Drupal blog posts https://www.swissveg.ch/de de Pflanzlich vs. Tierisch: Der Swissveg-Preisvergleich 2026 https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-fleischalternativen-2026 <span>Pflanzlich vs. Tierisch: Der Swissveg-Preisvergleich 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>19. Juni 2026 - 10:19</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Seit der letztjährigen Swissveg-Auswertung 2025 hat sich der Markt für pflanzliche Fleischalternativen weiterentwickelt und die Diskussion um faire Preise für pflanzliche und tierische Produkte hat zusätzlich an Dynamik gewonnen. In den vergangenen Jahren haben sich die Regale der Detailhändler spürbar mit veganen Produkten gefüllt. Gleichzeitig schwankt der Anteil vegetarisch und vegan lebender Menschen leicht, was zeigt, dass Preisfragen und Kaufgewohnheiten weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund untersucht Swissveg regelmässig, wie sich die Preise von Fleisch und pflanzlichen Alternativen in der Schweiz entwickeln. Der aktuelle Report knüpft an die letztjährige Auswertung an und beleuchtet, wie sich Angebot, Nachfrage und Preisstruktur seit 2025 verändert haben.</p><h4>Rückblick Preisvergleich 2025 und Markttrend</h4><p>Die letztjährige Analyse zeigte, dass pflanzliche Fleischalternativen in der Schweiz je nach Produktkategorie noch immer teurer sind als die entsprechenden tierischen Produkte.<strong> Günstige Eigenmarken wie M-Budget oder Prix Garantie</strong> konnten diesen Preisaufschlag teilweise abfedern und sorgten in einzelnen Kategorien sogar für Preisparität oder leicht tiefere Preise. Insgesamt betonten die befragten Detailhändler, dass in den kommenden Jahren weitere Preissenkungen sowie eine Ausweitung des pflanzlichen Sortiments zu erwarten seien. Im Warenkorbvergleich kamen insbesondere Discounter gut weg, die mit tiefen Preisen bei pflanzlichen Produkten nahe an die Kosten für Fleisch herankamen. Ein besonderes Augenmerk lag bereits damals auf <strong>Aldi Suisse</strong>, wo ab 2026 ein gemeinsam mit Swissveg entwickeltes rein veganes Basissortiment dauerhaft erhältlich sein soll.</p><p> </p><h4>MACH-Umfrage 2025</h4><p>Gemäss der aktuellen <a href="https://wemf.ch/de/medienstudien/intramediastudien/mach-consumer/" target="_blank">MACH-Umfrage</a> ernähren sich 2025 rund 5,0 Prozent der Bevölkerung vegetarisch oder vegan, nach einem Höchststand von 5,3 Prozent im Vorjahr. Dieser leichte Rückgang deutet darauf hin, dass sich der starke Aufwärtstrend der letzten Jahre vorerst stabilisiert hat. Gleichzeitig greifen immer mehr Menschen unabhängig von ihrer grundsätzlichen Ernährungsweise zu pflanzlichen Alternativen. Bereits 55 Prozent der Gesamtbevölkerung konsumieren Fleischalternativen und 38,5 Prozent nutzen Milchalternativen. Diese Zahlen zeigen, dass <strong>vegane Produkte in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind</strong> und längst nicht mehr nur für eine klar definierte vegane oder vegetarische Zielgruppe relevant sind. Wie sich diese breite, flexitarisch geprägte Nachfrage weiterentwickelt, wird entscheidend dafür sein, wohin sich die Preise künftig bewegen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob und wie der Detailhandel im Jahr 2026 bereits auf diese veränderte Nachfrage reagiert hat.</p><p> </p><h4>Detailhändler unter der Lupe</h4><p>Für den Preisvergleich 2026 wurden wie im Vorjahr die Sortimente von Fleisch und pflanzlichen Fleischalternativen bei <strong>Coop</strong>, <strong>Migros</strong>, <strong>Aldi Suisse</strong> und <strong>Lidl Schweiz</strong> untersucht. Dabei wurden pro Kategorie jeweils die günstigsten und teuersten Produkte erfasst, um die Preisunterschiede zwischen tierischen und pflanzlichen Varianten möglichst vergleichbar abzubilden.</p><p> </p><figure role="group" class="align-center"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleisch_Alternativen_2026.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="35e61176-64ab-488e-9356-87fadc35e92c" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleisch_Alternativen_2026.webp" width="80%" /></a> <figcaption><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleisch_Alternativen_2026.webp">Abbildung 1: Darstellung der durchschnittlichen Verkaufspreise von tierischen Fleischwaren und veganen Alternativen (CHF/100 g) bei Coop, Migros, Aldi Suisse und Lidl Schweiz im Jahr 2026, aufgeschlüsselt nach Produktkategorien Aufschnitt, Bratwurst, Burger, Fischstäbchen, Geschnetzeltes, Hackfleisch und paniertes Schnitzel.</a></figcaption></figure><p> </p><p>Die erfassten Preise für 2026 zeigen, dass pflanzliche Alternativen je nach Händler und Produktkategorie weiterhin unterschiedlich stark über oder unter den Preisen der tierischen Vertreter liegen. Bei Lidl Schweiz und Aldi Suisse bewegen sich die Preisunterschiede meist in einem moderaten Bereich, einzelne vegane Produkte wie Hackfleisch sind dort bereits um ein Vielfaches günstiger als das tierische Pendant. In der Migros fällt insbesondere der vegane Aufschnitt deutlich teurer aus als die tierische Variante, während bei Coop mehrere vegane Produkte wie Aufschnitt oder paniertes Schnitzel Aufschläge von teils über einem Franken pro 100 Gramm aufweisen. Insgesamt wird damit klar, dass die Wahl der Verkaufsstelle einen erheblichen Einfluss darauf hat, ob sich pflanzliche Alternativen für Konsumentinnen und Konsumenten preislich lohnen.</p><p> </p><figure role="group"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleischalternativen_2026_2025.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="5b0c0473-7111-4ff4-84f0-5d00a808fd32" height="2946" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleischalternativen_2026_2025.webp" width="80.24%" /></a> <figcaption><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleischalternativen_2026_2025.webp">Abbildung 2: Darstellung der durchschnittlichen Verkaufspreise veganer Fleischalternativen (CHF/100 g) bei Coop, Migros, Aldi Suisse und Lidl Schweiz in den Jahren 2025 und 2026, aufgeschlüsselt nach Produktkategorien Aufschnitt, Bratwurst, Burger, Fischstäbchen, Geschnetzeltes, Hackfleisch und paniertes Schnitzel.</a></figcaption></figure><p> </p><p>Die Auswertung der Produktpreise zeigt, dass sich das generelle Preisniveau sowohl bei veganen Fleischalternativen als auch bei Fleischwaren tierischen Ursprungs zwischen 2025 und 2026 nur moderat verändert hat. Insgesamt sind eher feine Anpassungen in einzelnen Kategorien erkennbar als grundlegende Verschiebungen. Bei den veganen Produkten bleiben viele Artikel über alle Händler hinweg preislich stabil, einzelne Kategorien werden jedoch spürbar günstiger oder teurer. Auffällig ist insbesondere Aldi Suisse, wo veganes Geschnetzeltes von rund 2,45 auf etwa 1,28 Franken pro 100 Gramm fällt, das Hackfleisch von circa 1,70 auf 1,25 Franken sinkt und panierte Schnitzel von 1,43 auf 1,28 Franken günstiger werden. Auch bei Migros und Coop kommt es zu punktuellen Preissenkungen etwa bei Bratwürsten, Aufschnitt oder Hackfleisch, während andere Kategorien je nach Händler leicht steigen oder sinken. Lidl Schweiz zeigt insgesamt stabile bis steigende Preise: Während Aufschnitt und Burger auf Vorjahresniveau bleiben, verteuern sich insbesondere Bratwürste (von 1,59 auf 2,11 Franken pro 100 Gramm) deutlich, und auch Hackfleisch sowie panierte Schnitzel werden etwas teurer.</p><p> </p><p>Die detaillierte Auswertung der Preisunterschiede nach Kategorien zeigt zusätzlich, dass<strong> veganes Hackfleisch </strong>und<strong> vegane unpanierte Burger</strong> <strong>in allen vier Detailhändlern deutlich günstiger sind als die entsprechenden Fleischprodukte</strong>. Die absolut günstigsten veganen Angebote jeder Kategorie finden sich jeweils bei Aldi Suisse oder Lidl Schweiz, was ihre Rolle als preisliche Anlaufstelle für pflanzliche Produkte unterstreicht. Die stärksten Aufschläge für vegane Varianten treten bei den Fischstäbchen im Coop und beim Aufschnitt in der Migros auf, wo die pflanzlichen Produkte jeweils mehr als doppelt so teuer sind wie die tierischen. Auffällig ist zudem, dass ausgerechnet die veganen Fischstäbchen in der Migros im direkten Vergleich klar günstiger sind als die Variante aus Fisch.</p><p> </p><figure role="group"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstiger.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="1ca9c82e-e835-4b2b-a2aa-f3c35616ca2f" height="1260" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstiger.webp" width="80.24%" /></a> <figcaption><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstiger.webp">Abbildung 3: Preise in CHF/100 g veganer Alternativen im Verhältnis zu tierischen Produkten in Schweizer Supermärkten.</a></figcaption></figure><p>Ergänzend zur Betrachtung einzelner Produkte zeigt der Blick auf die durchschnittliche Preisentwicklung über alle Kategorien, dass die <strong>Preise veganer Fleischalternativen insgesamt stärker gesenkt</strong> wurden als jene der Fleischprodukte. Coop und Migros reduzieren die Preise ihrer veganen Artikel im Schnitt um rund 3 beziehungsweise 2 Prozent, bei Aldi Suisse liegt das Minus sogar bei gut 12 Prozent, während Lidl Schweiz seine veganen Produkte um etwa 4 Prozent verteuert. Bei den Fleischwaren fallen die Anpassungen deutlich kleiner aus: Coop erhöht die Preise im Mittel um rund 1,5 Prozent, Migros um etwa 0,3 Prozent, während Aldi Suisse seine Fleischprodukte im Schnitt um knapp 1,6 Prozent und Lidl Schweiz um rund 0,6 Prozent senkt.</p><figure role="group" class="align-center"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstigste_Produkte_nach_Kategorie.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="39e6ecbe-1012-43f8-9c3f-b7ce3d66f542" height="1949" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstigste_Produkte_nach_Kategorie.webp" width="46.42%" /></a> <figcaption><a>Abbildung 4: Günstigste vegane Alternativen sind bei Aldi Suisse und Lidl Schweiz zu finden.</a></figcaption></figure><p> </p><h4>Stellungnahme der Detailhändler</h4><p>Die analysierten Detailhändler wurden um eine kurze Stellungnahme zu den präsentierten Resultaten und ihrer Preisstrategie bei pflanzlichen Fleischalternativen gebeten. Die folgenden Rückmeldungen fassen die wichtigsten Punkte zusammen.