Christine's blog https://www.swissveg.ch/de?language=en de Wir feiern 30 Jahre V-Label https://www.swissveg.ch/de/30-jahre-v-label?language=en <span>Wir feiern 30 Jahre V-Label</span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>3. Februar 2026 - 8:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Das V-Label feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Es wurde 1996 von Swissveg gegründet und ist heute das bekannteste und vertrauenswürdigste Vegi-Label. Mittlerweile tragen über 70'000 Produkte von mehr als 4'800 Unternehmen in über 55 Ländern das V-Label.</p><h2>Vom kleinen Büro in Sennwald zur globalen Bewegung</h2><p><a href="https://www.swissveg.ch/de" target="_blank" title="Swissveg">Swissveg</a>, damals noch unter dem Namen «Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus» (SVV) aktiv, entwickelte 1996 im ersten kleinen Büro in Sennwald (SG) die Idee des V-Labels, um eine klare Kennzeichnung und Orientierungshilfe für Verbraucher und Verbraucherinnen zu schaffen. Die SVV begleitete die Detailhändlerin Migros bei der Einführung ihrer vegetarischen Produktlinie Cornatur und zertifizierte die Produkte von Beginn an mit dem <a href="https://www.v-label.com/ch-de/" target="_blank" title="V-Label">V-Label</a>.</p><style> .centered-figure2 { display: flex; flex-direction: column; align-items: center; margin: 20px auto; } .centered-figure2 img { width: 25%; /* Web: ca. 1/5 der Breite */ height: auto; /* proportional */ display: block; } .centered-figure2 figcaption { margin-top: 10px; font-size: 1.4rem; /* Schriftgröße anpassen */ text-align: center; line-height: 1.3; } /* Mobile */ @media (max-width: 768px) { .centered-figure2 img { width: 100%; /* Mobile: volle Breite */ } } </style><figure class="centered-figure2"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Migros%20Cornatur%20Quorn_1997.gif" alt=""><figcaption>Migros' Produktlinie Cornatur, 1997 zertifiziert mit dem V-Label</figcaption></figure><p>Renato Pichler, Präsident der SVV und der <a href="https://www.euroveg.eu/" target="_blank" title="EVU">Europäischen Vegetarier-Union (EVU)</a> sowie Gründer der V-Label GmbH, stellte 1999 das V-Label auf dem Europäischen Vegetarierkongress in der Schweiz vor und lud Organisationen aus ganz Europa dazu ein, das Label in ihrem Land einzuführen. Das V-Label-Netzwerk wuchs stetig: Österreich trat 2002 bei und in den 2000er und 2010er Jahren kamen weitere europäische Partnerorganisationen hinzu. Bis 2019 hatte das V-Label die Vereinigten Staaten und Lateinamerika erreicht, 2021 Afrika, 2022 Asien und 2025 Australien. Heute ist das V-Label mit über 35 Partnerorganisationen in mehr als 55 Ländern auf allen Kontinenten vertreten und wird weltweit von Swissveg koordiniert.</p><p>&nbsp;</p><style> .swissveg-grid { display: grid; grid-template-columns: repeat(2, 1fr); /* Web: 3 Spalten */ gap: 10px; max-width: 100%; box-sizing: border-box; justify-content: center; } .swissveg-grid figure { margin: 0; display: flex; flex-direction: column; align-items: center; } .swissveg-grid img { height: 350px; /* Alle Bilder gleich hoch */ width: auto; /* Breite proportional */ display: block; } .swissveg-grid figcaption { margin-top: 6px; font-size: 1.4rem; line-height: 1.3; text-align: center; } /* Mobile */ @media (max-width: 768px) { .swissveg-grid { grid-template-columns: 1fr; /* Mobile: 1 Spalte */ } .swissveg-grid img { width: 100%; /* Mobile: volle Breite */ height: auto; /* proportional */ } } </style><div class="swissveg-grid"><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Europ%C3%A4ischer%20Vegetarierkongress_1999_.jpg" alt=""><figcaption>Europäischer Vegetarierkongress in Widnau (SG), 1999</figcaption></figure><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/EVU-Vorstand_1999_.jpg" alt=""><figcaption>Vorstand der Europäischen Vegetarier-Union (EVU), 1999</figcaption></figure></div><style> .centered-figure { display: flex; flex-direction: column; align-items: center; /* Bild zentrieren */ margin: 20px auto; } .centered-figure img { width: 80%; /* Web: 50% der Breite */ height: auto; /* proportional */ display: block; } .centered-figure figcaption { margin-top: 10px; font-size: 1.4rem; /* gewünschte Schriftgröße */ text-align: center; line-height: 1.3; } /* Mobile */ @media (max-width: 768px) { .centered-figure img { width: 100%; /* Mobile: volle Breite */ } } </style><p>&nbsp;</p><p>Bereits ab 1976 wurde das heutige V-Symbol als Erkennungszeichen für die vegetarische Lebensweise genutzt. Das «V mit Blatt» erlangte internationale Bekanntheit durch die Präsentation am ersten Europäischen Vegetarierkongress 1985. Noch im selben Jahr wurde die Europäische Vegetarier Union (EVU) gegründet, welche seither das V-Symbol als festen Bestandteil ihres Vereinslogos nutzt. Seit 2008 werden die Markenrechte für die kommerzielle Nutzung des Labels zur Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen von der eigens dafür gegründeten, unabhängigen V-Label GmbH in der Schweiz verwaltet.