Sarah's blog https://www.swissveg.ch/de?language=it de Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? https://www.swissveg.ch/de/maennlichkeit-grill?language=it <span>Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>1. Juni 2026 - 9:42</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Männer stehen am Grill, die Frauen kümmern sich um die Beilagen: Ein Bild dass sich in der Schweiz jeden Sommer tausendfach wiederholt. Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter in vielen anderen Lebensbereichen etabliert ist, ist die Rollenverteilung beim Grillen bemerkenswert traditionell: Der Mann kümmert sich um die Fleischzubereitung, die Frau um die Beilagen. Der Grill als letzte Bastion klassischer Männlichkeit?&nbsp;</p><p>Tatsächlich essen Männer mehr Fleisch als Frauen. Doch woran liegt das? Forschende untersuchten, wie sich die Gleichberechtigung auf den Fleischkonsum auswirkt.<sup>1</sup> Die Ergebnisse sind bemerkenswert: In Ländern, in denen eine hohe Geschlechtergleichstellung herrscht, assen die Männer deutlich mehr Fleisch als die Frauen. Die Forschenden begründeten dies damit, dass sich die Frauen in solchen Ländern bewusst für fleischlose Optionen entscheiden können. Doch diese Erklärung greift zu kurz. Denn auch Männer hätten in gleichberechtigten Gesellschaften die Möglichkeit, pflanzliche Alternativen zu wählen. Doch warum tun sie dies noch viel zu selten? Verschiedenen Studien deuten darauf hin, dass männliches Geschlecht sowie Wohlstand am stärksten mit einem hohen Fleischkonsum korrelieren. Interessanterweise gibt es in drei grossen Ländern (China,Indien sowie Indonesien) keine geschlechterspezifischen Unterschiede was den Fleischkonsum angeht.</p><p>&nbsp;</p><h4>Doch warum essen Männer überhaupt mehr Fleisch als Frauen?</h4><p>Eine mögliche Erklärung liegt weniger in biologischen Unterschieden als in sozialen und kulturellen Prägungen. Fleischkonsum ist seit jeher mit Vorstellungen von Stärke, Leistung und Status verbunden. Eigenschaften, die traditionell eher mit Männlichkeit assoziiert werden. Mehrere Studien zeigen, dass Männer stärker dazu tendieren, ihr Essverhalten an solchen gesellschaftlichen Erwartungen auszurichten. Fleisch wird dabei nicht nur als Lebensmittel wahrgenommen, sondern auch als Symbol. Pflanzliche Ernährung wird häufig mit Begriffen wie Gesundheit, Leichtigkeit oder Nachhaltigkeit verknüpft. Das sind jedoch alles Eigenschaften, die kulturell weniger stark mit klassischen Männlichkeitsbildern verbunden sind. Doch diese Zuschreibungen sind nicht naturgegeben, sondern sozial geprägt. Sie beeinflussen jedoch, oft unbewusst, unsere Entscheidungen im Alltag und dadurch auch beim Grillieren. Gerade deshalb lohnt es sich, das Bild vom «männlichen Grillieren» neu zu denken. Denn was heute als selbstverständlich gilt, ist oft das Resultat von Gewohnheit und kultureller Prägung und lässt sich nicht mit der «männlichen Biologie» erklären.</p><p>&nbsp;</p><h4>Traditionen neu gedacht</h4><p>Wer sich an das <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">pflanzliche Grillieren</a> wagt, merkt schnell, dass sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen: aus vielfältigen pflanzlichen Zutaten wie etwa Sellerie, Rote Bete oder Pilzen lassen sich herzhafte Gerichte zubereiten, die mit kräftigen Aromen begeistern und ebenso sättigend und genussvoll sind wie klassische Fleischgerichte. Und das beste daran: heissgeliebte Traditionen müssen nicht abgeschafft, &nbsp;sondern lediglich neu gedacht werden. So kommt anstelle des Rumpsteaks ein saftiger veganer Burger oder für Gemüseliebhaber ein Randensteak auf den Grill. Ein kleiner Tausch mit grosser Wirkung für Tier, Mensch und Umwelt, der erst noch neue Geschmackswelten eröffnet.&nbsp;</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Hopwood, C. J., Zizer, J. N., Nissen, A. T., Dillard, C., Thompkins, A. M., Graça, J., Waldhorn, D. R. &amp; Bleidorn, W. (2024). Paradoxical gender effects in meat consumption across cultures. Scientific Reports, 14(1), 13033. <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3">https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg: Echte Männer grillieren Pflanzen</a></li><li><a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/1de884ee8571d1b24f8b/pages/page/10" target="_blank">Veg-Info 2 (2025): Warum Antispeziesismus und Feminismus Hand in Hand gehen</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/swissveg-analyse-statistiken-2025" target="_blank">Swissveg-Analyse 2025: Wie steht es um die Anzahl Veganer und Vegetarier?</a></li></ul></div> Mon, 01 Jun 2026 07:42:49 +0000 Sarah 4197 at https://www.swissveg.ch Swissveg Preisvergleich 2026: Wie konkurrenzfähig sind pflanzliche Milchalternativen? https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2026?language=it <span>Swissveg Preisvergleich 2026: Wie konkurrenzfähig sind pflanzliche Milchalternativen?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>20. Mai 2026 - 9:27</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Pflanzliche Alternativen sind längst im Alltag vieler Konsumentinnen und Konsumenten angekommen. Sie gewinnen im Detailhandel stetig an Bedeutung, sowohl aus ethischen und ökologischen Gründen als auch aufgrund wachsender Produktevielfalt sowie besserer Verfügbarkeit. Doch wie steht es um die Preise? Unsere neue Auswertung zeigt, wo pflanzliche Produkte bereits mithalten können und wo strukturelle Unterschiede weiterhin sichtbar bleiben.</p><p>Mit der Zunahme des allgemeinen Interesses an der pflanzlichen Ernährung rückt auch die Preisgestaltung stärker in den Fokus. Alternativen zu tierischen Produkten sind heute bei praktisch allen grossen Detailhändlern erhältlich und erreichen eine breite Käuferschaft. Dieser Preisvergleich soll aufzeigen, wie sich pflanzliche Optionen im aktuellen Marktumfeld positionieren. Für die Auswertung wurden bei vier grossen Schweizer Detailhändlern jeweils die günstigsten verfügbaren Alternativprodukte in den Kategorien Joghurt, Milch, Scheiben- sowie Frischkäse erhoben und ihren tierischen Pendants gegenübergestellt. Grundlage bildeten standardisierte Preise pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter sowie ein daraus zusammengesetzter Wa- renkorb. Zugunsten einer möglichst vergleichbaren Momentaufnahme wurden Aktionen oder kurzfristige Rabatte nicht berücksichtigt.</p><h4>Teurer Scheibenkäse</h4><p>Die Resultate zeigen ein differenziertes Bild, das stark von der jeweiligen Produktkategorie abhängt. Besonders deutlich sind die Unterschiede im Bereich Joghurt: Die preiswertesten pflanzlichen Varianten liegen je nach Anbieter klar über den günstigsten tierischen Vergleichsprodukten. Vegane Optionen bewegen sich hier in einem höheren Preissegment, während konventionelle Joghurts deutlich tiefer liegen. Dieses Muster zeigt sich konsistent über alle untersuchten Detailhändler hinweg. Auch bei Scheibenkäse bleibt eine Differenz bestehen. Pflanzliche Alternativen kosten je nach Anbieter spürbar mehr als die günstigsten tierischen Produkte.</p><p>Auffallend ist die relativ grosse Spannweite zwischen den Detailhändlern. Besonders Käsealternativen tragen wesentlich dazu bei, wie teuer ein gesamter Warenkorb ausfällt, und beeinflussen damit das Gesamtresultat stärker als andere Kategorien.</p><p class="zitat">Vor allem vegane Käsealternativen tragen wesentlich dazu bei, wie teuer ein gesamter Warenkorb ausfällt.</p><h4>Pflanzenmilch erreicht Preisparität</h4><p>Eine deutlich andere Entwicklung zeigt sich bei Milch, wo sich die Preise zunehmend angleichen. Die günstigsten pflanzlichen Varianten liegen nur noch geringfügig über den tierischen Vergleichswerten. Diese Annäherung deutet darauf hin, dass pflanzliche Milchalternativen im Massenmarkt angekommen sind und entsprechend wettbewerbsfähiger produziert und angeboten werden können. In vielen Haushalten gehören sie längst zur Routine, was ihre Rolle als Wegbereiter für weitere pflanzliche Produktsegmente unterstreicht. Gemäss dem Plant-Based Food Report 2026 von Coop und YouGov Schweiz macht veganer Milchersatz mittlerweile fast einen Fünftel des gesamten Milchumsatzes des Detailhändlers aus – Tendenz steigend.</p><p><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch__1.jpg"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch__1.jpg" data-entity-uuid="c0e7eb53-6de2-44eb-8f29-fe21d676e019" data-entity-type="file" alt="Tabelle mit den Preisen" width="100%" /></a></p><h4>Deutlicher Sieger</h4><p>Besonders aufschlussreich wird der Vergleich beim Blick auf den Gesamtwarenkorb. Hier zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Detailhändlern. Beim pflanzlichen Warenkorb schnitt Lidl am günstigsten ab und lag knapp vor Aldi. Beide positionieren sich deutlich unter den Werten von Coop und Migros, deren Warenkörbe merklich teurer ausfielen. Die Hauptgründe dafür sind Preisunterschiede bei Käsealternativen sowie unterschiedliche Eigenmarkenstrategien. Diese Abweichungen sind für Konsumentinnen und Konsumenten relevant, da sie verdeutlichen, dass sich ein Vergleich zwischen Einkaufsorten lohnen kann, insbesondere bei regelmässigem Kauf pflanzlicher Alternativen.</p><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch_warenkorb.jpg"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch_warenkorb.jpg" data-entity-uuid="be9acbba-bef6-42b9-a7b0-0ecaf26cb605" data-entity-type="file" alt="" width="100%" /></a><h4>Keine Subventionen für Pflanzenmilch </h4><p>Gleichzeitig darf der Blick nicht nur auf reine Preisdifferenzen verengt werden. Preisstrukturen spiegeln auch Marktmechanismen wider: Tierische Produkte profitieren häufig von etablierten Produktionsketten, hohen Skaleneffekten sowie politischen Rahmenbedingungen, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben. Ein Beispiel sind die Zulagen, die Milchproduzenten hierzulande erhalten und von denen Pflanzendrinkproduzenten nicht profitieren. Pflanzliche Alternativen befinden sich überdies teilweise noch in einer Wachstumsphase mit kleineren Produktionsmengen und höheren Innovationskosten. Vor diesem Hintergrund zeigt der Vergleich nicht nur Unterschiede, sondern auch Fortschritte. Die Annäherung bei Milchprodukten belegt, dass Preisparität kein fernes Ziel bleiben muss. Erfahrungen aus anderen Produktkategorien zeigen, dass steigende Nachfrage, technologische Entwicklungen und wachsende Marktvolumen zu sinkenden Preisen beitragen können. Was heute noch als Nischenprodukt gilt, kann morgen bereits zum Standard gehören.</p><p class="zitat">Milchproduzenten erhalten hierzulande staatliche Zulagen, von denen Pflanzendrinkproduzenten nicht profitieren.