</p><p><strong>Coop</strong> verweist darauf, dass pflanzliche Fleischalternativen aufgrund anderer Produktionsprozesse, höherer Entwicklungs- und Herstellungskosten sowie kleinerer Produktionsmengen nur bedingt mit Fleischprodukten vergleichbar sind. Diese Faktoren beeinflussten die Preise, während Fleischprodukten teils stark schwankende Marktmechanismen zugrunde liegen. Coop betont das Ziel, faire und marktgerechte Preise anzubieten, weist auf den Einfluss der Einkaufspreise bei Markenprodukten hin und hält fest, dass einzelne pflanzliche Alternativen preislich mit Fleisch mithalten oder sogar günstiger sein können.</p><p><strong>Migros</strong> hält fest, dass sich die Preise je nach Kategorie unterschiedlich entwickeln und verweist darauf, dass pflanzliche Alternativen und Fleischprodukte teils unterschiedliche Rohstoffe, Herstellungsverfahren und Beschaffungswege haben. Ziel sei es, den Kundinnen und Kunden sowohl bei Fleischprodukten als auch bei pflanzlichen Alternativen – inklusive der Eigenmarke V‑Love – ein attraktives und breit abgestütztes Angebot zu bieten, wobei die Preise produktbezogen und auf Basis der jeweiligen Kosten- und Nachfragesituation festgelegt werden. Pflanzliche Produkte bleiben laut Migros ein wichtiger Teil des Sortiments, das laufend weiterentwickelt wird, damit die Kundschaft in verschiedenen Preislagen eine gute Auswahl findet; zu möglichen künftigen Preisanpassungen äussere man sich jedoch nicht im Voraus.</p><p><strong>Aldi Suisse</strong> hebt hervor, dass das Unternehmen als Discounter auf gute Qualität zu möglichst tiefen Preisen setzt. Ermöglicht werde dies durch effiziente Prozesse, ein fokussiertes Sortiment und die Weitergabe von Kostenvorteilen an die Kundschaft. Ein direkter Vergleich mit Fleisch sei nur bedingt sinnvoll, insgesamt sieht Aldi jedoch keinen generellen Mehrpreis bei veganen Fleischalternativen und verweist auf ein bewusst ausgewähltes, laufend ausgebautes Sortiment, das durch Aktionen zusätzlich gefördert wird.</p><p><strong>Lidl Schweiz</strong> versteht pflanzliche Proteinquellen als wichtigen Baustein einer bewussten Ernährung im Sinne der Planetary Health Diet. Gemäss eigener «Protein-Split»-Auswertung liegt der pflanzliche Anteil im Sortiment derzeit bei 18 Prozent und soll bis 2030 auf 20 Prozent steigen, bei Molkereiprodukten ist eine Verdoppelung von 5 auf 10 Prozent pflanzliche Alternativen geplant. Bei der Preisgestaltung betont Lidl die unterschiedlichen Rohstoffmärkte von Fleisch und pflanzlichen Alternativen und stellt Qualität, Textur und Geschmack in den Vordergrund, statt einen aggressiven Preiskampf mit Fleischprodukten zu führen.</p><p> </p><h4>Diskussion &amp; Fazit</h4><p>Der Vergleich der Jahre 2025 und 2026 zeigt, dass der Schweizer Detailhandel sein veganes Angebot zwar ausbaut, dies aber insgesamt in moderatem Tempo tut. Der Preisvergleich 2026 macht sichtbar, dass pflanzliche Alternativen in der Schweiz noch oft teurer sind als Fleisch, <strong>bei gewissen Produkten jedoch je nach Detailhändler deutlich näher an die tierischen Preise heranrücken oder bereits darunter liegen</strong>. Coop und Migros betonen in ihren Stellungnahmen Kostenstrukturen, Produktionsprozesse und den Anspruch auf faire, marktgerechte Preise, während die Zahlen zeigen, dass sie ihre veganen Artikel im Schnitt leicht verbilligen und Fleischprodukte nur geringfügig anpassen. Aldi hebt seine Discount-Strategie und Kostenvorteile hervor und setzt angekündigte Preissenkungen bei veganen Artikeln sichtbar um, während Lidl Schweiz das pflanzliche Sortiment strategisch ausbaut, preislich aber vorsichtiger agiert und stärker auf Qualitätsargumente verweist. Vor dem Hintergrund einer eher stabilen Zahl vegan und vegetarisch lebender Personen und leicht rückläufiger Verkäufe von Fleischalternativen justieren die Detailhändler ihre Sortimente und Preise gezielt, setzen aber<strong> noch keinen breit abgestützten Wachstumsschub</strong> hin zu durchgehend günstigeren pflanzlichen Alternativen in Gang. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet dies, dass sich der<strong> Griff zu pflanzlichen Optionen finanziell immer häufiger lohnt</strong>, insbesondere wenn<strong> Preise bewusst verglichen und günstige Eigenmarken sowie Discounter genutzt werden</strong>.</p><div data-ui-role="accordion" data-ui-collapsed="true"><h3>Methodik</h3><p>Die Datenerhebung erfolgte überwiegend online in Kalenderwoche 16 (2026). Einzelne Produkte wurden ergänzend direkt im Geschäft erfasst, wenn sie online nicht verfügbar waren. Für den Preisvergleich wurde jeweils das günstigste und das teuerste Produkt pro Kategorie berücksichtigt – sowohl für tierische als auch für pflanzliche Varianten. Aus diesen beiden Werten wurde ein Mittelwert gebildet. Um die Vergleichbarkeit zum Vorjahr zu gewährleisten, wurde versucht, dieselben Produkte zu berücksichtigen. Da einige Artikel nicht mehr im Sortiment waren, wurden in solchen Fällen möglichst ähnliche Alternativen gewählt.</p></div><div data-ui-role="accordion" data-ui-collapsed="true"><h3>Limitationen</h3><p>Der Swissveg-Vergleich stellt eine Momentaufnahme dar. Saisonale Preisschwankungen wurden nicht berücksichtigt. Die Datenerhebung erfolgte online bei Coop und Migros sowie vor Ort bei Aldi Suisse und Lidl Schweiz. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Produkte (etwa aufgrund weniger auffälliger Platzierung) übersehen wurden. Zudem bestehen teilweise Abweichungen zwischen den berücksichtigten Produkten im Vergleich zum Vorjahr.</p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><p style="margin-bottom:0cm;"><a href="https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2025" target="_blank">Pflanzlich vs. Tierisch: Der Swissveg-Preisvergleich 2025</a></p></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/swissveg-analyse-statistiken-2025" target="_blank">Swissveg-Analyse 2025: Wie steht es um die Anzahl Veganer und Vegetarier?</a></li></ul></div> Fri, 19 Jun 2026 08:19:39 +0000 Joelle 4210 at https://www.swissveg.ch Pflanzlich vs. Tierisch: Der Swissveg-Preisvergleich 2026 https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-fleischalternativen-2026 <span>Pflanzlich vs. Tierisch: Der Swissveg-Preisvergleich 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>19. Juni 2026 - 10:19</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Seit der letztjährigen Swissveg-Auswertung 2025 hat sich der Markt für pflanzliche Fleischalternativen weiterentwickelt und die Diskussion um faire Preise für pflanzliche und tierische Produkte hat zusätzlich an Dynamik gewonnen. In den vergangenen Jahren haben sich die Regale der Detailhändler spürbar mit veganen Produkten gefüllt. Gleichzeitig schwankt der Anteil vegetarisch und vegan lebender Menschen leicht, was zeigt, dass Preisfragen und Kaufgewohnheiten weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund untersucht Swissveg regelmässig, wie sich die Preise von Fleisch und pflanzlichen Alternativen in der Schweiz entwickeln. Der aktuelle Report knüpft an die letztjährige Auswertung an und beleuchtet, wie sich Angebot, Nachfrage und Preisstruktur seit 2025 verändert haben.</p><h4>Rückblick Preisvergleich 2025 und Markttrend</h4><p>Die letztjährige Analyse zeigte, dass pflanzliche Fleischalternativen in der Schweiz je nach Produktkategorie noch immer teurer sind als die entsprechenden tierischen Produkte.<strong> Günstige Eigenmarken wie M-Budget oder Prix Garantie</strong> konnten diesen Preisaufschlag teilweise abfedern und sorgten in einzelnen Kategorien sogar für Preisparität oder leicht tiefere Preise. Insgesamt betonten die befragten Detailhändler, dass in den kommenden Jahren weitere Preissenkungen sowie eine Ausweitung des pflanzlichen Sortiments zu erwarten seien. Im Warenkorbvergleich kamen insbesondere Discounter gut weg, die mit tiefen Preisen bei pflanzlichen Produkten nahe an die Kosten für Fleisch herankamen. Ein besonderes Augenmerk lag bereits damals auf <strong>Aldi Suisse</strong>, wo ab 2026 ein gemeinsam mit Swissveg entwickeltes rein veganes Basissortiment dauerhaft erhältlich sein soll.</p><p> </p><h4>MACH-Umfrage 2025</h4><p>Gemäss der aktuellen <a href="https://wemf.ch/de/medienstudien/intramediastudien/mach-consumer/" target="_blank">MACH-Umfrage</a> ernähren sich 2025 rund 5,0 Prozent der Bevölkerung vegetarisch oder vegan, nach einem Höchststand von 5,3 Prozent im Vorjahr. Dieser leichte Rückgang deutet darauf hin, dass sich der starke Aufwärtstrend der letzten Jahre vorerst stabilisiert hat. Gleichzeitig greifen immer mehr Menschen unabhängig von ihrer grundsätzlichen Ernährungsweise zu pflanzlichen Alternativen. Bereits 55 Prozent der Gesamtbevölkerung konsumieren Fleischalternativen und 38,5 Prozent nutzen Milchalternativen. Diese Zahlen zeigen, dass <strong>vegane Produkte in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind</strong> und längst nicht mehr nur für eine klar definierte vegane oder vegetarische Zielgruppe relevant sind. Wie sich diese breite, flexitarisch geprägte Nachfrage weiterentwickelt, wird entscheidend dafür sein, wohin sich die Preise künftig bewegen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob und wie der Detailhandel im Jahr 2026 bereits auf diese veränderte Nachfrage reagiert hat.</p><p> </p><h4>Detailhändler unter der Lupe</h4><p>Für den Preisvergleich 2026 wurden wie im Vorjahr die Sortimente von Fleisch und pflanzlichen Fleischalternativen bei <strong>Coop</strong>, <strong>Migros</strong>, <strong>Aldi Suisse</strong> und <strong>Lidl Schweiz</strong> untersucht. Dabei wurden pro Kategorie jeweils die günstigsten und teuersten Produkte erfasst, um die Preisunterschiede zwischen tierischen und pflanzlichen Varianten möglichst vergleichbar abzubilden.</p><p> </p><figure role="group" class="align-center"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleisch_Alternativen_2026.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="35e61176-64ab-488e-9356-87fadc35e92c" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleisch_Alternativen_2026.webp" width="80%" /></a> <figcaption><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleisch_Alternativen_2026.webp">Abbildung 1: Darstellung der durchschnittlichen Verkaufspreise von tierischen Fleischwaren und veganen Alternativen (CHF/100 g) bei Coop, Migros, Aldi Suisse und Lidl Schweiz im Jahr 2026, aufgeschlüsselt nach Produktkategorien Aufschnitt, Bratwurst, Burger, Fischstäbchen, Geschnetzeltes, Hackfleisch und paniertes Schnitzel.