Drupal blog posts https://www.swissveg.ch/de?language=fr de Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? https://www.swissveg.ch/de/maennlichkeit-grill?language=fr <span>Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>1. Juni 2026 - 9:42</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Männer stehen am Grill, die Frauen kümmern sich um die Beilagen: Ein Bild dass sich in der Schweiz jeden Sommer tausendfach wiederholt. Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter in vielen anderen Lebensbereichen etabliert ist, ist die Rollenverteilung beim Grillen bemerkenswert traditionell: Der Mann kümmert sich um die Fleischzubereitung, die Frau um die Beilagen. Der Grill als letzte Bastion klassischer Männlichkeit?&nbsp;</p><p>Tatsächlich essen Männer mehr Fleisch als Frauen. Doch woran liegt das? Forschende untersuchten, wie sich die Gleichberechtigung auf den Fleischkonsum auswirkt.<sup>1</sup> Die Ergebnisse sind bemerkenswert: In Ländern, in denen eine hohe Geschlechtergleichstellung herrscht, assen die Männer deutlich mehr Fleisch als die Frauen. Die Forschenden begründeten dies damit, dass sich die Frauen in solchen Ländern bewusst für fleischlose Optionen entscheiden können. Doch diese Erklärung greift zu kurz. Denn auch Männer hätten in gleichberechtigten Gesellschaften die Möglichkeit, pflanzliche Alternativen zu wählen. Doch warum tun sie dies noch viel zu selten? Verschiedenen Studien deuten darauf hin, dass männliches Geschlecht sowie Wohlstand am stärksten mit einem hohen Fleischkonsum korrelieren. Interessanterweise gibt es in drei grossen Ländern (China,Indien sowie Indonesien) keine geschlechterspezifischen Unterschiede was den Fleischkonsum angeht.</p><p>&nbsp;</p><h4>Doch warum essen Männer überhaupt mehr Fleisch als Frauen?</h4><p>Eine mögliche Erklärung liegt weniger in biologischen Unterschieden als in sozialen und kulturellen Prägungen. Fleischkonsum ist seit jeher mit Vorstellungen von Stärke, Leistung und Status verbunden. Eigenschaften, die traditionell eher mit Männlichkeit assoziiert werden. Mehrere Studien zeigen, dass Männer stärker dazu tendieren, ihr Essverhalten an solchen gesellschaftlichen Erwartungen auszurichten. Fleisch wird dabei nicht nur als Lebensmittel wahrgenommen, sondern auch als Symbol. Pflanzliche Ernährung wird häufig mit Begriffen wie Gesundheit, Leichtigkeit oder Nachhaltigkeit verknüpft. Das sind jedoch alles Eigenschaften, die kulturell weniger stark mit klassischen Männlichkeitsbildern verbunden sind. Doch diese Zuschreibungen sind nicht naturgegeben, sondern sozial geprägt. Sie beeinflussen jedoch, oft unbewusst, unsere Entscheidungen im Alltag und dadurch auch beim Grillieren. Gerade deshalb lohnt es sich, das Bild vom «männlichen Grillieren» neu zu denken. Denn was heute als selbstverständlich gilt, ist oft das Resultat von Gewohnheit und kultureller Prägung und lässt sich nicht mit der «männlichen Biologie» erklären.</p><p>&nbsp;</p><h4>Traditionen neu gedacht</h4><p>Wer sich an das <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">pflanzliche Grillieren</a> wagt, merkt schnell, dass sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen: aus vielfältigen pflanzlichen Zutaten wie etwa Sellerie, Rote Bete oder Pilzen lassen sich herzhafte Gerichte zubereiten, die mit kräftigen Aromen begeistern und ebenso sättigend und genussvoll sind wie klassische Fleischgerichte. Und das beste daran: heissgeliebte Traditionen müssen nicht abgeschafft, &nbsp;sondern lediglich neu gedacht werden. So kommt anstelle des Rumpsteaks ein saftiger veganer Burger oder für Gemüseliebhaber ein Randensteak auf den Grill. Ein kleiner Tausch mit grosser Wirkung für Tier, Mensch und Umwelt, der erst noch neue Geschmackswelten eröffnet.&nbsp;</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Hopwood, C. J., Zizer, J. N., Nissen, A. T., Dillard, C., Thompkins, A. M., Graça, J., Waldhorn, D. R. &amp; Bleidorn, W. (2024). Paradoxical gender effects in meat consumption across cultures. Scientific Reports, 14(1), 13033. <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3">https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg: Echte Männer grillieren Pflanzen</a></li><li><a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/1de884ee8571d1b24f8b/pages/page/10" target="_blank">Veg-Info 2 (2025): Warum Antispeziesismus und Feminismus Hand in Hand gehen</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/swissveg-analyse-statistiken-2025" target="_blank">Swissveg-Analyse 2025: Wie steht es um die Anzahl Veganer und Vegetarier?</a></li></ul></div> Mon, 01 Jun 2026 07:42:49 +0000 Sarah 4197 at https://www.swissveg.ch Sommersession 2026 https://www.swissveg.ch/de/sommersession-2026?language=fr <span>Sommersession 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>29. Mai 2026 - 9:58</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Sommersession der Räte findet vom 1. bis 19. Juni 2026 statt. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über Themen, die aus unserer Perspektive von Bedeutung sind.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244695" target="_blank">24.4695 Postulat</a>: Alternativen zu Tierversuchen. Forschungsstandort Schweiz stärken!</h2><p>Es soll überprüft werden welche Alternativen zu Tierversuchen im Ausland bereits angewendet werden und diese möglichst auch in der Schweiz einsetzen. Zum aktuellen Stand der Tierversuche haben wir hier eine <a href="https://www.swissveg.ch/de/stand-tierversuche" target="_blank">Zusammenstellung</a> veröffentlicht. Der Bundesrat setzt nach wie vor fast ausschliesslich auf das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine). Dieses hört sich zwar schön an, hat in den vergangenen Jahrzehnten jedoch viel weniger bewirkt, als man erhofft hatte. Der Bundesrat ist der Meinung, dass die aktuell laufenden Programme genügen und lehnt dieses Postulat ab.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244697" target="_blank">24.4697 Motion</a>: Nationales Forschungsprogramm für Organs-on-a-Chip</h2><p>Es soll ein nationales Forschungsprogramm für die Organ-on-Chip-Technologie lanciert werden. Damit könnten Tierversuche durch eine reproduzierbare, wissenschaftlichere Methode ersetzt werden. Der Bundesrat meint dazu, dass es bereits heute Forschungen in diesem Bereich gebe, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mitfinanziert werden. Es brauche keine extra Plattform für dieses Thema.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253277" target="_blank">25.3277 Motion</a>: Kürzung der Tierwohlbeiträge aufheben</h2><p>Vom Bund erhält man Subventionen, wenn man beim Programm "besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme" (BTS) mit macht. Diese Beiträge wurden 2024 gekürzt. Diese Kürzung soll diese Motion rückgängig machen. Zum Beispiel soll pro Rind jährlich wieder 90 CHF ausbezahlt werden, statt 75 CHF.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253371" target="_blank">25.3371 Motion</a>: Milchproduzenten sollen Interessenvertretungen der Schweizer Milchproduzenten nicht mehr unterstützen müssen</h2><p>Heute sind alle Milchproduzenten verpflichtet Beiträge an ihre Interessensvertreter (z.B. Schweizer Milchproduzenten [SMP]) zu bezahlen. Die SMP erhält somit garantierte zusätzliche Einnahmen für ihre Milchwerbung. Diese Motion will diese gesetzliche Verpflichtung aufheben.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253377" target="_blank">25.3377 Motion</a>: Weniger Antibiotikaeinsatz durch muttergebundene Kälberaufzucht</h2><p>Der Bund soll die muttergebundene Kälberaufzucht finanziell unterstützen, da damit die Kälbergesundheit gefördert und damit auch der Antibiotikaeinsatz reduziert werden könnte. Heute hat die übliche Kälberaufzucht ein gravierendes Problem, da sie kaum ohne Antibiotikagaben möglich ist.