</p><h2>Das V-Label entwickelt sich weiter&nbsp;</h2><p>Die weltweite V-Label-Bewegung wurde von Renato Pichler initiiert. Zufrieden blickt er auf die Entwicklungen der letzten 30 Jahre zurück:&nbsp;</p><p class="zitat">«Seit 1996 kennzeichnen wir vegane und vegetarische Produkte für mehr Transparenz und für einen tierfreundlicheren und nachhaltigeren Konsum. Das V-Label hat nicht nur das wachsende Angebot geprägt, sondern auch Non-Profit-Organisationen gestärkt und den internationalen Austausch zwischen ihnen gefördert.»&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Dieser Austausch ist zentral für die Weiterentwicklung des Labels. Regelmässig finden internationale V-Label-Partnertreffen statt: erstmals 2014 im Swissveg-Büro in Winterthur mit Partnern aus Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und der Türkei. Es folgten Treffen in Berlin (2016), Warschau (2018), Alicante (2019), Prag (2023) und Wien (2025).&nbsp;&nbsp;<style> .swissveg2-grid { display: grid; grid-template-columns: repeat(3, 1fr); gap: 20px; } .swissveg2-grid figure { margin: 0; display: flex; flex-direction: column; justify-content: flex-end; } .swissveg2-grid img { width: 100%; height: auto; display: block; } .swissveg2-grid figcaption { margin-top: 6px; font-size: 1.4rem; line-height: 1.3; text-align: center; } /* Mobile */ @media (max-width: 768px) { .swissveg2-grid { grid-template-columns: 1fr; } } </style></p><div class="swissveg2-grid"><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Partnertreffen%20Winterthur_2014.jpg"><figcaption>Erstes Partnertreffen in Winterthur, 2014</figcaption></figure><figure><img src="https://www.swissveg.ch/sites/swissveg.ch/files/2026-01/IMG_20161026_163732k.jpg"><figcaption>Partnertreffen in Berlin, 2016</figcaption></figure><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Partnertreffe_Warschau_2018.jpg"><figcaption>Partnertreffen in Warschau, 2018</figcaption></figure><figure><img src="https://www.swissveg.ch/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Partnertreffen%20Alicante_2019.jpg"><figcaption>Partnertreffen in Alicante, 2019</figcaption></figure><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Partnertreffen%20Prag_2023.jpg"><figcaption>Partnertreffen in Prag, 2023</figcaption></figure><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Partnertreffen%20Wien_2025.jpg"><figcaption>Partnertreffen in Wien, 2025</figcaption></figure></div><p>&nbsp;</p><p>Das V-Label passt sich laufend neuen Anforderungen an: 2023 wurden die veganen und vegetarischen Labels modernisiert, um die Kennzeichnung für Konsumenten und Konsumentinnen verständlicher zu machen. Zudem gewinnt das V-Label im Non-Food-Bereich an Bedeutung. Renato Pichler erklärt:&nbsp;</p><p class="zitat">«Das V-Label fasst zunehmend Fuss im Non-Food-Bereich und erleichtert es den Verbrauchern, auch bei Kosmetika, Reinigungsmitteln, Kleidung und vielem mehr bewusste Entscheidungen zu treffen.»</p><style> .centered-figure5 { display: flex; flex-direction: column; align-items: center; margin: 20px auto; } .centered-figure5 img { width: 50%; /* Web: ca. 1/5 der Breite */ height: auto; /* proportional */ display: block; } .centered-figure5 figcaption { margin-top: 10px; font-size: 1.4rem; /* Schriftgröße anpassen */ text-align: center; line-height: 1.3; } /* Mobile */ @media (max-width: 768px) { .centered-figure5 img { width: 100%; /* Mobile: volle Breite */ } } </style><figure class="centered-figure5"><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/Modernisierung%20Logos.png" alt=""><figcaption>Modernisierung des V-Labels</figcaption></figure><p>&nbsp;</p><p>Zu den jüngsten Entwicklungen gehört die Lancierung des <a href="https://c-label.com/" target="_blank" title="C-Label">C-Labels</a> und <a href="https://f-label.com/" target="_blank" title="F-Label">F-Labels</a> Anfang 