</a></figcaption></figure><p> </p><p>Die erfassten Preise für 2026 zeigen, dass pflanzliche Alternativen je nach Händler und Produktkategorie weiterhin unterschiedlich stark über oder unter den Preisen der tierischen Vertreter liegen. Bei Lidl Schweiz und Aldi Suisse bewegen sich die Preisunterschiede meist in einem moderaten Bereich, einzelne vegane Produkte wie Hackfleisch sind dort bereits um ein Vielfaches günstiger als das tierische Pendant. In der Migros fällt insbesondere der vegane Aufschnitt deutlich teurer aus als die tierische Variante, während bei Coop mehrere vegane Produkte wie Aufschnitt oder paniertes Schnitzel Aufschläge von teils über einem Franken pro 100 Gramm aufweisen. Insgesamt wird damit klar, dass die Wahl der Verkaufsstelle einen erheblichen Einfluss darauf hat, ob sich pflanzliche Alternativen für Konsumentinnen und Konsumenten preislich lohnen.</p><p> </p><figure role="group"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleischalternativen_2026_2025.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="5b0c0473-7111-4ff4-84f0-5d00a808fd32" height="2946" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleischalternativen_2026_2025.webp" width="80.24%" /></a> <figcaption><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Preisvergleich_Retailer_Fleischalternativen_2026_2025.webp">Abbildung 2: Darstellung der durchschnittlichen Verkaufspreise veganer Fleischalternativen (CHF/100 g) bei Coop, Migros, Aldi Suisse und Lidl Schweiz in den Jahren 2025 und 2026, aufgeschlüsselt nach Produktkategorien Aufschnitt, Bratwurst, Burger, Fischstäbchen, Geschnetzeltes, Hackfleisch und paniertes Schnitzel.</a></figcaption></figure><p> </p><p>Die Auswertung der Produktpreise zeigt, dass sich das generelle Preisniveau sowohl bei veganen Fleischalternativen als auch bei Fleischwaren tierischen Ursprungs zwischen 2025 und 2026 nur moderat verändert hat. Insgesamt sind eher feine Anpassungen in einzelnen Kategorien erkennbar als grundlegende Verschiebungen. Bei den veganen Produkten bleiben viele Artikel über alle Händler hinweg preislich stabil, einzelne Kategorien werden jedoch spürbar günstiger oder teurer. Auffällig ist insbesondere Aldi Suisse, wo veganes Geschnetzeltes von rund 2,45 auf etwa 1,28 Franken pro 100 Gramm fällt, das Hackfleisch von circa 1,70 auf 1,25 Franken sinkt und panierte Schnitzel von 1,43 auf 1,28 Franken günstiger werden. Auch bei Migros und Coop kommt es zu punktuellen Preissenkungen etwa bei Bratwürsten, Aufschnitt oder Hackfleisch, während andere Kategorien je nach Händler leicht steigen oder sinken. Lidl Schweiz zeigt insgesamt stabile bis steigende Preise: Während Aufschnitt und Burger auf Vorjahresniveau bleiben, verteuern sich insbesondere Bratwürste (von 1,59 auf 2,11 Franken pro 100 Gramm) deutlich, und auch Hackfleisch sowie panierte Schnitzel werden etwas teurer.</p><p> </p><p>Die detaillierte Auswertung der Preisunterschiede nach Kategorien zeigt zusätzlich, dass<strong> veganes Hackfleisch </strong>und<strong> vegane unpanierte Burger</strong> <strong>in allen vier Detailhändlern deutlich günstiger sind als die entsprechenden Fleischprodukte</strong>. Die absolut günstigsten veganen Angebote jeder Kategorie finden sich jeweils bei Aldi Suisse oder Lidl Schweiz, was ihre Rolle als preisliche Anlaufstelle für pflanzliche Produkte unterstreicht. Die stärksten Aufschläge für vegane Varianten treten bei den Fischstäbchen im Coop und beim Aufschnitt in der Migros auf, wo die pflanzlichen Produkte jeweils mehr als doppelt so teuer sind wie die tierischen. Auffällig ist zudem, dass ausgerechnet die veganen Fischstäbchen in der Migros im direkten Vergleich klar günstiger sind als die Variante aus Fisch.</p><p> </p><figure role="group"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstiger.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="1ca9c82e-e835-4b2b-a2aa-f3c35616ca2f" height="1260" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstiger.webp" width="80.24%" /></a> <figcaption><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstiger.webp">Abbildung 3: Preise in CHF/100 g veganer Alternativen im Verhältnis zu tierischen Produkten in Schweizer Supermärkten.</a></figcaption></figure><p>Ergänzend zur Betrachtung einzelner Produkte zeigt der Blick auf die durchschnittliche Preisentwicklung über alle Kategorien, dass die <strong>Preise veganer Fleischalternativen insgesamt stärker gesenkt</strong> wurden als jene der Fleischprodukte. Coop und Migros reduzieren die Preise ihrer veganen Artikel im Schnitt um rund 3 beziehungsweise 2 Prozent, bei Aldi Suisse liegt das Minus sogar bei gut 12 Prozent, während Lidl Schweiz seine veganen Produkte um etwa 4 Prozent verteuert. Bei den Fleischwaren fallen die Anpassungen deutlich kleiner aus: Coop erhöht die Preise im Mittel um rund 1,5 Prozent, Migros um etwa 0,3 Prozent, während Aldi Suisse seine Fleischprodukte im Schnitt um knapp 1,6 Prozent und Lidl Schweiz um rund 0,6 Prozent senkt.</p><figure role="group" class="align-center"><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstigste_Produkte_nach_Kategorie.webp"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="39e6ecbe-1012-43f8-9c3f-b7ce3d66f542" height="1949" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-06/Preisvergleich_Fleischaltern_Alternativen_Guenstigste_Produkte_nach_Kategorie.webp" width="46.42%" /></a> <figcaption><a>Abbildung 4: Günstigste vegane Alternativen sind bei Aldi Suisse und Lidl Schweiz zu finden.</a></figcaption></figure><p> </p><h4>Stellungnahme der Detailhändler</h4><p>Die analysierten Detailhändler wurden um eine kurze Stellungnahme zu den präsentierten Resultaten und ihrer Preisstrategie bei pflanzlichen Fleischalternativen gebeten. Die folgenden Rückmeldungen fassen die wichtigsten Punkte zusammen.</p><p><strong>Coop</strong> verweist darauf, dass pflanzliche Fleischalternativen aufgrund anderer Produktionsprozesse, höherer Entwicklungs- und Herstellungskosten sowie kleinerer Produktionsmengen nur bedingt mit Fleischprodukten vergleichbar sind. Diese Faktoren beeinflussten die Preise, während Fleischprodukten teils stark schwankende Marktmechanismen zugrunde liegen. Coop betont das Ziel, faire und marktgerechte Preise anzubieten, weist auf den Einfluss der Einkaufspreise bei Markenprodukten hin und hält fest, dass einzelne pflanzliche Alternativen preislich mit Fleisch mithalten oder sogar günstiger sein können.</p><p><strong>Migros</strong> hält fest, dass sich die Preise je nach Kategorie unterschiedlich entwickeln und verweist darauf, dass pflanzliche Alternativen und Fleischprodukte teils unterschiedliche Rohstoffe, Herstellungsverfahren und Beschaffungswege haben. Ziel sei es, den Kundinnen und Kunden sowohl bei Fleischprodukten als auch bei pflanzlichen Alternativen – inklusive der Eigenmarke V‑Love – ein attraktives und breit abgestütztes Angebot zu bieten, wobei die Preise produktbezogen und auf Basis der jeweiligen Kosten- und Nachfragesituation festgelegt werden. Pflanzliche Produkte bleiben laut Migros ein wichtiger Teil des Sortiments, das laufend weiterentwickelt wird, damit die Kundschaft in verschiedenen Preislagen eine gute Auswahl findet; zu möglichen künftigen Preisanpassungen äussere man sich jedoch nicht im Voraus.</p><p><strong>Aldi Suisse</strong> hebt hervor, dass das Unternehmen als Discounter auf gute Qualität zu möglichst tiefen Preisen setzt. Ermöglicht werde dies durch effiziente Prozesse, ein fokussiertes Sortiment und die Weitergabe von Kostenvorteilen an die Kundschaft. Ein direkter Vergleich mit Fleisch sei nur bedingt sinnvoll, insgesamt sieht Aldi jedoch keinen generellen Mehrpreis bei veganen Fleischalternativen und verweist auf ein bewusst ausgewähltes, laufend ausgebautes Sortiment, das durch Aktionen zusätzlich gefördert wird.</p><p><strong>Lidl Schweiz</strong> versteht pflanzliche Proteinquellen als wichtigen Baustein einer bewussten Ernährung im Sinne der Planetary Health Diet. Gemäss eigener «Protein-Split»-Auswertung liegt der pflanzliche Anteil im Sortiment derzeit bei 18 Prozent und soll bis 2030 auf 20 Prozent steigen, bei Molkereiprodukten ist eine Verdoppelung von 5 auf 10 Prozent pflanzliche Alternativen geplant. Bei der Preisgestaltung betont Lidl die unterschiedlichen Rohstoffmärkte von Fleisch und pflanzlichen Alternativen und stellt Qualität, Textur und Geschmack in den Vordergrund, statt einen aggressiven Preiskampf mit Fleischprodukten zu führen.</p><p> </p><h4>Diskussion &amp; Fazit</h4><p>Der Vergleich der Jahre 2025 und 2026 zeigt, dass der Schweizer Detailhandel sein veganes Angebot zwar ausbaut, dies aber insgesamt in moderatem Tempo tut. Der Preisvergleich 2026 macht sichtbar, dass pflanzliche Alternativen in der Schweiz noch oft teurer sind als Fleisch, <strong>bei gewissen Produkten jedoch je nach Detailhändler deutlich näher an die tierischen Preise heranrücken oder bereits darunter liegen</strong>. Coop und Migros betonen in ihren Stellungnahmen Kostenstrukturen, Produktionsprozesse und den Anspruch auf faire, marktgerechte Preise, während die Zahlen zeigen, dass sie ihre veganen Artikel im Schnitt leicht verbilligen und Fleischprodukte nur geringfügig anpassen. Aldi hebt seine Discount-Strategie und Kostenvorteile hervor und setzt angekündigte Preissenkungen bei veganen Artikeln sichtbar um, während Lidl Schweiz das pflanzliche Sortiment strategisch ausbaut, preislich aber vorsichtiger agiert und stärker auf Qualitätsargumente verweist. Vor dem Hintergrund einer eher stabilen Zahl vegan und vegetarisch lebender Personen und leicht rückläufiger Verkäufe von Fleischalternativen justieren die Detailhändler ihre Sortimente und Preise gezielt, setzen aber<strong> noch keinen breit abgestützten Wachstumsschub</strong> hin zu durchgehend günstigeren pflanzlichen Alternativen in Gang. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet dies, dass sich der<strong> Griff zu pflanzlichen Optionen finanziell immer häufiger lohnt</strong>, insbesondere wenn<strong> Preise bewusst verglichen und günstige Eigenmarken sowie Discounter genutzt werden</strong>.