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20263515" target="_blank">26.3515 Motion</a>: Nachhaltigen Schutz der Kulturen im Zuckerrübenanbau sicherstellen</h2><p>Der Zuckerrübenanbau hat in der Schweiz eine Sonderstellung: Neben den tierischen Produkten wie Milch und Fleisch, sind die Subventionen für den Zucker am höchsten. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass von diesen Subventionen mehrere Lobbys profitieren: Aus 3 kg Zuckerrüben wird nur ein Kilogramm Zucker, aber 2 kg Futtermittel hergestellt. Deshalb wäre eine Verlagerung der Zuckerproduktion ins Ausland auch für die Schweizer Tierhalter von Nachteil. Diese Motion möchte nun neben den üblichen Anbausubventionen und den Subventionen für die «Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenanbau» zusätzlich Subventionen für die Forschung zu besseren Pflanzensorten, da der Zuckerrübenanbau umwelttechnisch problematisch ist.</p><p><em>8.6.2026: Der Nationalrat hat die Motion angenommen. Nun geht es in den Ständerat.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253231" target="_blank">25.3231 Motion</a>: Anpassung der RAUS-Bestimmungen im Sinne von Umwelt und Tierwohl</h2><p>In dieser Session geht die Diskussion um diesen Vorstoss weiter: Es geht darum die Vorschriften beim RAUS-Programm zu verwässern. Beim RAUS-Programm erhalten die Tierhalter zusätzliche Subventionen, wenn Sie ihre Tiere regelmässigen Auslauf ins Freie gewähren.</p><p><em>2.6.2026: Nach dem Nationalrat hat nun leider auch der Ständerart dieser Abschwächung der RAUS-Verordnung zugestimmt.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250402" target="_blank">25.402 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Feuerwerks-Initiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240080" target="_blank">24.080 Geschäft des Bundesrates</a>: «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Volksinitiative</h2><p>In dieser Session wird über die <a href="https://www.feuerwerksinitiative.ch" target="_blank">Feuerwerksinitiative</a> und den indirekten Gegenvorschlag diskutiert. Die Initiative möchte, dass kein lärmendes Feuerwerk an Privatpersonen verkauft werden darf. Für Anlässe von überregionaler Bedeutung, kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Der Gegenvorschlag möchte hingegen nur, dass darauf geachtet werden soll, dass Menschen und Tiere nicht <u>übermässig</u> gefährdet werden und dass sie mit der Umwelt verträglich sind.</p><p><em>3.6.2026: Ständerat lehnt die Initiative ab und spricht sich nur für den Gegenvorschlag aus.</em></p><p> </p><h2><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Stopfleberinitiative.webp" alt="Logo der Stopfleber-Initiative" width="14.51%" class="align-left" /><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240089" target="_blank">24.089 Geschäft des Bundesrates</a>: «Ja zum Importverbot für Stopfleber (Stopfleber-Initiative)». Volksinitiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250404" target="_blank">25.404 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Stopfleber-Initiative</h2><p>Der Gegenvorschlag zur <a href="https://stopfleber-initiative.ch" target="_blank">Stopfleber-Initiative</a> möchte es vorerst bei einer Deklarationspflicht belassen und erst aktiv werden, wenn die importierte Menge nach fünf Jahren seit Inkrafttreten der Deklarationspflicht nicht merklich reduziert hat.</p><p><em>8.6.2026: Der Ständerat hat die Frist zur Bearbeitung um ein Jahr verlängert. Er hat also nicht entschieden, ob er die Initiative unterstützen will.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233941" target="_blank">23.3941 Motion</a>: Kultiviertes Fleisch. Innovation fördern statt überregulieren!</h2><p>Die Motion soll die Zulassungsprozesse und Bewilligungsverfahren für kultiviertes Fleisch und Lebensmittel, die mittels Präzisionsfermentation produziert wurden, vereinfachen und beschleunigen. Im Nationalrat wurde diese Motion bereits im Mai 2025 angenommen. Nun muss noch der Ständerat darüber entscheiden.</p><p><em>8.6.2026: Nachdem der Nationalrat die Motion am 7.5.2025 angenommen hatte, hat sie nun der Ständerat abgelehnt. Damit wird sie leider doch nicht umgesetzt.</em></p><p> </p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/sessionen?language=de">Sessionen</a></li><li><a href="/fruehlingssession-2026">Frühlingssession 2026</a></li><li><a href="/wintersession-2025">Wintersession 2025</a></li><li><a href="/sommersession-2025">Sommersession 2025</a></li><li>Aktuelles zur Session: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/sessionen/aktuelle-session" target="_blank">parlament.ch</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 07:58:43 +0000 Renato 4202 at https://www.swissveg.ch Das Paradox des Feuers https://www.swissveg.ch/de/faszination-feuer?language=fr <span>Das Paradox des Feuers</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>29. Mai 2026 - 11:28</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Feuer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Ein flackerndes Lagerfeuer, das leise Knistern von Holz, die tanzenden Flammen, all das wirkt beruhigend, fast hypnotisch. Dabei ist Feuer objektiv betrachtet eine Gefahr und doch fühlen wir uns in seiner Nähe sicher, geborgen, oft sogar ungewöhnlich entspannt. Dieses scheinbare Paradox ist kein Zufall, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verankert.</p><h4>Wie alles mit Feuer begann</h4><p>Für unsere Vorfahren war Feuer weit mehr als nur eine Wärmequelle. Es verlängerte den Tag, schützte vor Raubtieren, machte Nahrung verdaulicher und ermöglichte das Überleben in kälteren Regionen. Gleichzeitig wurde es zum sozialen Zentrum. Menschen versammelten sich um das Feuer, teilten Nahrung, Geschichten und Erfahrungen. Über unzählige Generationen prägten diese Abende im Feuerschein, wie wir zusammenleben, erzählen und Vertrauen aufbauen. Spuren, die bis heute in unserem Verhalten und Empfinden nachwirken.</p><p>&nbsp;</p><h4>Wenn Forschung ins Feuer schaut</h4><p>Heute weiss man, dass genau diese Kombination aus Sinneseindrücken und Zusammensein eine messbare Wirkung auf unseren Körper hat: Sie lässt uns herunterfahren, senkt den Blutdruck und fördert Entspannung, vor allem dann, wenn wir Feuer nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Studie liessen Forschende deshalb freiwillige Testpersonen verschiedene Videos anschauen, zum Beispiel ein Feuer ohne Ton, eine Version mit dem typischen Knistern und Flammengeräuschen sowie neutrale Szenen ohne Feuer, davor und danach wurde jeweils der Blutdruck gemessen. Am stärksten wirkte die Szene, in der die Flammen zu sehen waren und das Feuer gleichzeitig zu hören war. Diese lebendige Mischung aus Licht, Bewegung und Geräusch brachte den Blutdruck am deutlichsten nach unten und sorgte dafür, dass die Menschen spürbar zur Ruhe kamen.<sup>1</sup></p><p>Andere Arbeiten betonen vor allem die soziale Seite der Feuerstelle. Feldstudien bei Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften zeigen, dass Gespräche im Feuerschein anders verlaufen als am Tag. Weniger Alltagsorganisation, mehr Geschichten, gemeinsame Erinnerungen und Themen, die eine Gruppe zusammenhalten. Neuere Forschungsübersichten kommen zudem zum Schluss, dass diese Feuerabende wahrscheinlich auch unsere Erzählkultur geprägt haben. Am Feuer wurden nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Erfahrungen und Gedanken geteilt, ein Trainingsfeld für Sprache, Empathie und Gemeinschaftsgefühl, dessen Nachhall wir bis heute spüren, wenn wir gemeinsam am Feuer sitzen.