2025. Sie ermöglichen eine transparente Kennzeichnung von Produkten aus Zellkultur sowie aus biotechnologischer Fermentation. Im November 2025 wurde zudem gemeinsam mit Biocyclic Vegan International und ihrer Labelorganisation Biocyclic Vegan Label Ltd. (BVL) das «<a href="https://www.swissveg.ch/de/V-Label-Vegan-Agriculture?language=en" target="_blank" title="V-Label Vegan Agriculture">V-Label Vegan Agriculture</a>» eingeführt. Diese neue Labelvariante erlaubt die Lizenzierung von Landwirtschaftsbetrieben und unterstützt so die Entwicklung einer konsequent veganen und nachhaltigen Lebensmittelproduktion. Zu den ersten lizenzierten Betrieben zählen Solawi Halde in Altdorf (SZ), Ferme du Château in Payerne (VD) und Moosfeld Gemüse in Singen (DE).</p><style> .centered-figure3 { display: flex; flex-direction: column; align-items: center; margin: 20px auto; } .centered-figure3 img { width: 55%; height: auto; /* proportional */ display: block; } .centered-figure3 figcaption { margin-top: 10px; font-size: 1.4rem; /* Schriftgröße anpassen */ text-align: center; line-height: 1.3; } /* Mobile */ @media (max-width: 768px) { .centered-figure3 img { width: 100%; /* Mobile: volle Breite */ } } </style><figure class="centered-figure3"><img src="/sites/swissveg.ch/files/bilder/Logos/Solawi_Halde_2k.jpg" alt=""><figcaption>Renato Pichler (rechts) übergibt Christian Mächler von der Solawi Halde (Mitte) das V-Label-Zertifikat</figcaption></figure><h2>Für eine tierfreundlichere und nachhaltigere Zukunft</h2><p>Das V-Label ist mittlerweile das bekannteste und vertrauenswürdigste vegetarische und vegane Label – weltweit wie auch in der Schweiz. Heute tragen weltweit über 70'000 Produkte von 4'800 Unternehmen das V-Label. Aktuell sind 7’077 Produkte von 255 Unternehmen in der Schweiz und in Liechtenstein durch Swissveg lizenziert.&nbsp; Konsumenten und Konsumentinnen verbinden das V-Label mit Vertrauen, Qualität und Gesundheit. Inzwischen kennen über zwei Drittel (68 %) der Schweizer Gesamtbevölkerung das Label, Tendenz weiter steigend.<span class="fussnotenlink">1</span> 95 % der Zielgruppe (flexitarisch, vegetarisch, vegan) vertrauen dem V-Label, 95 % der Konsumenten und Konsumentinnen &nbsp;fühlen sich dadurch besser informiert und 88 % empfinden, dass es das Einkaufen erleichtert.<span class="fussnotenlink">1, 2</span></p><p>&nbsp;</p><p><style> .swissveg1-grid { display: flex; justify-content: center; /* Ganze Reihe zentrieren */ gap: 20px; max-width: 100%; box-sizing: border-box; } /* Figure als flex-Container */ .swissveg1-grid figure { margin: 0; flex: 1; /* Gleichmäßige Breite */ max-width: 45%; /* Zusammen ca. 70% */ display: flex; align-items: flex-end; /* Bilder unten ausrichten */ justify-content: center; height: 400px; /* gleiche Höhe */ } .swissveg1-grid img { width: auto; /* proportional */ height: 100%; /* passt sich der Figure-Höhe an */ display: block; object-fit: contain; /* kein Zuschneiden */ } /* Mobile */ @media (max-width: 768px) { .swissveg1-grid { flex-direction: column; /* 1 Spalte */ align-items: center; } .swissveg1-grid figure { max-width: 100%; height: auto; /* Höhe proportional */ } .swissveg1-grid img { width: 100%; /* volle Breite */ height: auto; } } </style></p><div class="swissveg1-grid"><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/V-Label-2_Umfrage_2024.webp" alt=""></figure><figure><img src="/sites/swissveg.ch/files/2026-01/V-Label-7_Umfrage_2024.webp" alt=""></figure></div><p>&nbsp;</p><p>Mit 30 Jahren Erfahrung ist Swissveg Vorreiterin einer weltweiten Bewegung, die in einem kleinen Büro in Sennwald begann. Der Weg des V-Labels spiegelt den Aufschwung der veganen Bewegung wider. Auch zu Beginn seines vierten Jahrzehnts steht das Label für Vertrauen und Transparenz. Das 30-jährige Jubiläum markiert einen neuen Abschnitt auf dem Weg zu einer tierfreundlicheren und nachhaltigeren Zukunft, der auf den Errungenschaften der letzten drei Jahrzehnte aufbaut.