Amandine's blog https://www.swissveg.ch/de?language=en de Sommersession 2026 https://www.swissveg.ch/de/sommersession-2026?language=en <span>Sommersession 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>29. Mai 2026 - 9:58</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Sommersession der Räte findet vom 1. bis 19. Juni 2026 statt. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über Themen, die aus unserer Perspektive von Bedeutung sind.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244695" target="_blank">24.4695 Postulat</a>: Alternativen zu Tierversuchen. Forschungsstandort Schweiz stärken!</h2><p>Es soll überprüft werden welche Alternativen zu Tierversuchen im Ausland bereits angewendet werden und diese möglichst auch in der Schweiz einsetzen. Zum aktuellen Stand der Tierversuche haben wir hier eine <a href="https://www.swissveg.ch/de/stand-tierversuche" target="_blank">Zusammenstellung</a> veröffentlicht. Der Bundesrat setzt nach wie vor fast ausschliesslich auf das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine). Dieses hört sich zwar schön an, hat in den vergangenen Jahrzehnten jedoch viel weniger bewirkt, als man erhofft hatte. Der Bundesrat ist der Meinung, dass die aktuell laufenden Programme genügen und lehnt dieses Postulat ab.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244697" target="_blank">24.4697 Motion</a>: Nationales Forschungsprogramm für Organs-on-a-Chip</h2><p>Es soll ein nationales Forschungsprogramm für die Organ-on-Chip-Technologie lanciert werden. Damit könnten Tierversuche durch eine reproduzierbare, wissenschaftlichere Methode ersetzt werden. Der Bundesrat meint dazu, dass es bereits heute Forschungen in diesem Bereich gebe, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mitfinanziert werden. Es brauche keine extra Plattform für dieses Thema.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253277" target="_blank">25.3277 Motion</a>: Kürzung der Tierwohlbeiträge aufheben</h2><p>Vom Bund erhält man Subventionen, wenn man beim Programm "besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme" (BTS) mit macht. Diese Beiträge wurden 2024 gekürzt. Diese Kürzung soll diese Motion rückgängig machen. Zum Beispiel soll pro Rind jährlich wieder 90 CHF ausbezahlt werden, statt 75 CHF.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253371" target="_blank">25.3371 Motion</a>: Milchproduzenten sollen Interessenvertretungen der Schweizer Milchproduzenten nicht mehr unterstützen müssen</h2><p>Heute sind alle Milchproduzenten verpflichtet Beiträge an ihre Interessensvertreter (z.B. Schweizer Milchproduzenten [SMP]) zu bezahlen. Die SMP erhält somit garantierte zusätzliche Einnahmen für ihre Milchwerbung. Diese Motion will diese gesetzliche Verpflichtung aufheben.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253377" target="_blank">25.3377 Motion</a>: Weniger Antibiotikaeinsatz durch muttergebundene Kälberaufzucht</h2><p>Der Bund soll die muttergebundene Kälberaufzucht finanziell unterstützen, da damit die Kälbergesundheit gefördert und damit auch der Antibiotikaeinsatz reduziert werden könnte. Heute hat die übliche Kälberaufzucht ein gravierendes Problem, da sie kaum ohne Antibiotikagaben möglich ist.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20263515" target="_blank">26.3515 Motion</a>: Nachhaltigen Schutz der Kulturen im Zuckerrübenanbau sicherstellen</h2><p>Der Zuckerrübenanbau hat in der Schweiz eine Sonderstellung: Neben den tierischen Produkten wie Milch und Fleisch, sind die Subventionen für den Zucker am höchsten. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass von diesen Subventionen mehrere Lobbys profitieren: Aus 3 kg Zuckerrüben wird nur ein Kilogramm Zucker, aber 2 kg Futtermittel hergestellt. Deshalb wäre eine Verlagerung der Zuckerproduktion ins Ausland auch für die Schweizer Tierhalter von Nachteil. Diese Motion möchte nun neben den üblichen Anbausubventionen und den Subventionen für die «Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenanbau» zusätzlich Subventionen für die Forschung zu besseren Pflanzensorten, da der Zuckerrübenanbau umwelttechnisch problematisch ist.</p><p><em>8.6.2026: Der Nationalrat hat die Motion angenommen. Nun geht es in den Ständerat.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253231" target="_blank">25.3231 Motion</a>: Anpassung der RAUS-Bestimmungen im Sinne von Umwelt und Tierwohl</h2><p>In dieser Session geht die Diskussion um diesen Vorstoss weiter: Es geht darum die Vorschriften beim RAUS-Programm zu verwässern. Beim RAUS-Programm erhalten die Tierhalter zusätzliche Subventionen, wenn Sie ihre Tiere regelmässigen Auslauf ins Freie gewähren.</p><p><em>2.6.2026: Nach dem Nationalrat hat nun leider auch der Ständerart dieser Abschwächung der RAUS-Verordnung zugestimmt.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250402" target="_blank">25.402 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Feuerwerks-Initiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240080" target="_blank">24.080 Geschäft des Bundesrates</a>: «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Volksinitiative</h2><p>In dieser Session wird über die <a href="https://www.feuerwerksinitiative.ch" target="_blank">Feuerwerksinitiative</a> und den indirekten Gegenvorschlag diskutiert. Die Initiative möchte, dass kein lärmendes Feuerwerk an Privatpersonen verkauft werden darf. Für Anlässe von überregionaler Bedeutung, kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden. Der Gegenvorschlag möchte hingegen nur, dass darauf geachtet werden soll, dass Menschen und Tiere nicht <u>übermässig</u> gefährdet werden und dass sie mit der Umwelt verträglich sind.</p><p><em>3.6.2026: Ständerat lehnt die Initiative ab und spricht sich nur für den Gegenvorschlag aus.</em></p><p> </p><h2><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Stopfleberinitiative.webp" alt="Logo der Stopfleber-Initiative" width="14.51%" class="align-left" /><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240089" target="_blank">24.089 Geschäft des Bundesrates</a>: «Ja zum Importverbot für Stopfleber (Stopfleber-Initiative)». Volksinitiative</h2><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250404" target="_blank">25.404 Parlamentarische Initiative</a>: Indirekter Gegenentwurf zur Stopfleber-Initiative</h2><p>Der Gegenvorschlag zur <a href="https://stopfleber-initiative.ch" target="_blank">Stopfleber-Initiative</a> möchte es vorerst bei einer Deklarationspflicht belassen und erst aktiv werden, wenn die importierte Menge nach fünf Jahren seit Inkrafttreten der Deklarationspflicht nicht merklich reduziert hat.</p><p><em>8.6.2026: Der Ständerat hat die Frist zur Bearbeitung um ein Jahr verlängert. Er hat also nicht entschieden, ob er die Initiative unterstützen will.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233941" target="_blank">23.3941 Motion</a>: Kultiviertes Fleisch. Innovation fördern statt überregulieren!</h2><p>Die Motion soll die Zulassungsprozesse und Bewilligungsverfahren für kultiviertes Fleisch und Lebensmittel, die mittels Präzisionsfermentation produziert wurden, vereinfachen und beschleunigen. Im Nationalrat wurde diese Motion bereits im Mai 2025 angenommen. Nun muss noch der Ständerat darüber entscheiden.</p><p><em>8.6.2026: Nachdem der Nationalrat die Motion am 7.5.2025 angenommen hatte, hat sie nun der Ständerat abgelehnt. Damit wird sie leider doch nicht umgesetzt.</em></p><p> </p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/sessionen?language=de">Sessionen</a></li><li><a href="/fruehlingssession-2026">Frühlingssession 2026</a></li><li><a href="/wintersession-2025">Wintersession 2025</a></li><li><a href="/sommersession-2025">Sommersession 2025</a></li><li>Aktuelles zur Session: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/sessionen/aktuelle-session" target="_blank">parlament.ch</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 07:58:43 +0000 Renato 4202 at https://www.swissveg.ch Das Paradox des Feuers https://www.swissveg.ch/de/faszination-feuer?language=en <span>Das Paradox des Feuers</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>29. Mai 2026 - 11:28</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Feuer fasziniert uns seit Jahrtausenden. Ein flackerndes Lagerfeuer, das leise Knistern von Holz, die tanzenden Flammen, all das wirkt beruhigend, fast hypnotisch. Dabei ist Feuer objektiv betrachtet eine Gefahr und doch fühlen wir uns in seiner Nähe sicher, geborgen, oft sogar ungewöhnlich entspannt. Dieses scheinbare Paradox ist kein Zufall, sondern tief in unserer evolutionären Geschichte verankert.</p><h4>Wie alles mit Feuer begann</h4><p>Für unsere Vorfahren war Feuer weit mehr als nur eine Wärmequelle. Es verlängerte den Tag, schützte vor Raubtieren, machte Nahrung verdaulicher und ermöglichte das Überleben in kälteren Regionen. Gleichzeitig wurde es zum sozialen Zentrum. Menschen versammelten sich um das Feuer, teilten Nahrung, Geschichten und Erfahrungen. Über unzählige Generationen prägten diese Abende im Feuerschein, wie wir zusammenleben, erzählen und Vertrauen aufbauen. Spuren, die bis heute in unserem Verhalten und Empfinden nachwirken.</p><p>&nbsp;</p><h4>Wenn Forschung ins Feuer schaut</h4><p>Heute weiss man, dass genau diese Kombination aus Sinneseindrücken und Zusammensein eine messbare Wirkung auf unseren Körper hat: Sie lässt uns herunterfahren, senkt den Blutdruck und fördert Entspannung, vor allem dann, wenn wir Feuer nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Studie liessen Forschende deshalb freiwillige Testpersonen verschiedene Videos anschauen, zum Beispiel ein Feuer ohne Ton, eine Version mit dem typischen Knistern und Flammengeräuschen sowie neutrale Szenen ohne Feuer, davor und danach wurde jeweils der Blutdruck gemessen. Am stärksten wirkte die Szene, in der die Flammen zu sehen waren und das Feuer gleichzeitig zu hören war. Diese lebendige Mischung aus Licht, Bewegung und Geräusch brachte den Blutdruck am deutlichsten nach unten und sorgte dafür, dass die Menschen spürbar zur Ruhe kamen.<sup>1</sup></p><p>Andere Arbeiten betonen vor allem die soziale Seite der Feuerstelle. Feldstudien bei Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften zeigen, dass Gespräche im Feuerschein anders verlaufen als am Tag. Weniger Alltagsorganisation, mehr Geschichten, gemeinsame Erinnerungen und Themen, die eine Gruppe zusammenhalten. Neuere Forschungsübersichten kommen zudem zum Schluss, dass diese Feuerabende wahrscheinlich auch unsere Erzählkultur geprägt haben. Am Feuer wurden nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Erfahrungen und Gedanken geteilt, ein Trainingsfeld für Sprache, Empathie und Gemeinschaftsgefühl, dessen Nachhall wir bis heute spüren, wenn wir gemeinsam am Feuer sitzen.