<sup>2</sup></p><p>&nbsp;</p><h4>Warum wir heute noch gern am Feuer sitzen</h4><p>Auch wenn wir heute weder Säbelzahntiger fürchten noch im Dunkeln ohne Strom sitzen, läuft dieses uralte Programm in uns immer noch ab. Wenn wir mit Freunden am Feuer stehen, in die Flammen schauen und dem Knistern lauschen, reagiert unser Gehirn ähnlich wie früher, Gefahr gebannt, Gruppe anwesend, Essen in Reichweite, alles ist gut. Das Lagerfeuer oder der Grill wird so zum modernen Nachfolger der steinzeitlichen Feuerstelle, ein vertrautes Ritual, das uns für einen Moment aus dem Alltag holt.</p><p>Vielleicht ist es genau dieser Ausnahmezustand, der Gespräche am Feuer so besonders macht. Man redet langsamer, hört mehr zu, schweigt auch einmal gemeinsam, ohne dass es sich komisch anfühlt. Die tanzenden Flammen geben dem Blick einen ruhigen Anker, während der Kopf durchatmet. Das Feuer schafft einen kleinen Raum von Nähe und Verbundenheit und genau dort stellt sich die Frage, was wir in diesem Ritual bewahren wollen und was sich mit der Zeit verändern darf.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h4>Ein Ritual im Wandel</h4><p>Grillieren gehört für viele genau zu diesen Momenten dazu, fest verbunden mit Sommerabenden und langen Gesprächen. Doch immer mehr Menschen hinterfragen, was da eigentlich auf dem Rost liegt. Denn das gemeinsame Essen am Feuer steht für Nähe, Austausch und Verbundenheit, und genau diese Werte lassen sich nur schwer mit dem Leid vereinbaren, das hinter Grillgut aus dem Schlachthof steckt. Das Ritual selbst muss sich dafür nicht verändern, es sind vielmehr die Inhalte, die wir ihm geben. <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Gemüse, pflanzliche Alternativen und kreative Grillideen</a> bringen genauso Röstaromen, Vielfalt und Genuss auf den Teller, während das, was uns am meisten bedeutet, unverändert bleibt: das Zusammensitzen, das Knistern, der Duft. Was sich verschiebt, ist die Entscheidung dahinter. Vielleicht liegt genau darin die Weiterentwicklung eines uralten Instinkts, nicht mehr nur gemeinsam zu überleben, sondern bewusst gemeinsam zu geniessen und dabei andere Lebewesen mit einzubeziehen. Das Feuer bleibt das gleiche, doch wir können neu entscheiden, was wir daraus machen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Lynn CD, 2014. Hearth and Campfire Influences on Arterial Blood Pressure: Defraying the Costs of the Social Brain through Fireside Relaxation - Christopher Dana Lynn, 2014. Evolutionary Psychology. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509">https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509</a></li><li>Wiessner PW, 2014. Embers of society: Firelight talk among the Ju/’hoansi Bushmen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 111 (39), 14027–14035. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111">https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 09:28:33 +0000 Joelle 4194 at https://www.swissveg.ch Sommersession 2026 https://www.swissveg.ch/de/sommersession-2026?language=fr <span>Sommersession 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>29. Mai 2026 - 9:58</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Sommersession der Räte findet vom 1. bis 19. Juni 2026 statt. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über Themen, die aus unserer Perspektive von Bedeutung sind.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244695" target="_blank">24.4695 Postulat</a>: Alternativen zu Tierversuchen. Forschungsstandort Schweiz stärken!</h2><p>Es soll überprüft werden welche Alternativen zu Tierversuchen im Ausland bereits angewendet werden und diese möglichst auch in der Schweiz einsetzen. Zum aktuellen Stand der Tierversuche haben wir hier eine <a href="https://www.swissveg.ch/de/stand-tierversuche" target="_blank">Zusammenstellung</a> veröffentlicht. Der Bundesrat setzt nach wie vor fast ausschliesslich auf das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine). Dieses hört sich zwar schön an, hat in den vergangenen Jahrzehnten jedoch viel weniger bewirkt, als man erhofft hatte. Der Bundesrat ist der Meinung, dass die aktuell laufenden Programme genügen und lehnt dieses Postulat ab.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244697" target="_blank">24.4697 Motion</a>: Nationales Forschungsprogramm für Organs-on-a-Chip</h2><p>Es soll ein nationales Forschungsprogramm für die Organ-on-Chip-Technologie lanciert werden. Damit könnten Tierversuche durch eine reproduzierbare, wissenschaftlichere Methode ersetzt werden. Der Bundesrat meint dazu, dass es bereits heute Forschungen in diesem Bereich gebe, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mitfinanziert werden. Es brauche keine extra Plattform für dieses Thema.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253277" target="_blank">25.3277 Motion</a>: Kürzung der Tierwohlbeiträge aufheben</h2><p>Vom Bund erhält man Subventionen, wenn man beim Programm "besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme" (BTS) mit macht. Diese Beiträge wurden 2024 gekürzt. Diese Kürzung soll diese Motion rückgängig machen. Zum Beispiel soll pro Rind jährlich wieder 90 CHF ausbezahlt werden, statt 75 CHF.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253371" target="_blank">25.3371 Motion</a>: Milchproduzenten sollen Interessenvertretungen der Schweizer Milchproduzenten nicht mehr unterstützen müssen</h2><p>Heute sind alle Milchproduzenten verpflichtet Beiträge an ihre Interessensvertreter (z.B. Schweizer Milchproduzenten [SMP]) zu bezahlen. Die SMP erhält somit garantierte zusätzliche Einnahmen für ihre Milchwerbung. Diese Motion will diese gesetzliche Verpflichtung aufheben.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253377" target="_blank">25.3377 Motion</a>: Weniger Antibiotikaeinsatz durch muttergebundene Kälberaufzucht</h2><p>Der Bund soll die muttergebundene Kälberaufzucht finanziell unterstützen, da damit die Kälbergesundheit gefördert und damit auch der Antibiotikaeinsatz reduziert werden könnte. Heute hat die übliche Kälberaufzucht ein gravierendes Problem, da sie kaum ohne Antibiotikagaben möglich ist.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20263515" target="_blank">26.3515 Motion</a>: Nachhaltigen Schutz der Kulturen im Zuckerrübenanbau sicherstellen</h2><p>Der Zuckerrübenanbau hat in der Schweiz eine Sonderstellung: Neben den tierischen Produkten wie Milch und Fleisch, sind die Subventionen für den Zucker am höchsten. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass von diesen Subventionen mehrere Lobbys profitieren: Aus 3 kg Zuckerrüben wird nur ein Kilogramm Zucker, aber 2 kg Futtermittel hergestellt. Deshalb wäre eine Verlagerung der Zuckerproduktion ins Ausland auch für die Schweizer Tierhalter von Nachteil. Diese Motion möchte nun neben den üblichen Anbausubventionen und den Subventionen für die «Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenanbau» zusätzlich Subventionen für die Forschung zu besseren Pflanzensorten, da der Zuckerrübenanbau umwelttechnisch problematisch ist.</p><p><em>8.6.2026: Der Nationalrat hat die Motion angenommen. Nun geht es in den Ständerat.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253231" target="_blank">25.3231 Motion</a>: Anpassung der RAUS-Bestimmungen im Sinne von Umwelt und Tierwohl</h2><p>In dieser Session geht die Diskussion um diesen Vorstoss weiter: Es geht darum die Vorschriften beim RAUS-Programm zu verwässern. Beim RAUS-Programm erhalten die Tierhalter zusätzliche Subventionen, wenn Sie ihre Tiere regelmässigen Auslauf ins Freie gewähren.</p><p><em>2.6.2026: Nach dem Nationalrat hat nun leider auch der Ständerart dieser Abschwächung der RAUS-Verordnung zugestimmt.