</p><div data-ui-role="accordion" data-ui-collapsed="true"><h3>Methodik</h3><p>Die Datenerhebung erfolgte überwiegend online in Kalenderwoche 16 (2026). Einzelne Produkte wurden ergänzend direkt im Geschäft erfasst, wenn sie online nicht verfügbar waren. Für den Preisvergleich wurde jeweils das günstigste und das teuerste Produkt pro Kategorie berücksichtigt – sowohl für tierische als auch für pflanzliche Varianten. Aus diesen beiden Werten wurde ein Mittelwert gebildet. Um die Vergleichbarkeit zum Vorjahr zu gewährleisten, wurde versucht, dieselben Produkte zu berücksichtigen. Da einige Artikel nicht mehr im Sortiment waren, wurden in solchen Fällen möglichst ähnliche Alternativen gewählt.</p></div><div data-ui-role="accordion" data-ui-collapsed="true"><h3>Limitationen</h3><p>Der Swissveg-Vergleich stellt eine Momentaufnahme dar. Saisonale Preisschwankungen wurden nicht berücksichtigt. Die Datenerhebung erfolgte online bei Coop und Migros sowie vor Ort bei Aldi Suisse und Lidl Schweiz. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Produkte (etwa aufgrund weniger auffälliger Platzierung) übersehen wurden. Zudem bestehen teilweise Abweichungen zwischen den berücksichtigten Produkten im Vergleich zum Vorjahr.</p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><p style="margin-bottom:0cm;"><a href="https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2025" target="_blank">Pflanzlich vs. Tierisch: Der Swissveg-Preisvergleich 2025</a></p></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/swissveg-analyse-statistiken-2025" target="_blank">Swissveg-Analyse 2025: Wie steht es um die Anzahl Veganer und Vegetarier?</a></li></ul></div> Fri, 19 Jun 2026 08:19:39 +0000 Joelle 4210 at https://www.swissveg.ch Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? https://www.swissveg.ch/de/maennlichkeit-grill <span>Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>1. Juni 2026 - 9:42</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Männer stehen am Grill, die Frauen kümmern sich um die Beilagen: Ein Bild, das sich in der Schweiz jeden Sommer tausendfach wiederholt. Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter in vielen anderen Lebensbereichen etabliert ist, ist die Rollenverteilung beim Grillen bemerkenswert traditionell: Der Mann kümmert sich um die Fleischzubereitung, die Frau um die Beilagen. Der Grill als letzte Bastion klassischer Männlichkeit?&nbsp;</p><p>Tatsächlich essen Männer mehr Fleisch als Frauen. Doch woran liegt das? Forschende untersuchten, wie sich die Gleichberechtigung auf den Fleischkonsum auswirkt.<sup>1</sup> Die Ergebnisse sind bemerkenswert: In Ländern, in denen eine hohe Geschlechtergleichstellung herrscht, assen die Männer deutlich mehr Fleisch als die Frauen. Die Forschenden begründeten dies damit, dass sich die Frauen in solchen Ländern bewusst für fleischlose Optionen entscheiden können. Doch diese Erklärung greift zu kurz. Denn auch Männer hätten in gleichberechtigten Gesellschaften die Möglichkeit, pflanzliche Alternativen zu wählen. Doch warum tun sie dies noch viel zu selten? Verschiedenen Studien deuten darauf hin, dass männliches Geschlecht sowie Wohlstand am stärksten mit einem hohen Fleischkonsum korrelieren. Interessanterweise gibt es in drei grossen Ländern (China,Indien sowie Indonesien) keine geschlechterspezifischen Unterschiede was den Fleischkonsum angeht.</p><p>&nbsp;</p><h4>Doch warum essen Männer überhaupt mehr Fleisch als Frauen?</h4><p>Eine mögliche Erklärung liegt weniger in biologischen Unterschieden als in sozialen und kulturellen Prägungen. Fleischkonsum ist seit jeher mit Vorstellungen von Stärke, Leistung und Status verbunden. Eigenschaften, die traditionell eher mit Männlichkeit assoziiert werden. Mehrere Studien zeigen, dass Männer stärker dazu tendieren, ihr Essverhalten an solchen gesellschaftlichen Erwartungen auszurichten. Fleisch wird dabei nicht nur als Lebensmittel wahrgenommen, sondern auch als Symbol. Pflanzliche Ernährung wird häufig mit Begriffen wie Gesundheit, Leichtigkeit oder Nachhaltigkeit verknüpft. Das sind jedoch alles Eigenschaften, die kulturell weniger stark mit klassischen Männlichkeitsbildern verbunden sind. Doch diese Zuschreibungen sind nicht naturgegeben, sondern sozial geprägt. Sie beeinflussen jedoch, oft unbewusst, unsere Entscheidungen im Alltag und dadurch auch beim Grillieren. Gerade deshalb lohnt es sich, das Bild vom «männlichen Grillieren» neu zu denken. Denn was heute als selbstverständlich gilt, ist oft das Resultat von Gewohnheit und kultureller Prägung und lässt sich nicht mit der «männlichen Biologie» erklären.</p><p>&nbsp;</p><h4>Traditionen neu gedacht</h4><p>Wer sich an das <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">pflanzliche Grillieren</a> wagt, merkt schnell, dass sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen: aus vielfältigen pflanzlichen Zutaten wie etwa Sellerie, Rote Bete oder Pilzen lassen sich herzhafte Gerichte zubereiten, die mit kräftigen Aromen begeistern und ebenso sättigend und genussvoll sind wie klassische Fleischgerichte. Und das beste daran: heissgeliebte Traditionen müssen nicht abgeschafft, &nbsp;sondern lediglich neu gedacht werden. So kommt anstelle des Rumpsteaks ein saftiger veganer Burger oder für Gemüseliebhaber ein Randensteak auf den Grill. Ein kleiner Tausch mit grosser Wirkung für Tier, Mensch und Umwelt, der erst noch neue Geschmackswelten eröffnet.&nbsp;</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Hopwood, C. J., Zizer, J. N., Nissen, A. T., Dillard, C., Thompkins, A. M., Graça, J., Waldhorn, D. R. &amp; Bleidorn, W. (2024). Paradoxical gender effects in meat consumption across cultures. Scientific Reports, 14(1), 13033. <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3">https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg: Echte Männer grillieren Pflanzen</a></li><li><a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/1de884ee8571d1b24f8b/pages/page/10" target="_blank">Veg-Info 2 (2025): Warum Antispeziesismus und Feminismus Hand in Hand gehen</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/swissveg-analyse-statistiken-2025" target="_blank">Swissveg-Analyse 2025: Wie steht es um die Anzahl Veganer und Vegetarier?</a></li></ul></div> Mon, 01 Jun 2026 07:42:49 +0000 Sarah 4197 at https://www.swissveg.ch Sommersession 2026 https://www.swissveg.ch/de/sommersession-2026 <span>Sommersession 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>29. Mai 2026 - 9:58</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Sommersession der Räte findet vom 1. bis 19. Juni 2026 statt. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über Themen, die aus unserer Perspektive von Bedeutung sind.<br />Viele Geschäfte mussten in dieser Session leider auf später verschoben werden.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244695" target="_blank">24.4695 Postulat</a>: Alternativen zu Tierversuchen. Forschungsstandort Schweiz stärken!</h2><p>Es soll überprüft werden welche Alternativen zu Tierversuchen im Ausland bereits angewendet werden und diese möglichst auch in der Schweiz einsetzen. Zum aktuellen Stand der Tierversuche haben wir hier eine <a href="https://www.swissveg.ch/de/stand-tierversuche" target="_blank">Zusammenstellung</a> veröffentlicht. Der Bundesrat setzt nach wie vor fast ausschliesslich auf das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine). Dieses hört sich zwar schön an, hat in den vergangenen Jahrzehnten jedoch viel weniger bewirkt, als man erhofft hatte. Der Bundesrat ist der Meinung, dass die aktuell laufenden Programme genügen und lehnt dieses Postulat ab.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244697" target="_blank">24.4697 Motion</a>: Nationales Forschungsprogramm für Organs-on-a-Chip</h2><p>Es soll ein nationales Forschungsprogramm für die Organ-on-Chip-Technologie lanciert werden. Damit könnten Tierversuche durch eine reproduzierbare, wissenschaftlichere Methode ersetzt werden. Der Bundesrat meint dazu, dass es bereits heute Forschungen in diesem Bereich gebe, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mitfinanziert werden. Es brauche keine extra Plattform für dieses Thema.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253277" target="_blank">25.3277 Motion</a>: Kürzung der Tierwohlbeiträge aufheben</h2><p>Vom Bund erhält man Subventionen, wenn man beim Programm "besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme" (BTS) mit macht. Diese Beiträge wurden 2024 gekürzt. Diese Kürzung soll diese Motion rückgängig machen. Zum Beispiel soll pro Rind jährlich wieder 90 CHF ausbezahlt werden, statt 75 CHF.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253371" target="_blank">25.3371 Motion</a>: Milchproduzenten sollen Interessenvertretungen der Schweizer Milchproduzenten nicht mehr unterstützen müssen</h2><p>Heute sind alle Milchproduzenten verpflichtet Beiträge an ihre Interessensvertreter (z.B. Schweizer Milchproduzenten [SMP]) zu bezahlen. Die SMP erhält somit garantierte zusätzliche Einnahmen für ihre Milchwerbung. Diese Motion will diese gesetzliche Verpflichtung aufheben.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253377" target="_blank">25.3377 Motion</a>: Weniger Antibiotikaeinsatz durch muttergebundene Kälberaufzucht</h2><p>Der Bund soll die muttergebundene Kälberaufzucht finanziell unterstützen, da damit die Kälbergesundheit gefördert und damit auch der Antibiotikaeinsatz reduziert werden könnte. Heute hat die übliche Kälberaufzucht ein gravierendes Problem, da sie kaum ohne Antibiotikagaben möglich ist.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20263515" target="_blank">26.3515 Motion</a>: Nachhaltigen Schutz der Kulturen im Zuckerrübenanbau sicherstellen</h2><p>Der Zuckerrübenanbau hat in der Schweiz eine Sonderstellung: Neben den tierischen Produkten wie Milch und Fleisch, sind die Subventionen für den Zucker am höchsten. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass von diesen Subventionen mehrere Lobbys profitieren: Aus 3 kg Zuckerrüben wird nur ein Kilogramm Zucker, aber 2 kg Futtermittel hergestellt. Deshalb wäre eine Verlagerung der Zuckerproduktion ins Ausland auch für die Schweizer Tierhalter von Nachteil. Diese Motion möchte nun neben den üblichen Anbausubventionen und den Subventionen für die «Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenanbau» zusätzlich Subventionen für die Forschung zu besseren Pflanzensorten, da der Zuckerrübenanbau umwelttechnisch problematisch ist.