<sup>2</sup></p><p>&nbsp;</p><h4>Warum wir heute noch gern am Feuer sitzen</h4><p>Auch wenn wir heute weder Säbelzahntiger fürchten noch im Dunkeln ohne Strom sitzen, läuft dieses uralte Programm in uns immer noch ab. Wenn wir mit Freunden am Feuer stehen, in die Flammen schauen und dem Knistern lauschen, reagiert unser Gehirn ähnlich wie früher, Gefahr gebannt, Gruppe anwesend, Essen in Reichweite, alles ist gut. Das Lagerfeuer oder der Grill wird so zum modernen Nachfolger der steinzeitlichen Feuerstelle, ein vertrautes Ritual, das uns für einen Moment aus dem Alltag holt.</p><p>Vielleicht ist es genau dieser Ausnahmezustand, der Gespräche am Feuer so besonders macht. Man redet langsamer, hört mehr zu, schweigt auch einmal gemeinsam, ohne dass es sich komisch anfühlt. Die tanzenden Flammen geben dem Blick einen ruhigen Anker, während der Kopf durchatmet. Das Feuer schafft einen kleinen Raum von Nähe und Verbundenheit und genau dort stellt sich die Frage, was wir in diesem Ritual bewahren wollen und was sich mit der Zeit verändern darf.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h4>Ein Ritual im Wandel</h4><p>Grillieren gehört für viele genau zu diesen Momenten dazu, fest verbunden mit Sommerabenden und langen Gesprächen. Doch immer mehr Menschen hinterfragen, was da eigentlich auf dem Rost liegt. Denn das gemeinsame Essen am Feuer steht für Nähe, Austausch und Verbundenheit, und genau diese Werte lassen sich nur schwer mit dem Leid vereinbaren, das hinter Grillgut aus dem Schlachthof steckt. Das Ritual selbst muss sich dafür nicht verändern, es sind vielmehr die Inhalte, die wir ihm geben. <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Gemüse, pflanzliche Alternativen und kreative Grillideen</a> bringen genauso Röstaromen, Vielfalt und Genuss auf den Teller, während das, was uns am meisten bedeutet, unverändert bleibt: das Zusammensitzen, das Knistern, der Duft. Was sich verschiebt, ist die Entscheidung dahinter. Vielleicht liegt genau darin die Weiterentwicklung eines uralten Instinkts, nicht mehr nur gemeinsam zu überleben, sondern bewusst gemeinsam zu geniessen und dabei andere Lebewesen mit einzubeziehen. Das Feuer bleibt das gleiche, doch wir können neu entscheiden, was wir daraus machen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Lynn CD, 2014. Hearth and Campfire Influences on Arterial Blood Pressure: Defraying the Costs of the Social Brain through Fireside Relaxation - Christopher Dana Lynn, 2014. Evolutionary Psychology. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509">https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/147470491401200509</a></li><li>Wiessner PW, 2014. Embers of society: Firelight talk among the Ju/’hoansi Bushmen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 111 (39), 14027–14035. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111">https://doi.org/10.1073/pnas.1404212111</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li></ul></div> Fri, 29 May 2026 09:28:33 +0000 Joelle 4194 at https://www.swissveg.ch Swissveg Preisvergleich 2026: Wie konkurrenzfähig sind pflanzliche Milchalternativen? https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2026?language=en <span>Swissveg Preisvergleich 2026: Wie konkurrenzfähig sind pflanzliche Milchalternativen?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>20. Mai 2026 - 9:27</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Pflanzliche Alternativen sind längst im Alltag vieler Konsumentinnen und Konsumenten angekommen. Sie gewinnen im Detailhandel stetig an Bedeutung, sowohl aus ethischen und ökologischen Gründen als auch aufgrund wachsender Produktevielfalt sowie besserer Verfügbarkeit. Doch wie steht es um die Preise? Unsere neue Auswertung zeigt, wo pflanzliche Produkte bereits mithalten können und wo strukturelle Unterschiede weiterhin sichtbar bleiben.</p><p>Mit der Zunahme des allgemeinen Interesses an der pflanzlichen Ernährung rückt auch die Preisgestaltung stärker in den Fokus. Alternativen zu tierischen Produkten sind heute bei praktisch allen grossen Detailhändlern erhältlich und erreichen eine breite Käuferschaft. Dieser Preisvergleich soll aufzeigen, wie sich pflanzliche Optionen im aktuellen Marktumfeld positionieren. Für die Auswertung wurden bei vier grossen Schweizer Detailhändlern jeweils die günstigsten verfügbaren Alternativprodukte in den Kategorien Joghurt, Milch, Scheiben- sowie Frischkäse erhoben und ihren tierischen Pendants gegenübergestellt. Grundlage bildeten standardisierte Preise pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter sowie ein daraus zusammengesetzter Wa- renkorb. Zugunsten einer möglichst vergleichbaren Momentaufnahme wurden Aktionen oder kurzfristige Rabatte nicht berücksichtigt.</p><h4>Teurer Scheibenkäse</h4><p>Die Resultate zeigen ein differenziertes Bild, das stark von der jeweiligen Produktkategorie abhängt. Besonders deutlich sind die Unterschiede im Bereich Joghurt: Die preiswertesten pflanzlichen Varianten liegen je nach Anbieter klar über den günstigsten tierischen Vergleichsprodukten. Vegane Optionen bewegen sich hier in einem höheren Preissegment, während konventionelle Joghurts deutlich tiefer liegen. Dieses Muster zeigt sich konsistent über alle untersuchten Detailhändler hinweg. Auch bei Scheibenkäse bleibt eine Differenz bestehen. Pflanzliche Alternativen kosten je nach Anbieter spürbar mehr als die günstigsten tierischen Produkte.</p><p>Auffallend ist die relativ grosse Spannweite zwischen den Detailhändlern. Besonders Käsealternativen tragen wesentlich dazu bei, wie teuer ein gesamter Warenkorb ausfällt, und beeinflussen damit das Gesamtresultat stärker als andere Kategorien.</p><p class="zitat">Vor allem vegane Käsealternativen tragen wesentlich dazu bei, wie teuer ein gesamter Warenkorb ausfällt.</p><h4>Pflanzenmilch erreicht Preisparität</h4><p>Eine deutlich andere Entwicklung zeigt sich bei Milch, wo sich die Preise zunehmend angleichen. Die günstigsten pflanzlichen Varianten liegen nur noch geringfügig über den tierischen Vergleichswerten. Diese Annäherung deutet darauf hin, dass pflanzliche Milchalternativen im Massenmarkt angekommen sind und entsprechend wettbewerbsfähiger produziert und angeboten werden können. In vielen Haushalten gehören sie längst zur Routine, was ihre Rolle als Wegbereiter für weitere pflanzliche Produktsegmente unterstreicht. Gemäss dem Plant-Based Food Report 2026 von Coop und YouGov Schweiz macht veganer Milchersatz mittlerweile fast einen Fünftel des gesamten Milchumsatzes des Detailhändlers aus – Tendenz steigend.</p><p><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch__1.jpg"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch__1.jpg" data-entity-uuid="c0e7eb53-6de2-44eb-8f29-fe21d676e019" data-entity-type="file" alt="Tabelle mit den Preisen" width="100%" /></a></p><h4>Deutlicher Sieger</h4><p>Besonders aufschlussreich wird der Vergleich beim Blick auf den Gesamtwarenkorb. Hier zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Detailhändlern. Beim pflanzlichen Warenkorb schnitt Lidl am günstigsten ab und lag knapp vor Aldi. Beide positionieren sich deutlich unter den Werten von Coop und Migros, deren Warenkörbe merklich teurer ausfielen. Die Hauptgründe dafür sind Preisunterschiede bei Käsealternativen sowie unterschiedliche Eigenmarkenstrategien. Diese Abweichungen sind für Konsumentinnen und Konsumenten relevant, da sie verdeutlichen, dass sich ein Vergleich zwischen Einkaufsorten lohnen kann, insbesondere bei regelmässigem Kauf pflanzlicher Alternativen.</p><a href="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch_warenkorb.jpg"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Milch_warenkorb.jpg" data-entity-uuid="be9acbba-bef6-42b9-a7b0-0ecaf26cb605" data-entity-type="file" alt="" width="100%" /></a><h4>Keine Subventionen für Pflanzenmilch </h4><p>Gleichzeitig darf der Blick nicht nur auf reine Preisdifferenzen verengt werden. Preisstrukturen spiegeln auch Marktmechanismen wider: Tierische Produkte profitieren häufig von etablierten Produktionsketten, hohen Skaleneffekten sowie politischen Rahmenbedingungen, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben. Ein Beispiel sind die Zulagen, die Milchproduzenten hierzulande erhalten und von denen Pflanzendrinkproduzenten nicht profitieren. Pflanzliche Alternativen befinden sich überdies teilweise noch in einer Wachstumsphase mit kleineren Produktionsmengen und höheren Innovationskosten. Vor diesem Hintergrund zeigt der Vergleich nicht nur Unterschiede, sondern auch Fortschritte. Die Annäherung bei Milchprodukten belegt, dass Preisparität kein fernes Ziel bleiben muss. Erfahrungen aus anderen Produktkategorien zeigen, dass steigende Nachfrage, technologische Entwicklungen und wachsende Marktvolumen zu sinkenden Preisen beitragen können. Was heute noch als Nischenprodukt gilt, kann morgen bereits zum Standard gehören.</p><p class="zitat">Milchproduzenten erhalten hierzulande staatliche Zulagen, von denen Pflanzendrinkproduzenten nicht profitieren.</p><p>Isoliert betrachtet greift ein rein finanzieller Vergleich zu kurz. Ernährungsentscheidungen betreffen nicht nur das Haushaltsbudget, sondern auch Umweltwirkungen, Ressourcenverbrauch und Tierwohl. Pflanzliche Produkte leisten hier einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ernährung und ermöglichen es Konsumentinnen und Konsumenten, ihre Kaufentscheidungen mit persönlichen Werten in Einklang zu bringen.</p><h4>Veganes Angebot wächst</h4><p>Der aktuelle Preisvergleich zeigt dabei zwei Entwicklungen gleichzeitig: Einerseits bestehen in einzelnen Kategorien weiterhin Preisunterschiede, andererseits ist in zentralen Bereichen – etwa bei Milchprodukten – bereits eine klare Annäherung sichtbar. Dies verdeutlicht, dass Preisparität kein fernes Ziel bleiben muss. Erfahrungen aus anderen Produktkategorien zeigen zudem, dass steigende Nachfrage, technologische Fortschritte und wachsende Marktvolumen zu sinkenden Preisen beitragen können. Gleichzeitig wird das pflanzliche Angebot stetig breiter. Für pflanzlich orientierte Haushalte bedeutet dies eine grössere Auswahl, zunehmende Wettbewerbsfähigkeit und mehr Gestaltungsspielraum beim Einkauf. Was heute noch als Nischenprodukt gilt, kann sich zunehmend im Mainstream etablieren.