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250402" target="_blank">25.402 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Feuerwerks-Initiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240080" target="_blank">24.080 Geschäft des Bundesrates</a>: «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Volksinitiative</h2><p>In dieser Session wird über die <a href="https://www.feuerwerksinitiative.ch" target="_blank">Feuerwerksinitiative</a> und den indirekten Gegenvorschlag diskutiert. Die Initiative möchte, dass kein lärmendes Feuerwerk an Privatpersonen verkauft werden darf. Für Anlässe von überregionaler Bedeutung, kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Der Gegenvorschlag möchte hingegen nur, dass darauf geachtet werden soll, dass Menschen und Tiere nicht <u>übermässig</u> gefährdet werden und dass sie mit der Umwelt verträglich sind.</p><p><em>3.6.2026: Ständerat lehnt die Initiative ab und spricht sich nur für den Gegenvorschlag aus.</em></p><p> </p><h2><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Stopfleberinitiative.webp" alt="Logo der Stopfleber-Initiative" width="14.51%" class="align-left" /><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240089" target="_blank">24.089 Geschäft des Bundesrates</a>: «Ja zum Importverbot für Stopfleber (Stopfleber-Initiative)». Volksinitiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250404" target="_blank">25.404 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Stopfleber-Initiative</h2><p>Der Gegenvorschlag zur <a href="https://stopfleber-initiative.ch" target="_blank">Stopfleber-Initiative</a> möchte es vorerst bei einer Deklarationspflicht belassen und erst aktiv werden, wenn die importierte Menge nach fünf Jahren seit Inkrafttreten der Deklarationspflicht nicht merklich reduziert hat.</p><p><em>8.6.2026: Der Ständerat hat die Frist zur Bearbeitung um ein Jahr verlängert. Er hat also nicht entschieden, ob er die Initiative unterstützen will.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233941" target="_blank">23.3941 Motion</a>: Kultiviertes Fleisch. Innovation fördern statt überregulieren!</h2><p>Die Motion soll die Zulassungsprozesse und Bewilligungsverfahren für kultiviertes Fleisch und Lebensmittel, die mittels Präzisionsfermentation produziert wurden, vereinfachen und beschleunigen. Im Nationalrat wurde diese Motion bereits im Mai 2025 angenommen. Nun muss noch der Ständerat darüber entscheiden.</p><p><em>8.6.2026: Nachdem der Nationalrat die Motion am 7.5.2025 angenommen hatte, hat sie nun der Ständerat abgelehnt. Damit wird sie leider doch nicht umgesetzt.</em></p><p> </p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/sessionen?language=de">Sessionen</a></li><li><a href="/fruehlingssession-2026">Frühlingssession 2026</a></li><li><a href="/wintersession-2025">Wintersession 2025</a></li><li><a href="/sommersession-2025">Sommersession 2025</a></li><li>Aktuelles zur Session: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/sessionen/aktuelle-session" target="_blank">parlament.ch</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 07:58:43 +0000 Renato 4202 at https://www.swissveg.ch Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem? https://www.swissveg.ch/de/maillard-grill?language=fr <span>Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>27. Mai 2026 - 12:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Ein kühles Getränk in der Hand, die Sonne im Gesicht und der vertraute Duft von Grilliertem in der Luft, so beginnt für viele der Sommer. Grillieren bedeutet heute weit mehr als reine Nahrungszubereitung und steht für gemeinsames Erleben, geselliges Zusammensein und genussvolles Speisen. Doch was genau passiert, wenn Hitze auf Lebensmittel trifft und woher stammen der Duft, der Geschmack und die appetitliche Bräunung, die wir mit Grillieren verbinden?</p><h4>Warum Grilliertes so gut schmeckt</h4><p>Der typische Geschmack von Gegrilltem entsteht vor allem durch die sogenannte Maillard-Reaktion. Diese wurde bereits 1912 vom französischen Chemiker Louis Camille Maillard beschrieben. Dabei reagieren Aminosäuren, also Bestandteile von Proteinen, mit Zucker, sobald Lebensmittel erhitzt werden.<sup>1</sup> Es entstehen hunderte Aromastoffe, die für die goldbraune Farbe und die Röstaromen verantwortlich sind. Gleichzeitig verändern sich auch Textur und Mundgefühl, was wir als besonders herzhaft und «gegrillt» wahrnehmen. Entscheidend ist, dass diese Reaktion nicht an Fleisch gebunden ist. Sie findet überall dort statt, wo die passenden Bausteine vorhanden sind, also auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Ob beim Backen von Brot, beim Rösten von Nüssen oder beim Anbraten von Gemüse, die Maillard-Reaktion sorgt in vielen Situationen für jene Aromen, die wir als besonders schmackhaft wahrnehmen.</p><p> </p><h4>Röstaromen gibt es auch pflanzlich</h4><p>Gerade beim Grillieren zeigt sich, wie vielseitig pflanzliche Zutaten sind. Gemüse, Tofu und pflanzliche Alternativen bringen gute Voraussetzungen mit, um ausgeprägte Röstaromen zu entwickeln, ganz ohne tierische Produkte. So wird der Grill rasch zu einer bunt belegten Fläche aus unterschiedlichen Farben, Formen und Texturen. Wie vielfältig das in der Praxis aussehen kann, zeigen unsere Rezepte und Grillvideos mit <a href="https://www.linkedin.com/in/thomas-gl%C3%A4ssing-b822391a6/" target="_blank">Thomas Glässing</a> auf <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">unserer Kampagnenseite</a> und unseren sozialen Kanälen besonders anschaulich.</p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="20b72476-79e0-4f45-b981-8a3b7fd30595" height="1891" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Grillrezepte_Thurgauer_Most_Bratwurst_im_Weggen.webp" width="58.79%" /><figcaption>Abbildung 1: Thurgauer Most-Bratwurst im Weggen. Ein regional inspirierter, rein veganer Grillgenuss von Thomas Glässing für unsere Grillkampagne 2026. Foto von Nora Dal Cero.</figcaption></figure><p> </p><p>Mit ein paar Tipps und Tricks lassen sich pflanzliche Zutaten auch auf jedem Grill besonders gut in Szene setzen. Gemüse wie Zucchini, Auberginen oder Pilze enthalten viel Wasser, was zunächst das Bräunen hemmen kann. Werden sie vor dem Grillieren leicht gesalzen, kurz stehen gelassen und danach abgetupft, kann sich an der Oberfläche schneller eine aromatische Kruste bilden. Dünne Scheiben oder Spiesse profitieren von direkter Hitze, während grössere Stücke wie Maiskolben oder ganze Peperoni bei indirekter Hitze gleichmässig garen und innen saftig bleiben.</p><p>Auch Marinaden tragen entscheidend zum Geschmack bei. Kombinationen aus Öl, Säure und Gewürzen intensivieren das Aroma und fördern die Bräunung. Besonders geeignet sind Zutaten wie Sojasauce, Misopaste oder Tomatenmark, da sie von Natur aus Zucker und Aminosäuren liefern und somit die Entstehung von Röstaromen unterstützen. Wer mit Kräutern, Rauchsalz oder etwas Knoblauch arbeitet, kann das Grillaroma zusätzlich variieren. Fester Tofu nimmt Marinaden besonders gut auf, wenn er vorher leicht gepresst wird. Pflanzliche Zutaten haben zudem den Vorteil, dass bei ihrer Zubereitung in der Regel weniger heterozyklische aromatische Amine entstehen – also Stoffe, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden – als bei stark erhitztem Fleisch.<sup>2</sup></p><h4><br />Genuss mit Verantwortung</h4><p>Beim Grillieren geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um das Zusammensein rund um den Grill. Viele verbinden damit gemeinsame Abende, Gespräche und das Teilen verschiedener Speisen. Pflanzliche Zutaten bieten hier viele Möglichkeiten. Sie lassen sich vielseitig kombinieren, bringen unterschiedliche Texturen auf den Teller und ermöglichen ein abwechslungsreiches Grillmenü. So wird der Grill zu einem Ort, an dem Vielfalt und gemeinsames Erleben zusammenkommen und an dem sich Genuss mit einem respektvollen Umgang gegenüber allen Lebewesen verbinden lässt. Denn kräftige Röstaromen sind kein Privileg von Fleisch, sondern entstehen durch Hitze, die richtigen Zutaten und etwas Geduld.