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/label-umfrage_2024" target="_blank" title="Umfrage">Repräsentative Umfrage</a> von YouGov, 2024</li><li><a href="https://www.v-label.com/de/news-de/studie-von-proveg-und-v-label-95-prozent-der-konsumentinnen-fuehlen-sich-durch-das-v-label-besser-informiert/" target="_blank" title="Studie">Studie </a>von ProVeg und V-Label, 2022</li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/meilensteine" title="Meilensteine">Geschichte der Swissveg/SVV</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ueber_uns" title="Portrait">Portrait der Swissveg</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/V-Label-Vegan-Agriculture" title="V-Label">Allgemeines zum V-Label</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/label-umfrage_2024" title="V-Label-Umfrage">V-Label-Umfrage 2024</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/V-Label-Vegan-Agriculture" title="V-Label Vegan Agriculture">V-Label Vegan Agriculture</a></li><li><a href="https://c-label.com/" title="C-Label">C-Label</a></li><li><a href="https://f-label.com/" title="F-Label">F-Label</a></li></ul></div> Tue, 03 Feb 2026 07:00:00 +0000 Christine 4184 at https://www.swissveg.ch Alles über Marroni https://www.swissveg.ch/de/marroni?language=en <span>Alles über Marroni </span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>12. November 2025 - 15:34</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">«Marroni, heissi Marroni!» – der Duft von frisch gerösteten Marroni vom «Marronimaa» des Vertrauens versetzt einen direkt in Herbststimmung. Was heute als saisonale Delikatesse gilt, war bis vor nicht allzu langer Zeit ein wichtiges Hauptnahrungsmittel.</p><p>Marroni, auch Maronen, Edelkastanien, Esskastanien oder Echte Kastanien genannt, stammen ursprünglich aus Kleinasien, woher sie über den Mittelmeerraum nach Süd- und Westeuropa gelangten. Vom Mittelalter bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Edelkastanien in Südeuropa und im Tessin das Hauptnahrungsmittel der armen Bevölkerung. Heute geniesst man Marroni hauptsächlich in den kalten Jahreszeiten in verschiedenen Variationen als Delikatesse – besonders beliebt sind sie als Beilage, «Heissi Marroni» oder als Vermicelles. Auch roh kann die geschälte Kastaniennuss gegessen werden. Wer Marroni selbst sammeln und zubereiten möchte, muss aber den Unterschied zu Rosskastanien kennen, die giftig sind und sich nicht für den menschlichen Verzehr eignen! Rosskastanien haben dicke Dornen, Marroni hingegen feinere Stacheln und eine abgeflachte Form. Rosskastanien sind ausserdem viel häufiger anzutreffen. Für Wildschweine und Rehe sind sie übrigens ein wahrer Genuss – und auch zum Basteln eignen sie sich super.</p><h3>Ein ökologischer Joker</h3><p>Edelkastanienbäume gedeihen im milden Klima, wo beispielsweise auch Wein angebaut wird, also in Mittelmeerländern – aber auch in der Schweiz. Nicht nur im Tessin wachsen Marroni, sondern auch im Unterwallis, am Vierwaldstättersee und am Walensee, wo sich in Murg der grösste schweizerische Bestand nördlich der Alpen befindet. Und wo es Edelkastanienbäume gibt, werden während der Haupterntezeit im Oktober auch die Marronifeste gefeiert: In Fully im Unterwallis die «Fête de la Châtaigne», die Chilbi in Murg oder die «Chestene- Chilbi Greppen» am Vierwaldstättersee. Marroni sind also fester Bestandteil der Schweizer Esskultur, was auch die Zahlen bestätigen: In der Schweiz werden 2 500 Tonnen pro Jahr verzehrt – Tendenz steigend. Es werden jährlich jedoch nur 100 Tonnen in der Schweiz geerntet, und die Anbaufläche nimmt stetig ab. Die restlichen 2 400 Tonnen stammen grösstenteils aus Italien, Portugal, Spanien und Frankreich sowie kleinere Mengen aus Chile, China und Thailand. Die Edelkastanie ist für unser Ökosystem übrigens äusserst wertvoll und robust. Sie liebt Wärme, verträgt Trockenheit und gedeiht in verschiedenen Bodentypen – und wurde daher sogar bereits als «ökologisch wertvoller Joker im Klimawandel» bezeichnet. Ihre Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten, während die Kastaniennuss Tieren wie Eichhörnchen und Siebenschläfern als Nahrung dient. Die Edelkastanie bietet zudem Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Käfern, Moosen, Pilzen und Flechten.&nbsp;</p><h3>Ein wahrer Allrounder&nbsp;</h3><p>Keine Frage: Der Geschmack von Marroni ist unverkennbar mild, nussig und süss. Die Süsse entsteht durch das Rösten, indem die enthaltene Stärke in Zucker umgewandelt wird. Neben ihrem Geschmack punkten Marroni auch mit einer hohen Nährstoffdichte an B-Vitaminen und Vitamin C sowie Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium. Aufgrund des hohen Gehalts an Stärke und Nahrungsfasern sind Marroni ausserdem gut für die Verdauung.