</p><p>Preisvergleiche bleiben Momentaufnahmen – doch sie machen Trends sichtbar. Diese Trends deuten darauf hin, dass pflanzliche Alternativen ihren Platz im Detailhandel weiter festigen und künftig auch preislich noch stärker aufholen werden.</p><p> </p><p>Unser Podcast mit der Autorin von diesem Report:</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/VOf3EHIDIUU?si=szaCmuZyHMjw_4Ue" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/sojagesundheit" target="_blank">So gesund sind Produkte aus Soja</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/kuhmilch-pflanzenmilch-bessere-wahl">Kuhmilch oder Pflanzendrinks: Was ist die bessere Wahl?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2025" target="_blank">Swissveg-Preisvergleich 2025</a></li></ul></div> Wed, 20 May 2026 07:27:22 +0000 Sarah 4209 at https://www.swissveg.ch Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem? https://www.swissveg.ch/de/maillard-grill?language=en <span>Was steckt hinter dem Duft von Grilliertem?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>27. Mai 2026 - 12:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Ein kühles Getränk in der Hand, die Sonne im Gesicht und der vertraute Duft von Grilliertem in der Luft, so beginnt für viele der Sommer. Grillieren bedeutet heute weit mehr als reine Nahrungszubereitung und steht für gemeinsames Erleben, geselliges Zusammensein und genussvolles Speisen. Doch was genau passiert, wenn Hitze auf Lebensmittel trifft und woher stammen der Duft, der Geschmack und die appetitliche Bräunung, die wir mit Grillieren verbinden?</p><h4>Warum Grilliertes so gut schmeckt</h4><p>Der typische Geschmack von Gegrilltem entsteht vor allem durch die sogenannte Maillard-Reaktion. Diese wurde bereits 1912 vom französischen Chemiker Louis Camille Maillard beschrieben. Dabei reagieren Aminosäuren, also Bestandteile von Proteinen, mit Zucker, sobald Lebensmittel erhitzt werden.<sup>1</sup> Es entstehen hunderte Aromastoffe, die für die goldbraune Farbe und die Röstaromen verantwortlich sind. Gleichzeitig verändern sich auch Textur und Mundgefühl, was wir als besonders herzhaft und «gegrillt» wahrnehmen. Entscheidend ist, dass diese Reaktion nicht an Fleisch gebunden ist. Sie findet überall dort statt, wo die passenden Bausteine vorhanden sind, also auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Ob beim Backen von Brot, beim Rösten von Nüssen oder beim Anbraten von Gemüse, die Maillard-Reaktion sorgt in vielen Situationen für jene Aromen, die wir als besonders schmackhaft wahrnehmen.</p><p> </p><h4>Röstaromen gibt es auch pflanzlich</h4><p>Gerade beim Grillieren zeigt sich, wie vielseitig pflanzliche Zutaten sind. Gemüse, Tofu und pflanzliche Alternativen bringen gute Voraussetzungen mit, um ausgeprägte Röstaromen zu entwickeln, ganz ohne tierische Produkte. So wird der Grill rasch zu einer bunt belegten Fläche aus unterschiedlichen Farben, Formen und Texturen. Wie vielfältig das in der Praxis aussehen kann, zeigen unsere Rezepte und Grillvideos mit <a href="https://www.linkedin.com/in/thomas-gl%C3%A4ssing-b822391a6/" target="_blank">Thomas Glässing</a> auf <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">unserer Kampagnenseite</a> und unseren sozialen Kanälen besonders anschaulich.</p><figure role="group"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="20b72476-79e0-4f45-b981-8a3b7fd30595" height="1891" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-05/Grillrezepte_Thurgauer_Most_Bratwurst_im_Weggen.webp" width="58.79%" /><figcaption>Abbildung 1: Thurgauer Most-Bratwurst im Weggen. Ein regional inspirierter, rein veganer Grillgenuss von Thomas Glässing für unsere Grillkampagne 2026. Foto von Nora Dal Cero.</figcaption></figure><p> </p><p>Mit ein paar Tipps und Tricks lassen sich pflanzliche Zutaten auch auf jedem Grill besonders gut in Szene setzen. Gemüse wie Zucchini, Auberginen oder Pilze enthalten viel Wasser, was zunächst das Bräunen hemmen kann. Werden sie vor dem Grillieren leicht gesalzen, kurz stehen gelassen und danach abgetupft, kann sich an der Oberfläche schneller eine aromatische Kruste bilden. Dünne Scheiben oder Spiesse profitieren von direkter Hitze, während grössere Stücke wie Maiskolben oder ganze Peperoni bei indirekter Hitze gleichmässig garen und innen saftig bleiben.</p><p>Auch Marinaden tragen entscheidend zum Geschmack bei. Kombinationen aus Öl, Säure und Gewürzen intensivieren das Aroma und fördern die Bräunung. Besonders geeignet sind Zutaten wie Sojasauce, Misopaste oder Tomatenmark, da sie von Natur aus Zucker und Aminosäuren liefern und somit die Entstehung von Röstaromen unterstützen. Wer mit Kräutern, Rauchsalz oder etwas Knoblauch arbeitet, kann das Grillaroma zusätzlich variieren. Fester Tofu nimmt Marinaden besonders gut auf, wenn er vorher leicht gepresst wird. Pflanzliche Zutaten haben zudem den Vorteil, dass bei ihrer Zubereitung in der Regel weniger heterozyklische aromatische Amine entstehen – also Stoffe, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden – als bei stark erhitztem Fleisch.<sup>2</sup></p><h4><br />Genuss mit Verantwortung</h4><p>Beim Grillieren geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um das Zusammensein rund um den Grill. Viele verbinden damit gemeinsame Abende, Gespräche und das Teilen verschiedener Speisen. Pflanzliche Zutaten bieten hier viele Möglichkeiten. Sie lassen sich vielseitig kombinieren, bringen unterschiedliche Texturen auf den Teller und ermöglichen ein abwechslungsreiches Grillmenü. So wird der Grill zu einem Ort, an dem Vielfalt und gemeinsames Erleben zusammenkommen und an dem sich Genuss mit einem respektvollen Umgang gegenüber allen Lebewesen verbinden lässt. Denn kräftige Röstaromen sind kein Privileg von Fleisch, sondern entstehen durch Hitze, die richtigen Zutaten und etwas Geduld.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>El Hosry L, Elias V, Chamoun V, Halawi M, Cayot P, Nehme A, Bou-Maroun E, 2025. Maillard Reaction: Mechanism, Influencing Parameters, Advantages, Disadvantages, and Food Industrial Applications: A Review. Foods, 14 (11), 1881. <a href="https://doi.org/10.3390/foods14111881">https://doi.org/10.3390/foods14111881</a></li><li>Nadeem HR, Akhtar S, Ismail T, Sestili P, Lorenzo JM, Ranjha MMAN, Jooste L, Hano C, Aadil RM, 2021. Heterocyclic Aromatic Amines in Meat: Formation, Isolation, Risk Assessment, and Inhibitory Effect of Plant Extracts. Foods, 10 (7), 1466. <a href="https://doi.org/10.3390/foods10071466">https://doi.org/10.3390/foods10071466</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/gefahr-grillieren" target="_blank">Bund warnt vor den Folgen des Grillierens</a></li></ul></div> Wed, 27 May 2026 10:54:29 +0000 Joelle 4195 at https://www.swissveg.ch Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? https://www.swissveg.ch/de/maennlichkeit-grill?language=en <span>Der Grill: Die letzte Bastion klassischer Männlichkeit? </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>1. Juni 2026 - 9:42</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Männer stehen am Grill, die Frauen kümmern sich um die Beilagen: Ein Bild dass sich in der Schweiz jeden Sommer tausendfach wiederholt. Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter in vielen anderen Lebensbereichen etabliert ist, ist die Rollenverteilung beim Grillen bemerkenswert traditionell: Der Mann kümmert sich um die Fleischzubereitung, die Frau um die Beilagen. Der Grill als letzte Bastion klassischer Männlichkeit?&nbsp;</p><p>Tatsächlich essen Männer mehr Fleisch als Frauen. Doch woran liegt das? Forschende untersuchten, wie sich die Gleichberechtigung auf den Fleischkonsum auswirkt.<sup>1</sup> Die Ergebnisse sind bemerkenswert: In Ländern, in denen eine hohe Geschlechtergleichstellung herrscht, assen die Männer deutlich mehr Fleisch als die Frauen. Die Forschenden begründeten dies damit, dass sich die Frauen in solchen Ländern bewusst für fleischlose Optionen entscheiden können. Doch diese Erklärung greift zu kurz. Denn auch Männer hätten in gleichberechtigten Gesellschaften die Möglichkeit, pflanzliche Alternativen zu wählen. Doch warum tun sie dies noch viel zu selten? Verschiedenen Studien deuten darauf hin, dass männliches Geschlecht sowie Wohlstand am stärksten mit einem hohen Fleischkonsum korrelieren. Interessanterweise gibt es in drei grossen Ländern (China,Indien sowie Indonesien) keine geschlechterspezifischen Unterschiede was den Fleischkonsum angeht.</p><p>&nbsp;</p><h4>Doch warum essen Männer überhaupt mehr Fleisch als Frauen?</h4><p>Eine mögliche Erklärung liegt weniger in biologischen Unterschieden als in sozialen und kulturellen Prägungen. Fleischkonsum ist seit jeher mit Vorstellungen von Stärke, Leistung und Status verbunden. Eigenschaften, die traditionell eher mit Männlichkeit assoziiert werden. Mehrere Studien zeigen, dass Männer stärker dazu tendieren, ihr Essverhalten an solchen gesellschaftlichen Erwartungen auszurichten. Fleisch wird dabei nicht nur als Lebensmittel wahrgenommen, sondern auch als Symbol. Pflanzliche Ernährung wird häufig mit Begriffen wie Gesundheit, Leichtigkeit oder Nachhaltigkeit verknüpft. Das sind jedoch alles Eigenschaften, die kulturell weniger stark mit klassischen Männlichkeitsbildern verbunden sind. Doch diese Zuschreibungen sind nicht naturgegeben, sondern sozial geprägt. Sie beeinflussen jedoch, oft unbewusst, unsere Entscheidungen im Alltag und dadurch auch beim Grillieren. Gerade deshalb lohnt es sich, das Bild vom «männlichen Grillieren» neu zu denken. Denn was heute als selbstverständlich gilt, ist oft das Resultat von Gewohnheit und kultureller Prägung und lässt sich nicht mit der «männlichen Biologie» erklären.</p><p>&nbsp;</p><h4>Traditionen neu gedacht</h4><p>Wer sich an das <a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">pflanzliche Grillieren</a> wagt, merkt schnell, dass sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen: aus vielfältigen pflanzlichen Zutaten wie etwa Sellerie, Rote Bete oder Pilzen lassen sich herzhafte Gerichte zubereiten, die mit kräftigen Aromen begeistern und ebenso sättigend und genussvoll sind wie klassische Fleischgerichte. Und das beste daran: heissgeliebte Traditionen müssen nicht abgeschafft, &nbsp;sondern lediglich neu gedacht werden. So kommt anstelle des Rumpsteaks ein saftiger veganer Burger oder für Gemüseliebhaber ein Randensteak auf den Grill. Ein kleiner Tausch mit grosser Wirkung für Tier, Mensch und Umwelt, der erst noch neue Geschmackswelten eröffnet.