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>El Hosry L, Elias V, Chamoun V, Halawi M, Cayot P, Nehme A, Bou-Maroun E, 2025. Maillard Reaction: Mechanism, Influencing Parameters, Advantages, Disadvantages, and Food Industrial Applications: A Review. Foods, 14 (11), 1881. <a href="https://doi.org/10.3390/foods14111881">https://doi.org/10.3390/foods14111881</a></li><li>Nadeem HR, Akhtar S, Ismail T, Sestili P, Lorenzo JM, Ranjha MMAN, Jooste L, Hano C, Aadil RM, 2021. Heterocyclic Aromatic Amines in Meat: Formation, Isolation, Risk Assessment, and Inhibitory Effect of Plant Extracts. Foods, 10 (7), 1466. <a href="https://doi.org/10.3390/foods10071466">https://doi.org/10.3390/foods10071466</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/gefahr-grillieren" target="_blank">Bund warnt vor den Folgen des Grillierens</a></li></ul></div> Wed, 27 May 2026 10:54:29 +0000 Joelle 4195 at https://www.swissveg.ch Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem? https://www.swissveg.ch/de/maillard-grill?language=fr <span>Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>27. Mai 2026 - 12:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Ein kühles Getränk in der Hand, die Sonne im Gesicht und der vertraute Duft von Grilliertem in der Luft, so beginnt für viele der Sommer. Grillieren bedeutet heute weit mehr als reine Nahrungszubereitung und steht für gemeinsames Erleben, geselliges Zusammensein und genussvolles Speisen. Doch was genau passiert, wenn Hitze auf Lebensmittel trifft und woher stammen der Duft, der Geschmack und die appetitliche Bräunung, die wir mit Grillieren verbinden?</p><h4>Warum Grilliertes so gut schmeckt</h4><p>Der typische Geschmack von Gegrilltem entsteht vor allem durch die sogenannte Maillard-Reaktion. Diese wurde bereits 1912 vom französischen Chemiker Louis Camille Maillard beschrieben. Dabei reagieren Aminosäuren, also Bestandteile von Proteinen, mit Zucker, sobald Lebensmittel erhitzt werden.<sup>1</sup> Es entstehen hunderte Aromastoffe, die für die goldbraune Farbe und die Röstaromen verantwortlich sind. Gleichzeitig verändern sich auch Textur und Mundgefühl, was wir als besonders herzhaft und «gegrillt» wahrnehmen. Entscheidend ist, dass diese Reaktion nicht an Fleisch gebunden ist. Sie findet überall dort statt, wo die passenden Bausteine vorhanden sind, also auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Ob beim Backen von Brot, beim Rösten von Nüssen oder beim Anbraten von Gemüse, die Maillard-Reaktion sorgt in vielen Situationen für jene Aromen, die wir als besonders schmackhaft wahrnehmen.</p><p> </p><h4>Röstaromen gibt es auch pflanzlich</h4><p>Gerade beim Grillieren zeigt sich, wie vielseitig pflanzliche Zutaten sind. Gemüse, Tofu und pflanzliche Alternativen bringen gute Voraussetzungen mit, um ausgeprägte Röstaromen zu entwickeln, ganz ohne tierische Produkte. So wird der Grill rasch zu einer bunt belegten Fläche aus unterschiedlichen Farben, Formen und Texturen. Wie vielfältig das in der Praxis aussehen kann, zeigen unsere Rezepte und Grillvideos mit <a href="https://www.linkedin.com/in/thomas-gl%C3%A4ssing-b822391a6/" target="_blank">Thomas Glässing</a> auf <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">unserer Kampagnenseite</a> und unseren sozialen Kanälen besonders anschaulich.</p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="20b72476-79e0-4f45-b981-8a3b7fd30595" height="1891" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Grillrezepte_Thurgauer_Most_Bratwurst_im_Weggen.webp" width="58.79%" /><figcaption>Abbildung 1: Thurgauer Most-Bratwurst im Weggen. Ein regional inspirierter, rein veganer Grillgenuss von Thomas Glässing für unsere Grillkampagne 2026. Foto von Nora Dal Cero.</figcaption></figure><p> </p><p>Mit ein paar Tipps und Tricks lassen sich pflanzliche Zutaten auch auf jedem Grill besonders gut in Szene setzen. Gemüse wie Zucchini, Auberginen oder Pilze enthalten viel Wasser, was zunächst das Bräunen hemmen kann. Werden sie vor dem Grillieren leicht gesalzen, kurz stehen gelassen und danach abgetupft, kann sich an der Oberfläche schneller eine aromatische Kruste bilden. Dünne Scheiben oder Spiesse profitieren von direkter Hitze, während grössere Stücke wie Maiskolben oder ganze Peperoni bei indirekter Hitze gleichmässig garen und innen saftig bleiben.</p><p>Auch Marinaden tragen entscheidend zum Geschmack bei. Kombinationen aus Öl, Säure und Gewürzen intensivieren das Aroma und fördern die Bräunung. Besonders geeignet sind Zutaten wie Sojasauce, Misopaste oder Tomatenmark, da sie von Natur aus Zucker und Aminosäuren liefern und somit die Entstehung von Röstaromen unterstützen. Wer mit Kräutern, Rauchsalz oder etwas Knoblauch arbeitet, kann das Grillaroma zusätzlich variieren. Fester Tofu nimmt Marinaden besonders gut auf, wenn er vorher leicht gepresst wird. Pflanzliche Zutaten haben zudem den Vorteil, dass bei ihrer Zubereitung in der Regel weniger heterozyklische aromatische Amine entstehen – also Stoffe, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden – als bei stark erhitztem Fleisch.<sup>2</sup></p><h4><br />Genuss mit Verantwortung</h4><p>Beim Grillieren geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um das Zusammensein rund um den Grill. Viele verbinden damit gemeinsame Abende, Gespräche und das Teilen verschiedener Speisen. Pflanzliche Zutaten bieten hier viele Möglichkeiten. Sie lassen sich vielseitig kombinieren, bringen unterschiedliche Texturen auf den Teller und ermöglichen ein abwechslungsreiches Grillmenü. So wird der Grill zu einem Ort, an dem Vielfalt und gemeinsames Erleben zusammenkommen und an dem sich Genuss mit einem respektvollen Umgang gegenüber allen Lebewesen verbinden lässt. Denn kräftige Röstaromen sind kein Privileg von Fleisch, sondern entstehen durch Hitze, die richtigen Zutaten und etwas Geduld.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>El Hosry L, Elias V, Chamoun V, Halawi M, Cayot P, Nehme A, Bou-Maroun E, 2025. Maillard Reaction: Mechanism, Influencing Parameters, Advantages, Disadvantages, and Food Industrial Applications: A Review. Foods, 14 (11), 1881. <a href="https://doi.org/10.3390/foods14111881">https://doi.org/10.3390/foods14111881</a></li><li>Nadeem HR, Akhtar S, Ismail T, Sestili P, Lorenzo JM, Ranjha MMAN, Jooste L, Hano C, Aadil RM, 2021. Heterocyclic Aromatic Amines in Meat: Formation, Isolation, Risk Assessment, and Inhibitory Effect of Plant Extracts. Foods, 10 (7), 1466. <a href="https://doi.org/10.3390/foods10071466">https://doi.org/10.3390/foods10071466</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/gefahr-grillieren" target="_blank">Bund warnt vor den Folgen des Grillierens</a></li></ul></div> Wed, 27 May 2026 10:54:29 +0000 Joelle 4195 at https://www.swissveg.ch Das Paradox des Feuers https://www.swissveg.ch/de/faszination-feuer?language=fr <span>Das Paradox des Feuers</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>29. Mai 2026 - 11:28</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Feuer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Ein flackerndes Lagerfeuer, das leise Knistern von Holz, die tanzenden Flammen, all das wirkt beruhigend, fast hypnotisch. Dabei ist Feuer objektiv betrachtet eine Gefahr und doch fühlen wir uns in seiner Nähe sicher, geborgen, oft sogar ungewöhnlich entspannt. Dieses scheinbare Paradox ist kein Zufall, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verankert.</p><h4>Wie alles mit Feuer begann</h4><p>Für unsere Vorfahren war Feuer weit mehr als nur eine Wärmequelle. Es verlängerte den Tag, schützte vor Raubtieren, machte Nahrung verdaulicher und ermöglichte das Überleben in kälteren Regionen. Gleichzeitig wurde es zum sozialen Zentrum. Menschen versammelten sich um das Feuer, teilten Nahrung, Geschichten und Erfahrungen. Über unzählige Generationen prägten diese Abende im Feuerschein, wie wir zusammenleben, erzählen und Vertrauen aufbauen. Spuren, die bis heute in unserem Verhalten und Empfinden nachwirken.