</p><p>Isoliert betrachtet greift ein rein finanzieller Vergleich zu kurz. Ernährungsentscheidungen betreffen nicht nur das Haushaltsbudget, sondern auch Umweltwirkungen, Ressourcenverbrauch und Tierwohl. Pflanzliche Produkte leisten hier einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ernährung und ermöglichen es Konsumentinnen und Konsumenten, ihre Kaufentscheidungen mit persönlichen Werten in Einklang zu bringen.</p><h4>Veganes Angebot wächst</h4><p>Der aktuelle Preisvergleich zeigt dabei zwei Entwicklungen gleichzeitig: Einerseits bestehen in einzelnen Kategorien weiterhin Preisunterschiede, andererseits ist in zentralen Bereichen – etwa bei Milchprodukten – bereits eine klare Annäherung sichtbar. Dies verdeutlicht, dass Preisparität kein fernes Ziel bleiben muss. Erfahrungen aus anderen Produktkategorien zeigen zudem, dass steigende Nachfrage, technologische Fortschritte und wachsende Marktvolumen zu sinkenden Preisen beitragen können. Gleichzeitig wird das pflanzliche Angebot stetig breiter. Für pflanzlich orientierte Haushalte bedeutet dies eine grössere Auswahl, zunehmende Wettbewerbsfähigkeit und mehr Gestaltungsspielraum beim Einkauf. Was heute noch als Nischenprodukt gilt, kann sich zunehmend im Mainstream etablieren.</p><p>Preisvergleiche bleiben Momentaufnahmen – doch sie machen Trends sichtbar. Diese Trends deuten darauf hin, dass pflanzliche Alternativen ihren Platz im Detailhandel weiter festigen und künftig auch preislich noch stärker aufholen werden.</p><p> </p><p>Unser Podcast mit der Autorin von diesem Report:</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/VOf3EHIDIUU?si=szaCmuZyHMjw_4Ue" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/sojagesundheit" target="_blank">So gesund sind Produkte aus Soja</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/kuhmilch-pflanzenmilch-bessere-wahl">Kuhmilch oder Pflanzendrinks: Was ist die bessere Wahl?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2025" target="_blank">Swissveg-Preisvergleich 2025</a></li></ul></div> Wed, 20 May 2026 07:27:22 +0000 Sarah 4209 at https://www.swissveg.ch Die grosse Swissveg-Brotrecherche https://www.swissveg.ch/de/brotrecherche?language=it <span>Die grosse Swissveg-Brotrecherche</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>30. April 2026 - 9:19</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Schnell ein Brötchen kaufen? Für Allesesser ist das meist kein Problem, doch für Menschen, die sich vegan ernähren, bedeutet dies oft einen erheblichen Aufwand, ist doch Brot im Offenverkauf häufig nicht oder nur unzureichend deklariert.</p><p>Während die Deklaration bei verpackten Produkten klar geregelt ist, gelten für solche im Offenverkauf andere Bestimmungen. Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) gilt:</p><p class="zitat">«Allergene müssen grundsätzlich schriftlich deklariert werden. Darauf kann verzichtet werden, wenn der schriftliche Hinweis erfolgt, dass die Information mündlich erteilt wird. Diese muss in diesem Fall dem Personal schriftlich vorliegen oder von einer Fachperson erteilt werden können.»</p><h4>Unterschiedliches Bild</h4><p>Ein Besuch bei verschiedenen Detailhändlern zeigt, dass diese das Gesetz zwar einhalten, es jedoch nicht immer besonders kundenfreundlich umsetzen. Wir haben die Deklarationen bei den Detailhändlern Coop, Migros, Aldi Suisse, Lidl Schweiz, Denner und Volg überprüft. Dabei zeigte sich ein sehr durchmischtes Bild. Nicht nur zwischen den Händlern, auch innerhalb einzelner Geschäfte gibt es im Offenverkauf Unterschiede bei der Deklaration von verpacktem und unverpacktem Brot. Die Kriterien beinhalteten folgende Fragen:</p><ul><li>Sind die Zutaten auf dem Produkt bzw. beim Preisschild angegeben?</li><li>Gibt es eine vegane Kennzeichnung wie beispielsweise das V-Label?</li></ul><h4>Klarer Sieger</h4><p>Unsere Analyse zeigt, dass Aldi über die veganfreundlichste Deklaration verfügt, gefolgt von Migros auf dem zweiten und Coop auf dem dritten Platz. Bei Aldi sind die Zutaten direkt neben den unverpackten Broten am Regal platziert. Verpackte frische Brote führt der Detailhändler jedoch nicht. Bei Migros sind die verpackten Brote mit den Zutaten beschriftet und dem V-Label ausgezeichnet. Abzug gibt es jedoch für die Kleinbrote, bei denen die Zutaten auf elektronischen Schildchen stehen. Da zuerst ein Knopf gedrückt werden muss, ist die Information, für Kundinnen und Kunden nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Coop punktet ebenfalls mit Zutatenlisten auf verpackten Broten sowie der V-Label-Zertifizierung. Da bei den Kleinbroten im Offenverkauf jedoch keine Inhaltsstoffe schriftlich im Laden zu finden sind, gibt es einen Abzug in der Bewertung. Coop verweist mit einem schriftlichen Hinweis darauf, dass das Verkaufspersonal um Auskunft gebeten werden kann. Alternativ können die Brötchen auch mit dem Handscanner erfasst werden, um die Zutaten zu erfahren. Lidl, Denner und Volg begnügen sich damit, mit einem Schild darauf hinzuweisen, dass die Zutaten entweder im Internet nachgeschaut (Lidl) und/oder die Mitarbeitenden um Auskunft gebeten werden können. Dies ist gesetzlich zwar erlaubt, jedoch leider alles andere als kundenfreundlich.</p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Sieger_2.jpg" data-entity-uuid="191b3642-ef00-47e4-b73f-cff14074b26b" data-entity-type="file" alt="" width="1063" height="1536" /><h4>Wunsch nach V-Label-Deklaration</h4><p>Nebst unserem Ranking wollten wir auch von unserer Community erfahren, wie sie den Broteinkauf erlebt und in welchen Bereichen sie sich Verbesserungen wünscht. Die Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Befragten mit ihrem Broteinkauf zufrieden oder eher zufrieden ist. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass vielen Konsumentinnen und Konsumenten klare Hinweise fehlen, ob ein Brot oder Brötchen vegan ist. Viele befürworten eine eindeutige Kennzeichnung mit dem V-Label. Gemäss repräsentativen Umfragen handelt es sich beim V-Label um das bekannteste Label für vegane und vegetarische Produkte in der Schweiz.<sup>1</sup> Unsere Umfrage zeigte ausserdem, dass das Problem besonders bei unverpackten Kleinbroten besteht. Um deren Zutaten zu erfahren, muss man entweder den Handscanner beim Einkauf verwenden oder das Produkt über die jeweilige App scannen. Besonders für Menschen ohne Smartphone ist es deshalb schwierig, eine schriftliche Deklaration zu erhalten. Alternativ kann das Verkaufspersonal um Auskunft gebeten werden, was jedoch mühsam ist und nicht immer zum Erfolg führt. <br />Für Dorfbäckereien scheinen Deklarationen eine besondere Herausforderung darzustellen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 <a href="http://www.swissveg.ch/de/label-umfrage_2024">www.swissveg.ch/de/label-umfrage_2024</a></p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2025" target="_blank">Fleischalternativen: der grosse Swissveg Preisvergleich 2025</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ausgewogen" target="_blank">Grundlagen der veganen Ernährung</a></li></ul></div> Thu, 30 Apr 2026 07:19:50 +0000 Sarah 4208 at https://www.swissveg.ch Fibermaxxing: Social Media Hype oder sinnvoller Trend? https://www.swissveg.ch/de/fibermaxxing?language=it <span>Fibermaxxing: Social Media Hype oder sinnvoller Trend? </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>5. März 2026 - 8:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Social Media feiert einen neuen Ernährungstrend: «Fibermaxxing». Dabei steigern Menschen gezielt die Aufnahme von Nahrungsfasern, um ihre Gesundheit zu verbessern. Sie versprechen sich davon eine bessere Verdauung, weniger Hungergefühle und ein stärkeres Immunsystem. Doch wie sinnvoll ist dieser Trend wirklich? Wir haben ihn genauer unter die Lupe genommen.</p><p>Die positiven Effekte von Nahrungsfasern auf unsere Gesundheit sind seit Langem wissenschaftlich belegt. Trotzdem wurde dieses Thema bislang oft nur am Rande wahrgenommen, da vor allem der Protein-Trend im Fokus stand. Das ändert sich nun: Die Generation Z hat Nahrungsfasern für sich entdeckt und sorgt damit für einen regelrechten Hype auf TikTok und Instagram. In unzähligen Videos geben Menschen Tipps zur Verbesserung der Ballaststoffaufnahme. Dies soll nicht nur die Verdauung fördern, sondern auch den Blutzuckerspiegel regulieren, beim Abnehmen unterstützen und allgemein zu einem «Glow-up» beitragen. Gar von «natürlichem Ozempic» ist die Rede. Auch die Wellness-Industrie hat den Trend für sich entdeckt: Mittlerweile existieren eine Vielzahl an Supplements, um die Zufuhr an Nahrungsfasern zu maximieren. Das Angebot reicht von Kapseln, Gels bis hin zu angereicherten «Fiber-Limonaden». Sogar Süssungsmittel werden mittlerweile mit Nahrungsfasern angereichert.&nbsp;</p><h4>Pflanzliche Vielfalt</h4><p>Nahrungsfasern sind ausschliesslich in pflanzlichen Lebensmittel enthalten. Dabei handelt es sich um unverdauliche Pflanzenbestandteile, die vom menschlichen Enzymsystem nicht abgebaut werden können. Studien zeigen bei erhöhter Zufuhr von Nahrungsfasern zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit. Dazu zählen die Prävention von Diabetes-Typ-2 und die Senkung des «schlechten» LDL-Cholesterins, was das Risiko für koronare Herzerkrankungen minimieren kann. Insbesondere der Verzehr von Vollkornprodukten wird mit positiven Effekten in Verbindung gebracht, wozu auch die Prävention von Bluthochdruck zählt.&nbsp;<br>Nahrungsfasern bestehen aus langkettigen Vielfachzuckern und lassen sich in lösliche und unlösliche Nahrungsfasern einteilen, die jeweils unterschiedliche Funktionen und Wirkungen im Körper entfalten.&nbsp;</p><h6>Lösliche Nahrungsfasern</h6><p>Zu den wasserlöslichen Nahrungsfasern zählen unter anderem Pektin, resistente Stärke, Inulin sowie Oligofruktose. Sie sind beispielsweise in Haferflocken, Äpfeln, Bohnen, Erbsen oder Avocados enthalten. Lösliche Nahrungsfasern werden im Dickdarm metabolisiert und bilden in Verbindung mit Wasser eine gelartige Konsistenz. Sie dienen den «guten» Darmbakterien als Nahrungsgrundlage, fördern eine funktionierende Verdauung, können die Cholesterinwerte positiv beeinflussen sowie für eine langsamere Verdauung von Kohlenhydraten sorgen.&nbsp;</p><h6>Unlösliche Nahrungsfasern</h6><p>Unlösliche Nahrungsfasern sind Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Diese kommen beispielsweise in Vollkorngetreide, Weizenkleie und Leinsamen vor. Unlösliche Nahrungsfasern quellen in Verbindung mit Wasser stark auf und erhöhen dadurch das Stuhlvolumen, was zur einer stärkeren Darmperistaltik und einer Verkürzung der Transitzeit im Dickdarm führt.&nbsp;</p><h4>Wie viel Fibermaxxing ist sinnvoll?