&nbsp;</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Hopwood, C. J., Zizer, J. N., Nissen, A. T., Dillard, C., Thompkins, A. M., Graça, J., Waldhorn, D. R. &amp; Bleidorn, W. (2024). Paradoxical gender effects in meat consumption across cultures. Scientific Reports, 14(1), 13033. <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3">https://doi.org/10.1038/s41598-024-62511-3</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/grillkampagne">Grillkampagne von Swissveg: Echte Männer grillieren Pflanzen</a></li><li><a href="https://bc.pressmatrix.com/de/profiles/b6b0b8c11377/editions/1de884ee8571d1b24f8b/pages/page/10" target="_blank">Veg-Info 2 (2025): Warum Antispeziesismus und Feminismus Hand in Hand gehen</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/swissveg-analyse-statistiken-2025" target="_blank">Swissveg-Analyse 2025: Wie steht es um die Anzahl Veganer und Vegetarier?</a></li></ul></div> Mon, 01 Jun 2026 07:42:49 +0000 Sarah 4197 at https://www.swissveg.ch Die grosse Swissveg-Brotrecherche https://www.swissveg.ch/de/brotrecherche?language=en <span>Die grosse Swissveg-Brotrecherche</span> <span><span lang="" about="/de/user/3027?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>30. April 2026 - 9:19</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Schnell ein Brötchen kaufen? Für Allesesser ist das meist kein Problem, doch für Menschen, die sich vegan ernähren, bedeutet dies oft einen erheblichen Aufwand, ist doch Brot im Offenverkauf häufig nicht oder nur unzureichend deklariert.</p><p>Während die Deklaration bei verpackten Produkten klar geregelt ist, gelten für solche im Offenverkauf andere Bestimmungen. Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) gilt:</p><p class="zitat">«Allergene müssen grundsätzlich schriftlich deklariert werden. Darauf kann verzichtet werden, wenn der schriftliche Hinweis erfolgt, dass die Information mündlich erteilt wird. Diese muss in diesem Fall dem Personal schriftlich vorliegen oder von einer Fachperson erteilt werden können.»</p><h4>Unterschiedliches Bild</h4><p>Ein Besuch bei verschiedenen Detailhändlern zeigt, dass diese das Gesetz zwar einhalten, es jedoch nicht immer besonders kundenfreundlich umsetzen. Wir haben die Deklarationen bei den Detailhändlern Coop, Migros, Aldi Suisse, Lidl Schweiz, Denner und Volg überprüft. Dabei zeigte sich ein sehr durchmischtes Bild. Nicht nur zwischen den Händlern, auch innerhalb einzelner Geschäfte gibt es im Offenverkauf Unterschiede bei der Deklaration von verpacktem und unverpacktem Brot. Die Kriterien beinhalteten folgende Fragen:</p><ul><li>Sind die Zutaten auf dem Produkt bzw. beim Preisschild angegeben?</li><li>Gibt es eine vegane Kennzeichnung wie beispielsweise das V-Label?</li></ul><h4>Klarer Sieger</h4><p>Unsere Analyse zeigt, dass Aldi über die veganfreundlichste Deklaration verfügt, gefolgt von Migros auf dem zweiten und Coop auf dem dritten Platz. Bei Aldi sind die Zutaten direkt neben den unverpackten Broten am Regal platziert. Verpackte frische Brote führt der Detailhändler jedoch nicht. Bei Migros sind die verpackten Brote mit den Zutaten beschriftet und dem V-Label ausgezeichnet. Abzug gibt es jedoch für die Kleinbrote, bei denen die Zutaten auf elektronischen Schildchen stehen. Da zuerst ein Knopf gedrückt werden muss, ist die Information, für Kundinnen und Kunden nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Coop punktet ebenfalls mit Zutatenlisten auf verpackten Broten sowie der V-Label-Zertifizierung. Da bei den Kleinbroten im Offenverkauf jedoch keine Inhaltsstoffe schriftlich im Laden zu finden sind, gibt es einen Abzug in der Bewertung. Coop verweist mit einem schriftlichen Hinweis darauf, dass das Verkaufspersonal um Auskunft gebeten werden kann. Alternativ können die Brötchen auch mit dem Handscanner erfasst werden, um die Zutaten zu erfahren. Lidl, Denner und Volg begnügen sich damit, mit einem Schild darauf hinzuweisen, dass die Zutaten entweder im Internet nachgeschaut (Lidl) und/oder die Mitarbeitenden um Auskunft gebeten werden können. Dies ist gesetzlich zwar erlaubt, jedoch leider alles andere als kundenfreundlich.</p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Preisvergleich-Sieger_2.jpg" data-entity-uuid="191b3642-ef00-47e4-b73f-cff14074b26b" data-entity-type="file" alt="" width="1063" height="1536" /><h4>Wunsch nach V-Label-Deklaration</h4><p>Nebst unserem Ranking wollten wir auch von unserer Community erfahren, wie sie den Broteinkauf erlebt und in welchen Bereichen sie sich Verbesserungen wünscht. Die Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Befragten mit ihrem Broteinkauf zufrieden oder eher zufrieden ist. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass vielen Konsumentinnen und Konsumenten klare Hinweise fehlen, ob ein Brot oder Brötchen vegan ist. Viele befürworten eine eindeutige Kennzeichnung mit dem V-Label. Gemäss repräsentativen Umfragen handelt es sich beim V-Label um das bekannteste Label für vegane und vegetarische Produkte in der Schweiz.<sup>1</sup> Unsere Umfrage zeigte ausserdem, dass das Problem besonders bei unverpackten Kleinbroten besteht. Um deren Zutaten zu erfahren, muss man entweder den Handscanner beim Einkauf verwenden oder das Produkt über die jeweilige App scannen. Besonders für Menschen ohne Smartphone ist es deshalb schwierig, eine schriftliche Deklaration zu erhalten. Alternativ kann das Verkaufspersonal um Auskunft gebeten werden, was jedoch mühsam ist und nicht immer zum Erfolg führt. <br />Für Dorfbäckereien scheinen Deklarationen eine besondere Herausforderung darzustellen.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 <a href="http://www.swissveg.ch/de/label-umfrage_2024">www.swissveg.ch/de/label-umfrage_2024</a></p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/preisvergleich-2025" target="_blank">Fleischalternativen: der grosse Swissveg Preisvergleich 2025</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ausgewogen" target="_blank">Grundlagen der veganen Ernährung</a></li></ul></div> Thu, 30 Apr 2026 07:19:50 +0000 Sarah 4208 at https://www.swissveg.ch Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche: Wie viel hat sich wirklich verändert? https://www.swissveg.ch/de/stand-tierversuche?language=en <span>Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche: Wie viel hat sich wirklich verändert?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>24. April 2026 - 13:32</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Am 24. April ist der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche. Ein wichtiger Anlass, um nicht nur auf das Leid der Tiere zu schauen, sondern auch auf die Frage: Wo steht die Schweiz heute und wohin bewegt sie sich? In den letzten fünf Jahren gab es zwar politische Debatten, neue Verordnungen und mehr Aufmerksamkeit für alternative Methoden. Doch der grundlegende Systemwechsel lässt weiterhin auf sich warten.</p><h4>Rückblick auf die letzten Jahre</h4><p><strong>2021</strong> war geprägt von einer intensiven öffentlichen Debatte rund um die Volksinitiative für ein Verbot von Tierversuchen. In diesem Jahr wurden in der Schweiz 574’673 Tiere in Versuchen eingesetzt; europaweit litten rund 9,5 Millionen Tiere in Laboren der EU und Norwegens.<sup>1</sup> Das Thema war damit plötzlich nicht mehr nur eine Randfrage der Forschungspolitik, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen. Die grosse Hoffnung auf eine Wende erfüllte sich damals aber nicht.</p><p><strong>2022</strong> brachte mit der Abstimmung über die Tierversuchsverbots-Initiative eine klare Entscheidung: Die Vorlage wurde deutlich abgelehnt, während gleichzeitig 585’991 Tiere in der Schweiz in Versuchen verwendet wurden – rund 2 Prozent mehr als im Vorjahr.<sup>1</sup> Für viele Tierschutzorganisationen war das ein Rückschlag, für Universitäten und Pharmaunternehmen dagegen ein Signal, dass die bestehenden Rahmenbedingungen für Tierversuche politisch bestätigt wurden. Die zentrale Frage blieb jedoch: Wenn heute bereits zahlreiche tierfreie Methoden existieren, warum werden sie nicht konsequenter gefördert und eingesetzt?</p><p><strong>2023</strong> zeigte: Von einem Rückgang kann keine Rede sein. Die Zahl der eingesetzten Tiere stieg in der Schweiz auf 595’305, etwa 1,6 % mehr als 2022 und mehr als die Hälfte dieser Tiere war Versuchssituationen mit Belastung (Schweregrade 1–3) ausgesetzt. Auch in Europa blieb der Wandel langsam.<sup>1</sup> Zwar wird immer wieder von Alternativen gesprochen, doch in der Praxis dominieren weiterhin klassische Tierversuche. Besonders kritisch bleibt, dass schwere Belastungen nicht verschwinden, sondern in manchen Bereichen sogar zunehmen, etwa in der Krebsforschung sowie bei Experimenten zu neurologischen und psychischen Erkrankungen.</p><figure role="group" class="align-center"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="157d9cf9-16ab-4e7c-a2a1-07a4b267710a" height="1749" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Versuchstiere_gez%C3%BCchtet.jpg" width="52.82%" /><figcaption>Abbildung 1: Anzahl total gezüchteter Versuchstiere die eingesetzt (türkis) und euthanasiert (rot) wurden von 2021 bis 2024 in der Schweiz. Die Zahlen wurden den Tierversuchsstatistiken des BLV entnommen.</figcaption></figure><p> </p><p><strong>2024</strong> brachte erneut viel politische Bewegung, aber wenig Entlastung für die Tiere. Neue Verordnungen wurden vorbereitet, Initiativen weitergeführt, und der Ruf nach tierfreien Methoden wurde lauter. Dass in der Schweiz 2024 insgesamt 522’636 Tiere eingesetzt wurden – rund 12 Prozent weniger als im Vorjahr – ändert wenig daran, dass die Zahl der stark belastenden Versuche im Schweregrad 3 von 26’390 im Jahr 2023 auf 27’380 Tiere anstieg.<sup>1</sup></p><p><strong>2025</strong> markiert einen spannenden, aber widersprüchlichen Moment. Seit Februar gelten in der Schweiz neue Vorschriften im Tierversuchsrecht, die unter anderem die Zucht und Haltung belasteter Linien stärker begrenzen. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Zahlen bis 2024, dass Tierversuche weiterhin fest im System verankert sind und insbesondere stark belastende Versuche nicht einfach verschwinden. Genau hier liegt das eigentliche Problem: Mehr Regulierung bedeutet noch keinen Ausstieg. Erst mit der Tierversuchsstatistik 2025, die das BLV voraussichtlich im Herbst dieses Jahres veröffentlichen wird, wird sich zeigen, ob die neuen Regeln tatsächlich zu weniger Tierleid führen oder ob sie vor allem zu mehr Formalien geführt haben.