</p><p>&nbsp;</p><h4>Wenn Forschung ins Feuer schaut</h4><p>Heute weiss man, dass genau diese Kombination aus Sinneseindrücken und Zusammensein eine messbare Wirkung auf unseren Körper hat: Sie lässt uns herunterfahren, senkt den Blutdruck und fördert Entspannung, vor allem dann, wenn wir Feuer nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Studie liessen Forschende deshalb freiwillige Testpersonen verschiedene Videos anschauen, zum Beispiel ein Feuer ohne Ton, eine Version mit dem typischen Knistern und Flammengeräuschen sowie neutrale Szenen ohne Feuer, davor und danach wurde jeweils der Blutdruck gemessen. Am stärksten wirkte die Szene, in der die Flammen zu sehen waren und das Feuer gleichzeitig zu hören war. Diese lebendige Mischung aus Licht, Bewegung und Geräusch brachte den Blutdruck am deutlichsten nach unten und sorgte dafür, dass die Menschen spürbar zur Ruhe kamen.<sup>1</sup></p><p>Andere Arbeiten betonen vor allem die soziale Seite der Feuerstelle. Feldstudien bei Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften zeigen, dass Gespräche im Feuerschein anders verlaufen als am Tag. Weniger Alltagsorganisation, mehr Geschichten, gemeinsame Erinnerungen und Themen, die eine Gruppe zusammenhalten. Neuere Forschungsübersichten kommen zudem zum Schluss, dass diese Feuerabende wahrscheinlich auch unsere Erzählkultur geprägt haben. Am Feuer wurden nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Erfahrungen und Gedanken geteilt, ein Trainingsfeld für Sprache, Empathie und Gemeinschaftsgefühl, dessen Nachhall wir bis heute spüren, wenn wir gemeinsam am Feuer sitzen.<sup>2</sup></p><p>&nbsp;</p><h4>Warum wir heute noch gern am Feuer sitzen</h4><p>Auch wenn wir heute weder Säbelzahntiger fürchten noch im Dunkeln ohne Strom sitzen, läuft dieses uralte Programm in uns immer noch ab. Wenn wir mit Freunden am Feuer stehen, in die Flammen schauen und dem Knistern lauschen, reagiert unser Gehirn ähnlich wie früher, Gefahr gebannt, Gruppe anwesend, Essen in Reichweite, alles ist gut. Das Lagerfeuer oder der Grill wird so zum modernen Nachfolger der steinzeitlichen Feuerstelle, ein vertrautes Ritual, das uns für einen Moment aus dem Alltag holt.</p><p>Vielleicht ist es genau dieser Ausnahmezustand, der Gespräche am Feuer so besonders macht. Man redet langsamer, hört mehr zu, schweigt auch einmal gemeinsam, ohne dass es sich komisch anfühlt. Die tanzenden Flammen geben dem Blick einen ruhigen Anker, während der Kopf durchatmet. Das Feuer schafft einen kleinen Raum von Nähe und Verbundenheit und genau dort stellt sich die Frage, was wir in diesem Ritual bewahren wollen und was sich mit der Zeit verändern darf.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h4>Ein Ritual im Wandel</h4><p>Grillieren gehört für viele genau zu diesen Momenten dazu, fest verbunden mit Sommerabenden und langen Gesprächen. Doch immer mehr Menschen hinterfragen, was da eigentlich auf dem Rost liegt. Denn das gemeinsame Essen am Feuer steht für Nähe, Austausch und Verbundenheit, und genau diese Werte lassen sich nur schwer mit dem Leid vereinbaren, das hinter Grillgut aus dem Schlachthof steckt. Das Ritual selbst muss sich dafür nicht verändern, es sind vielmehr die Inhalte, die wir ihm geben. <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Gemüse, pflanzliche Alternativen und kreative Grillideen</a> bringen genauso Röstaromen, Vielfalt und Genuss auf den Teller, während das, was uns am meisten bedeutet, unverändert bleibt: das Zusammensitzen, das Knistern, der Duft. Was sich verschiebt, ist die Entscheidung dahinter. Vielleicht liegt genau darin die Weiterentwicklung eines uralten Instinkts, nicht mehr nur gemeinsam zu überleben, sondern bewusst gemeinsam zu geniessen und dabei andere Lebewesen mit einzubeziehen. Das Feuer bleibt das gleiche, doch wir können neu entscheiden, was wir daraus machen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Lynn CD, 2014. Hearth and Campfire Influences on Arterial Blood Pressure: Defraying the Costs of the Social Brain through Fireside Relaxation - Christopher Dana Lynn, 2014. Evolutionary Psychology. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509">https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509</a></li><li>Wiessner PW, 2014. Embers of society: Firelight talk among the Ju/’hoansi Bushmen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 111 (39), 14027–14035. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111">https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 09:28:33 +0000 Joelle 4194 at https://www.swissveg.ch Das Paradox des Feuers https://www.swissveg.ch/de/faszination-feuer?language=fr <span>Das Paradox des Feuers</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>29. Mai 2026 - 11:28</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Feuer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Ein flackerndes Lagerfeuer, das leise Knistern von Holz, die tanzenden Flammen, all das wirkt beruhigend, fast hypnotisch. Dabei ist Feuer objektiv betrachtet eine Gefahr und doch fühlen wir uns in seiner Nähe sicher, geborgen, oft sogar ungewöhnlich entspannt. Dieses scheinbare Paradox ist kein Zufall, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verankert.</p><h4>Wie alles mit Feuer begann</h4><p>Für unsere Vorfahren war Feuer weit mehr als nur eine Wärmequelle. Es verlängerte den Tag, schützte vor Raubtieren, machte Nahrung verdaulicher und ermöglichte das Überleben in kälteren Regionen. Gleichzeitig wurde es zum sozialen Zentrum. Menschen versammelten sich um das Feuer, teilten Nahrung, Geschichten und Erfahrungen. Über unzählige Generationen prägten diese Abende im Feuerschein, wie wir zusammenleben, erzählen und Vertrauen aufbauen. Spuren, die bis heute in unserem Verhalten und Empfinden nachwirken.</p><p>&nbsp;</p><h4>Wenn Forschung ins Feuer schaut</h4><p>Heute weiss man, dass genau diese Kombination aus Sinneseindrücken und Zusammensein eine messbare Wirkung auf unseren Körper hat: Sie lässt uns herunterfahren, senkt den Blutdruck und fördert Entspannung, vor allem dann, wenn wir Feuer nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Studie liessen Forschende deshalb freiwillige Testpersonen verschiedene Videos anschauen, zum Beispiel ein Feuer ohne Ton, eine Version mit dem typischen Knistern und Flammengeräuschen sowie neutrale Szenen ohne Feuer, davor und danach wurde jeweils der Blutdruck gemessen. Am stärksten wirkte die Szene, in der die Flammen zu sehen waren und das Feuer gleichzeitig zu hören war. Diese lebendige Mischung aus Licht, Bewegung und Geräusch brachte den Blutdruck am deutlichsten nach unten und sorgte dafür, dass die Menschen spürbar zur Ruhe kamen.<sup>1</sup></p><p>Andere Arbeiten betonen vor allem die soziale Seite der Feuerstelle. Feldstudien bei Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften zeigen, dass Gespräche im Feuerschein anders verlaufen als am Tag. Weniger Alltagsorganisation, mehr Geschichten, gemeinsame Erinnerungen und Themen, die eine Gruppe zusammenhalten. Neuere Forschungsübersichten kommen zudem zum Schluss, dass diese Feuerabende wahrscheinlich auch unsere Erzählkultur geprägt haben. Am Feuer wurden nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Erfahrungen und Gedanken geteilt, ein Trainingsfeld für Sprache, Empathie und Gemeinschaftsgefühl, dessen Nachhall wir bis heute spüren, wenn wir gemeinsam am Feuer sitzen.