</p><p><em>8.6.2026: Der Nationalrat hat die Motion angenommen. Nun geht es in den Ständerat.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253231" target="_blank">25.3231 Motion</a>: Anpassung der RAUS-Bestimmungen im Sinne von Umwelt und Tierwohl</h2><p>In dieser Session geht die Diskussion um diesen Vorstoss weiter: Es geht darum die Vorschriften beim RAUS-Programm zu verwässern. Beim RAUS-Programm erhalten die Tierhalter zusätzliche Subventionen, wenn Sie ihre Tiere regelmässigen Auslauf ins Freie gewähren.</p><p><em>2.6.2026: Nach dem Nationalrat hat nun leider auch der Ständerart dieser Abschwächung der RAUS-Verordnung zugestimmt.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250402" target="_blank">25.402 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Feuerwerks-Initiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240080" target="_blank">24.080 Geschäft des Bundesrates</a>: «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Volksinitiative</h2><p>In dieser Session wird über die <a href="https://www.feuerwerksinitiative.ch" target="_blank">Feuerwerksinitiative</a> und den indirekten Gegenvorschlag diskutiert. Die Initiative möchte, dass kein lärmendes Feuerwerk an Privatpersonen verkauft werden darf. Für Anlässe von überregionaler Bedeutung, kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Der Gegenvorschlag möchte hingegen nur, dass darauf geachtet werden soll, dass Menschen und Tiere nicht <u>übermässig</u> gefährdet werden und dass sie mit der Umwelt verträglich sind.</p><p><em>19.6.2026: Die Initiative wird abgelehnt. Auch der Gegenvorschlag wurde in der Schlussabstimmung abgelehnt.</em></p><p> </p><h2><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Stopfleberinitiative.webp" alt="Logo der Stopfleber-Initiative" width="14.51%" class="align-left" /><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240089" target="_blank">24.089 Geschäft des Bundesrates</a>: «Ja zum Importverbot für Stopfleber (Stopfleber-Initiative)». Volksinitiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250404" target="_blank">25.404 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Stopfleber-Initiative</h2><p>Der Gegenvorschlag zur <a href="https://stopfleber-initiative.ch" target="_blank">Stopfleber-Initiative</a> möchte es vorerst bei einer Deklarationspflicht belassen und erst aktiv werden, wenn die importierte Menge nach fünf Jahren seit Inkrafttreten der Deklarationspflicht nicht merklich reduziert hat.</p><p><em>8.6.2026: Der Ständerat hat die Frist zur Bearbeitung um ein Jahr verlängert. Er hat also nicht entschieden, ob er die Initiative unterstützen will.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233941" target="_blank">23.3941 Motion</a>: Kultiviertes Fleisch. Innovation fördern statt überregulieren!</h2><p>Die Motion soll die Zulassungsprozesse und Bewilligungsverfahren für kultiviertes Fleisch und Lebensmittel, die mittels Präzisionsfermentation produziert wurden, vereinfachen und beschleunigen. Im Nationalrat wurde diese Motion bereits im Mai 2025 angenommen. Nun muss noch der Ständerat darüber entscheiden.</p><p><em>8.6.2026: Nachdem der Nationalrat die Motion am 7.5.2025 angenommen hatte, hat sie nun der Ständerat abgelehnt. Damit wird sie leider doch nicht umgesetzt.</em></p><p> </p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/sessionen?language=de">Sessionen</a></li><li><a href="/fruehlingssession-2026">Frühlingssession 2026</a></li><li><a href="/wintersession-2025">Wintersession 2025</a></li><li><a href="/sommersession-2025">Sommersession 2025</a></li><li>Aktuelles zur Session: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/sessionen/aktuelle-session" target="_blank">parlament.ch</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 07:58:43 +0000 Renato 4202 at https://www.swissveg.ch Das Paradox des Feuers https://www.swissveg.ch/de/faszination-feuer <span>Das Paradox des Feuers</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>29. Mai 2026 - 11:28</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Feuer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Ein flackerndes Lagerfeuer, das leise Knistern von Holz, die tanzenden Flammen, all das wirkt beruhigend, fast hypnotisch. Dabei ist Feuer objektiv betrachtet eine Gefahr und doch fühlen wir uns in seiner Nähe sicher, geborgen, oft sogar ungewöhnlich entspannt. Dieses scheinbare Paradox ist kein Zufall, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verankert.</p><h4>Wie alles mit Feuer begann</h4><p>Für unsere Vorfahren war Feuer weit mehr als nur eine Wärmequelle. Es verlängerte den Tag, schützte vor Raubtieren, machte Nahrung verdaulicher und ermöglichte das Überleben in kälteren Regionen. Gleichzeitig wurde es zum sozialen Zentrum. Menschen versammelten sich um das Feuer, teilten Nahrung, Geschichten und Erfahrungen. Über unzählige Generationen prägten diese Abende im Feuerschein, wie wir zusammenleben, erzählen und Vertrauen aufbauen. Spuren, die bis heute in unserem Verhalten und Empfinden nachwirken.</p><p>&nbsp;</p><h4>Wenn Forschung ins Feuer schaut</h4><p>Heute weiss man, dass genau diese Kombination aus Sinneseindrücken und Zusammensein eine messbare Wirkung auf unseren Körper hat: Sie lässt uns herunterfahren, senkt den Blutdruck und fördert Entspannung, vor allem dann, wenn wir Feuer nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Studie liessen Forschende deshalb freiwillige Testpersonen verschiedene Videos anschauen, zum Beispiel ein Feuer ohne Ton, eine Version mit dem typischen Knistern und Flammengeräuschen sowie neutrale Szenen ohne Feuer, davor und danach wurde jeweils der Blutdruck gemessen. Am stärksten wirkte die Szene, in der die Flammen zu sehen waren und das Feuer gleichzeitig zu hören war. Diese lebendige Mischung aus Licht, Bewegung und Geräusch brachte den Blutdruck am deutlichsten nach unten und sorgte dafür, dass die Menschen spürbar zur Ruhe kamen.<sup>1</sup></p><p>Andere Arbeiten betonen vor allem die soziale Seite der Feuerstelle. Feldstudien bei Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften zeigen, dass Gespräche im Feuerschein anders verlaufen als am Tag. Weniger Alltagsorganisation, mehr Geschichten, gemeinsame Erinnerungen und Themen, die eine Gruppe zusammenhalten. Neuere Forschungsübersichten kommen zudem zum Schluss, dass diese Feuerabende wahrscheinlich auch unsere Erzählkultur geprägt haben. Am Feuer wurden nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Erfahrungen und Gedanken geteilt, ein Trainingsfeld für Sprache, Empathie und Gemeinschaftsgefühl, dessen Nachhall wir bis heute spüren, wenn wir gemeinsam am Feuer sitzen.<sup>2</sup></p><p>&nbsp;</p><h4>Warum wir heute noch gern am Feuer sitzen</h4><p>Auch wenn wir heute weder Säbelzahntiger fürchten noch im Dunkeln ohne Strom sitzen, läuft dieses uralte Programm in uns immer noch ab. Wenn wir mit Freunden am Feuer stehen, in die Flammen schauen und dem Knistern lauschen, reagiert unser Gehirn ähnlich wie früher, Gefahr gebannt, Gruppe anwesend, Essen in Reichweite, alles ist gut. Das Lagerfeuer oder der Grill wird so zum modernen Nachfolger der steinzeitlichen Feuerstelle, ein vertrautes Ritual, das uns für einen Moment aus dem Alltag holt.</p><p>Vielleicht ist es genau dieser Ausnahmezustand, der Gespräche am Feuer so besonders macht. Man redet langsamer, hört mehr zu, schweigt auch einmal gemeinsam, ohne dass es sich komisch anfühlt. Die tanzenden Flammen geben dem Blick einen ruhigen Anker, während der Kopf durchatmet. Das Feuer schafft einen kleinen Raum von Nähe und Verbundenheit und genau dort stellt sich die Frage, was wir in diesem Ritual bewahren wollen und was sich mit der Zeit verändern darf.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h4>Ein Ritual im Wandel</h4><p>Grillieren gehört für viele genau zu diesen Momenten dazu, fest verbunden mit Sommerabenden und langen Gesprächen. Doch immer mehr Menschen hinterfragen, was da eigentlich auf dem Rost liegt. Denn das gemeinsame Essen am Feuer steht für Nähe, Austausch und Verbundenheit, und genau diese Werte lassen sich nur schwer mit dem Leid vereinbaren, das hinter Grillgut aus dem Schlachthof steckt. Das Ritual selbst muss sich dafür nicht verändern, es sind vielmehr die Inhalte, die wir ihm geben. <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Gemüse, pflanzliche Alternativen und kreative Grillideen</a> bringen genauso Röstaromen, Vielfalt und Genuss auf den Teller, während das, was uns am meisten bedeutet, unverändert bleibt: das Zusammensitzen, das Knistern, der Duft. Was sich verschiebt, ist die Entscheidung dahinter. Vielleicht liegt genau darin die Weiterentwicklung eines uralten Instinkts, nicht mehr nur gemeinsam zu überleben, sondern bewusst gemeinsam zu geniessen und dabei andere Lebewesen mit einzubeziehen. Das Feuer bleibt das gleiche, doch wir können neu entscheiden, was wir daraus machen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Lynn CD, 2014. Hearth and Campfire Influences on Arterial Blood Pressure: Defraying the Costs of the Social Brain through Fireside Relaxation - Christopher Dana Lynn, 2014. Evolutionary Psychology. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509">https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509</a></li><li>Wiessner PW, 2014. Embers of society: Firelight talk among the Ju/’hoansi Bushmen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 111 (39), 14027–14035. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111">https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 09:28:33 +0000 Joelle 4194 at https://www.swissveg.ch Sommersession 2026 https://www.swissveg.ch/de/sommersession-2026 <span>Sommersession 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>29. Mai 2026 - 9:58</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Sommersession der Räte findet vom 1. bis 19. Juni 2026 statt. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über Themen, die aus unserer Perspektive von Bedeutung sind.<br />Viele Geschäfte mussten in dieser Session leider auf später verschoben werden.