&nbsp;</h4><p>Die Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 30 Gramm Nahrungsfasern. Dennoch erreicht heute ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung diese empfohlene Menge nicht. Zum Vergleich: Unsere Vorfahren nahmen schätzungsweise rund 100 Gramm pro Tag zu sich. Deshalb macht es für viele Menschen durchaus Sinn, ihre Zufuhr zu erhöhen. Ziel sollte eine moderate, schrittweise Erhöhung der Ballaststoffzufuhr sein, idealerweise über mehrere Wochen. Wichtig ist, auch ausreichend zu trinken, um Verdauungsbeschwerden vorzubeugen. Denn bei sehr plötzlicher, hoher Ballaststoffzufuhr kann es zu Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall kommen. Bei bestehenden Verdauungsproblemen, Reizdarmsymptomatik oder häufiger Verstopfung empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch Ernährungsfachpersonen.&nbsp;</p><h4>Naturbelassene Lebensmittel bevorzugen&nbsp;</h4><p>Die Nahrungsfasern sollten in erster Linie aus pflanzlichen Nahrungsmitteln stammen und angereicherte Produkte sollten dabei – wenn überhaupt – &nbsp;eher als Ergänzung denn als Hauptquelle dienen. Die Sinnhaftigkeit solcher Produkte darf angezweifelt werden, da in naturbelassenen, pflanzlichen Lebensmitteln ausreichend Nahrungsfasern enthalten sind. Und fast noch wichtiger: Die unterschiedlichen Lebensmittel enthalten auch unterschiedliche Arten von Nahrungsfasern, was bei angereicherten Produkten oftmals nicht der Fall ist. Viele Nahrungsmittel werden mit Inulin angereichert, um ihr Nahrungfasergehalt zu erhöhen. Auch Tapioka-, Akazien und Maisfaser werden gerne dazu genutzt. Die Aufnahme von hochkonzentrierten Nahrungsfasern kann zudem dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbrauchen diese anstelle einer vielfältigen Ernährung konsumieren und so auf die weiteren Vorteile einer ballaststoffreichen, pflanzlichen Ernährung verzichten. Des Weiteren enthalten sogenannte funktionelle Lebensmittel wie «Ballaststoff-Limonaden» meist zugefügten Zucker und/oder Süssstoffe und sind somit nicht «gesünder» als herkömmliche Softdrinks. Die beste Strategie bleibt eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung mit ausreichend Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie Obst und Gemüse.&nbsp;&nbsp;</p><h4>Kein Wundermittel&nbsp;</h4><p>Wichtig ist, keine Wunder vom Fibermaxxing zu erwarten. Menschen, die bisher zu wenig Ballaststoffe zu sich genommen haben, können von den Vorteilen profitieren. Wer bereits ausreichend Ballaststoffe konsumiert, wird durch eine weitere Steigerung keine spürbaren Verbesserungen erzielen. Gerade bei Kindern und Heranwachsenden muss zudem sichergestellt werden, dass sie dennoch genügend Energie aufnehmen, was durch das starke Sättigungsgefühl verhindert werden könnte. Deshalb gelten für sie auch andere Empfehlungen als für Erwachsene: 10 g /pro 1000 kcal im Vergleich zu 16 g / 1000 kcal bei Frauen bzw. 12,5 g bei Männern.</p><h4>Schon gewusst?&nbsp;</h4><p>Hersteller, die auf Lebensmittelverpackungen Angaben zu Ballaststoffen machen, müssen den genauen Ballaststoffgehalt in der Nährwerttabelle angeben. Wird die Bezeichnung «Ballaststoffquelle» verwendet, muss das Produkt mindestens 3 g Ballaststoffe pro 100 g beziehungsweise 1,5 g pro 100 Kilokalorien (kcal) enthalten. Bei der Angabe «Hoher Ballaststoffgehalt» sind mindestens 6 g Ballaststoffe pro 100 g beziehungsweise 3 g pro 100 kcal erforderlich.</p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/ausgewogen">Ausgewogene Ernährung</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/naehrstoffe">Lebensmittel &amp; Nährstoffe</a></li><li>SRF: «<a href="https://www.srf.ch/wissen/gesundheit/fibremaxxing-endlich-ein-ernaehrungstrend-der-fachleute-gluecklich-macht" target="_blank">Fibremaxxing – Endlich ein Ernährungstrend, der Fachleute glücklich macht</a>», 2.6.2026</li></ul></div> Thu, 05 Mar 2026 07:00:00 +0000 Sarah 4185 at https://www.swissveg.ch Ein Leben im Verborgenen https://www.swissveg.ch/de/tauben?language=it <span>Ein Leben im Verborgenen</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>25. November 2025 - 8:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Verachtet und gejagt: Stadttauben, Mäuse und Ratten haben kein einfaches Leben. Doch einige Städte zeigen, dass es auch anders geht.</p><p>Sie picken an Bahnhöfen nach Abfall und Essensresten und werden vom Grossteil der Pendelnden keines Blickes gewürdigt: Stadttauben haben es schwer in unseren Städten. Sie finden weder artgerechtes Futter noch geeignete Nist- und Schlafplätze. Dass Stadttauben nur aufgrund des Menschen existieren, wissen die wenigsten: Die Vögel wurden vor rund 6 000 Jahren domestiziert und dienten über lange Zeit als Fleisch- und Eierlieferanten sowie Briefboten. Heute haben sie jedoch ihren ursprünglichen Nutzen für den Menschen verloren, sind obdachlos geworden und leben in den Städten. Ratten und Mäuse sind in unserem Stadtbild weniger sichtbar als ihre fliegenden Leidensgenossinnen. Im Unterschied zu Stadttauben wurden sie nie domestiziert. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte Kulturfolger – Tiere, die dem Menschen aufgrund von Unterschlupf- und Nahrungsmöglichkeiten in dessen Siedlungen folgen. Die pelzigen Tierchen werden abschätzig als «Hygieneschädlinge» bezeichnet und gelten schon seit jeher als Seuchenträger. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sie für die Verbreitung der Pest im Mittelalter verantwortlich gemacht wurden. Doch daran gibt es Zweifel: 2018 fanden Forschende heraus, dass nicht Ratten- sondern Menschenflöhe und Kleiderläuse die gefürchtete Seuche verbreitet hatten.¹ In der Schweiz besteht heutzutage keine Gefahr durch Mäuse oder Ratten. Auch Stadttauben wird oft unterstellt, sie würden Krankheiten übertragen, viele Menschen ekeln sich deshalb vor den Vögeln. Doch diese Angst ist unbegründet: Es gibt keine bestätigten Fälle, bei denen Erkrankungen von Stadttauben auf Menschen übertragen wurden. So sind beispielsweise Salmonellen, die Tauben befallen können, taubenspezifisch und für den Menschen daher harmlos.²</p><h3>Grausame Populationskontrolle</h3><p>Neben baulichen Massnahmen zur Abschreckung wie Spikes auf Simsen oder Netzen, die sich oft als tödliche Fallen für die Vögel erweisen, werden Tauben auch aktiv gejagt. Den Ratten und Mäusen ergeht es nicht besser: In der Schweiz bieten viele private Schädlingsbekämpfungsfirmen «professionelle Mäusebekämpfungen» an. Dabei werden die Nager hauptsächlich mit Gift oder Schlagfallen getötet. Dabei wäre es in Bezug auf die Nagetiere einfach, für eine gesunde Population zu sorgen: Der Schweizer Tierschutz empfiehlt vorbeugende Massnahmen wie etwa die sichere Aufbewahrung von Lebensmitteln und das Verschliessen von Müllcontainern. Zudem führen die Bekämpfungsmassnahmen ohnehin nur dazu, dass die weiblichen Tiere noch fruchtbarer werden und mehr Nachwuchs gebären. Das Tierschutzgesetz (TSchG) und die Tierschutzverordnung (TSchV) verbieten es, Wirbeltieren wie Mäusen und Ratten ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Würde dies konsequent befolgt, wäre die grausame Tötung der Säugetiere ohnehin nicht erlaubt.</p><h3>Gesellschaftliche Verantwortung</h3><p>Immerhin für Stadttauben tritt langsam aber sicher eine Verbesserung ein. Dies zeigt die deutsche Stadt Augsburg, die mit dem «Augsburger Modell» eine Vorreiterrolle einnimmt: Sie stellt den Tieren betreute Taubenschläge zur Verfügung, wo sie Futter finden und ihr Gesundheitszustand überprüft wird. Durch die Bindung an den Taubenschlag sind die Vögel seltener in der Stadt unterwegs und hinterlassen dort dementsprechend weniger Kot. Zur Regulierung des Bestands werden frisch gelegte Eier zudem durch Ei-Attrappen ersetzt. «In betreuten Schlägen lässt man die Tauben so alle 1 bis 1,5 Jahre ausbrüten», erklärt Sabine Ruch vom Verein Stadttauben Schweiz. In der Schweiz verfügt die Stadt Bern über ein vorbildliches Taubenmanagement. Winterthur hat zumindest zwei Schläge und auch weitere Städte, darunter Olten, Aarau sowie Solothurn haben laut Sabine Ruch einige betreute Taubenschläge. Dies sei ein guter Anfang, reiche jedoch bei weitem nicht aus, ergänzt die Taubenexpertin. Der Umgang mit Stadttauben, Ratten und Mäusen spiegelt die gesellschaftliche Haltung gegenüber Tieren wider. Doch tierfreundliche Modelle wie das Augsburger Modell zeigen, dass ein respektvolles Miteinander möglich ist – es liegt an uns, diesen Weg weiterzugehen und humane Lösungen zu fördern.</p><h4>Jetzt helfen!</h4><p>Der Verein Stadttauben Schweiz setzt sich für das Wohlergehen und die Würde von Stadttauben ein und arbeitet Modelle zur tierfreundlichen Populations- kontrolle aus. Auf der <a href="https://stadttauben.ch/" target="_blank">Website des Vereins Stadttauben Schweiz</a> finden sich viele nützliche Tipps und Infos.</p><p>Für die pelzigen Tierchen existieren momentan leider keine Hilfsprojekte. Jedoch setzt sich der<a href="https://rattenclub.ch/" target="_blank"> Club der Rattenfreunde</a> CH generell für Wild-, Labor- und Heimtierratten ein. Der Verein vermittelt heimatlose Ratten und setzt sich für&nbsp;<br>die Sensibilisierung der Bevölkerung ein.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 Joel Sartore, National Geographic Photo Ark &amp; National Geographic. (2018, 17. Januar). Eine provokante Studie hält menschliche Parasiten für die primären Überträger des<br>Pestbakteriums. <a href="http://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/ratten-womoeglich-doch-nicht-fuer-mittelalterlichepestausbrueche-verantwortlich">www.nationalgeographic.de/wissenschaft/ratten-womoeglich-doch-nicht-fue…</a><br>2 Kneidl-Fenske, M. &amp; Dämmrich, M. (2017). Gefährdungseinstufung von Stadttauben: Übertragen Tauben Krankheiten und Parasiten? Überprüfung aktueller Aussagen<br>aus dem Internet auf ihren Wahrheitsgehalt (Von Hamburger Stadttauben e. V. &amp; Landesbeauftragte für den Tierschutz in Niedersachsen). <a href="http://www.erna-graff-stiftung.de/wp-content/uploads/2017/08/Gef%C3%A4hrdungseinstufung-der-Stadttauben.pdf">www.erna-graff-stiftung.de/wp-content/uploads/2017/08/Gef%C3%A4hrdungse…</a></p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/wildtiere" target="_blank">Alles über Wildtiere</a></li><li><a href="https://stadttauben.ch/" target="_blank">Stadttauben Schweiz</a></li><li><a href="https://rattenclub.ch/" target="_blank">Club der Rattenfreunde Schweiz&nbsp;</a></li></ul></div> Tue, 25 Nov 2025 07:00:00 +0000 Sarah 4176 at https://www.swissveg.ch Ein Leben im Verborgenen https://www.swissveg.ch/de/tauben?language=it <span>Ein Leben im Verborgenen</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>25. November 2025 - 8:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Verachtet und gejagt: Stadttauben, Mäuse und Ratten haben kein einfaches Leben. Doch einige Städte zeigen, dass es auch anders geht.