<sup>2</sup></p><p>&nbsp;</p><h4>Warum wir heute noch gern am Feuer sitzen</h4><p>Auch wenn wir heute weder Säbelzahntiger fürchten noch im Dunkeln ohne Strom sitzen, läuft dieses uralte Programm in uns immer noch ab. Wenn wir mit Freunden am Feuer stehen, in die Flammen schauen und dem Knistern lauschen, reagiert unser Gehirn ähnlich wie früher, Gefahr gebannt, Gruppe anwesend, Essen in Reichweite, alles ist gut. Das Lagerfeuer oder der Grill wird so zum modernen Nachfolger der steinzeitlichen Feuerstelle, ein vertrautes Ritual, das uns für einen Moment aus dem Alltag holt.</p><p>Vielleicht ist es genau dieser Ausnahmezustand, der Gespräche am Feuer so besonders macht. Man redet langsamer, hört mehr zu, schweigt auch einmal gemeinsam, ohne dass es sich komisch anfühlt. Die tanzenden Flammen geben dem Blick einen ruhigen Anker, während der Kopf durchatmet. Das Feuer schafft einen kleinen Raum von Nähe und Verbundenheit und genau dort stellt sich die Frage, was wir in diesem Ritual bewahren wollen und was sich mit der Zeit verändern darf.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h4>Ein Ritual im Wandel</h4><p>Grillieren gehört für viele genau zu diesen Momenten dazu, fest verbunden mit Sommerabenden und langen Gesprächen. Doch immer mehr Menschen hinterfragen, was da eigentlich auf dem Rost liegt. Denn das gemeinsame Essen am Feuer steht für Nähe, Austausch und Verbundenheit, und genau diese Werte lassen sich nur schwer mit dem Leid vereinbaren, das hinter Grillgut aus dem Schlachthof steckt. Das Ritual selbst muss sich dafür nicht verändern, es sind vielmehr die Inhalte, die wir ihm geben. <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Gemüse, pflanzliche Alternativen und kreative Grillideen</a> bringen genauso Röstaromen, Vielfalt und Genuss auf den Teller, während das, was uns am meisten bedeutet, unverändert bleibt: das Zusammensitzen, das Knistern, der Duft. Was sich verschiebt, ist die Entscheidung dahinter. Vielleicht liegt genau darin die Weiterentwicklung eines uralten Instinkts, nicht mehr nur gemeinsam zu überleben, sondern bewusst gemeinsam zu geniessen und dabei andere Lebewesen mit einzubeziehen. Das Feuer bleibt das gleiche, doch wir können neu entscheiden, was wir daraus machen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Lynn CD, 2014. Hearth and Campfire Influences on Arterial Blood Pressure: Defraying the Costs of the Social Brain through Fireside Relaxation - Christopher Dana Lynn, 2014. Evolutionary Psychology. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509">https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509</a></li><li>Wiessner PW, 2014. Embers of society: Firelight talk among the Ju/’hoansi Bushmen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 111 (39), 14027–14035. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111">https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 09:28:33 +0000 Joelle 4194 at https://www.swissveg.ch Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? https://www.swissveg.ch/de/maennlichkeit-grill?language=fr <span>Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>1. Juni 2026 - 9:42</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Männer stehen am Grill, die Frauen kümmern sich um die Beilagen: Ein Bild dass sich in der Schweiz jeden Sommer tausendfach wiederholt. Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter in vielen anderen Lebensbereichen etabliert ist, ist die Rollenverteilung beim Grillen bemerkenswert traditionell: Der Mann kümmert sich um die Fleischzubereitung, die Frau um die Beilagen. Der Grill als letzte Bastion klassischer Männlichkeit?&nbsp;</p><p>Tatsächlich essen Männer mehr Fleisch als Frauen. Doch woran liegt das? Forschende untersuchten, wie sich die Gleichberechtigung auf den Fleischkonsum auswirkt.<sup>1</sup> Die Ergebnisse sind bemerkenswert: In Ländern, in denen eine hohe Geschlechtergleichstellung herrscht, assen die Männer deutlich mehr Fleisch als die Frauen. Die Forschenden begründeten dies damit, dass sich die Frauen in solchen Ländern bewusst für fleischlose Optionen entscheiden können. Doch diese Erklärung greift zu kurz. Denn auch Männer hätten in gleichberechtigten Gesellschaften die Möglichkeit, pflanzliche Alternativen zu wählen. Doch warum tun sie dies noch viel zu selten? Verschiedenen Studien deuten darauf hin, dass männliches Geschlecht sowie Wohlstand am stärksten mit einem hohen Fleischkonsum korrelieren. Interessanterweise gibt es in drei grossen Ländern (China,Indien sowie Indonesien) keine geschlechterspezifischen Unterschiede was den Fleischkonsum angeht.</p><p>&nbsp;</p><h4>Doch warum essen Männer überhaupt mehr Fleisch als Frauen?</h4><p>Eine mögliche Erklärung liegt weniger in biologischen Unterschieden als in sozialen und kulturellen Prägungen. Fleischkonsum ist seit jeher mit Vorstellungen von Stärke, Leistung und Status verbunden. Eigenschaften, die traditionell eher mit Männlichkeit assoziiert werden. Mehrere Studien zeigen, dass Männer stärker dazu tendieren, ihr Essverhalten an solchen gesellschaftlichen Erwartungen auszurichten. Fleisch wird dabei nicht nur als Lebensmittel wahrgenommen, sondern auch als Symbol. Pflanzliche Ernährung wird häufig mit Begriffen wie Gesundheit, Leichtigkeit oder Nachhaltigkeit verknüpft. Das sind jedoch alles Eigenschaften, die kulturell weniger stark mit klassischen Männlichkeitsbildern verbunden sind. Doch diese Zuschreibungen sind nicht naturgegeben, sondern sozial geprägt. Sie beeinflussen jedoch, oft unbewusst, unsere Entscheidungen im Alltag und dadurch auch beim Grillieren. Gerade deshalb lohnt es sich, das Bild vom «männlichen Grillieren» neu zu denken. Denn was heute als selbstverständlich gilt, ist oft das Resultat von Gewohnheit und kultureller Prägung und lässt sich nicht mit der «männlichen Biologie» erklären.</p><p>&nbsp;</p><h4>Traditionen neu gedacht</h4><p>Wer sich an das <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">pflanzliche Grillieren</a> wagt, merkt schnell, dass sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen: aus vielfältigen pflanzlichen Zutaten wie etwa Sellerie, Rote Bete oder Pilzen lassen sich herzhafte Gerichte zubereiten, die mit kräftigen Aromen begeistern und ebenso sättigend und genussvoll sind wie klassische Fleischgerichte. Und das beste daran: heissgeliebte Traditionen müssen nicht abgeschafft, &nbsp;sondern lediglich neu gedacht werden. So kommt anstelle des Rumpsteaks ein saftiger veganer Burger oder für Gemüseliebhaber ein Randensteak auf den Grill. Ein kleiner Tausch mit grosser Wirkung für Tier, Mensch und Umwelt, der erst noch neue Geschmackswelten eröffnet.&nbsp;</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Hopwood, C. J., Zizer, J. N., Nissen, A. T., Dillard, C., Thompkins, A. M., Graça, J., Waldhorn, D. R. &amp; Bleidorn, W. (2024). Paradoxical gender effects in meat consumption across cultures. Scientific Reports, 14(1), 13033. <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3">https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg: Echte Männer grillieren Pflanzen</a></li><li><a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/1de884ee8571d1b24f8b/pages/page/10" target="_blank">Veg-Info 2 (2025): Warum Antispeziesismus und Feminismus Hand in Hand gehen</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/swissveg-analyse-statistiken-2025" target="_blank">Swissveg-Analyse 2025: Wie steht es um die Anzahl Veganer und Vegetarier?</a></li></ul></div> Mon, 01 Jun 2026 07:42:49 +0000 Sarah 4197 at https://www.swissveg.ch Swissveg Preisvergleich 2026: Wie konkurrenzfähig sind pflanzliche Milchalternativen? https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2026?language=fr <span>Swissveg Preisvergleich 2026: Wie konkurrenzfähig sind pflanzliche Milchalternativen?