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244695" target="_blank">24.4695 Postulat</a>: Alternativen zu Tierversuchen. Forschungsstandort Schweiz stärken!</h2><p>Es soll überprüft werden welche Alternativen zu Tierversuchen im Ausland bereits angewendet werden und diese möglichst auch in der Schweiz einsetzen. Zum aktuellen Stand der Tierversuche haben wir hier eine <a href="https://www.swissveg.ch/de/stand-tierversuche" target="_blank">Zusammenstellung</a> veröffentlicht. Der Bundesrat setzt nach wie vor fast ausschliesslich auf das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine). Dieses hört sich zwar schön an, hat in den vergangenen Jahrzehnten jedoch viel weniger bewirkt, als man erhofft hatte. Der Bundesrat ist der Meinung, dass die aktuell laufenden Programme genügen und lehnt dieses Postulat ab.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244697" target="_blank">24.4697 Motion</a>: Nationales Forschungsprogramm für Organs-on-a-Chip</h2><p>Es soll ein nationales Forschungsprogramm für die Organ-on-Chip-Technologie lanciert werden. Damit könnten Tierversuche durch eine reproduzierbare, wissenschaftlichere Methode ersetzt werden. Der Bundesrat meint dazu, dass es bereits heute Forschungen in diesem Bereich gebe, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mitfinanziert werden. Es brauche keine extra Plattform für dieses Thema.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253277" target="_blank">25.3277 Motion</a>: Kürzung der Tierwohlbeiträge aufheben</h2><p>Vom Bund erhält man Subventionen, wenn man beim Programm "besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme" (BTS) mit macht. Diese Beiträge wurden 2024 gekürzt. Diese Kürzung soll diese Motion rückgängig machen. Zum Beispiel soll pro Rind jährlich wieder 90 CHF ausbezahlt werden, statt 75 CHF.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253371" target="_blank">25.3371 Motion</a>: Milchproduzenten sollen Interessenvertretungen der Schweizer Milchproduzenten nicht mehr unterstützen müssen</h2><p>Heute sind alle Milchproduzenten verpflichtet Beiträge an ihre Interessensvertreter (z.B. Schweizer Milchproduzenten [SMP]) zu bezahlen. Die SMP erhält somit garantierte zusätzliche Einnahmen für ihre Milchwerbung. Diese Motion will diese gesetzliche Verpflichtung aufheben.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253377" target="_blank">25.3377 Motion</a>: Weniger Antibiotikaeinsatz durch muttergebundene Kälberaufzucht</h2><p>Der Bund soll die muttergebundene Kälberaufzucht finanziell unterstützen, da damit die Kälbergesundheit gefördert und damit auch der Antibiotikaeinsatz reduziert werden könnte. Heute hat die übliche Kälberaufzucht ein gravierendes Problem, da sie kaum ohne Antibiotikagaben möglich ist.</p><p><em>Ein Entscheid darüber wurde verschoben.</em></p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20263515" target="_blank">26.3515 Motion</a>: Nachhaltigen Schutz der Kulturen im Zuckerrübenanbau sicherstellen</h2><p>Der Zuckerrübenanbau hat in der Schweiz eine Sonderstellung: Neben den tierischen Produkten wie Milch und Fleisch, sind die Subventionen für den Zucker am höchsten. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass von diesen Subventionen mehrere Lobbys profitieren: Aus 3 kg Zuckerrüben wird nur ein Kilogramm Zucker, aber 2 kg Futtermittel hergestellt. Deshalb wäre eine Verlagerung der Zuckerproduktion ins Ausland auch für die Schweizer Tierhalter von Nachteil. Diese Motion möchte nun neben den üblichen Anbausubventionen und den Subventionen für die «Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenanbau» zusätzlich Subventionen für die Forschung zu besseren Pflanzensorten, da der Zuckerrübenanbau umwelttechnisch problematisch ist.</p><p><em>8.6.2026: Der Nationalrat hat die Motion angenommen. Nun geht es in den Ständerat.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253231" target="_blank">25.3231 Motion</a>: Anpassung der RAUS-Bestimmungen im Sinne von Umwelt und Tierwohl</h2><p>In dieser Session geht die Diskussion um diesen Vorstoss weiter: Es geht darum die Vorschriften beim RAUS-Programm zu verwässern. Beim RAUS-Programm erhalten die Tierhalter zusätzliche Subventionen, wenn Sie ihre Tiere regelmässigen Auslauf ins Freie gewähren.</p><p><em>2.6.2026: Nach dem Nationalrat hat nun leider auch der Ständerart dieser Abschwächung der RAUS-Verordnung zugestimmt.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250402" target="_blank">25.402 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Feuerwerks-Initiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240080" target="_blank">24.080 Geschäft des Bundesrates</a>: «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Volksinitiative</h2><p>In dieser Session wird über die <a href="https://www.feuerwerksinitiative.ch" target="_blank">Feuerwerksinitiative</a> und den indirekten Gegenvorschlag diskutiert. Die Initiative möchte, dass kein lärmendes Feuerwerk an Privatpersonen verkauft werden darf. Für Anlässe von überregionaler Bedeutung, kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Der Gegenvorschlag möchte hingegen nur, dass darauf geachtet werden soll, dass Menschen und Tiere nicht <u>übermässig</u> gefährdet werden und dass sie mit der Umwelt verträglich sind.</p><p><em>19.6.2026: Die Initiative wird abgelehnt. Auch der Gegenvorschlag wurde in der Schlussabstimmung abgelehnt.</em></p><p> </p><h2><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Stopfleberinitiative.webp" alt="Logo der Stopfleber-Initiative" width="14.51%" class="align-left" /><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240089" target="_blank">24.089 Geschäft des Bundesrates</a>: «Ja zum Importverbot für Stopfleber (Stopfleber-Initiative)». Volksinitiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250404" target="_blank">25.404 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Stopfleber-Initiative</h2><p>Der Gegenvorschlag zur <a href="https://stopfleber-initiative.ch" target="_blank">Stopfleber-Initiative</a> möchte es vorerst bei einer Deklarationspflicht belassen und erst aktiv werden, wenn die importierte Menge nach fünf Jahren seit Inkrafttreten der Deklarationspflicht nicht merklich reduziert hat.</p><p><em>8.6.2026: Der Ständerat hat die Frist zur Bearbeitung um ein Jahr verlängert. Er hat also nicht entschieden, ob er die Initiative unterstützen will.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233941" target="_blank">23.3941 Motion</a>: Kultiviertes Fleisch. Innovation fördern statt überregulieren!</h2><p>Die Motion soll die Zulassungsprozesse und Bewilligungsverfahren für kultiviertes Fleisch und Lebensmittel, die mittels Präzisionsfermentation produziert wurden, vereinfachen und beschleunigen. Im Nationalrat wurde diese Motion bereits im Mai 2025 angenommen. Nun muss noch der Ständerat darüber entscheiden.</p><p><em>8.6.2026: Nachdem der Nationalrat die Motion am 7.5.2025 angenommen hatte, hat sie nun der Ständerat abgelehnt. Damit wird sie leider doch nicht umgesetzt.</em></p><p> </p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/sessionen?language=de">Sessionen</a></li><li><a href="/fruehlingssession-2026">Frühlingssession 2026</a></li><li><a href="/wintersession-2025">Wintersession 2025</a></li><li><a href="/sommersession-2025">Sommersession 2025</a></li><li>Aktuelles zur Session: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/sessionen/aktuelle-session" target="_blank">parlament.ch</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 07:58:43 +0000 Renato 4202 at https://www.swissveg.ch Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem? https://www.swissveg.ch/de/maillard-grill <span>Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>27. Mai 2026 - 12:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Ein kühles Getränk in der Hand, die Sonne im Gesicht und der vertraute Duft von Grilliertem in der Luft, so beginnt für viele der Sommer. Grillieren bedeutet heute weit mehr als reine Nahrungszubereitung und steht für gemeinsames Erleben, geselliges Zusammensein und genussvolles Speisen. Doch was genau passiert, wenn Hitze auf Lebensmittel trifft und woher stammen der Duft, der Geschmack und die appetitliche Bräunung, die wir mit Grillieren verbinden?</p><h4>Warum Grilliertes so gut schmeckt</h4><p>Der typische Geschmack von Gegrilltem entsteht vor allem durch die sogenannte Maillard-Reaktion. Diese wurde bereits 1912 vom französischen Chemiker Louis Camille Maillard beschrieben. Dabei reagieren Aminosäuren, also Bestandteile von Proteinen, mit Zucker, sobald Lebensmittel erhitzt werden.<sup>1</sup> Es entstehen hunderte Aromastoffe, die für die goldbraune Farbe und die Röstaromen verantwortlich sind. Gleichzeitig verändern sich auch Textur und Mundgefühl, was wir als besonders herzhaft und «gegrillt» wahrnehmen. Entscheidend ist, dass diese Reaktion nicht an Fleisch gebunden ist. Sie findet überall dort statt, wo die passenden Bausteine vorhanden sind, also auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Ob beim Backen von Brot, beim Rösten von Nüssen oder beim Anbraten von Gemüse, die Maillard-Reaktion sorgt in vielen Situationen für jene Aromen, die wir als besonders schmackhaft wahrnehmen.</p><p> </p><h4>Röstaromen gibt es auch pflanzlich</h4><p>Gerade beim Grillieren zeigt sich, wie vielseitig pflanzliche Zutaten sind. Gemüse, Tofu und pflanzliche Alternativen bringen gute Voraussetzungen mit, um ausgeprägte Röstaromen zu entwickeln, ganz ohne tierische Produkte. So wird der Grill rasch zu einer bunt belegten Fläche aus unterschiedlichen Farben, Formen und Texturen. Wie vielfältig das in der Praxis aussehen kann, zeigen unsere Rezepte und Grillvideos mit <a href="https://www.linkedin.com/in/thomas-gl%C3%A4ssing-b822391a6/" target="_blank">Thomas Glässing</a> auf <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">unserer Kampagnenseite</a> und unseren sozialen Kanälen besonders anschaulich.</p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="20b72476-79e0-4f45-b981-8a3b7fd30595" height="1891" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Grillrezepte_Thurgauer_Most_Bratwurst_im_Weggen.webp" width="58.79%" /><figcaption>Abbildung 1: Thurgauer Most-Bratwurst im Weggen. Ein regional inspirierter, rein veganer Grillgenuss von Thomas Glässing für unsere Grillkampagne 2026. Foto von Nora Dal Cero.