</p><p> </p><figure role="group" class="align-center"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="818faf06-03a1-4231-9cc5-44767c6b4d0d" height="1467" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Versuchstiere_Schweregrad.jpg" width="52.74%" /><figcaption>Abbildung 2: Anzahl Versuchstiere genutzt für Versuche mit Schweregrad 3 (starke Schmerzen, anhaltendes Leid, schwere Angst oder erhebliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens) von 2021 bis 2024 in der Schweiz. Die Zahlen wurden den Tierversuchsstatistiken des BLV entnommen.</figcaption></figure><p> </p><h4>Hier steht die Schweiz heute</h4><p>Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauer Blick darauf, wie das System heute konkret ausgestaltet ist. Die aktuellen Entwicklungen im Schweizer Tierversuchsrecht basieren auf einer Revision der Tierschutzverordnung und der Tierversuchsverordnung, mit der der Bundesrat unter anderem mehr Transparenz über Zucht, Nutzung und Tötung von Versuchstieren schaffen will. In der Schweiz dürfen Tierversuche grundsätzlich nur unter strengen Voraussetzungen durchgeführt werden: Sie sind bewilligungspflichtig, die Forschenden müssen nachweisen, dass keine geeigneten Alternativmethoden zur Verfügung stehen (3R-Prinzip: Replace, Reduce, Refine), und sie müssen in einer Güterabwägung belegen, dass der erwartete Erkenntnisgewinn die Belastung der Tiere rechtfertigt. Zusätzlich gelten Vorgaben zur Herkunft und Haltung der Tiere, zur personellen Qualifikation und zur Infrastruktur der Versuchstierhaltungen.</p><p>Mit der Revision, die seit 2025 schrittweise in Kraft tritt, wurden diese Anforderungen weiter verschärft: Es dürfen nur noch so viele Tiere gezüchtet werden, wie für bewilligte Versuche benötigt werden, belastete Linien brauchen eine entsprechende Bewilligung, und Versuchstierhaltungen müssen eine fachkundige Tierärztin oder einen fachkundigen Tierarzt benennen. Ab 2027 sind die Institute zudem verpflichtet, neben den eingesetzten Tieren auch jene zu melden, die nicht verwendet, abgegeben oder getötet wurden. Auf dem Papier gehört die Schweiz damit zu den Ländern mit einer besonders umfassenden Tierschutzgesetzgebung und detaillierten Statistiken im Bereich Tierversuche.</p><p>Aus Sicht der Stiftung Tier im Recht (TIR), die wir für diesen Artikel um eine Einschätzung gebeten haben, zeigt sich in der Praxis jedoch eine andere Seite. Stellvertretende Geschäftsleiterin Vanessa Gerritsen betont, dass zwar die Gesamtzahl der verwendeten Tiere tendenziell eher rückläufig sei, gleichzeitig aber «auffallend und alarmierend […] vor allem der Anstieg der mittel- und schwerbelastenden Tierversuche (Schweregrade 2 und 3)» sei. Nach Einschätzung von Tier im Recht ist das vermeintlich strenge Bewilligungsverfahren «in vielerlei Hinsicht eine Farce», da die gesetzlich vorgeschriebene Güterabwägung in der Praxis sehr häufig nicht rechtskonform vorgenommen werde. Dadurch würden die höheren formellen Anforderungen der Schweiz in ihrer Wirkung teilweise ausgehebelt, sodass das Land aus Tierschutzsicht nicht besser dastehe als viele andere Staaten.</p><p>Kritisch sieht Tier im Recht auch Transparenz und strategische Ausrichtung. Zwar kann die Schweiz sehr detaillierte Zahlen zu Tierversuchen ausweisen, etwa zu Schweregraden und zu nicht im Versuch verwendeten Tieren. Gleichzeitig hinke sie den EU-Mitgliedstaaten bei der Transparenz über einzelne Projekte hinterher, weil – anders als in der EU vorgesehen – keine nicht‑technischen Projektzusammenfassungen veröffentlicht würden. Die Schweizer Lösung mit der Publikation von Projekttitel, Tierart und Schweregrad, aber ohne inhaltliche Erläuterungen, beurteilt Tier im Recht als «höchst ungenügend, intransparent, benutzerunfreundlich» und als einseitige Begünstigung der Interessen von Forschung und Wirtschaft. Während andere Länder wie Grossbritannien oder die Niederlande klare Ausstiegspläne oder zumindest Strategien zur konsequenten Reduktion von Tierversuchen formuliert hätten, setze die Schweiz aus Sicht von Tier im Recht stark auf das 3R-Prinzip, verzichte aber auf ein ebenso klares politisches Bekenntnis zur Abkehr von Tierversuchen.</p><p> </p><h4>Wofür werden Tierversuche durchgeführt?<br /> </h4><figure role="group" class="align-center"><img alt="" data-entity-type="file" data-entity-uuid="dd62e9cd-cabf-42bc-b1c9-0c0c979dc5da" height="1619" src="/sites/swissveg.ch/files/2026-04/Grafiken_Versuchstiere_Versuchsziel.jpg" width="52.48%" /><figcaption>Abbildung 3: Versuchsziele von 2021 bis 2024 in der Schweiz. Die Zahlen wurden den Tierversuchsstatistiken des BLV entnommen.</figcaption></figure><p>Die meisten Tierversuche werden derzeit in der Grundlagenforschung durchgeführt, etwa beim Prüfen wissenschaftlicher Hypothesen, beim Gewinnen von Zellen oder Organen sowie bei der Vermehrung artfremder Organismen. Danach folgen Entdeckung, Entwicklung und Qualitätskontrolle, insbesondere bei der Erprobung neuer Therapien und Wirkstoffe. Einen deutlich geringeren Anteil nehmen Krankheitsdiagnostik, Aus‑ und Weiterbildung sowie der Schutz von Tier, Mensch und Umwelt ein, etwa bei toxikologischen Tests oder Unbedenklichkeitsprüfungen. Unter der Kategorie «Anderer Zusammenhang» werden schliesslich verschiedene Sonderuntersuchungen erfasst, beispielsweise Fütterungsversuche oder Hygienekontrollen in Versuchstierhaltungen.<sup>1</sup></p><p> </p><h4>Was daran kritisch bleibt und was Hoffnung macht</h4><p>Im Kern zeigt sich: Das Leid der Tiere wird besser dokumentiert und verwaltet, aber kaum grundlegend reduziert. Tierversuche werden oft als unvermeidbar dargestellt, obwohl sich die wissenschaftlichen Möglichkeiten stark weiterentwickelt haben. Organ-on-Chip-Systeme (Mikrochip-Plattformen, auf denen menschliche Zellen so angeordnet werden, dass Funktionen eines Organs nachgeahmt werden), komplexe Zellkulturen, computergestützte Modelle und andere tierfreie Verfahren werden zwar immer wieder genannt, kommen aber noch viel zu selten flächendeckend zum Einsatz. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt eindrücklich, wie gering die Übertragbarkeit tierischer Versuchsergebnisse auf den Menschen ist: Trotz einer Übereinstimmung der Gene von rund 85 Prozent zwischen Maus und Mensch liegt die funktionelle Deckung auf Genomebene unter 50 Prozent, sodass selbst kleine Unterschiede, etwa im Herz-Kreislauf-System, der Haut, dem Verdauungstrakt oder dem Immunsystem, grosse Folgen für die Vorhersagbarkeit haben. Diese biologischen Unterschiede tragen dazu bei, dass ein grosser Teil der Medikamente in der klinischen Prüfung scheitert; Schätzungen gehen davon aus, dass rund 90 bis 92 Prozent der Wirkstoffkandidaten in klinischen Studien nicht zugelassen werden, unter anderem, weil Wirksamkeit und Sicherheit aus Tierversuchen nur begrenzt vorhersagbar sind. Hinzu kommen methodische Schwächen wie unvollständige Dokumentation, fehlende Verblindung und mangelhafte statistische Auswertungen, die die Reproduzierbarkeit weiter verringern. Viele Forschende berichten zudem von einer Verzerrung der Studienlage zugunsten tierexperimenteller Verfahren, da Gutachter häufig Tierversuchsdaten verlangen, selbst wenn moderne, humane Alternativen (New Approach Methodologies, NAMs) bereits aussagekräftige Ergebnisse liefern. Diese NAMs bieten nicht nur eine höhere Reproduzierbarkeit und wissenschaftliche Genauigkeit, sondern auch das Potenzial, menschliche Krankheitsprozesse gezielter und skalierbarer zu modellieren.<sup>2,3</sup></p><p> </p><h4>Bestehende Strukturen werden gefestigt statt hinterfragt</h4><p>Dazu kommt ein zweiter Punkt: Viel politischer Wille fliesst in Verbesserungen innerhalb des bestehenden Systems, statt in den systematischen Aufbau von Alternativen. Bessere Haltungsbedingungen, mildere Belastungen oder strengere Kontrollen sind zwar wichtige Schritte, aber keine Lösung für die Tiere selbst. Wer Tierversuche grundsätzlich infrage stellt – aus ethischen, wissenschaftlichen oder gesundheitlichen Gründen – muss genau hier ansetzen.</p><p> </p><h4>Breite Diskussion hat begonnen</h4><p>Trotz allem gibt es auch gute Gründe für Optimismus: Die Debatte ist breiter geworden, NGOs, Forschende und Teile der Politik sprechen heute deutlich häufiger über tierfreie Methoden als noch vor einigen Jahren. Die Öffentlichkeit schaut genauer hin, und immer mehr Menschen verstehen, dass wissenschaftlicher Fortschritt nicht auf dem Leid anderer Lebewesen beruhen muss. Gerade für Menschen, denen Tierwohl, Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Forschung wichtig sind, ist das ein zentraler Punkt: Tierversuche sind kein isoliertes Spezialthema, sondern Teil einer grösseren ethischen Frage. Welche Rolle sollen Tiere in unserer Gesellschaft spielen? Wie ernst meinen wir es mit Mitgefühl, Vorsorgeprinzip und moderner, humanbasierter Wissenschaft? Die Antwort wird nicht allein in Parlamenten oder Labors entschieden, sondern auch in der öffentlichen Diskussion und ganz konkret im Alltag – etwa dann, wenn wir uns im Laden bewusst für tierversuchsfreie und vegan zertifizierte Produkte entscheiden, die beispielsweise mit dem V-Label gekennzeichnet sind.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), 2026. Tierversuche. Abgerufen am 10.04.2026, <a href="https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierversuche.html">https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierversuche.html</a></li><li>Bailey LH Jarrod, 2025. Breaking down the barriers to animal-free research - Lauren Hope, Jarrod Bailey, 2025. Sage Journals. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/02611929251349465?icid=int.sj-abstract.similar-articles.1">https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/02611929251349465?icid=int.sj-abstract.similar-articles.1</a></li><li>Knight A, 2007. Systematic reviews of animal experiments demonstrate poor human clinical and toxicological utility. Alternatives to laboratory animals: ATLA, 35 (6), 641–659. Abgerufen am 16.04.2026, <a href="https://doi.org/10.1177/026119290703500610">https://doi.org/10.1177/026119290703500610</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierversuche.html" target="_blank">BLV – Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen</a></li><li><a href="https://www.din.de/de/service-fuer-anwender/normungsportale/gesundheit/aktuelles/organs-on-chip-880826" target="_blank">Organ-on-Chip-Systeme</a></li><li><a href="https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/wissen/tierversuchsfrei/alternativen" target="_blank">Alternativen zu Tierversuchen – Ärzte gegen Tierversuche</a></li><li><a href="https://nat-datenbank.de/" target="_blank">Non Animal Technologies (NAT) Datenbank&nbsp;</a></li><li><a href="https://www.tierimrecht.org/de/bibliothek/" target="_blank">Online-Datenbank der Stiftung Tier im Recht</a></li></ul><p>Frühere Blogbeiträge zu Tierversuchen:</p><ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ausstieg-tierversuche-schweiz" target="_blank">Wie gelingt der Ausstieg aus den Tierversuchen?