&nbsp;</p><p>Genauso vielfältig wie die enthaltenen Nährstoffe ist auch der Einsatzbereich in der Küche – ob in der Schale geröstet, glasiert als Beilage auf einem veganen «Wildteller», als Vermicelles, in Kuchen und Brot oder gar roh – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Übrigens ist Marronimehl glutenfrei und damit eine hervorragende Alternative zu Weizen. Ebenfalls erfreulich: Das Marroni-Püree, welches man für Vermicelles oder in Kuchen verwenden kann, ist vegan! So lassen sich ganz einfach aus Marroni-Püree und pflanzlicher Milch vegane Vermicelles herstellen – serviert mit veganem Schlagrahm oder Meringues aus Aquafaba ein wahrer Genuss.</p><h4>Rezept: Heissi Marroni</h4><p><strong>Zutaten:</strong>&nbsp;</p><ul><li>1 kg Marroni&nbsp;</li><li>Wasser&nbsp;</li></ul><p>Marroni ca. 1 Stunde in kaltem Wasser einlegen. Anschliessend kreuzweise einschneiden, auf ein Blech legen und in die Mitte des Ofens schieben. Eine ofenfeste Tasse mit 1 dl Wasser dazustellen. Backofen auf 250 °C Umluft einstellen und Marroni ca. 25 Minuten backen. Nach der Hälfte der Backzeit mit einem Ofenhandschuh Wasser einer Tasse aufs Blech giessen und die Marroni fertig backen.</p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/weisskohl">Alles über Weisskohl</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ausgewogen">So geht eine ausgewogene vegane Ernährung&nbsp;</a></li></ul></div> Wed, 12 Nov 2025 14:34:07 +0000 Christine 4174 at https://www.swissveg.ch Alles über Marroni https://www.swissveg.ch/de/marroni?language=en <span>Alles über Marroni </span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>12. November 2025 - 15:34</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">«Marroni, heissi Marroni!» – der Duft von frisch gerösteten Marroni vom «Marronimaa» des Vertrauens versetzt einen direkt in Herbststimmung. Was heute als saisonale Delikatesse gilt, war bis vor nicht allzu langer Zeit ein wichtiges Hauptnahrungsmittel.</p><p>Marroni, auch Maronen, Edelkastanien, Esskastanien oder Echte Kastanien genannt, stammen ursprünglich aus Kleinasien, woher sie über den Mittelmeerraum nach Süd- und Westeuropa gelangten. Vom Mittelalter bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Edelkastanien in Südeuropa und im Tessin das Hauptnahrungsmittel der armen Bevölkerung. Heute geniesst man Marroni hauptsächlich in den kalten Jahreszeiten in verschiedenen Variationen als Delikatesse – besonders beliebt sind sie als Beilage, «Heissi Marroni» oder als Vermicelles. Auch roh kann die geschälte Kastaniennuss gegessen werden. Wer Marroni selbst sammeln und zubereiten möchte, muss aber den Unterschied zu Rosskastanien kennen, die giftig sind und sich nicht für den menschlichen Verzehr eignen! Rosskastanien haben dicke Dornen, Marroni hingegen feinere Stacheln und eine abgeflachte Form. Rosskastanien sind ausserdem viel häufiger anzutreffen. Für Wildschweine und Rehe sind sie übrigens ein wahrer Genuss – und auch zum Basteln eignen sie sich super.</p><h3>Ein ökologischer Joker</h3><p>Edelkastanienbäume gedeihen im milden Klima, wo beispielsweise auch Wein angebaut wird, also in Mittelmeerländern – aber auch in der Schweiz. Nicht nur im Tessin wachsen Marroni, sondern auch im Unterwallis, am Vierwaldstättersee und am Walensee, wo sich in Murg der grösste schweizerische Bestand nördlich der Alpen befindet. Und wo es Edelkastanienbäume gibt, werden während der Haupterntezeit im Oktober auch die Marronifeste gefeiert: In Fully im Unterwallis die «Fête de la Châtaigne», die Chilbi in Murg oder die «Chestene- Chilbi Greppen» am Vierwaldstättersee. Marroni sind also fester Bestandteil der Schweizer Esskultur, was auch die Zahlen bestätigen: In der Schweiz werden 2 500 Tonnen pro Jahr verzehrt – Tendenz steigend. Es werden jährlich jedoch nur 100 Tonnen in der Schweiz geerntet, und die Anbaufläche nimmt stetig ab. Die restlichen 2 400 Tonnen stammen grösstenteils aus Italien, Portugal, Spanien und Frankreich sowie kleinere Mengen aus Chile, China und Thailand. Die Edelkastanie ist für unser Ökosystem übrigens äusserst wertvoll und robust. Sie liebt Wärme, verträgt Trockenheit und gedeiht in verschiedenen Bodentypen – und wurde daher sogar bereits als «ökologisch wertvoller Joker im Klimawandel» bezeichnet. Ihre Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten, während die Kastaniennuss Tieren wie Eichhörnchen und Siebenschläfern als Nahrung dient. Die Edelkastanie bietet zudem Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Käfern, Moosen, Pilzen und Flechten.