</figcaption></figure><p> </p><p>Mit ein paar Tipps und Tricks lassen sich pflanzliche Zutaten auch auf jedem Grill besonders gut in Szene setzen. Gemüse wie Zucchini, Auberginen oder Pilze enthalten viel Wasser, was zunächst das Bräunen hemmen kann. Werden sie vor dem Grillieren leicht gesalzen, kurz stehen gelassen und danach abgetupft, kann sich an der Oberfläche schneller eine aromatische Kruste bilden. Dünne Scheiben oder Spiesse profitieren von direkter Hitze, während grössere Stücke wie Maiskolben oder ganze Peperoni bei indirekter Hitze gleichmässig garen und innen saftig bleiben.</p><p>Auch Marinaden tragen entscheidend zum Geschmack bei. Kombinationen aus Öl, Säure und Gewürzen intensivieren das Aroma und fördern die Bräunung. Besonders geeignet sind Zutaten wie Sojasauce, Misopaste oder Tomatenmark, da sie von Natur aus Zucker und Aminosäuren liefern und somit die Entstehung von Röstaromen unterstützen. Wer mit Kräutern, Rauchsalz oder etwas Knoblauch arbeitet, kann das Grillaroma zusätzlich variieren. Fester Tofu nimmt Marinaden besonders gut auf, wenn er vorher leicht gepresst wird. Pflanzliche Zutaten haben zudem den Vorteil, dass bei ihrer Zubereitung in der Regel weniger heterozyklische aromatische Amine entstehen – also Stoffe, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden – als bei stark erhitztem Fleisch.<sup>2</sup></p><h4><br />Genuss mit Verantwortung</h4><p>Beim Grillieren geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um das Zusammensein rund um den Grill. Viele verbinden damit gemeinsame Abende, Gespräche und das Teilen verschiedener Speisen. Pflanzliche Zutaten bieten hier viele Möglichkeiten. Sie lassen sich vielseitig kombinieren, bringen unterschiedliche Texturen auf den Teller und ermöglichen ein abwechslungsreiches Grillmenü. So wird der Grill zu einem Ort, an dem Vielfalt und gemeinsames Erleben zusammenkommen und an dem sich Genuss mit einem respektvollen Umgang gegenüber allen Lebewesen verbinden lässt. Denn kräftige Röstaromen sind kein Privileg von Fleisch, sondern entstehen durch Hitze, die richtigen Zutaten und etwas Geduld.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>El Hosry L, Elias V, Chamoun V, Halawi M, Cayot P, Nehme A, Bou-Maroun E, 2025. Maillard Reaction: Mechanism, Influencing Parameters, Advantages, Disadvantages, and Food Industrial Applications: A Review. Foods, 14 (11), 1881. <a href="https://doi.org/10.3390/foods14111881">https://doi.org/10.3390/foods14111881</a></li><li>Nadeem HR, Akhtar S, Ismail T, Sestili P, Lorenzo JM, Ranjha MMAN, Jooste L, Hano C, Aadil RM, 2021. Heterocyclic Aromatic Amines in Meat: Formation, Isolation, Risk Assessment, and Inhibitory Effect of Plant Extracts. Foods, 10 (7), 1466. <a href="https://doi.org/10.3390/foods10071466">https://doi.org/10.3390/foods10071466</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/gefahr-grillieren" target="_blank">Bund warnt vor den Folgen des Grillierens</a></li></ul></div> Wed, 27 May 2026 10:54:29 +0000 Joelle 4195 at https://www.swissveg.ch Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem? https://www.swissveg.ch/de/maillard-grill <span>Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>27. Mai 2026 - 12:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Ein kühles Getränk in der Hand, die Sonne im Gesicht und der vertraute Duft von Grilliertem in der Luft, so beginnt für viele der Sommer. Grillieren bedeutet heute weit mehr als reine Nahrungszubereitung und steht für gemeinsames Erleben, geselliges Zusammensein und genussvolles Speisen. Doch was genau passiert, wenn Hitze auf Lebensmittel trifft und woher stammen der Duft, der Geschmack und die appetitliche Bräunung, die wir mit Grillieren verbinden?</p><h4>Warum Grilliertes so gut schmeckt</h4><p>Der typische Geschmack von Gegrilltem entsteht vor allem durch die sogenannte Maillard-Reaktion. Diese wurde bereits 1912 vom französischen Chemiker Louis Camille Maillard beschrieben. Dabei reagieren Aminosäuren, also Bestandteile von Proteinen, mit Zucker, sobald Lebensmittel erhitzt werden.<sup>1</sup> Es entstehen hunderte Aromastoffe, die für die goldbraune Farbe und die Röstaromen verantwortlich sind. Gleichzeitig verändern sich auch Textur und Mundgefühl, was wir als besonders herzhaft und «gegrillt» wahrnehmen. Entscheidend ist, dass diese Reaktion nicht an Fleisch gebunden ist. Sie findet überall dort statt, wo die passenden Bausteine vorhanden sind, also auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Ob beim Backen von Brot, beim Rösten von Nüssen oder beim Anbraten von Gemüse, die Maillard-Reaktion sorgt in vielen Situationen für jene Aromen, die wir als besonders schmackhaft wahrnehmen.</p><p> </p><h4>Röstaromen gibt es auch pflanzlich</h4><p>Gerade beim Grillieren zeigt sich, wie vielseitig pflanzliche Zutaten sind. Gemüse, Tofu und pflanzliche Alternativen bringen gute Voraussetzungen mit, um ausgeprägte Röstaromen zu entwickeln, ganz ohne tierische Produkte. So wird der Grill rasch zu einer bunt belegten Fläche aus unterschiedlichen Farben, Formen und Texturen. Wie vielfältig das in der Praxis aussehen kann, zeigen unsere Rezepte und Grillvideos mit <a href="https://www.linkedin.com/in/thomas-gl%C3%A4ssing-b822391a6/" target="_blank">Thomas Glässing</a> auf <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">unserer Kampagnenseite</a> und unseren sozialen Kanälen besonders anschaulich.</p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="20b72476-79e0-4f45-b981-8a3b7fd30595" height="1891" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Grillrezepte_Thurgauer_Most_Bratwurst_im_Weggen.webp" width="58.79%" /><figcaption>Abbildung 1: Thurgauer Most-Bratwurst im Weggen. Ein regional inspirierter, rein veganer Grillgenuss von Thomas Glässing für unsere Grillkampagne 2026. Foto von Nora Dal Cero.</figcaption></figure><p> </p><p>Mit ein paar Tipps und Tricks lassen sich pflanzliche Zutaten auch auf jedem Grill besonders gut in Szene setzen. Gemüse wie Zucchini, Auberginen oder Pilze enthalten viel Wasser, was zunächst das Bräunen hemmen kann. Werden sie vor dem Grillieren leicht gesalzen, kurz stehen gelassen und danach abgetupft, kann sich an der Oberfläche schneller eine aromatische Kruste bilden. Dünne Scheiben oder Spiesse profitieren von direkter Hitze, während grössere Stücke wie Maiskolben oder ganze Peperoni bei indirekter Hitze gleichmässig garen und innen saftig bleiben.</p><p>Auch Marinaden tragen entscheidend zum Geschmack bei. Kombinationen aus Öl, Säure und Gewürzen intensivieren das Aroma und fördern die Bräunung. Besonders geeignet sind Zutaten wie Sojasauce, Misopaste oder Tomatenmark, da sie von Natur aus Zucker und Aminosäuren liefern und somit die Entstehung von Röstaromen unterstützen. Wer mit Kräutern, Rauchsalz oder etwas Knoblauch arbeitet, kann das Grillaroma zusätzlich variieren. Fester Tofu nimmt Marinaden besonders gut auf, wenn er vorher leicht gepresst wird. Pflanzliche Zutaten haben zudem den Vorteil, dass bei ihrer Zubereitung in der Regel weniger heterozyklische aromatische Amine entstehen – also Stoffe, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden – als bei stark erhitztem Fleisch.<sup>2</sup></p><h4><br />Genuss mit Verantwortung</h4><p>Beim Grillieren geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um das Zusammensein rund um den Grill. Viele verbinden damit gemeinsame Abende, Gespräche und das Teilen verschiedener Speisen. Pflanzliche Zutaten bieten hier viele Möglichkeiten. Sie lassen sich vielseitig kombinieren, bringen unterschiedliche Texturen auf den Teller und ermöglichen ein abwechslungsreiches Grillmenü. So wird der Grill zu einem Ort, an dem Vielfalt und gemeinsames Erleben zusammenkommen und an dem sich Genuss mit einem respektvollen Umgang gegenüber allen Lebewesen verbinden lässt. Denn kräftige Röstaromen sind kein Privileg von Fleisch, sondern entstehen durch Hitze, die richtigen Zutaten und etwas Geduld.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>El Hosry L, Elias V, Chamoun V, Halawi M, Cayot P, Nehme A, Bou-Maroun E, 2025. Maillard Reaction: Mechanism, Influencing Parameters, Advantages, Disadvantages, and Food Industrial Applications: A Review. Foods, 14 (11), 1881. <a href="https://doi.org/10.3390/foods14111881">https://doi.org/10.3390/foods14111881</a></li><li>Nadeem HR, Akhtar S, Ismail T, Sestili P, Lorenzo JM, Ranjha MMAN, Jooste L, Hano C, Aadil RM, 2021. Heterocyclic Aromatic Amines in Meat: Formation, Isolation, Risk Assessment, and Inhibitory Effect of Plant Extracts. Foods, 10 (7), 1466. <a href="https://doi.org/10.3390/foods10071466">https://doi.org/10.3390/foods10071466</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/gefahr-grillieren" target="_blank">Bund warnt vor den Folgen des Grillierens</a></li></ul></div> Wed, 27 May 2026 10:54:29 +0000 Joelle 4195 at https://www.swissveg.ch Das Paradox des Feuers https://www.swissveg.ch/de/faszination-feuer <span>Das Paradox des Feuers</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>29. Mai 2026 - 11:28</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Feuer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Ein flackerndes Lagerfeuer, das leise Knistern von Holz, die tanzenden Flammen, all das wirkt beruhigend, fast hypnotisch. Dabei ist Feuer objektiv betrachtet eine Gefahr und doch fühlen wir uns in seiner Nähe sicher, geborgen, oft sogar ungewöhnlich entspannt. Dieses scheinbare Paradox ist kein Zufall, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verankert.</p><h4>Wie alles mit Feuer begann</h4><p>Für unsere Vorfahren war Feuer weit mehr als nur eine Wärmequelle. Es verlängerte den Tag, schützte vor Raubtieren, machte Nahrung verdaulicher und ermöglichte das Überleben in kälteren Regionen. Gleichzeitig wurde es zum sozialen Zentrum. Menschen versammelten sich um das Feuer, teilten Nahrung, Geschichten und Erfahrungen. Über unzählige Generationen prägten diese Abende im Feuerschein, wie wir zusammenleben, erzählen und Vertrauen aufbauen. Spuren, die bis heute in unserem Verhalten und Empfinden nachwirken.