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/kosmetik" target="_blank">Was steckt in Kosmetik drin?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/Tierversuchsverbots-Initiative" target="_blank">Stellungnahme der Swissveg zur Volksinitiative: «Ja zum Verbot für Tier- und Menschenversuchsverbot»</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/herbstsession-2025" target="_blank">Herbstsession 2025</a><br>&nbsp;</li></ul></div> Fri, 24 Apr 2026 11:32:57 +0000 Joelle 4193 at https://www.swissveg.ch Vegan und 100 werden – ein Widerspruch? https://www.swissveg.ch/de/altersstudie?language=en <span>Vegan und 100 werden – ein Widerspruch?</span> <span><span lang="" about="/de/user/3031?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Joelle</span></span> <span>28. April 2026 - 16:22</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Aktuelle Schlagzeilen klingen, als müssten wir uns irgendwann entscheiden: entweder vegan leben oder gesund alt werden. Doch stimmt das wirklich – oder wird hier aus einzelnen Studien mehr gemacht, als sie tatsächlich aussagen? Wer genauer hinschaut, merkt schnell: Hinter der Diskussion steckt weit mehr als die Frage, ob Fleisch auf den Teller gehört. Es geht um Missverständnisse, alte Vorurteile und darum, was der Körper im Alter wirklich braucht.</p><p>In den vergangenen Wochen ist ein Thema in den Medien verstärkt aufgegriffen worden: Wie realistisch ist es, 100 Jahre alt zu werden – und welche Rolle spielt dabei die Ernährung? Viele Berichte schlagen dabei eine klare Richtung ein: Sie vermitteln den Eindruck, vegan zu leben sei im hohen Alter eher ein Hindernis als ein Vorteil und wir müssen auf tierische Produkte setzen, um wirklich alt zu werden.</p><p>Diese Darstellung stützt sich auf eine Studie mit über 5200 chinesischen Erwachsenen ab 80 Jahren, die über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren in einer Langzeitkohorte beobachtet wurden, also in einer Gruppe von Personen mit gemeinsamen Merkmalen, die über viele Jahre hinweg wiederholt untersucht wird. Analysiert wurde, ob vegan oder vegetarisch lebende Personen seltener 100 Jahre alt werden als Omnivore. Das Ergebnis: Vegetarisch und vegan lebende Teilnehmende hatten (insbesondere in der veganen Gruppe) eine tiefere Wahrscheinlichkeit, das Alter von 100 Jahren zu erreichen. Diese Aussage wurde von manchen Medien so aufbereitet, als zeige die Studie, dass vegane Ernährung generell schlecht für ein langes Leben im Alter sei. Manche Artikel gingen sogar so weit zu schreiben, Menschen sollten im Alter ihre ideologischen Ernährungsvorstellungen zurückstellen.</p><p>Damit wird suggeriert, dass vegan sein und gesund alt werden im Widerspruch ständen. Doch die Studie selbst ist weitaus komplexer und bietet vor allem Anlass zur kritischen Reflexion, nicht zu einer pauschalen Abrechnung mit veganer Ernährung im Alter.</p><p class="text-align-justify" style="orphans:2;widows:2;">&nbsp;</p><h4 class="text-align-justify western" style="line-height:108%;margin-bottom:0.28cm;margin-top:0cm;orphans:2;widows:2;">Die Studie unter der Lupe</h4><p>Die Studie von Li et al. (2026)<sup>1</sup> zeigt zwar einen Zusammenhang zwischen vegetarischer oder veganer Ernährung und einer geringeren Chance, 100 Jahre alt zu werden, sie hat jedoch entscheidende methodische Schwächen, die in der medialen Berichterstattung kaum erwähnt werden:</p><ol><li><p style="orphans:2;widows:2;">Die Studie basiert auf sogenannten retrospektiven Ernährungsangaben: Die über 80-jährigen Teilnehmenden wurden gebeten, rückblickend über ihre Essgewohnheiten zu berichten – eine Methode, die naturgemäss begrenzte Genauigkeit hat.&nbsp;</p></li><li><p style="orphans:2;widows:2;">Die Studie macht keine Aussagen darüber, wie strikt die vegetarische oder vegane Ernährung tatsächlich gelebt wurde.&nbsp;</p></li><li><p style="orphans:2;widows:2;">Der negative Effekt – also die geringere Wahrscheinlichkeit, ein Alter von 100 Jahren zu erreichen – zeigte sich vor allem bei untergewichtigen Personen. Das deutet darauf hin, dass eine Unterversorgung mit Energie und Proteinen oder bestehende Vorerkrankungen die eigentliche Ursache sein könnten, nicht die Ernährungsweise per se.</p></li></ol><p style="orphans:2;widows:2;">Hinzu kommt: Die Studie betrachtet ausschliesslich sehr alte Menschen in China, eine Population mit einem bekanntlich hohen Anteil an Untergewicht und einem hohen Vorkommen chronischer Erkrankungen. Eine gut geplante vegane Ernährung wurde nicht als eigene Gruppe untersucht. Auch die Qualität der Ernährung, bspw. durch eine ungünstige Lebensmittelzusammenstellung, wurde nicht erfasst. Bemerkenswert ist ausserdem: Fisch-, Eier- und Milchkonsumenten erreichten das hohe Alter genauso häufig wie Fleischesser. Es geht also nicht um Fleisch an sich, sondern um eine ausreichende Versorgung mit Proteinen und Nährstoffen.</p><p class="text-align-justify" style="orphans:2;widows:2;">&nbsp;</p><h4 class="text-align-justify western" style="margin-bottom:0.28cm;margin-top:0cm;">Warum Ernährung im Alter noch wichtiger wird</h4><p>Mit den Jahren verändert sich der Körper: Der Grundumsatz sinkt, der Appetit wird geringer und gleichzeitig verliert der Körper nach und nach Muskelmasse. Die Knochen werden anfälliger, die Verdauung arbeitet langsamer und das Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Hinzu kommt, dass der Körper bestimmte Nährstoffe im Alter nicht mehr so effizient aufnimmt wie früher: Der Bedarf an Protein, Calcium, Vitamin D und Vitamin B<sub>12</sub> bleibt hoch oder steigt sogar, während das Hunger- und Durstgefühl abnimmt. Umso wichtiger ist eine Ernährung, die auch in kleineren Portionen möglichst viele Nährstoffe liefert.<sup>2</sup></p><p>Besonders Proteine spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie helfen, Muskelmasse zu erhalten, die Beweglichkeit zu sichern und im Alltag länger fit zu bleiben. Mit zunehmendem Alter reagiert der Körper weniger sensibel auf Protein, wodurch Muskelzellen gewissermassen schwerhörig gegenüber Aufbausignalen werden. Aufgrund dessen profitieren ältere Menschen häufig von einer etwas höheren Proteinzufuhr, die möglichst gleichmässig über den Tag verteilt wird.</p><p>Genau an diesem Punkt setzt ein weit verbreitetes Vorurteil an: Wer im Alter ausreichend Protein und Nährstoffe aufnehmen will, brauche zwingend Fleisch, Milch und Eier. Diese Überzeugung ist tief verwurzelt, und die aktuelle Medienberichterstattung rund um Studien zur Lebenserwartung verstärkt sie zusätzlich. Doch sie greift zu kurz. Entscheidend ist nicht die Herkunft der Nährstoffe, sondern ihre ausreichende Zufuhr und Qualität. Dass beides auch mit einer gut geplanten veganen Ernährung möglich ist, zeigt die aktuelle Forschungslage deutlich.</p><p class="text-align-justify" style="line-height:108%;margin-bottom:0.28cm;">&nbsp; <div data-ui-role="accordion" data-ui-collapsed="true"></p><h3>Sind pflanzliche Proteine wirklich «unvollständig»?</h3><p>Ein Vorurteil hält sich hartnäckig: Pflanzliche Proteine seien minderwertig oder „unvollständig“. Tatsächlich stimmt das so nicht.</p><p>Zwar haben viele einzelne pflanzliche Lebensmittel nicht exakt dieselbe Zusammensetzung an Aminosäuren wie tierische Produkte. Doch in der Praxis spielt das kaum eine Rolle. Wer abwechslungsreich isst, kombiniert automatisch unterschiedliche Proteinquellen, und genau dadurch entsteht ein vollständiges Aminosäureprofil. Ein klassisches Beispiel ist die Kombination aus Hülsenfrüchten und Getreide, etwa Linsen mit Vollkornbrot oder Bohnen mit Reis. Auch Nüsse und Samen ergänzen pflanzliche Proteine hervorragend. Einige Lebensmittel liefern sogar bereits allein alle essenziellen Aminosäuren, darunter Soja, Quinoa und Amaranth.</p><p>Auch die Verwertbarkeit pflanzlicher Proteine wird häufig unterschätzt. Soja erreicht eine sehr hohe biologische Wertigkeit, fermentierte Produkte wie Tempeh sind besonders gut verdaulich. Der sogenannte PDCAAS-Wert (ein Mass für die Proteinqualität) erreicht bei Soja bereits die höchste Bewertung mit 1,0; fermentierte Produkte wie Tempeh liegen nahe an dem Bereich. Einfache Zubereitungsmethoden wie Einweichen, Keimen oder schonendes Garen verbessern die Bioverfügbarkeit zusätzlich und machen die Proteine leichter zugänglich. Zwar verlangsamen Ballaststoffe die Aufnahme von Protein leicht, langfristig fördern sie jedoch eine gesunde Darmflora und diese unterstützt wiederum die Verwertung der Proteine.<sup>3</sup></p></div><p class="text-align-justify" style="line-height:108%;margin-bottom:0.28cm;">&nbsp;</p><h4 class="text-align-justify western" style="margin-bottom:0.28cm;margin-top:0cm;">Was die Forschung zeigt</h4><p>Eine gut geplante vegane Ernährung ist nicht nur in jungen Jahren empfehlenswert, sondern kann gerade im höheren Alter besonders vorteilhaft sein. Wer sich pflanzlich ernährt, versorgt seinen Körper mit einer Vielzahl an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Gleichzeitig profitieren viele ältere Menschen von einer Ernährung, die leicht, nährstoffreich und gut verträglich ist.</p><p>Dass diese Ernährungsweise im Alter nicht nur möglich, sondern auch messbar sinnvoll ist, zeigen aktuelle Studien: Bereits nach 48 Stunden pflanzlicher Ernährung verbesserten sich bei Menschen über 65 Jahren die Insulinempfindlichkeit, die Blutzuckerwerte und die Triglyceride, während Entzündungsmarker, die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen, deutlich zurückgingen.<sup>4</sup></p><p>Auch langfristige Gesundheitsdaten sprechen für eine pflanzliche Ernährung: Frauen mit einem hohen Anteil pflanzlicher Proteine zeigten in Studien seltener chronische Erkrankungen wie Krebs, Typ-2-Diabetes oder Herzinfarkt, waren körperlich fitter und berichteten häufiger von geistiger Klarheit. Im Gegensatz dazu kann ein hoher Konsum tierischer Proteine Wachstumsfaktoren wie IGF-1 erhöhen, die mit einem höheren Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden. Pflanzliche Proteine sind daher nicht nur hochwertig, sondern auch gesundheitsfördernd.