</p><p>Sie picken an Bahnhöfen nach Abfall und Essensresten und werden vom Grossteil der Pendelnden keines Blickes gewürdigt: Stadttauben haben es schwer in unseren Städten. Sie finden weder artgerechtes Futter noch geeignete Nist- und Schlafplätze. Dass Stadttauben nur aufgrund des Menschen existieren, wissen die wenigsten: Die Vögel wurden vor rund 6 000 Jahren domestiziert und dienten über lange Zeit als Fleisch- und Eierlieferanten sowie Briefboten. Heute haben sie jedoch ihren ursprünglichen Nutzen für den Menschen verloren, sind obdachlos geworden und leben in den Städten. Ratten und Mäuse sind in unserem Stadtbild weniger sichtbar als ihre fliegenden Leidensgenossinnen. Im Unterschied zu Stadttauben wurden sie nie domestiziert. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte Kulturfolger – Tiere, die dem Menschen aufgrund von Unterschlupf- und Nahrungsmöglichkeiten in dessen Siedlungen folgen. Die pelzigen Tierchen werden abschätzig als «Hygieneschädlinge» bezeichnet und gelten schon seit jeher als Seuchenträger. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sie für die Verbreitung der Pest im Mittelalter verantwortlich gemacht wurden. Doch daran gibt es Zweifel: 2018 fanden Forschende heraus, dass nicht Ratten- sondern Menschenflöhe und Kleiderläuse die gefürchtete Seuche verbreitet hatten.¹ In der Schweiz besteht heutzutage keine Gefahr durch Mäuse oder Ratten. Auch Stadttauben wird oft unterstellt, sie würden Krankheiten übertragen, viele Menschen ekeln sich deshalb vor den Vögeln. Doch diese Angst ist unbegründet: Es gibt keine bestätigten Fälle, bei denen Erkrankungen von Stadttauben auf Menschen übertragen wurden. So sind beispielsweise Salmonellen, die Tauben befallen können, taubenspezifisch und für den Menschen daher harmlos.²</p><h3>Grausame Populationskontrolle</h3><p>Neben baulichen Massnahmen zur Abschreckung wie Spikes auf Simsen oder Netzen, die sich oft als tödliche Fallen für die Vögel erweisen, werden Tauben auch aktiv gejagt. Den Ratten und Mäusen ergeht es nicht besser: In der Schweiz bieten viele private Schädlingsbekämpfungsfirmen «professionelle Mäusebekämpfungen» an. Dabei werden die Nager hauptsächlich mit Gift oder Schlagfallen getötet. Dabei wäre es in Bezug auf die Nagetiere einfach, für eine gesunde Population zu sorgen: Der Schweizer Tierschutz empfiehlt vorbeugende Massnahmen wie etwa die sichere Aufbewahrung von Lebensmitteln und das Verschliessen von Müllcontainern. Zudem führen die Bekämpfungsmassnahmen ohnehin nur dazu, dass die weiblichen Tiere noch fruchtbarer werden und mehr Nachwuchs gebären. Das Tierschutzgesetz (TSchG) und die Tierschutzverordnung (TSchV) verbieten es, Wirbeltieren wie Mäusen und Ratten ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Würde dies konsequent befolgt, wäre die grausame Tötung der Säugetiere ohnehin nicht erlaubt.</p><h3>Gesellschaftliche Verantwortung</h3><p>Immerhin für Stadttauben tritt langsam aber sicher eine Verbesserung ein. Dies zeigt die deutsche Stadt Augsburg, die mit dem «Augsburger Modell» eine Vorreiterrolle einnimmt: Sie stellt den Tieren betreute Taubenschläge zur Verfügung, wo sie Futter finden und ihr Gesundheitszustand überprüft wird. Durch die Bindung an den Taubenschlag sind die Vögel seltener in der Stadt unterwegs und hinterlassen dort dementsprechend weniger Kot. Zur Regulierung des Bestands werden frisch gelegte Eier zudem durch Ei-Attrappen ersetzt. «In betreuten Schlägen lässt man die Tauben so alle 1 bis 1,5 Jahre ausbrüten», erklärt Sabine Ruch vom Verein Stadttauben Schweiz. In der Schweiz verfügt die Stadt Bern über ein vorbildliches Taubenmanagement. Winterthur hat zumindest zwei Schläge und auch weitere Städte, darunter Olten, Aarau sowie Solothurn haben laut Sabine Ruch einige betreute Taubenschläge. Dies sei ein guter Anfang, reiche jedoch bei weitem nicht aus, ergänzt die Taubenexpertin. Der Umgang mit Stadttauben, Ratten und Mäusen spiegelt die gesellschaftliche Haltung gegenüber Tieren wider. Doch tierfreundliche Modelle wie das Augsburger Modell zeigen, dass ein respektvolles Miteinander möglich ist – es liegt an uns, diesen Weg weiterzugehen und humane Lösungen zu fördern.</p><h4>Jetzt helfen!</h4><p>Der Verein Stadttauben Schweiz setzt sich für das Wohlergehen und die Würde von Stadttauben ein und arbeitet Modelle zur tierfreundlichen Populations- kontrolle aus. Auf der <a href="https://stadttauben.ch/" target="_blank">Website des Vereins Stadttauben Schweiz</a> finden sich viele nützliche Tipps und Infos.</p><p>Für die pelzigen Tierchen existieren momentan leider keine Hilfsprojekte. Jedoch setzt sich der<a href="https://rattenclub.ch/" target="_blank"> Club der Rattenfreunde</a> CH generell für Wild-, Labor- und Heimtierratten ein. Der Verein vermittelt heimatlose Ratten und setzt sich für&nbsp;<br>die Sensibilisierung der Bevölkerung ein.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 Joel Sartore, National Geographic Photo Ark &amp; National Geographic. (2018, 17. Januar). Eine provokante Studie hält menschliche Parasiten für die primären Überträger des<br>Pestbakteriums. <a href="http://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/ratten-womoeglich-doch-nicht-fuer-mittelalterlichepestausbrueche-verantwortlich">www.nationalgeographic.de/wissenschaft/ratten-womoeglich-doch-nicht-fue…</a><br>2 Kneidl-Fenske, M. &amp; Dämmrich, M. (2017). Gefährdungseinstufung von Stadttauben: Übertragen Tauben Krankheiten und Parasiten? Überprüfung aktueller Aussagen<br>aus dem Internet auf ihren Wahrheitsgehalt (Von Hamburger Stadttauben e. V. &amp; Landesbeauftragte für den Tierschutz in Niedersachsen). <a href="http://www.erna-graff-stiftung.de/wp-content/uploads/2017/08/Gef%C3%A4hrdungseinstufung-der-Stadttauben.pdf">www.erna-graff-stiftung.de/wp-content/uploads/2017/08/Gef%C3%A4hrdungse…</a></p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/wildtiere" target="_blank">Alles über Wildtiere</a></li><li><a href="https://stadttauben.ch/" target="_blank">Stadttauben Schweiz</a></li><li><a href="https://rattenclub.ch/" target="_blank">Club der Rattenfreunde Schweiz&nbsp;</a></li></ul></div> Tue, 25 Nov 2025 07:00:00 +0000 Sarah 4176 at https://www.swissveg.ch Palmöl: zwischen Zerstörung und Effizienz https://www.swissveg.ch/de/palmoel?language=it <span>Palmöl: zwischen Zerstörung und Effizienz</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>10. November 2025 - 16:24</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Ob Aufstrich, Glace oder Bodylotion: Palmöl ist das am häufigsten genutzte und produzierte Öl der Welt. Die meisten Menschen sind sich bewusst, dass dessen Herstellung äusserst problematisch ist. Auch die Industrie hat das Problem erkannt und in den letzten zwanzig Jahren Bemühungen unternommen, die Produktion nachhaltiger zu gestalten. Doch können wir diesen Versprechen trauen?</p><p>Die Bilder verzweifelter Orang-Utans im abgebrannten Regenwald gingen vor rund 20 Jahren um die Welt. Sie standen exemplarisch für das immense Leid und die Zerstörung, die durch den intensiven Palmölanbau in Indonesien und Malaysia entsteht. Die Industrie reagierte und gründete 2004 den Verein Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Gründungsmitglieder sind der WWF, die Migros, Unilever und der internationale Pflanzenölverarbeiter AAK. Seither ist es ruhiger geworden um das Thema. Doch verschwunden ist die Problematik nicht, ganz im Gegenteil: Seit 2010 ist die weltweite Palmölproduktion um rund 70 Prozent angestiegen.<span class="fussnotenlink">1</span> Auf Borneo bedecken die Plantagen ca. 15 Prozent der gesamten Fläche und sind für einen enormen Regenwaldverlust verantwortlich.<span class="fussnotenlink">2</span> Der grösste Produzent ist Indonesien, das Land liefert über die Hälfte der globalen Palmölernte. Auch die Schweiz gehört zu den Abnehmern: Über 14 000 Tonnen Palmöl wurden laut dem Palmöl Netzwerk Schweiz letztes Jahr importiert. Zum ersten Mal seit Jahren gab es wieder einen Anstieg. Die Hauptprobleme des intensiven Palmölanbaus sind die Abholzung und die damit verbundenen Biodiversitätsund Habitatverluste für zahlreiche Tierarten, die Vertreibung indigener Gemeinschaften sowie schlechte Arbeitsbedingungen mit teilweise Kinderarbeit.</p><h3>Irreführende Versprechungen?</h3><p>Auch wenn das RSPO-Siegel mittlerweile auf vielen Produkten der hiesigen Supermärkte prangt, ist nachhaltig zertifiziertes Palmöl nach wie vor ein Nischenprodukt und macht lediglich 20 Prozent der weltweiten Produktion aus. Damit Produzenten das RSPO-Label erhalten, müssen sie Mitglied des Vereins sein und verschiedene Kriterien und Standards erfüllen: </p><ul><li>Keine Rodung von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Waldflächen</li><li>Schutz von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten</li><li>Schutz von Wasser, Boden und Luft </li><li>Einhaltung gesetzlicher Regelungen, darunter Landnutzungs- und Eigentumsrechte</li><li>Keine Kinderarbeit</li><li>Unabhängige Kontrolle der Plantagen </li></ul><p>Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen werfen dem RSPO seit seiner Gründung Greenwashing vor und kritisieren, dass die Standards zu wenig streng seien und die Kontrollen nicht ausreichten. Die Kritik ist teilweise berechtigt, wie Recherchen von Foodwatch und des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zeigen. 2024 haben die Organisationen eine Beschwerde bei Edeka eingereicht und fordern darin die Supermarktkette auf, ihrer Verantwortung bezüglich Menschenrechten in der Palmöllieferkette nachzukommen.<span class="fussnotenlink">3</span></p><h3>Welche Alternativen gibt es?</h3><p>Viele Menschen möchten aus genannten Gründen auf Palmöl verzichten. Das haben auch die Hersteller erkannt und bieten eine Vielzahl an «Palm oil free» gelabelten Produkten an. Meist wird das Öl durch Kokosfett ersetzt, das über ähnliche Eigenschaften verfügt, aber ein besseres Image hat. Doch das täuscht leider: Das tropische Öl wird ebenfalls in Monokultur- Plantagen angebaut und ist dabei weit weniger ertragreich als Palmöl. Das bedeutet, dass für denselben Ertrag viel mehr Fläche benötigt wird. Teilweise wird auch Raps- oder Sonnenblumenöl als Ersatz verwendet. Diese Öle haben allerdings den Nachteil, dass sie (teil-)gehärtet werden müssen, was negative gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Die drei wichtigsten Ölpflanzen Soja, Raps und Sonnenblumen, werden auf insgesamt 203 Millionen Hektaren angebaut und liefern etwa 52 Prozent des weltweiten Pflanzenöls. Die Ölpalme hingegen benötigt nur 23 Millionen Hektaren Fläche und generiert 40 Prozent des weltweiten Öls – sie ist somit deutlich effizienter.