</p><p>&nbsp;</p><h4>Wenn Forschung ins Feuer schaut</h4><p>Heute weiss man, dass genau diese Kombination aus Sinneseindrücken und Zusammensein eine messbare Wirkung auf unseren Körper hat: Sie lässt uns herunterfahren, senkt den Blutdruck und fördert Entspannung, vor allem dann, wenn wir Feuer nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Studie liessen Forschende deshalb freiwillige Testpersonen verschiedene Videos anschauen, zum Beispiel ein Feuer ohne Ton, eine Version mit dem typischen Knistern und Flammengeräuschen sowie neutrale Szenen ohne Feuer, davor und danach wurde jeweils der Blutdruck gemessen. Am stärksten wirkte die Szene, in der die Flammen zu sehen waren und das Feuer gleichzeitig zu hören war. Diese lebendige Mischung aus Licht, Bewegung und Geräusch brachte den Blutdruck am deutlichsten nach unten und sorgte dafür, dass die Menschen spürbar zur Ruhe kamen.<sup>1</sup></p><p>Andere Arbeiten betonen vor allem die soziale Seite der Feuerstelle. Feldstudien bei Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften zeigen, dass Gespräche im Feuerschein anders verlaufen als am Tag. Weniger Alltagsorganisation, mehr Geschichten, gemeinsame Erinnerungen und Themen, die eine Gruppe zusammenhalten. Neuere Forschungsübersichten kommen zudem zum Schluss, dass diese Feuerabende wahrscheinlich auch unsere Erzählkultur geprägt haben. Am Feuer wurden nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Erfahrungen und Gedanken geteilt, ein Trainingsfeld für Sprache, Empathie und Gemeinschaftsgefühl, dessen Nachhall wir bis heute spüren, wenn wir gemeinsam am Feuer sitzen.<sup>2</sup></p><p>&nbsp;</p><h4>Warum wir heute noch gern am Feuer sitzen</h4><p>Auch wenn wir heute weder Säbelzahntiger fürchten noch im Dunkeln ohne Strom sitzen, läuft dieses uralte Programm in uns immer noch ab. Wenn wir mit Freunden am Feuer stehen, in die Flammen schauen und dem Knistern lauschen, reagiert unser Gehirn ähnlich wie früher, Gefahr gebannt, Gruppe anwesend, Essen in Reichweite, alles ist gut. Das Lagerfeuer oder der Grill wird so zum modernen Nachfolger der steinzeitlichen Feuerstelle, ein vertrautes Ritual, das uns für einen Moment aus dem Alltag holt.</p><p>Vielleicht ist es genau dieser Ausnahmezustand, der Gespräche am Feuer so besonders macht. Man redet langsamer, hört mehr zu, schweigt auch einmal gemeinsam, ohne dass es sich komisch anfühlt. Die tanzenden Flammen geben dem Blick einen ruhigen Anker, während der Kopf durchatmet. Das Feuer schafft einen kleinen Raum von Nähe und Verbundenheit und genau dort stellt sich die Frage, was wir in diesem Ritual bewahren wollen und was sich mit der Zeit verändern darf.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h4>Ein Ritual im Wandel</h4><p>Grillieren gehört für viele genau zu diesen Momenten dazu, fest verbunden mit Sommerabenden und langen Gesprächen. Doch immer mehr Menschen hinterfragen, was da eigentlich auf dem Rost liegt. Denn das gemeinsame Essen am Feuer steht für Nähe, Austausch und Verbundenheit, und genau diese Werte lassen sich nur schwer mit dem Leid vereinbaren, das hinter Grillgut aus dem Schlachthof steckt. Das Ritual selbst muss sich dafür nicht verändern, es sind vielmehr die Inhalte, die wir ihm geben. <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Gemüse, pflanzliche Alternativen und kreative Grillideen</a> bringen genauso Röstaromen, Vielfalt und Genuss auf den Teller, während das, was uns am meisten bedeutet, unverändert bleibt: das Zusammensitzen, das Knistern, der Duft. Was sich verschiebt, ist die Entscheidung dahinter. Vielleicht liegt genau darin die Weiterentwicklung eines uralten Instinkts, nicht mehr nur gemeinsam zu überleben, sondern bewusst gemeinsam zu geniessen und dabei andere Lebewesen mit einzubeziehen. Das Feuer bleibt das gleiche, doch wir können neu entscheiden, was wir daraus machen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Lynn CD, 2014. Hearth and Campfire Influences on Arterial Blood Pressure: Defraying the Costs of the Social Brain through Fireside Relaxation - Christopher Dana Lynn, 2014. Evolutionary Psychology. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509">https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509</a></li><li>Wiessner PW, 2014. Embers of society: Firelight talk among the Ju/’hoansi Bushmen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 111 (39), 14027–14035. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111">https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 09:28:33 +0000 Joelle 4194 at https://www.swissveg.ch Das Paradox des Feuers https://www.swissveg.ch/de/faszination-feuer <span>Das Paradox des Feuers</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>29. Mai 2026 - 11:28</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Feuer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Ein flackerndes Lagerfeuer, das leise Knistern von Holz, die tanzenden Flammen, all das wirkt beruhigend, fast hypnotisch. Dabei ist Feuer objektiv betrachtet eine Gefahr und doch fühlen wir uns in seiner Nähe sicher, geborgen, oft sogar ungewöhnlich entspannt. Dieses scheinbare Paradox ist kein Zufall, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verankert.</p><h4>Wie alles mit Feuer begann</h4><p>Für unsere Vorfahren war Feuer weit mehr als nur eine Wärmequelle. Es verlängerte den Tag, schützte vor Raubtieren, machte Nahrung verdaulicher und ermöglichte das Überleben in kälteren Regionen. Gleichzeitig wurde es zum sozialen Zentrum. Menschen versammelten sich um das Feuer, teilten Nahrung, Geschichten und Erfahrungen. Über unzählige Generationen prägten diese Abende im Feuerschein, wie wir zusammenleben, erzählen und Vertrauen aufbauen. Spuren, die bis heute in unserem Verhalten und Empfinden nachwirken.</p><p>&nbsp;</p><h4>Wenn Forschung ins Feuer schaut</h4><p>Heute weiss man, dass genau diese Kombination aus Sinneseindrücken und Zusammensein eine messbare Wirkung auf unseren Körper hat: Sie lässt uns herunterfahren, senkt den Blutdruck und fördert Entspannung, vor allem dann, wenn wir Feuer nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Studie liessen Forschende deshalb freiwillige Testpersonen verschiedene Videos anschauen, zum Beispiel ein Feuer ohne Ton, eine Version mit dem typischen Knistern und Flammengeräuschen sowie neutrale Szenen ohne Feuer, davor und danach wurde jeweils der Blutdruck gemessen. Am stärksten wirkte die Szene, in der die Flammen zu sehen waren und das Feuer gleichzeitig zu hören war. Diese lebendige Mischung aus Licht, Bewegung und Geräusch brachte den Blutdruck am deutlichsten nach unten und sorgte dafür, dass die Menschen spürbar zur Ruhe kamen.<sup>1</sup></p><p>Andere Arbeiten betonen vor allem die soziale Seite der Feuerstelle. Feldstudien bei Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften zeigen, dass Gespräche im Feuerschein anders verlaufen als am Tag. Weniger Alltagsorganisation, mehr Geschichten, gemeinsame Erinnerungen und Themen, die eine Gruppe zusammenhalten. Neuere Forschungsübersichten kommen zudem zum Schluss, dass diese Feuerabende wahrscheinlich auch unsere Erzählkultur geprägt haben. Am Feuer wurden nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Erfahrungen und Gedanken geteilt, ein Trainingsfeld für Sprache, Empathie und Gemeinschaftsgefühl, dessen Nachhall wir bis heute spüren, wenn wir gemeinsam am Feuer sitzen.<sup>2</sup></p><p>&nbsp;</p><h4>Warum wir heute noch gern am Feuer sitzen</h4><p>Auch wenn wir heute weder Säbelzahntiger fürchten noch im Dunkeln ohne Strom sitzen, läuft dieses uralte Programm in uns immer noch ab. Wenn wir mit Freunden am Feuer stehen, in die Flammen schauen und dem Knistern lauschen, reagiert unser Gehirn ähnlich wie früher, Gefahr gebannt, Gruppe anwesend, Essen in Reichweite, alles ist gut. Das Lagerfeuer oder der Grill wird so zum modernen Nachfolger der steinzeitlichen Feuerstelle, ein vertrautes Ritual, das uns für einen Moment aus dem Alltag holt.</p><p>Vielleicht ist es genau dieser Ausnahmezustand, der Gespräche am Feuer so besonders macht. Man redet langsamer, hört mehr zu, schweigt auch einmal gemeinsam, ohne dass es sich komisch anfühlt. Die tanzenden Flammen geben dem Blick einen ruhigen Anker, während der Kopf durchatmet. Das Feuer schafft einen kleinen Raum von Nähe und Verbundenheit und genau dort stellt sich die Frage, was wir in diesem Ritual bewahren wollen und was sich mit der Zeit verändern darf.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h4>Ein Ritual im Wandel</h4><p>Grillieren gehört für viele genau zu diesen Momenten dazu, fest verbunden mit Sommerabenden und langen Gesprächen. Doch immer mehr Menschen hinterfragen, was da eigentlich auf dem Rost liegt. Denn das gemeinsame Essen am Feuer steht für Nähe, Austausch und Verbundenheit, und genau diese Werte lassen sich nur schwer mit dem Leid vereinbaren, das hinter Grillgut aus dem Schlachthof steckt. Das Ritual selbst muss sich dafür nicht verändern, es sind vielmehr die Inhalte, die wir ihm geben. <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Gemüse, pflanzliche Alternativen und kreative Grillideen</a> bringen genauso Röstaromen, Vielfalt und Genuss auf den Teller, während das, was uns am meisten bedeutet, unverändert bleibt: das Zusammensitzen, das Knistern, der Duft. Was sich verschiebt, ist die Entscheidung dahinter. Vielleicht liegt genau darin die Weiterentwicklung eines uralten Instinkts, nicht mehr nur gemeinsam zu überleben, sondern bewusst gemeinsam zu geniessen und dabei andere Lebewesen mit einzubeziehen. Das Feuer bleibt das gleiche, doch wir können neu entscheiden, was wir daraus machen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Lynn CD, 2014. Hearth and Campfire Influences on Arterial Blood Pressure: Defraying the Costs of the Social Brain through Fireside Relaxation - Christopher Dana Lynn, 2014. Evolutionary Psychology. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509">https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509</a></li><li>Wiessner PW, 2014. Embers of society: Firelight talk among the Ju/’hoansi Bushmen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 111 (39), 14027–14035. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111">https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 09:28:33 +0000 Joelle 4194 at https://www.swissveg.ch