<sup>5</sup></p><p>Besonders eindrücklich zeigt dies eine Zwillingsstudie, in der sich nach acht Wochen veganer Ernährung die biologischen Alterungsmarker verbesserten, die den tatsächlichen Zustand der Zell- und Organalterung widerspiegeln. Die Forschenden beobachteten Veränderungen der DNA-Methylierung, die auf eine Verjüngung biologischer Prozesse hindeuten, unabhängig davon, ob die Teilnehmenden weniger Kalorien zu sich nahmen.<sup>6</sup></p><p>Auch grosse Langzeitdaten aus China bestätigen dieses Bild: Eine hochwertige pflanzliche Ernährung steht in Verbindung mit gesünderem Altern und einem geringeren Risiko für chronische Erkrankungen.<sup>7 </sup>Diese Studienresultate unterstützen damit genau das, was sich viele Menschen für das Älterwerden wünschen: Mehr Energie, mehr Beweglichkeit und möglichst lange selbstständig bleiben.</p><p class="text-align-justify">&nbsp;</p><h4 class="text-align-justify western" style="margin-bottom:0.28cm;margin-top:0cm;">Fazit: Vegan essen, aktiv bleiben</h4><p>Vegan und gesund alt werden schliessen sich nicht aus. Entscheidend ist nicht, ob tierische Produkte auf dem Teller liegen, sondern ob der Körper ausreichend Energie, Protein und Nährstoffe erhält. Wer auf Vielfalt und eine gute Planung achtet, kann sich auch im hohen Alter mit einer veganen Ernährung rundum gut versorgen und damit beste Voraussetzungen schaffen, möglichst lange fit, selbstständig und aktiv zu bleiben.</p><p>Dass manche Schlagzeilen daraus trotzdem ein Entweder-Oder machen, sagt am Ende wohl mehr über die Lust an zugespitzten Geschichten aus als über die tatsächliche Studienlage.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Li Y, Wang K, Lv Y, Jigeer G, Huang Y, Shen X, Shi X, Gao X, 2026. Vegetarian diet and likelihood of becoming centenarians in Chinese adults aged 80 y or older: a nested case-control study. The American Journal of Clinical Nutrition, 123 (2), 101136. <a href="https://doi.org/10.1016/j.ajcnut.2025.101136">https://doi.org/10.1016/j.ajcnut.2025.101136</a></li><li>Campbell WW, Deutz NEP, Volpi E, Apovian CM, 2023. Nutritional Interventions: Dietary Protein Needs and Influences on Skeletal Muscle of Older Adults. The Journals of Gerontology: Series A, 78 (Supplement_1), 67–72. <a href="https://doi.org/10.1093/gerona/glad038">https://doi.org/10.1093/gerona/glad038</a></li><li>Berrazaga I, Micard V, Gueugneau M, Walrand S, 2019. The Role of the Anabolic Properties of Plant- versus Animal-Based Protein Sources in Supporting Muscle Mass Maintenance: A Critical Review. Nutrients, 11 (8), 1825. <a href="https://doi.org/10.3390/nu11081825">https://doi.org/10.3390/nu11081825</a></li><li>Döschner L, Schulze K, Göger L, Bosy-Westphal A, Krüger N, Franz K, Müller-Werdan U, Herpich C, Norman K, 2024. Effects of a Short-Term Vegan Challenge in Older Adults on Metabolic and Inflammatory Parameters-A Randomized Controlled Crossover Study. Molecular Nutrition &amp; Food Research, 68 (4), e2300623. <a href="https://doi.org/10.1002/mnfr.202300623">https://doi.org/10.1002/mnfr.202300623</a></li><li>Ardisson Korat AV, Shea MK, Jacques PF, Sebastiani P, Wang M, Eliassen AH, Willett WC, Sun Q, 2024. Dietary protein intake in midlife in relation to healthy aging - results from the prospective Nurses’ Health Study cohort. The American Journal of Clinical Nutrition, 119 (2), 271–282. <a href="https://doi.org/10.1016/j.ajcnut.2023.11.010">https://doi.org/10.1016/j.ajcnut.2023.11.010</a></li><li>Dwaraka VB, Aronica L, Carreras-Gallo N, Robinson JL, Hennings T, Carter MM, Corley MJ, Lin A, Turner L, Smith R, et al., 2024. Unveiling the epigenetic impact of vegan vs. omnivorous diets on aging: insights from the Twins Nutrition Study (TwiNS). BMC Medicine, 22 (1), 301. <a href="https://doi.org/10.1186/s12916-024-03513-w">https://doi.org/10.1186/s12916-024-03513-w</a></li><li>Jigeer G, Wang K, Lv Y, Tucker KL, Shen X, Chen F, Sun L, Shi X, Li Y, Gao X, 2025. Vegetarian diet and healthy aging among Chinese older adults: a prospective study. npj Aging, 11 (1), 25. <a href="https://doi.org/10.1038/s41514-025-00213-4">https://doi.org/10.1038/s41514-025-00213-4</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/pflanzliche-ernaehrung-senkt-krankheitsrisiko" target="_blank">Pflanzliche Ernährung senkt Krankheitsrisiko</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-proteine?language=de" target="_blank">Vegane Proteine in der Ernährung</a></li></ul></div> Tue, 28 Apr 2026 14:22:37 +0000 Joelle 4191 at https://www.swissveg.ch Fibermaxxing: Social Media Hype oder sinnvoller Trend? https://www.swissveg.ch/de/fibermaxxing?language=en <span>Fibermaxxing: Social Media Hype oder sinnvoller Trend? </span> <span><span lang="" about="/de/user/3027" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Sarah</span></span> <span>5. März 2026 - 8:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Social Media feiert einen neuen Ernährungstrend: «Fibermaxxing». Dabei steigern Menschen gezielt die Aufnahme von Nahrungsfasern, um ihre Gesundheit zu verbessern. Sie versprechen sich davon eine bessere Verdauung, weniger Hungergefühle und ein stärkeres Immunsystem. Doch wie sinnvoll ist dieser Trend wirklich? Wir haben ihn genauer unter die Lupe genommen.</p><p>Die positiven Effekte von Nahrungsfasern auf unsere Gesundheit sind seit Langem wissenschaftlich belegt. Trotzdem wurde dieses Thema bislang oft nur am Rande wahrgenommen, da vor allem der Protein-Trend im Fokus stand. Das ändert sich nun: Die Generation Z hat Nahrungsfasern für sich entdeckt und sorgt damit für einen regelrechten Hype auf TikTok und Instagram. In unzähligen Videos geben Menschen Tipps zur Verbesserung der Ballaststoffaufnahme. Dies soll nicht nur die Verdauung fördern, sondern auch den Blutzuckerspiegel regulieren, beim Abnehmen unterstützen und allgemein zu einem «Glow-up» beitragen. Gar von «natürlichem Ozempic» ist die Rede. Auch die Wellness-Industrie hat den Trend für sich entdeckt: Mittlerweile existieren eine Vielzahl an Supplements, um die Zufuhr an Nahrungsfasern zu maximieren. Das Angebot reicht von Kapseln, Gels bis hin zu angereicherten «Fiber-Limonaden». Sogar Süssungsmittel werden mittlerweile mit Nahrungsfasern angereichert.&nbsp;</p><h4>Pflanzliche Vielfalt</h4><p>Nahrungsfasern sind ausschliesslich in pflanzlichen Lebensmittel enthalten. Dabei handelt es sich um unverdauliche Pflanzenbestandteile, die vom menschlichen Enzymsystem nicht abgebaut werden können. Studien zeigen bei erhöhter Zufuhr von Nahrungsfasern zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit. Dazu zählen die Prävention von Diabetes-Typ-2 und die Senkung des «schlechten» LDL-Cholesterins, was das Risiko für koronare Herzerkrankungen minimieren kann. Insbesondere der Verzehr von Vollkornprodukten wird mit positiven Effekten in Verbindung gebracht, wozu auch die Prävention von Bluthochdruck zählt.&nbsp;<br>Nahrungsfasern bestehen aus langkettigen Vielfachzuckern und lassen sich in lösliche und unlösliche Nahrungsfasern einteilen, die jeweils unterschiedliche Funktionen und Wirkungen im Körper entfalten.&nbsp;</p><h6>Lösliche Nahrungsfasern</h6><p>Zu den wasserlöslichen Nahrungsfasern zählen unter anderem Pektin, resistente Stärke, Inulin sowie Oligofruktose. Sie sind beispielsweise in Haferflocken, Äpfeln, Bohnen, Erbsen oder Avocados enthalten. Lösliche Nahrungsfasern werden im Dickdarm metabolisiert und bilden in Verbindung mit Wasser eine gelartige Konsistenz. Sie dienen den «guten» Darmbakterien als Nahrungsgrundlage, fördern eine funktionierende Verdauung, können die Cholesterinwerte positiv beeinflussen sowie für eine langsamere Verdauung von Kohlenhydraten sorgen.&nbsp;</p><h6>Unlösliche Nahrungsfasern</h6><p>Unlösliche Nahrungsfasern sind Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Diese kommen beispielsweise in Vollkorngetreide, Weizenkleie und Leinsamen vor. Unlösliche Nahrungsfasern quellen in Verbindung mit Wasser stark auf und erhöhen dadurch das Stuhlvolumen, was zur einer stärkeren Darmperistaltik und einer Verkürzung der Transitzeit im Dickdarm führt.&nbsp;</p><h4>Wie viel Fibermaxxing ist sinnvoll?&nbsp;</h4><p>Die Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 30 Gramm Nahrungsfasern. Dennoch erreicht heute ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung diese empfohlene Menge nicht. Zum Vergleich: Unsere Vorfahren nahmen schätzungsweise rund 100 Gramm pro Tag zu sich. Deshalb macht es für viele Menschen durchaus Sinn, ihre Zufuhr zu erhöhen. Ziel sollte eine moderate, schrittweise Erhöhung der Ballaststoffzufuhr sein, idealerweise über mehrere Wochen. Wichtig ist, auch ausreichend zu trinken, um Verdauungsbeschwerden vorzubeugen. Denn bei sehr plötzlicher, hoher Ballaststoffzufuhr kann es zu Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall kommen. Bei bestehenden Verdauungsproblemen, Reizdarmsymptomatik oder häufiger Verstopfung empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch Ernährungsfachpersonen.&nbsp;</p><h4>Naturbelassene Lebensmittel bevorzugen&nbsp;</h4><p>Die Nahrungsfasern sollten in erster Linie aus pflanzlichen Nahrungsmitteln stammen und angereicherte Produkte sollten dabei – wenn überhaupt – &nbsp;eher als Ergänzung denn als Hauptquelle dienen. Die Sinnhaftigkeit solcher Produkte darf angezweifelt werden, da in naturbelassenen, pflanzlichen Lebensmitteln ausreichend Nahrungsfasern enthalten sind. Und fast noch wichtiger: Die unterschiedlichen Lebensmittel enthalten auch unterschiedliche Arten von Nahrungsfasern, was bei angereicherten Produkten oftmals nicht der Fall ist. Viele Nahrungsmittel werden mit Inulin angereichert, um ihr Nahrungfasergehalt zu erhöhen. Auch Tapioka-, Akazien und Maisfaser werden gerne dazu genutzt. Die Aufnahme von hochkonzentrierten Nahrungsfasern kann zudem dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbrauchen diese anstelle einer vielfältigen Ernährung konsumieren und so auf die weiteren Vorteile einer ballaststoffreichen, pflanzlichen Ernährung verzichten. Des Weiteren enthalten sogenannte funktionelle Lebensmittel wie «Ballaststoff-Limonaden» meist zugefügten Zucker und/oder Süssstoffe und sind somit nicht «gesünder» als herkömmliche Softdrinks. Die beste Strategie bleibt eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung mit ausreichend Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie Obst und Gemüse.