&nbsp;</p><h3>Ein wahrer Allrounder&nbsp;</h3><p>Keine Frage: Der Geschmack von Marroni ist unverkennbar mild, nussig und süss. Die Süsse entsteht durch das Rösten, indem die enthaltene Stärke in Zucker umgewandelt wird. Neben ihrem Geschmack punkten Marroni auch mit einer hohen Nährstoffdichte an B-Vitaminen und Vitamin C sowie Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium. Aufgrund des hohen Gehalts an Stärke und Nahrungsfasern sind Marroni ausserdem gut für die Verdauung.&nbsp;</p><p>Genauso vielfältig wie die enthaltenen Nährstoffe ist auch der Einsatzbereich in der Küche – ob in der Schale geröstet, glasiert als Beilage auf einem veganen «Wildteller», als Vermicelles, in Kuchen und Brot oder gar roh – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Übrigens ist Marronimehl glutenfrei und damit eine hervorragende Alternative zu Weizen. Ebenfalls erfreulich: Das Marroni-Püree, welches man für Vermicelles oder in Kuchen verwenden kann, ist vegan! So lassen sich ganz einfach aus Marroni-Püree und pflanzlicher Milch vegane Vermicelles herstellen – serviert mit veganem Schlagrahm oder Meringues aus Aquafaba ein wahrer Genuss.</p><h4>Rezept: Heissi Marroni</h4><p><strong>Zutaten:</strong>&nbsp;</p><ul><li>1 kg Marroni&nbsp;</li><li>Wasser&nbsp;</li></ul><p>Marroni ca. 1 Stunde in kaltem Wasser einlegen. Anschliessend kreuzweise einschneiden, auf ein Blech legen und in die Mitte des Ofens schieben. Eine ofenfeste Tasse mit 1 dl Wasser dazustellen. Backofen auf 250 °C Umluft einstellen und Marroni ca. 25 Minuten backen. Nach der Hälfte der Backzeit mit einem Ofenhandschuh Wasser einer Tasse aufs Blech giessen und die Marroni fertig backen.</p></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/weisskohl">Alles über Weisskohl</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ausgewogen">So geht eine ausgewogene vegane Ernährung&nbsp;</a></li></ul></div> Wed, 12 Nov 2025 14:34:07 +0000 Christine 4174 at https://www.swissveg.ch Alles über Seitan https://www.swissveg.ch/de/seitan?language=en <span>Alles über Seitan </span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>23. Oktober 2025 - 10:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Seitan ist heute aus der vegetarischen und veganen Küche nicht mehr wegzudenken. Doch lange bevor das Produkt aus Weizeneiweiss zu uns kam, war es bereits fester Bestandteil der ostasiatischen Esskultur.</p><p>Seitan wurde bereits vor mehr als 1 500 Jahren in der japanisch-chinesischen Zen-Tradition von vegetarisch lebenden Mönchen hergestellt.¹ Erste schriftliche Nachweise über das Weizeneiweiss bzw. Weizengluten stammen aus dem Jahr 1 301 im alten China.² In der chinesischen Küche gibt es drei Varianten verschiedener «Fleischarten» aus Weizengluten: die gedämpfte Standard-Variante, bekannt als Seitan, eine schwammartige und eine frittierte Variante. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Seitan, der auch bei uns am bekanntesten ist.²&nbsp;</p><p>Das Wort «Seitan» ist japanisch und bedeutet so viel wie «aus Protein gemacht» bzw. «Protein des Lebens».² Der Begriff wurde 1961 von George Ohsawa (Sakurazawa Nyoichi), einem gebürtigen Japaner und Lehrer der Makrobiotik, geprägt.² Einer seiner Schüler entwickelte Seitan, inspiriert vom traditionellen japanischen «Fu», welches ebenfalls aus Weizengluten besteht.¹,² Für die Herstellung von Seitan wurde das Weizengluten in einer Brühe aus Wasser, Shoyu (Sojasauce), Kombu (einer Meeresalge) und Ingwer gekocht.²&nbsp;</p><p>Ab 1962 wurde Seitan in Japan kommerziell produziert und 1969 erstmals in die USA importiert. Die erste Publikation, in der das Wort Seitan erwähnt wird, ist ein makrobiotisches Kochbuch mit dem Titel «Cooking Good Food», das 1969 veröffentlicht wurde. Seither wächst die Beliebtheit von Seitan auch in den USA und Europa.² In Deutschland, und vermutlich auch in der Schweiz, sind Seitan-Produkte erst seit Ende der 1990er-Jahre erhältlich.¹</p><h3>Woraus besteht Seitan?&nbsp;</h3><p>Seitan besteht typischerweise aus Weizeneiweiss, also Gluten. Dabei handelt es sich um ein Eiweiss bzw. Protein, das aus den Proteinen Gliadin und Glutenin zusammengesetzt ist und hauptsächlich in Weizen, aber auch in anderem Getreide vorkommt. Gluten verleiht beispielsweise einem Brotteig Elastizität und Zusammenhalt, sodass er aufgehen kann. Bei Fleischalternativen bewirkt das Gluten eine bissfeste, fleischähnliche Konsistenz.