
Was mich sehr gefreut hat, war der Besuch vom Filmer und STS-Medienverantwortlichen Mark Rissi, der die anwesenden Prominenten interviewte. Seine bewegten Bilder konnte ich der SF-Sendung «glanz&gloria» als Beitrag zum Welt-Tierschutztag vermitteln!
Insgesamt kann unsere kurze, aber intensive Presseaktion als Erfolg gewertet werden. Dank «gewichtigen» Medien hat unsere Aktion einige hunderttausend Menschen erreicht.