<span class="fussnotenlink">4</span></p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="62cceb7f-72a1-4aa9-a7b9-3cbf93a7e853" height="212" src="/sites/swissveg.ch/files/2025-10/palmoel-blog-ertragvergleich.png" width="820" /><figcaption>Der Vergleich zeigt eindrücklich, wie effizient Palmöl im Vergleich zu anderen Ölpflanzen ist: Verglichen wird der Ölertrag pro Hektar Anbaufläche in Tonnen. </figcaption></figure><h3>Detailhandel in der Schweiz</h3><p>Die grossen Schweizer Detaillisten sind sich der Problematik bewusst und versuchen auf verschiedene Weise, für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz zu sorgen. So ist Coop seit 2004 Mitglied des RSPO und geht noch einen Schritt weiter, indem er sein Palmöl von drei Bio Suisse zertifizierten Palmölplantagen in der Elfenbeinküste bezieht und es sowohl in Bio- wie auch in konventionellen Produkten einsetzt. Auch die Migros setzt auf RSPO-Palmöl. Aldi Suisse verwendet bei den Eigenmarkenprodukten Palmöl mit dem RSPO-Label. Bei den Bio-Produkten versucht der Detailhändler, auf tropische Fette zu verzichten. Lidl Schweiz bezieht für seine Eigenmarken ebenfalls Palmöl aus nachhaltigen Quellen.</p><p>Zudem arbeitet das Palmöl Netzwerk Schweiz eng mit diesen Händlern zusammen, um die Lieferketten transparenter zu gestalten und nachhaltige Standards zu fördern. Der WWF veröffentlicht jährlich den sogenannten Palmöl-Check, mit dem grosse Unternehmen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsleistung bewertet werden. Die Bewertungsskala reicht von 0 bis 25 Punkten, wobei höhere Werte eine bessere Nachhaltigkeitsperformance anzeigen. Alle vier genannten Schweizer Detailhändler erzielen Scores von über 19 Punkten, was der WWF als «Leading the Way» – also führend – bezeichnet.</p><h3>Palmöl von Kleinbauern </h3><p>Nebst dem RSPO existieren auch langjährige Initiativen von Bio-Produzierenden wie etwa das Serendipalm- Projekt des Bio-Seifenproduzenten Dr. Bronner's. Im westafrikanischen Ghana produzieren rund 600 Kleinbauern Bio- und Fairtrade-zertifiziertes Palmöl, das unter anderem auch von Rapunzel Naturkost und Gepa verwendet wird. Ziel des Projekts ist es, lokale Gemeinschaften und umweltfreundliche Anbaumethoden zu stärken, soziale Fairness zu fördern und Umweltstandards einzuhalten. Die Initiative legt Wert auf transparente Lieferketten, direkte Partnerschaften mit Kleinbauern und das Vermeiden von Greenwashing. Dies zeigt, dass es wenig zielführend ist, Palmöl pauschal zu verteufeln, sondern auf verlässliche Labels gesetzt werden sollte. Das RSPO-Siegel ist sicherlich nicht zertifiziertem Öl vorzuziehen, aber aufgrund der tiefen Standards dennoch bedingt empfehlenswert. Achten Sie auf vertrauenswürdige Siegel wie die Bio-Knospe oder das EU-Bio-Siegel, auch Fairtrade-Label wie Fair for Life sind gute Indikatoren, dass zumindest gewisse Standards bezüglich fairer Arbeitsbedingungen eingehalten werden. </p><p>Für die Zukunft besteht ein grosses Potenzial bei innovativen biotechnologischen Verfahren wie der Präzisionsfermentation betreffend Ersatzprodukte für Palmöl. Sie ermöglicht die Herstellung pflanzlicher Fettbestandteile im Labor, ähnlich jener von tierischen Produkten, wie etwa Milchbestandteilen oder Kollagen. Die Technologie könnte die Branche mit dieser nachhaltigen, transparenten und ethisch vertretbaren Alternative revolutionieren.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 FAOSTAT. (o. D.). <a href="http://www.fao.org/faostat/en/#compare">www.fao.org/faostat/en/#compare</a><br>2 Morgans, C. L., Meijaard, E., Santika, T., Law, E., Budiharta, S.,Ancrenaz, M. &amp; Wilson, K. A. (2018). Evaluating the<br>effectiveness of palm oil certification in delivering multiple sustainability objectives. Environmental Research Letters, 13(6), 064032.<a href="https://doi.org/10.1088/1748-9326/aac6f4">https://doi.org/10.1088/1748-9326/aac6f4</a><br>3 Pressemitteilung. (o. D.). ECCHR. <a href="http://www.ecchr.eu/pressemitteilung/kritik-an-rspo-zertifiziertem-palmoel-vonnaturaceites">www.ecchr.eu/pressemitteilung/kritik-an-rspo-zertifiziertem-palmoel-von…</a><br>4 Murphy, D. J. (2025b). Agronomy and Environmental Sustainability of the Four Major Global Vegetable Oil Crops: Oil Palm, Soybean, Rapeseed, and Sunflower. Agronomy, 15(6), 1465. <a href="https://doi.org/10.3390/agronomy15061465">https://doi.org/10.3390/agronomy15061465</a></p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/oekologie?language=fr">Welche ökologischen Auswirkungen hat der Fleischkonsum?</a></li></ul></div> Mon, 10 Nov 2025 15:24:23 +0000 Sarah 4173 at https://www.swissveg.ch Welt-Tofu-Tag: Spannendes über den proteinreichen Alleskönner https://www.swissveg.ch/de/tofu?language=it <span>Welt-Tofu-Tag: Spannendes über den proteinreichen Alleskönner</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>26. Juli 2025 - 8:41</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Ob pikante Spiesse, knusprige Nuggets oder süsses Mousse au Chocolat: Tofu ist ein proteinreicher Alleskönner. Anlässlich des Welt-Tofu-Tages nehmen wir das Sojaprodukt genauer unter die Lupe und vergleichen es mit tierischen Proteinquellen. Welche hat mehr Protein und welche ist nachhaltiger?</p><p>Trotz seiner unglaublichen Vielseitigkeit und seinen zahlreichen Vorteilen wird Tofu nicht von allen Menschen gleichermassen geschätzt. Ganz im Gegenteil: Dem Bohnenquark wird nachgesagt, dass er fad schmecke und eine schlechte Proteinqualität habe. Zudem steht er auch immer wieder in der Kritik, weil er aus Sojabohnen hergestellt wird, bei denen viele Menschen nach wie vor glauben, dass dafür Regenwald abgeholzt wird. </p><h4>Fleisch vs. Tofu: Wie sieht es mit der Umweltbelastung aus?</h4><p>Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie indirekt sehr viel Soja konsumieren, selbst wenn sie noch nie in ihrem Leben Tofu gegessen haben. Denn rund drei Viertel der weltweiten Sojaernte dient als Mastfutter für Rinder, Geflügel und Schweine. So werden beispielsweise <strong>für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch rund fünf bis 20 Kilogramm Futtermittel benötigt.</strong><span class="fussnotenlink"><strong>1  </strong></span>Dabei handelt es sich nicht wie irrtümlich angenommen ausschliesslich um Gras, sondern auch um Getreide und Soja. Dazu kommt, dass die Fleischproduktion extrem energieintensiv ist: Die Produktion von einem Kilogramm <strong>Rindfleisch stösst 12 bis 13 Kilo CO<sub>2</sub>-Äqivalente</strong> aus.<span class="fussnotenlink">1<strong>  </strong></span>Im Vergleich dazu emittiert die Herstellung von einem Kilogramm <strong>Tofu nur knapp ein Kilo CO<sub>2</sub>-Äqivalent.</strong><em><span class="fussnotenlink"><strong>2</strong></span></em>  In Ermangelung von spezifischen Daten für Tofu werden für folgende Vergleiche die Zahlen von Soja verwendet: <strong>Die Belastung des Grundwassers und  Bodens </strong>ist bei einer Ernährung, die anstelle von Fleisch auf Sojaprodukte wie Tofu setzt, <strong>um das Siebenfache geringer</strong>, da weniger Schwefeldioxid, Stickstoffoxide und Ammoniak emittiert werden.<span class="fussnotenlink">  </span>Auch was den Landverbrauch betrifft, schneidet die pflanzliche Variante besser ab: Die Produktion einer sojabasierten Mahlzeit à 100 Gramm benötigt einen Drittel weniger Fläche als jene der gleichen Menge Pouletfleisch. <span class="fussnotenlink">3 </span></p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-07/Grafik_Tofu_Blog.png" data-entity-uuid="672ec7c6-119e-4171-a311-074b71205ea5" data-entity-type="file" alt="" width="2126" height="709" /><h4 class="einleitung">Proteinqualität im Vergleich</h4><p>Auch Punkto Nährwerte muss sich Tofu nicht verstecken: Er enthält durchschnittlich rund 15 Gramm Protein pro 100 Gramm bei rund 150 Kalorien. Damit ist er <strong>eine kalorien- und fettarme Proteinquelle</strong>. Ein häufig vorgebrachter Kritikpunkt an pflanzlichem Protein ist die vermeintlich unvollständige Aminosäurezusammensetzung. Hierbei ist jedoch klarzustellen: Soja gehört zu den wenigen pflanzlichen Lebensmitteln mit einem vollständigen Aminosäureprofil – es enthält alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge. <strong>Damit ist Tofu eine hochwertige Proteinquelle, vergleichbar mit tierischem Protein.</strong><span class="fussnotenlink">4</span> In einer Meta-Analyse kamen Forschende zudem zum Schluss, dass Sojaprotein, auch was den Muskel- und Kraftaufbau betrifft, mit tierischem Protein mithalten kann.<span class="fussnotenlink">5 </span></p><p>Daneben punktet Tofu mit einer Reihe weiterer Vorteile: </p><ul><li><strong>Niedriger Gehalt an gesättigten Fettsäuren</strong>: Tofu enthält im Vergleich zu vielen tierischen Produkten nicht nur weniger ungesunde Fette, sondern auch mehr gesunde (ungesättigte) Fettsäuren, was sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken kann.</li><li><strong>Reich an Isoflavonen</strong>: Die enthaltenen Isoflavone besitzen antioxidative Wirkungen, die Zellschäden durch freie Radikale reduzieren können und somit potenziell vor chronischen Krankheiten schützen. </li><li><strong>Mineralstoffquelle</strong>: Tofu liefert Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Eisen, die für Knochenstoffwechsel, Muskel- und Nervenfunktion sowie den Sauerstofftransport im Blut wichtig sind. Wenn im Herstellungsprozess Kalziumsulfat als Gerinnungsmittel verwendet wird, enthält der Tofu sogar noch mehr des wichtigen Minerals. </li></ul><h4>Schweizer Bio-Soja boomt</h4><p>Die Angst, Tofu zu kaufen, der aus abgeholzten Amazonas-Gebieten stammt, ist in der Schweiz und generell in Europa unbegründet: Hierzulande erhältliches Speisesoja, also auch Tofu, stammt aus der Schweiz oder dem nahen Ausland, wie etwa Italien, Österreich oder Frankreich. Produkte, die Soja aus Übersee enthalten, sind kaum zu finden. In der Schweiz werden jährlich rund 4000 Tonnen Soja produziert. Die Hälfte davon wird jedoch als Futtermittel für sogenannte Nutztiere verwendet.<span class="fussnotenlink">6</span> Die Schweizerische Forschungsanstalt Agroscope hat die Wichtigkeit der Sojabohne schon vor über 40 Jahren erkannt und forscht an der Züchtung von Sorten, die an das hiesige Klima angepasst sind, aber auch an solchen, die sich aufgrund ihres Geschmackes besonders gut für die Tofuproduktion eignen. Mehr zu Schweizer Tofu kann <a href="https://www.swissveg.ch/de/soja" target="_blank">hier </a>nachgelesen werden. </p><h4 class="einleitung">Fazit</h4><p>Punkto Gesundheit und Nachhaltigkeit ist Tofu tierischem Protein überlegen. Wenn jetzt bloss nicht sein fader Geschmack wäre, denkt sich wohl die eine oder andere. Tatsächlich ist das eines der häufigsten Vorurteile: Viele Menschen verbinden Tofu vor allem mit einem langweiligen, geschmacklosen Lebensmittel. Doch das stimmt nicht: <strong>Der Geschmack von Tofu ist sehr neutral, was ein Vorteil ist, da er sich dadurch vielseitig würzen und an jede Küche anpassen lässt. </strong>Durch die richtige Zubereitung – etwa Anbraten, Grillieren oder Frittieren – erhält Tofu eine knusprige Textur und kann in verschiedenen Gerichten überzeugen.<strong> </strong>Mit den richtigen Gewürzen, Marinaden und Zubereitungsmethoden lässt sich Tofu wunderbar schmackhaft und abwechslungsreich gestalten.