&nbsp;&nbsp;</p><h4>Kein Wundermittel&nbsp;</h4><p>Wichtig ist, keine Wunder vom Fibermaxxing zu erwarten. Menschen, die bisher zu wenig Ballaststoffe zu sich genommen haben, können von den Vorteilen profitieren. Wer bereits ausreichend Ballaststoffe konsumiert, wird durch eine weitere Steigerung keine spürbaren Verbesserungen erzielen. Gerade bei Kindern und Heranwachsenden muss zudem sichergestellt werden, dass sie dennoch genügend Energie aufnehmen, was durch das starke Sättigungsgefühl verhindert werden könnte. Deshalb gelten für sie auch andere Empfehlungen als für Erwachsene: 10 g /pro 1000 kcal im Vergleich zu 16 g / 1000 kcal bei Frauen bzw. 12,5 g bei Männern.</p><h4>Schon gewusst?&nbsp;</h4><p>Hersteller, die auf Lebensmittelverpackungen Angaben zu Ballaststoffen machen, müssen den genauen Ballaststoffgehalt in der Nährwerttabelle angeben. Wird die Bezeichnung «Ballaststoffquelle» verwendet, muss das Produkt mindestens 3 g Ballaststoffe pro 100 g beziehungsweise 1,5 g pro 100 Kilokalorien (kcal) enthalten. Bei der Angabe «Hoher Ballaststoffgehalt» sind mindestens 6 g Ballaststoffe pro 100 g beziehungsweise 3 g pro 100 kcal erforderlich.</p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/ausgewogen">Ausgewogene Ernährung</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/naehrstoffe">Lebensmittel &amp; Nährstoffe</a></li><li>SRF: «<a href="https://www.srf.ch/wissen/gesundheit/fibremaxxing-endlich-ein-ernaehrungstrend-der-fachleute-gluecklich-macht" target="_blank">Fibremaxxing – Endlich ein Ernährungstrend, der Fachleute glücklich macht</a>», 2.6.2026</li></ul></div> Thu, 05 Mar 2026 07:00:00 +0000 Sarah 4185 at https://www.swissveg.ch Frühlingssession 2026 https://www.swissveg.ch/de/fruehlingssession-2026?language=en <span>Frühlingssession 2026</span> <span><span lang="" about="/de/user/2566?language=en" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Renato</span></span> <span>3. März 2026 - 14:26</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Die Frühlingssession der Räte findet vom 2. bis 20. März 2026 statt. In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht über Themen, die aus unserer Perspektive von Bedeutung sind.</p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253231" target="_blank">25.3231 Motion:</a> «Anpassung der RAUS-Bestimmungen im Sinne von Umwelt und Tierwohl»</h2><p>(Dienstag, 10.3.26, zwischen 8 und 13 Uhr) Die <a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2013/765/de#art_75" target="_blank">RAUS-Verordnung</a> («Regelmässiger Auslauf im Freien RAUS») soll abgeschwächt werden. Der vorgeschriebene Auslauf auf eine Weide oder einen Aussenlauf soll durch einen sogenannten Innen-Auslauf kompensiert werden. Dabei ist ein Teil des Stalls unter freiem Himmel.<br />Der Bundesrat lehnt diese Motion ab. Der Ständerat hat sie angenommen. Nun entscheidet der Nationalrat darüber.<br />Dieselbe Motion wurde auch im Nationalrat eingereicht: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253228" target="_blank">25.3228</a>.</p><p><em>10.3.2026: Die Motion wurde vom Nationalrat (mit Änderungen) angenommen.</em></p><p><a href="https://stopfleber-initiative.ch" target="_blank"><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Stopfleberinitiative.webp" alt="Logo Stopfleber-Initiative" width="21.7%" class="align-right" /></a></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20240089" target="_blank">24.089 Volksinitiative:</a> «Ja zum Importverbot für Stopfleber (<a href="https://stopfleber-initiative.ch" target="_blank">Stopfleber-Initiative</a>)». </h2><p>Und: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250404" target="_blank">Indirekter Gegenentwurf zur Stopfleber-Initiative</a> .</p><p><em>Der Nationalrat hat einen weniger weit gehenden Gegenvorschlag angenommen und die Initiative abgelehnt.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253212" target="_blank">25.3212 Postulat:</a> Wissenschaftliche Alternativen zur Lebensmittelpyramide</h2><p>Vordergründig geht es hier zwar nur um eine andere Darstellung der Ernährungsempfehlungen. Indirekt möchte der Motionär aber auch das Fleisch wieder vermehrt ins Zentrum der Empfehlungen rücken.</p><p><em>12.3.2026: Der Nationalrat hat das Postulat angenommen.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253421" target="_blank">25.3421 Motion: </a>PFAS-Grenzwerte unter Berücksichtigung der Auswirkungen, insbesondere für die Landwirtschaft oder die Wasserversorger, sachgerecht festlegen und Massnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft einleiten</h2><p>Mit dieser Motion soll es erlaubt sein Fleisch (und andere tierische Produkte), dass zu stark mit PFAS belastet ist mit unbelastetem Fleisch zu vermischen, um die Grenzwerte zu erreichen. Damit soll erreicht werden, dass man auch sehr stark belastete tierische Produkte in den Verkauf bringen kann.</p><p><em>5.3.2026: Die Motion wurde im Ständerat angenommen nachdem sie auch im Nationalrat am 9.9.2025 angenommen wurde.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20243030" target="_blank">24.3030 Postulat: </a>Tierspezifische Brandschutzvorschriften für Ställe</h2><p>Immer wieder sterben Tiere bei Bränden von Ställen. Deshalb soll es bessere Brandschutzvorschriften geben. Der Bundesrat argumentiert, dass es die Aufgabe der Kantone sei entsprechende Vorschriften zu erlassen und lehnt deshalb das Postulat ab.</p><p><em>18.3.26: Das Postulat wurde zurückgezogen.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20243177" target="_blank">24.3177 Motion:</a> Jagdbanngebiete erhalten und vor übermässigem Schaden schützen</h2><p>Die Motion möchte, dass es für Hobbyjäger einfacher wird Wild in Jagdbanngebieten zu erschiessen, wenn es «notwendig» ist.</p><p><em>19.3.26: Die Motion wurde zurückgezogen.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20254464" target="_blank">25.4464 Motion:</a> Einführung einer Gesetzesgrundlage für den regulierten Abschuss von Wölfen bei Überschreitung eines vordefinierten Schwellenwerts</h2><p>Der Bundesrat soll beauftragt werden, die gesetzlichen Grundlagen zu verabschieden, die den Abschuss von einzelnen Wölfen oder Rudeln erlauben, sobald die Wolfspopulation eine vordefinierte Anzahl Tiere erreicht. </p><p><em>19.3.26: Der Ständerat hat die Motion angenommen.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20254486" target="_blank">25.4486 Interpellation:</a> Gibt es eine Nahrungskonkurrenz bei bestäubenden Insekten?</h2><p>Die einseitige Förderung der <a href="/honig">Honigbiene (als Nutztier)</a> kann Auswirkungen auf die Biodiversität haben. Die Interpellation fordert eine genaue Analyse was für Auswirkungen der Bestand an Honigbienen auf die Wildbienen und andere bestäubende Insekten hat.</p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223809" target="_blank">22.3809 Motion:</a> Deklarationspflicht und Zollbeschränkungen für Fleisch von mehrtägigen Tiertransporten aus dem Ausland</h2><p>Mehrtägige Tiertransporte sind für die Tiere sehr belastend. In der kleinräumigen Schweiz kommen solche Lebendtiertransporte über mehrere Tage nicht vor. Beim Import von Fleisch kann dieses jedoch von Tieren stammen die einen mehrtägigen Transport erleiden mussten. Deshalb verlangt die Motion hier eine Deklarationspflicht und Zollbeschränkungen einzuführen.</p><p><em>5.3.2026: Die Motion wurde </em><a href="https://www.parlament.ch/de/services/news/Seiten/2026/20260305121800347194158159026_bsd102.aspx" target="_blank"><em>angenommen</em></a><em>.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250067" target="_blank">25.067 Initiative:</a> «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (<a href="https://initiative-fuer-eine-sichere-ernaehrung.ch" target="_blank">Ernährungsinitiative</a>)». Volksinitiative</h2><p><a href="https://initiative-fuer-eine-sichere-ernaehrung.ch" target="_blank"><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Ernaehrungsinitiative.png" alt="Logo Ernährungsinitiative" /></a>Nachdem alle Fraktionen im <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/abstimmungen/abstimmungs-datenbank-nr?BusinessNumber=25.067" target="_blank">Nationalrat</a> am 17.12.2025 die Initiative und einen möglichen Gegenvorschlag abgelehnt hat, debattiert am 17.3.26 der Ständerat darüber. <br /><br /><em>In der </em><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=71128" target="_blank"><em>Schlussabstimmung</em></a><em> des Nationalrates und des Ständerates am 20.3.26 lehnten ALLE Nationalräte und Ständeräte die Initiative ab.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20254424" target="_blank">25.4424 Interpellation:</a> Raclette bleibt Raclette!</h2><p>Agroscope hat letztes Jahr gezeigt, dass man auch aus pflanzlichen Nebenprodukten (in dem Fall Sonnenblumenpresskuchen ) eine <a href="https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/aktuell/newsroom/2025/11-10_raclette_vegan.html" target="_blank">Raclette-Alternative</a> herstellen kann. Dies passt nicht allen Politikern. Deshalb diese Interpellation.</p><p><em>17.2.2026: Nach der Antwort des Bundesrates wurde im Ständerat keine Diskussion darüber verlangt.</em></p><p> </p><h2><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20230302" target="_blank">23.302 Standesinitiative:</a> Den Selbstversorgungsgrad der Schweiz mit Schweizer Zucker erhalten</h2><p>Der Kanton <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20230302" target="_blank">Bern</a> und <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20220322" target="_blank">Thurgau</a> sorgen sich um die Selbstversorgung mit Zucker. Im jetzigen Parlament hat diese Initiative leider grössere Chancen als die generelle Selbstversorgung mit Lebensmitteln und gesundem Trinkwasser (siehe Ernährungsinitiative). Ob dies daran liegt, dass man aus 3 kg Zuckerrüben 1 kg Zucker und 2 kg Futter herstellen kann?</p><p><em>17.3.26: Der Ständerat hat diese Initiative abgeschrieben. Nun befasst sich als nächstes der Nationalrat damit.</em></p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/sessionen?language=de">Sessionen</a></li><li><a href="/sommersession-2026">Sommersession 2026</a></li><li><a href="/wintersession-2025">Wintersession 2025</a></li><li><a href="/sommersession-2025">Sommersession 2025</a></li><li><a href="/de/sondersession-mai-2025">Sondersession Mai 2025</a></li><li><a href="/fruehlingssession-2025">Frühlingssession 2025</a></li><li>Aktuelles zur Session: <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/sessionen/aktuelle-session" target="_blank">parlament.ch</a></li></ul></div> Tue, 03 Mar 2026 13:26:08 +0000 Renato 4188 at https://www.swissveg.ch