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=fr" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>20. Mai 2026 - 9:27</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Pflanzliche Alternativen sind längst im Alltag vieler Konsumentinnen und Konsumenten angekommen. Sie gewinnen im Detailhandel stetig an Bedeutung, sowohl aus ethischen und ökologischen Gründen als auch aufgrund wachsender Produktevielfalt sowie besserer Verfügbarkeit. Doch wie steht es um die Preise? Unsere neue Auswertung zeigt, wo pflanzliche Produkte bereits mithalten können und wo strukturelle Unterschiede weiterhin sichtbar bleiben.</p><p>Mit der Zunahme des allgemeinen Interesses an der pflanzlichen Ernährung rückt auch die Preisgestaltung stärker in den Fokus. Alternativen zu tierischen Produkten sind heute bei praktisch allen grossen Detailhändlern erhältlich und erreichen eine breite Käuferschaft. Dieser Preisvergleich soll aufzeigen, wie sich pflanzliche Optionen im aktuellen Marktumfeld positionieren. Für die Auswertung wurden bei vier grossen Schweizer Detailhändlern jeweils die günstigsten verfügbaren Alternativprodukte in den Kategorien Joghurt, Milch, Scheiben- sowie Frischkäse erhoben und ihren tierischen Pendants gegenübergestellt. Grundlage bildeten standardisierte Preise pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter sowie ein daraus zusammengesetzter Wa- renkorb. Zugunsten einer möglichst vergleichbaren Momentaufnahme wurden Aktionen oder kurzfristige Rabatte nicht berücksichtigt.</p><h4>Teurer Scheibenkäse</h4><p>Die Resultate zeigen ein differenziertes Bild, das stark von der jeweiligen Produktkategorie abhängt. Besonders deutlich sind die Unterschiede im Bereich Joghurt: Die preiswertesten pflanzlichen Varianten liegen je nach Anbieter klar über den günstigsten tierischen Vergleichsprodukten. Vegane Optionen bewegen sich hier in einem höheren Preissegment, während konventionelle Joghurts deutlich tiefer liegen. Dieses Muster zeigt sich konsistent über alle untersuchten Detailhändler hinweg. Auch bei Scheibenkäse bleibt eine Differenz bestehen. Pflanzliche Alternativen kosten je nach Anbieter spürbar mehr als die günstigsten tierischen Produkte.</p><p>Auffallend ist die relativ grosse Spannweite zwischen den Detailhändlern. Besonders Käsealternativen tragen wesentlich dazu bei, wie teuer ein gesamter Warenkorb ausfällt, und beeinflussen damit das Gesamtresultat stärker als andere Kategorien.</p><p class="zitat">Vor allem vegane Käsealternativen tragen wesentlich dazu bei, wie teuer ein gesamter Warenkorb ausfällt.</p><h4>Pflanzenmilch erreicht Preisparität</h4><p>Eine deutlich andere Entwicklung zeigt sich bei Milch, wo sich die Preise zunehmend angleichen. Die günstigsten pflanzlichen Varianten liegen nur noch geringfügig über den tierischen Vergleichswerten. Diese Annäherung deutet darauf hin, dass pflanzliche Milchalternativen im Massenmarkt angekommen sind und entsprechend wettbewerbsfähiger produziert und angeboten werden können. In vielen Haushalten gehören sie längst zur Routine, was ihre Rolle als Wegbereiter für weitere pflanzliche Produktsegmente unterstreicht. Gemäss dem Plant-Based Food Report 2026 von Coop und YouGov Schweiz macht veganer Milchersatz mittlerweile fast einen Fünftel des gesamten Milchumsatzes des Detailhändlers aus – Tendenz steigend.</p><p><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch__1.jpg"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch__1.jpg" data-entity-uuid="c0e7eb53-6de2-44eb-8f29-fe21d676e019" data-entity-type="file" alt="Tabelle mit den Preisen" width="100%" /></a></p><h4>Deutlicher Sieger</h4><p>Besonders aufschlussreich wird der Vergleich beim Blick auf den Gesamtwarenkorb. Hier zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Detailhändlern. Beim pflanzlichen Warenkorb schnitt Lidl am günstigsten ab und lag knapp vor Aldi. Beide positionieren sich deutlich unter den Werten von Coop und Migros, deren Warenkörbe merklich teurer ausfielen. Die Hauptgründe dafür sind Preisunterschiede bei Käsealternativen sowie unterschiedliche Eigenmarkenstrategien. Diese Abweichungen sind für Konsumentinnen und Konsumenten relevant, da sie verdeutlichen, dass sich ein Vergleich zwischen Einkaufsorten lohnen kann, insbesondere bei regelmässigem Kauf pflanzlicher Alternativen.</p><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch_warenkorb.jpg"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch_warenkorb.jpg" data-entity-uuid="be9acbba-bef6-42b9-a7b0-0ecaf26cb605" data-entity-type="file" alt="" width="100%" /></a><h4>Keine Subventionen für Pflanzenmilch </h4><p>Gleichzeitig darf der Blick nicht nur auf reine Preisdifferenzen verengt werden. Preisstrukturen spiegeln auch Marktmechanismen wider: Tierische Produkte profitieren häufig von etablierten Produktionsketten, hohen Skaleneffekten sowie politischen Rahmenbedingungen, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben. Ein Beispiel sind die Zulagen, die Milchproduzenten hierzulande erhalten und von denen Pflanzendrinkproduzenten nicht profitieren. Pflanzliche Alternativen befinden sich überdies teilweise noch in einer Wachstumsphase mit kleineren Produktionsmengen und höheren Innovationskosten. Vor diesem Hintergrund zeigt der Vergleich nicht nur Unterschiede, sondern auch Fortschritte. Die Annäherung bei Milchprodukten belegt, dass Preisparität kein fernes Ziel bleiben muss. Erfahrungen aus anderen Produktkategorien zeigen, dass steigende Nachfrage, technologische Entwicklungen und wachsende Marktvolumen zu sinkenden Preisen beitragen können. Was heute noch als Nischenprodukt gilt, kann morgen bereits zum Standard gehören.</p><p class="zitat">Milchproduzenten erhalten hierzulande staatliche Zulagen, von denen Pflanzendrinkproduzenten nicht profitieren.</p><p>Isoliert betrachtet greift ein rein finanzieller Vergleich zu kurz. Ernährungsentscheidungen betreffen nicht nur das Haushaltsbudget, sondern auch Umweltwirkungen, Ressourcenverbrauch und Tierwohl. Pflanzliche Produkte leisten hier einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ernährung und ermöglichen es Konsumentinnen und Konsumenten, ihre Kaufentscheidungen mit persönlichen Werten in Einklang zu bringen.</p><h4>Veganes Angebot wächst</h4><p>Der aktuelle Preisvergleich zeigt dabei zwei Entwicklungen gleichzeitig: Einerseits bestehen in einzelnen Kategorien weiterhin Preisunterschiede, andererseits ist in zentralen Bereichen – etwa bei Milchprodukten – bereits eine klare Annäherung sichtbar. Dies verdeutlicht, dass Preisparität kein fernes Ziel bleiben muss. Erfahrungen aus anderen Produktkategorien zeigen zudem, dass steigende Nachfrage, technologische Fortschritte und wachsende Marktvolumen zu sinkenden Preisen beitragen können. Gleichzeitig wird das pflanzliche Angebot stetig breiter. Für pflanzlich orientierte Haushalte bedeutet dies eine grössere Auswahl, zunehmende Wettbewerbsfähigkeit und mehr Gestaltungsspielraum beim Einkauf. Was heute noch als Nischenprodukt gilt, kann sich zunehmend im Mainstream etablieren.</p><p>Preisvergleiche bleiben Momentaufnahmen – doch sie machen Trends sichtbar. Diese Trends deuten darauf hin, dass pflanzliche Alternativen ihren Platz im Detailhandel weiter festigen und künftig auch preislich noch stärker aufholen werden.</p><p> </p><p>Unser Podcast mit der Autorin von diesem Report:</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/VOf3EHIDIUU?si=szaCmuZyHMjw_4Ue" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/sojagesundheit" target="_blank">So gesund sind Produkte aus Soja</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/kuhmilch-pflanzenmilch-bessere-wahl">Kuhmilch oder Pflanzendrinks: Was ist die bessere Wahl?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2025" target="_blank">Swissveg-Preisvergleich 2025</a></li></ul></div> Wed, 20 May 2026 07:27:22 +0000 Sarah 4209 at https://www.swissveg.ch