<strong> Pro-Tipp: Wird der Tofu vor Verwendung eingefroren nimmt er anschliessend die Marinade besser auf.</strong></p><p>Auf unserer<a href="https://www.swissveg.ch/de/recipe/search?language=de" target="_blank"> Rezeptseite </a>sind zahlreiche kreative und schmackhafte Tofurezepte zu finden. Ob cremiges Curry, gebratene Tofusticks oder süsser Cheesecake – mit dem Stichwort «Tofu» findet sich Inspirationen für jeden Geschmack.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 Fleisch und Milchprodukte | WWF Schweiz. (o.&nbsp;D.). WWF Schweiz. <a href="https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/fleisch-und-milchprodukte">https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/fleisch-und-milchprodukte</a></p><p>2 Mejia, A., Harwatt, H., Jaceldo-Siegl, K., Sranacharoenpong, K., Soret, S. &amp; Sabaté, J. (2017b). Greenhouse Gas Emissions Generated by Tofu Production: A Case Study. Journal Of Hunger &amp; Environmental Nutrition, 13(1), 131–142. <a href="https://doi.org/10.1080/19320248.2017.1315323">https://doi.org/10.1080/19320248.2017.1315323</a></p><p>3 Jetzke, T., Richter, S., Institut für Innovation und Technik [iit] in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Keppner, B., Domröse, L., adelphi research gGmbH, Wunder, S., Ecologic Institut gGmbH &amp; Futurium gGmbH. (2019b). Die Zukunft im Blick: Fleisch der Zukunft. In S. Veenhoff &amp; Fachgebiet I 1.1: Grundsatzfragen, Nachhaltigkeitsstrategien und -szenarien, Ressourcenschonung (Hrsg.), Trendbericht Zur Abschätzung der Umweltwirkungen von Pflanzlichen Fleischersatzprodukten, Essbaren Insekten und In-vitro-Fleisch. <a href=" https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-06-25_trendanalyse_fleisch-der-zukunft_web_bf.pdf" target="_blank">https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-06-25_trendanalyse_fleisch-der-zukunft_web_bf.pdf</a></p><p>4 Rutherfurd, S. M., Fanning, A. C., Miller, B. J. &amp; Moughan, P. J. (2014). Protein Digestibility-Corrected Amino Acid Scores and Digestible Indispensable Amino Acid Scores Differentially Describe Protein Quality in Growing Male Rats. Journal Of Nutrition, 145(2), 372–379. <a href="https://doi.org/10.3945/jn.114.195438">https://doi.org/10.3945/jn.114.195438</a></p><p>5 Messina, M., Lynch, H., Dickinson, J. M. &amp; Reed, K. E. (2018). No Difference Between the Effects of Supplementing With Soy Protein Versus Animal Protein on Gains in Muscle Mass and Strength in Response to Resistance Exercise. International Journal Of Sport Nutrition And Exercise Metabolism, 28(6), 674–685. <a href="https://doi.org/10.1123/ijsnem.2018-0071">https://doi.org/10.1123/ijsnem.2018-0071</a></p><p>6 Über Soja - soja netzwerk schweiz. (o.&nbsp;D.). Soja Netzwerk Schweiz. <a href="https://www.sojanetzwerk.ch/ueber-soja/">https://www.sojanetzwerk.ch/ueber-soja/</a></p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/soja" target="_blank">Alles zum weltweiten Sojaanbau&nbsp;</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-proteine" target="_blank">Vegane Proteine</a></li><li><a href="https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/pflanzenbau/ackerbau/kulturarten/soja/qualitative-verbesserung.html" target="_blank">Agroscope: Soja&nbsp;</a></li></ul></div> Sat, 26 Jul 2025 06:41:13 +0000 Sarah 4151 at https://www.swissveg.ch Argumente gegen den Fleischverzicht – und warum sie nicht überzeugen https://www.swissveg.ch/de/argumente?language=it <span>Argumente gegen den Fleischverzicht – und warum sie nicht überzeugen</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>24. Juni 2025 - 8:31</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Mit der Kampagne «<a href="https://www.swissveg.ch/de/dein-genuss-mein-leben" target="_blank">Dein Genuss – mein Leben</a>» macht Swissveg auf die anonymen Opfer aufmerksam, die hinter jedem Stück Fleisch stehen. Doch gegen eine fleischlose Ernährung gibt es nach wie vor viele Vorbehalte: Soja macht den Regenwald kaputt, pflanzliche Proteine sind minderwertig und die Schweiz ist doch sowieso perfekt für die Fleischproduktion geeignet. Was ist dran an diesen Behauptungen? Wir hinterfragen die Mythen und zeigen auf, warum der Verzicht auf Fleisch nicht nur problemlos möglich, sondern auch sinnvoll ist.  </p><div data-ui-role="accordion" data-ui-collapsed="true"><h3>«Fleisch ist eine unverzichtbare Proteinquelle»</h3><p>Der Glaube an die Unverzichtbarkeit von Fleisch basiert oft auf kulturellen Gewohnheiten und veralteten Vorstellungen. <strong>In Wahrheit ist der Verzicht auf tierische Produkte nicht nur problemlos möglich, sondern auch eine Chance, sich gesünder und bewusster zu ernähren – ganz ohne Tierleid.</strong> Denn trotz der weit verbreiteten Annahme, dass Fleisch unverzichtbar für eine proteinreiche Ernährung ist, zeigt die wissenschaftliche Datenlage, dass pflanzliche Proteine alle essenziellen Aminosäuren liefern. Für eine optimale Bedarfsdeckung empfiehlt es sich, übe den Tag verschiedene pflanzliche Proteinquellen zu konsumieren. Alles zum Thema Protein und wie eine vegane, proteinreiche Ernährung gelingt, erfahren Sie auf unserer<a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-proteine" target="_blank" title="Protein-Infoseite"> Protein-Infoseite</a>.    <br />Seinen Proteinbedarf über Fleisch zu decken, ist zudem nicht nur aus ethischer, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht keine gute Idee: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft verarbeitetes<strong> Fleisch wie Speck, Wurstwaren oder Schinken als «krebserregend» und rotes Fleisch als «wahrscheinlich krebserregend» ein</strong>. Gemäss aktueller Studienlage erhöht ein Konsum ab 50 g pro Tag die Sterblichkeit sowie das Risiko für Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.<span class="fussnotenlink">1,2  </span>Wenn das mal keine guten Gründe sind, das nächste Mal ein Veggie-Steak zu grillieren!</p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Protein.jpg" data-entity-uuid="f9412409-c02d-4e09-8b0e-a15e66fc5293" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Euer Sojakonsum macht den Regenwald kaputt!»</h3><p>Das wohl beliebteste und meist gehörte Argument – und trotzdem falsch. Denn <strong>rund 76 Prozent des weltweit produzierten Sojas wird als Futtermittel für sogenannte Nutztiere verwendet.</strong><span class="fussnotenlink">3</span> Produkte wie Tofu, Sojamilch oder Tempeh dagegen machen weniger als 10 Prozent der weltweiten Sojaproduktion aus.<span class="fussnotenlink">4</span> In der Schweiz erhältliche Sojaprodukte wie Tofu und Sojamilch stammen zudem meist aus europäischer Produktion. Im Gegensatz dazu,<strong> stammt Soja für Tierfutter tatsächlich zu einem grossen Teil aus Regenwaldgebieten</strong> und führt in den betroffenen Gebieten zu grossen ökologischen Schäden wie Abholzung und Lebensraum-Verlust für zahlreiche Tierarten.<span class="fussnotenlink">5</span> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Soja.jpg" data-entity-uuid="01095f47-7169-4094-b98a-32993ca4d91b" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Ohne Fleisch drohen Mangelerscheinungen»</h3><p>Die Vorstellung, dass wir ohne Fleisch automatisch einen Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen haben, ist ein Mythos. Diese sogenannt kritischen Nährstoffe wozu etwa Eisen, Zink, Jod oder Vitamin B12 zählen, sind mit der Ausnahme von Vitamin B12 auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Letzteres kann problemlos über eine Supplementierung gedeckt werden. Es ist zudem ein Irrglaube, dass Mischköstler automatisch perfekt mit allen Nährstoffen versorgt sind: Das schweizerische Ernährungsbulletin<span class="fussnotenlink"> </span>zeigt etwa, dass auch bei einer omnivoren Ernährung nicht alle Nährstoffe abgedeckt sind, wozu unter anderem Vitamin D, Folat, Pantothensäure, Kalzium, Jod, Eisen, Zink, Magnesium und Vitamin B12 gehören.<span class="fussnotenlink">6 </span>Wie eine Ernährung ohne Fleisch funktioniert und auf welche Nährstoffe ein Augenmerk gelegt werden muss, erfahren Sie <a href="https://www.swissveg.ch/de/wichtige_naehrstoffe" target="_blank">hier</a>. </p><h3>«Die Schweiz ist ein Grasland und somit perfekt für die Fleischproduktion»</h3><p>Die Fleischwerbung  vermittelt den Eindruck, dass die meisten Nutztiere ausschliesslich Gras fressen.<span class="fussnotenlink">7</span> In Wirklichkeit macht dieser Anteil jedoch nur einen äusserst geringen Teil aus:<strong> Die heutigen Hochleistungsrinder können die erforderlichen Erträge in der Regel nicht ohne (importiertes) Kraftfutter wie Soja erreichen. So wird für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch rund 170 Gramm Soja benötigt – nebst anderem Kraftfutter.</strong><span class="fussnotenlink">8 </span>Nutztiere wie Geflügel und Schweine ernähren sich zudem nicht von Gras: Sie benötigen Getreide oder Mais, also Lebensmittel, die für den direkten menschlichen Verzehr geeignet sind.<span class="fussnotenlink">9</span> Dadurch stehen sie in direkter Ernährungskonkurrenz zum Menschen.<strong> </strong>Das viel beworbene «Weidefleisch» existiert daher vor allem in der Werbung – die tatsächliche Fütterungspraxis sieht anders aus. Es gibt nachhaltige Wege, ländliche Räume zu entwickeln – ohne Tiere auszubeuten oder Umweltzerstörung zu fördern. Ein bewusster Verzicht auf Tierprodukte kann sogar dazu beitragen, unsere Erde für kommende Generationen lebenswert zu erhalten. Mehr zum Thema Grasland Schweiz erfahren Sie <a href="https://www.swissveg.ch/de/grasland-schweiz" target="_blank">hier.</a> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Grasland.png" data-entity-uuid="7693ac00-a17f-4792-ae57-29e4eb5a9bfc" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Und was passiert denn mit den Landwirten?!»</h3><p>Die Abhängigkeit von der Massentierhaltung schadet unserer Umwelt, unserer Gesundheit und den Tieren. Statt diese zerstörerischen Strukturen zu stützen, sollten wir in nachhaltige Alternativen investieren. <strong>Wenn weniger landwirtschaftliche Flächen für die Tierhaltung genutzt werden – etwa durch den Rückgang der Massentierhaltung – entsteht erheblich mehr landwirtschaftliche Nutzfläche</strong>. Dieses freiwerdende Land kann in vielfältiger Weise genutzt werden: Für den Anbau von Leguminosen für den menschlichen Verzehr, aber auch für andere Kulturen wie Getreide oder Gemüse. Das eröffnet Landwirte neue Einkommensquellen und stärkt regionale Versorgungsketten. Denn hier besteht grosses Potenzial:<strong> Aktuell beträgt der Schweizer Selbstversorgungsgrad bei Proteinpflanzen nur zwei Prozent – das bedeutet, dass 98 Prozent des Bedarfs importiert werden.</strong><span class="fussnotenlink">10</span><strong> </strong>Leguminosen wie Erbsen, Bohnen, Linsen oder Kichererbsen sind nicht nur sehr nährstoffreich, sondern auch eine Schlüsselkomponente für eine nachhaltige Ernährung. Durch den Anbau von Leguminosen wird beispielsweise auch die Bodenqualität verbessert (da sie Stickstoff aus der Luft binden), was den Einsatz von synthetischen Düngemitteln reduziert und die Umwelt schont. </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Leguminosen.jpg" data-entity-uuid="f9c734bb-3f5f-4629-ac0f-00494e69e66a" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><p> </p><h3>«Der Mensch hat doch schon immer Fleisch gegessen»</h3><p>Der Mensch ist tatsächlich ein Allesfresser. Das heisst er kann – muss aber nicht – Fleisch essen. Der Verzehr von Fleisch ist eine kulturelle Gewohnheit aus einer Zeit, in der Ressourcen knapp waren – <strong>heute haben wir die Wahl für eine ethisch vertretbare Ernährung ohne Tierleid. </strong>Evolution bedeutet nicht, dass wir heute noch Tiere essen müssen; vielmehr zeigt sie uns, dass wir uns an veränderte Bedingungen anpassen können. Der Mensch hat sich schon immer den Gegebenheiten angepasst und das gegessen, was eben verfügbar war. Zudem haben Menschen nie ausschliesslich Fleisch gegessen. Unsere Vorfahren waren als  Jäger und Sammler unterwegs und konsumierten somit sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. </p><h3>«Wenn niemand mehr Fleisch isst, was passiert denn mit all den Tieren?!»</h3><p><strong>Die heutigen Nutztiere wurden einzig und alleine dafür gezüchtet, um als Fleisch-, Milch- oder Eierlieferanten zu dienen.</strong> Sie werden auf maximale Leistung gezüchtet, was zu grossem Leiden der Tiere führt. Die Folgen dieser leistungsorientierten Zucht, verbunden mit nicht artgerechter Haltung, sind gesundheitliche Probleme wie Lahmheiten, Knochenbrüche und ein vorzeitiger Tod. Zudem werden <strong>die meisten Rinder und Schweine künstlich befruchtet.</strong> Von natürlicher Fortpflanzung kann nicht die Rede sein, wodurch das Argument der unkontrollierten Vermehrung bei sinkendem Fleischkonsum hinfällig wird. </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Nutztiere.jpg" data-entity-uuid="b24fcab8-05d0-4a92-8a59-f296e0548fd6" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Fleischersatzprodukte sind voll mit Chemie!»</h3><p>Fleischalternativen werden häufig als ungesund abgestempelt, da ein hoher Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einem erhöhten Risiko für ernährungsbedingte Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.<strong> Doch Fleischersatzprodukte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Nährstoffzusammensetzung</strong> stark von anderen hochverarbeiteten Produkten und <strong>sind sogar gesünder als verarbeitetes Fleisch </strong>– sie liefern mehr Nahrungsfasern, gleich viel Protein und dabei erheblich weniger gesättigte Fettsäuren<strong>.</strong> Vegane Fleischalternativen können deshalb eine wertvolle Ergänzung einer ausgewogenen pflanzliche Ernährung sein. <strong>Davon können insbesondere Flexitarier profitieren</strong>, da sie durch den bewussten Ersatz von Fleisch durch hochwertige pflanzliche Alternativen eine gesündere Wahl treffen können. Also <strong>beim nächsten BBQ ruhig wieder zu veganen Optionen greifen</strong> – die Tiere werden es danken! Was es bei der Auswahl der Alternativen zu beachten gibt, kann in <a href="https://www.swissveg.ch/de/leitfaden-verarbeitete-lebensmittel" target="_blank" title="unserem Blogpost">unserem Blogpost</a> nachgelesen werden. <strong>Des Weiteren gelingt eine vegane Ernährung selbstverständlich auch ohne Alternativprodukte</strong>: Pflanzliche Proteinquellen wie Tofu, Linsen, Bohnen, Seitan sowie Nüsse, Samen und Kerne enthalten hochwertiges Protein und sorgen für Vielfalt auf dem Teller. </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Ersatzprodukte.jpg" data-entity-uuid="eb7d6f47-4d25-4873-bbe2-a8ea74878876" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /></div></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 World Health Organization. (2015, 26. Oktober). Cancer: Carcinogenicity of the consumption of red meat and processed meat. <a href="http://www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/cancer-carcinogenicity-of-the-consumption-of-red-meat-and-processed-meat">www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/cancer-carcinogenicity…</a></p><p>2 Farvid, M. S., Sidahmed, E., Spence, N. D., Angua, K. M., Rosner, B. &amp; Barnett, J. B. (2021). Consumption of red meat and processed meat and cancer incidence: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. European Journal of Epidemiology, 36(9), 937–951. doi.org/10.1007/s10654-021-00741-9</p><p>3 WWF Deutschland. (2022, 23. August). Soja - die Nachfrage steigt. <a href="http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/soja">www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtscha…</a></p><p>4 Ritchie, H. &amp; Roser, M. (o. D.). Soy. <a href="http://www.ourworldindata.org/soy">www.ourworldindata.org/soy</a></p><p>5 WWF Deutschland. (o. D.). Viehzucht und Sojaanbau befeuern Artensterben: Ergebnisse einer neuen WWF-Studie. <a href="http://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/amazonien/wahlen-in-brasilien/amazonas-studie-viehzucht-und-sojaanbau-befeuern-artensterben">www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/amazonien/wahlen-in-brasilie…</a></p><p>6 Wäfler, M. &amp; Zuberbuehler, C. A. (2021). Wie gut ist die Bevölkerung der Schweiz mit Mikronährstoffen versorgt? Schweizer Ernährungsbulletin 2021, 3–5.&nbsp;</p><p>7 Schweizer Fleisch; Swissmilk: Schweizer Grasland und die Milch – das passt einfach</p><p>8 Souci, Fachmann, Kraut. (2020). Faktenblatt Soja Netzwerk Schweiz. <a href="https://www.sojanetzwerk.ch/fileadmin/user_upload/Soja_Faktenblatt_August_2020.pdf">https://www.sojanetzwerk.ch/fileadmin/user_upload/Soja_Faktenblatt_August_2020.pdf</a></p><p>9 &nbsp;Fleischproduktion ist ineffizient: Umweltfreundlich ist nur die Reduktion von Produktion und Konsum – auch bei Schwein und Huhn. Factsheet. <a href="https://www.wwf.ch/sites/default/files/doc-2022-12/2022_Poulet-%20und_Schweinefleisch-Produktion_und_Nachhaltigkeit_0.pdf">https://www.wwf.ch/sites/default/files/doc-2022-12/2022_Poulet-%20und_S…</a></p><p>10 &nbsp;Argumentarium Initiative für eine sichere Ernährung.pdf. (o.&nbsp;D.). Google Docs. <a href="https://drive.google.com/file/d/1ZvhbgMl_vxWW9u0LSTSG1VrGSJJQcwcV/view">https://drive.google.com/file/d/1ZvhbgMl_vxWW9u0LSTSG1VrGSJJQcwcV/view</a></p><p>&nbsp;</p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/leitfaden-verarbeitete-lebensmittel" target="_blank">Fleischalternativen: wie gesund sind sie?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-proteine" target="_blank">Vegane Proteine</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/wichtige_naehrstoffe" target="_blank">Wichtige Nährstoffe</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/v-label_allgemein" target="_blank">Unsere Orientierungshilfe beim Einkaufen: das V-Label&nbsp;</a></li></ul></div> Tue, 24 Jun 2025 06:31:30 +0000 Sarah 4146 at https://www.swissveg.ch Argumente gegen den Fleischverzicht – und warum sie nicht überzeugen https://www.swissveg.ch/de/argumente?language=it <span>Argumente gegen den Fleischverzicht – und warum sie nicht überzeugen</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=it" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>24. Juni 2025 - 8:31</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Mit der Kampagne «<a href="https://www.swissveg.ch/de/dein-genuss-mein-leben" target="_blank">Dein Genuss – mein Leben</a>» macht Swissveg auf die anonymen Opfer aufmerksam, die hinter jedem Stück Fleisch stehen. Doch gegen eine fleischlose Ernährung gibt es nach wie vor viele Vorbehalte: Soja macht den Regenwald kaputt, pflanzliche Proteine sind minderwertig und die Schweiz ist doch sowieso perfekt für die Fleischproduktion geeignet. Was ist dran an diesen Behauptungen? Wir hinterfragen die Mythen und zeigen auf, warum der Verzicht auf Fleisch nicht nur problemlos möglich, sondern auch sinnvoll ist.  </p><div data-ui-role="accordion" data-ui-collapsed="true"><h3>«Fleisch ist eine unverzichtbare Proteinquelle»</h3><p>Der Glaube an die Unverzichtbarkeit von Fleisch basiert oft auf kulturellen Gewohnheiten und veralteten Vorstellungen. <strong>In Wahrheit ist der Verzicht auf tierische Produkte nicht nur problemlos möglich, sondern auch eine Chance, sich gesünder und bewusster zu ernähren – ganz ohne Tierleid.</strong> Denn trotz der weit verbreiteten Annahme, dass Fleisch unverzichtbar für eine proteinreiche Ernährung ist, zeigt die wissenschaftliche Datenlage, dass pflanzliche Proteine alle essenziellen Aminosäuren liefern. Für eine optimale Bedarfsdeckung empfiehlt es sich, übe den Tag verschiedene pflanzliche Proteinquellen zu konsumieren. Alles zum Thema Protein und wie eine vegane, proteinreiche Ernährung gelingt, erfahren Sie auf unserer<a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-proteine" target="_blank" title="Protein-Infoseite"> Protein-Infoseite</a>.    <br />Seinen Proteinbedarf über Fleisch zu decken, ist zudem nicht nur aus ethischer, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht keine gute Idee: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft verarbeitetes<strong> Fleisch wie Speck, Wurstwaren oder Schinken als «krebserregend» und rotes Fleisch als «wahrscheinlich krebserregend» ein</strong>. Gemäss aktueller Studienlage erhöht ein Konsum ab 50 g pro Tag die Sterblichkeit sowie das Risiko für Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.<span class="fussnotenlink">1,2  </span>Wenn das mal keine guten Gründe sind, das nächste Mal ein Veggie-Steak zu grillieren!</p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Protein.jpg" data-entity-uuid="f9412409-c02d-4e09-8b0e-a15e66fc5293" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Euer Sojakonsum macht den Regenwald kaputt!»</h3><p>Das wohl beliebteste und meist gehörte Argument – und trotzdem falsch. Denn <strong>rund 76 Prozent des weltweit produzierten Sojas wird als Futtermittel für sogenannte Nutztiere verwendet.</strong><span class="fussnotenlink">3</span> Produkte wie Tofu, Sojamilch oder Tempeh dagegen machen weniger als 10 Prozent der weltweiten Sojaproduktion aus.<span class="fussnotenlink">4</span> In der Schweiz erhältliche Sojaprodukte wie Tofu und Sojamilch stammen zudem meist aus europäischer Produktion. Im Gegensatz dazu,<strong> stammt Soja für Tierfutter tatsächlich zu einem grossen Teil aus Regenwaldgebieten</strong> und führt in den betroffenen Gebieten zu grossen ökologischen Schäden wie Abholzung und Lebensraum-Verlust für zahlreiche Tierarten.<span class="fussnotenlink">5</span> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Soja.jpg" data-entity-uuid="01095f47-7169-4094-b98a-32993ca4d91b" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Ohne Fleisch drohen Mangelerscheinungen»</h3><p>Die Vorstellung, dass wir ohne Fleisch automatisch einen Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen haben, ist ein Mythos. Diese sogenannt kritischen Nährstoffe wozu etwa Eisen, Zink, Jod oder Vitamin B12 zählen, sind mit der Ausnahme von Vitamin B12 auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Letzteres kann problemlos über eine Supplementierung gedeckt werden. Es ist zudem ein Irrglaube, dass Mischköstler automatisch perfekt mit allen Nährstoffen versorgt sind: Das schweizerische Ernährungsbulletin<span class="fussnotenlink"> </span>zeigt etwa, dass auch bei einer omnivoren Ernährung nicht alle Nährstoffe abgedeckt sind, wozu unter anderem Vitamin D, Folat, Pantothensäure, Kalzium, Jod, Eisen, Zink, Magnesium und Vitamin B12 gehören.<span class="fussnotenlink">6 </span>Wie eine Ernährung ohne Fleisch funktioniert und auf welche Nährstoffe ein Augenmerk gelegt werden muss, erfahren Sie <a href="https://www.swissveg.ch/de/wichtige_naehrstoffe" target="_blank">hier</a>. </p><h3>«Die Schweiz ist ein Grasland und somit perfekt für die Fleischproduktion»</h3><p>Die Fleischwerbung  vermittelt den Eindruck, dass die meisten Nutztiere ausschliesslich Gras fressen.<span class="fussnotenlink">7</span> In Wirklichkeit macht dieser Anteil jedoch nur einen äusserst geringen Teil aus:<strong> Die heutigen Hochleistungsrinder können die erforderlichen Erträge in der Regel nicht ohne (importiertes) Kraftfutter wie Soja erreichen. So wird für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch rund 170 Gramm Soja benötigt – nebst anderem Kraftfutter.</strong><span class="fussnotenlink">8 </span>Nutztiere wie Geflügel und Schweine ernähren sich zudem nicht von Gras: Sie benötigen Getreide oder Mais, also Lebensmittel, die für den direkten menschlichen Verzehr geeignet sind.<span class="fussnotenlink">9</span> Dadurch stehen sie in direkter Ernährungskonkurrenz zum Menschen.<strong> </strong>Das viel beworbene «Weidefleisch» existiert daher vor allem in der Werbung – die tatsächliche Fütterungspraxis sieht anders aus. Es gibt nachhaltige Wege, ländliche Räume zu entwickeln – ohne Tiere auszubeuten oder Umweltzerstörung zu fördern. Ein bewusster Verzicht auf Tierprodukte kann sogar dazu beitragen, unsere Erde für kommende Generationen lebenswert zu erhalten. Mehr zum Thema Grasland Schweiz erfahren Sie <a href="https://www.swissveg.ch/de/grasland-schweiz" target="_blank">hier.</a> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Grasland.png" data-entity-uuid="7693ac00-a17f-4792-ae57-29e4eb5a9bfc" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Und was passiert denn mit den Landwirten?!»</h3><p>Die Abhängigkeit von der Massentierhaltung schadet unserer Umwelt, unserer Gesundheit und den Tieren. Statt diese zerstörerischen Strukturen zu stützen, sollten wir in nachhaltige Alternativen investieren. <strong>Wenn weniger landwirtschaftliche Flächen für die Tierhaltung genutzt werden – etwa durch den Rückgang der Massentierhaltung – entsteht erheblich mehr landwirtschaftliche Nutzfläche</strong>. Dieses freiwerdende Land kann in vielfältiger Weise genutzt werden: Für den Anbau von Leguminosen für den menschlichen Verzehr, aber auch für andere Kulturen wie Getreide oder Gemüse. Das eröffnet Landwirte neue Einkommensquellen und stärkt regionale Versorgungsketten. Denn hier besteht grosses Potenzial:<strong> Aktuell beträgt der Schweizer Selbstversorgungsgrad bei Proteinpflanzen nur zwei Prozent – das bedeutet, dass 98 Prozent des Bedarfs importiert werden.</strong><span class="fussnotenlink">10</span><strong> </strong>Leguminosen wie Erbsen, Bohnen, Linsen oder Kichererbsen sind nicht nur sehr nährstoffreich, sondern auch eine Schlüsselkomponente für eine nachhaltige Ernährung. Durch den Anbau von Leguminosen wird beispielsweise auch die Bodenqualität verbessert (da sie Stickstoff aus der Luft binden), was den Einsatz von synthetischen Düngemitteln reduziert und die Umwelt schont. </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Leguminosen.jpg" data-entity-uuid="f9c734bb-3f5f-4629-ac0f-00494e69e66a" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><p> </p><h3>«Der Mensch hat doch schon immer Fleisch gegessen»</h3><p>Der Mensch ist tatsächlich ein Allesfresser. Das heisst er kann – muss aber nicht – Fleisch essen. Der Verzehr von Fleisch ist eine kulturelle Gewohnheit aus einer Zeit, in der Ressourcen knapp waren – <strong>heute haben wir die Wahl für eine ethisch vertretbare Ernährung ohne Tierleid. </strong>Evolution bedeutet nicht, dass wir heute noch Tiere essen müssen; vielmehr zeigt sie uns, dass wir uns an veränderte Bedingungen anpassen können. Der Mensch hat sich schon immer den Gegebenheiten angepasst und das gegessen, was eben verfügbar war. Zudem haben Menschen nie ausschliesslich Fleisch gegessen. Unsere Vorfahren waren als  Jäger und Sammler unterwegs und konsumierten somit sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. </p><h3>«Wenn niemand mehr Fleisch isst, was passiert denn mit all den Tieren?!»</h3><p><strong>Die heutigen Nutztiere wurden einzig und alleine dafür gezüchtet, um als Fleisch-, Milch- oder Eierlieferanten zu dienen.</strong> Sie werden auf maximale Leistung gezüchtet, was zu grossem Leiden der Tiere führt. Die Folgen dieser leistungsorientierten Zucht, verbunden mit nicht artgerechter Haltung, sind gesundheitliche Probleme wie Lahmheiten, Knochenbrüche und ein vorzeitiger Tod. Zudem werden <strong>die meisten Rinder und Schweine künstlich befruchtet.</strong> Von natürlicher Fortpflanzung kann nicht die Rede sein, wodurch das Argument der unkontrollierten Vermehrung bei sinkendem Fleischkonsum hinfällig wird. </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Nutztiere.jpg" data-entity-uuid="b24fcab8-05d0-4a92-8a59-f296e0548fd6" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /><h3>«Fleischersatzprodukte sind voll mit Chemie!»</h3><p>Fleischalternativen werden häufig als ungesund abgestempelt, da ein hoher Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einem erhöhten Risiko für ernährungsbedingte Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.<strong> Doch Fleischersatzprodukte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Nährstoffzusammensetzung</strong> stark von anderen hochverarbeiteten Produkten und <strong>sind sogar gesünder als verarbeitetes Fleisch </strong>– sie liefern mehr Nahrungsfasern, gleich viel Protein und dabei erheblich weniger gesättigte Fettsäuren<strong>.</strong> Vegane Fleischalternativen können deshalb eine wertvolle Ergänzung einer ausgewogenen pflanzliche Ernährung sein. <strong>Davon können insbesondere Flexitarier profitieren</strong>, da sie durch den bewussten Ersatz von Fleisch durch hochwertige pflanzliche Alternativen eine gesündere Wahl treffen können. Also <strong>beim nächsten BBQ ruhig wieder zu veganen Optionen greifen</strong> – die Tiere werden es danken! Was es bei der Auswahl der Alternativen zu beachten gibt, kann in <a href="https://www.swissveg.ch/de/leitfaden-verarbeitete-lebensmittel" target="_blank" title="unserem Blogpost">unserem Blogpost</a> nachgelesen werden. <strong>Des Weiteren gelingt eine vegane Ernährung selbstverständlich auch ohne Alternativprodukte</strong>: Pflanzliche Proteinquellen wie Tofu, Linsen, Bohnen, Seitan sowie Nüsse, Samen und Kerne enthalten hochwertiges Protein und sorgen für Vielfalt auf dem Teller. </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-06/Ersatzprodukte.jpg" data-entity-uuid="eb7d6f47-4d25-4873-bbe2-a8ea74878876" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="480" /></div></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 World Health Organization. (2015, 26. Oktober). Cancer: Carcinogenicity of the consumption of red meat and processed meat. <a href="http://www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/cancer-carcinogenicity-of-the-consumption-of-red-meat-and-processed-meat">www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/cancer-carcinogenicity…</a></p><p>2 Farvid, M. S., Sidahmed, E., Spence, N. D., Angua, K. M., Rosner, B. &amp; Barnett, J. B. (2021). Consumption of red meat and processed meat and cancer incidence: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. European Journal of Epidemiology, 36(9), 937–951. doi.org/10.1007/s10654-021-00741-9</p><p>3 WWF Deutschland. (2022, 23. August). Soja - die Nachfrage steigt. <a href="http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/soja">www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtscha…</a></p><p>4 Ritchie, H. &amp; Roser, M. (o. D.). Soy. <a href="http://www.ourworldindata.org/soy">www.ourworldindata.org/soy</a></p><p>5 WWF Deutschland. (o. D.). Viehzucht und Sojaanbau befeuern Artensterben: Ergebnisse einer neuen WWF-Studie. <a href="http://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/amazonien/wahlen-in-brasilien/amazonas-studie-viehzucht-und-sojaanbau-befeuern-artensterben">www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/amazonien/wahlen-in-brasilie…</a></p><p>6 Wäfler, M. &amp; Zuberbuehler, C. A. (2021). Wie gut ist die Bevölkerung der Schweiz mit Mikronährstoffen versorgt? Schweizer Ernährungsbulletin 2021, 3–5.&nbsp;</p><p>7 Schweizer Fleisch; Swissmilk: Schweizer Grasland und die Milch – das passt einfach</p><p>8 Souci, Fachmann, Kraut. (2020). Faktenblatt Soja Netzwerk Schweiz. <a href="https://www.sojanetzwerk.ch/fileadmin/user_upload/Soja_Faktenblatt_August_2020.pdf">https://www.sojanetzwerk.ch/fileadmin/user_upload/Soja_Faktenblatt_August_2020.pdf</a></p><p>9 &nbsp;Fleischproduktion ist ineffizient: Umweltfreundlich ist nur die Reduktion von Produktion und Konsum – auch bei Schwein und Huhn. Factsheet. <a href="https://www.wwf.ch/sites/default/files/doc-2022-12/2022_Poulet-%20und_Schweinefleisch-Produktion_und_Nachhaltigkeit_0.pdf">https://www.wwf.ch/sites/default/files/doc-2022-12/2022_Poulet-%20und_S…</a></p><p>10 &nbsp;Argumentarium Initiative für eine sichere Ernährung.pdf. (o.&nbsp;D.). Google Docs. <a href="https://drive.google.com/file/d/1ZvhbgMl_vxWW9u0LSTSG1VrGSJJQcwcV/view">https://drive.google.com/file/d/1ZvhbgMl_vxWW9u0LSTSG1VrGSJJQcwcV/view</a></p><p>&nbsp;</p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/leitfaden-verarbeitete-lebensmittel" target="_blank">Fleischalternativen: wie gesund sind sie?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-proteine" target="_blank">Vegane Proteine</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/wichtige_naehrstoffe" target="_blank">Wichtige Nährstoffe</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/v-label_allgemein" target="_blank">Unsere Orientierungshilfe beim Einkaufen: das V-Label&nbsp;</a></li></ul></div> Tue, 24 Jun 2025 06:31:30 +0000 Sarah 4146 at https://www.swissveg.ch