²&nbsp;</p><h3>Schädliches Gluten?&nbsp;</h3><p>Da Seitan vor allem aus Gluten besteht, ist er nicht für Personen mit Zöliakie oder einer Glutensensitivität geeignet. Wer lediglich Weizen nicht verträgt, kann auf die Dinkelvariante zurückgreifen. Diese ist mit 21 Prozent Protein etwas proteinärmer als die Variante aus Weizen mit 25 Prozent, schmeckt aber genauso gut.³ Ansonsten ist reiner Seitan eine gering verarbeitete, vielfältig einsetzbare, proteinreiche und zugleich fettarme Fleischalternative.¹ Zwar enthält er nicht alle essenziellen Aminosäuren (Proteinbausteine) – kombiniert man Seitan aber mit verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere Hülsenfrüchten, werden die fehlenden Aminosäuren problemlos ergänzt.⁴&nbsp;</p><h3>Ganz einfach selbst gemacht&nbsp;</h3><p>Um Seitan selbst herzustellen, braucht man nur drei Zutaten: Mehl, Wasser und Gewürze. Das Mehl wird zuerst mit dem Wasser vermischt und geknetet, bis ein weicher und elastischer Teig entsteht. Bevor er weiter verarbeitet wird, muss der Teig eine Stunde ruhen. Anschliessend wird er in einer grossen Schüssel unter Wasser geknetet und das Wasser immer wieder ausgewechselt. Der Teig wird so lange bearbeitet, bis das Wasser relativ klar bleibt. So wird die Stärke aus dem Mehl gewaschen und das Gluten bleibt übrig. Anschliessend die Masse beliebig würzen, nochmals gut durchkneten und eine weitere Stunde bedeckt ruhen lassen. Zum Schluss wird der Seitan gegart – meistens gekocht oder gedämpft. Zum vollständigen Rezept geht es <a href="https://www.swissveg.ch/de/recipe/detail?recipe_id=2415&amp;language=de" target="_blank">hier</a>.</p><h3>Tipp</h3><p>Wenn es schnell gehen muss, kann anstatt Mehl auch Seitanpulver (reines Weizengluten) verwendet werden. Dieses mit Wasser vermischen und wie beschrieben weiterverarbeiten. Fertig zubereiteter Seitan ist auch etwa als Wurst oder Aufschnitt in gut sortierten Lebensmittelgeschäften erhältlich. Dieser muss nur noch kurz angebraten werden oder ist auch roh verzehrfertig.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 REWE. (o. D.). Seitan – vielseitiger Fleischersatz aus Weizeneiweiss. <a href="http://www.rewe.de/lexikon/seitan&amp;nbsp">www.rewe.de/lexikon/seitan&amp;nbsp</a>;<br>2 Shurtleff, W., Huang, H. T. &amp; Aoyagi, A. (2014). History of soybeans and soyfoods in China and Taiwan, and in Chinese cookbooks, restaurants, and Chinese work with soyfoods outside China (1024 BCE to 2014). (Soyinfo Center, Hrsg.). <a href="http://www.soyinfocenter.com/pdf/176/Chin.pdf&amp;nbsp">www.soyinfocenter.com/pdf/176/Chin.pdf&amp;nbsp</a>;<br>3 Rehberg, C. (2024, 28. April). Seitan – Eine gesunde Fleischalternative? ZENTRUM DER GESUNDHEIT. <a href="http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/">www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/</a> fleischersatz-uebersicht/seitan&nbsp;<br>4 Bernhauser, I. (2017, 5. August). Enthalten pflanzliche Proteine alle essentiellen Aminosäuren? Ecodemy. ecodemy.de/magazin/pflanzliche-proteinekombinieren- essentielle-aminosaeuren</p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/weisskohl" target="_blank">Alles über Weisskohl</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/recipe/search?language=de" target="_blank">Vegane Rezepte</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ernaehrung" target="_blank">So geht eine ausgewogene vegane Ernährung</a></li></ul></div> Thu, 23 Oct 2025 08:00:00 +0000 Christine 4167 at https://www.swissveg.ch Alles über Seitan https://www.swissveg.ch/de/seitan?language=en <span>Alles über Seitan </span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>23. Oktober 2025 - 10:00</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Seitan ist heute aus der vegetarischen und veganen Küche nicht mehr wegzudenken. Doch lange bevor das Produkt aus Weizeneiweiss zu uns kam, war es bereits fester Bestandteil der ostasiatischen Esskultur.</p><p>Seitan wurde bereits vor mehr als 1 500 Jahren in der japanisch-chinesischen Zen-Tradition von vegetarisch lebenden Mönchen hergestellt.¹ Erste schriftliche Nachweise über das Weizeneiweiss bzw. Weizengluten stammen aus dem Jahr 1 301 im alten China.² In der chinesischen Küche gibt es drei Varianten verschiedener «Fleischarten» aus Weizengluten: die gedämpfte Standard-Variante, bekannt als Seitan, eine schwammartige und eine frittierte Variante. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Seitan, der auch bei uns am bekanntesten ist.²&nbsp;</p><p>Das Wort «Seitan» ist japanisch und bedeutet so viel wie «aus Protein gemacht» bzw. «Protein des Lebens».² Der Begriff wurde 1961 von George Ohsawa (Sakurazawa Nyoichi), einem gebürtigen Japaner und Lehrer der Makrobiotik, geprägt.² Einer seiner Schüler entwickelte Seitan, inspiriert vom traditionellen japanischen «Fu», welches ebenfalls aus Weizengluten besteht.¹,² Für die Herstellung von Seitan wurde das Weizengluten in einer Brühe aus Wasser, Shoyu (Sojasauce), Kombu (einer Meeresalge) und Ingwer gekocht.²&nbsp;</p><p>Ab 1962 wurde Seitan in Japan kommerziell produziert und 1969 erstmals in die USA importiert. Die erste Publikation, in der das Wort Seitan erwähnt wird, ist ein makrobiotisches Kochbuch mit dem Titel «Cooking Good Food», das 1969 veröffentlicht wurde. Seither wächst die Beliebtheit von Seitan auch in den USA und Europa.² In Deutschland, und vermutlich auch in der Schweiz, sind Seitan-Produkte erst seit Ende der 1990er-Jahre erhältlich.¹</p><h3>Woraus besteht Seitan?&nbsp;</h3><p>Seitan besteht typischerweise aus Weizeneiweiss, also Gluten. Dabei handelt es sich um ein Eiweiss bzw. Protein, das aus den Proteinen Gliadin und Glutenin zusammengesetzt ist und hauptsächlich in Weizen, aber auch in anderem Getreide vorkommt. Gluten verleiht beispielsweise einem Brotteig Elastizität und Zusammenhalt, sodass er aufgehen kann. Bei Fleischalternativen bewirkt das Gluten eine bissfeste, fleischähnliche Konsistenz.²&nbsp;</p><h3>Schädliches Gluten?&nbsp;</h3><p>Da Seitan vor allem aus Gluten besteht, ist er nicht für Personen mit Zöliakie oder einer Glutensensitivität geeignet. Wer lediglich Weizen nicht verträgt, kann auf die Dinkelvariante zurückgreifen. Diese ist mit 21 Prozent Protein etwas proteinärmer als die Variante aus Weizen mit 25 Prozent, schmeckt aber genauso gut.³ Ansonsten ist reiner Seitan eine gering verarbeitete, vielfältig einsetzbare, proteinreiche und zugleich fettarme Fleischalternative.¹ Zwar enthält er nicht alle essenziellen Aminosäuren (Proteinbausteine) – kombiniert man Seitan aber mit verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere Hülsenfrüchten, werden die fehlenden Aminosäuren problemlos ergänzt.⁴&nbsp;</p><h3>Ganz einfach selbst gemacht&nbsp;</h3><p>Um Seitan selbst herzustellen, braucht man nur drei Zutaten: Mehl, Wasser und Gewürze. Das Mehl wird zuerst mit dem Wasser vermischt und geknetet, bis ein weicher und elastischer Teig entsteht. Bevor er weiter verarbeitet wird, muss der Teig eine Stunde ruhen. Anschliessend wird er in einer grossen Schüssel unter Wasser geknetet und das Wasser immer wieder ausgewechselt. Der Teig wird so lange bearbeitet, bis das Wasser relativ klar bleibt. So wird die Stärke aus dem Mehl gewaschen und das Gluten bleibt übrig. Anschliessend die Masse beliebig würzen, nochmals gut durchkneten und eine weitere Stunde bedeckt ruhen lassen. Zum Schluss wird der Seitan gegart – meistens gekocht oder gedämpft. Zum vollständigen Rezept geht es <a href="https://www.swissveg.ch/de/recipe/detail?recipe_id=2415&amp;language=de" target="_blank">hier</a>.</p><h3>Tipp</h3><p>Wenn es schnell gehen muss, kann anstatt Mehl auch Seitanpulver (reines Weizengluten) verwendet werden. Dieses mit Wasser vermischen und wie beschrieben weiterverarbeiten. Fertig zubereiteter Seitan ist auch etwa als Wurst oder Aufschnitt in gut sortierten Lebensmittelgeschäften erhältlich. Dieser muss nur noch kurz angebraten werden oder ist auch roh verzehrfertig.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 REWE. (o. D.). Seitan – vielseitiger Fleischersatz aus Weizeneiweiss. <a href="http://www.rewe.de/lexikon/seitan&amp;nbsp">www.rewe.de/lexikon/seitan&amp;nbsp</a>;<br>2 Shurtleff, W., Huang, H. T. &amp; Aoyagi, A. (2014). History of soybeans and soyfoods in China and Taiwan, and in Chinese cookbooks, restaurants, and Chinese work with soyfoods outside China (1024 BCE to 2014). (Soyinfo Center, Hrsg.). <a href="http://www.soyinfocenter.com/pdf/176/Chin.pdf&amp;nbsp">www.soyinfocenter.com/pdf/176/Chin.pdf&amp;nbsp</a>;<br>3 Rehberg, C. (2024, 28. April). Seitan – Eine gesunde Fleischalternative? ZENTRUM DER GESUNDHEIT. <a href="http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/">www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/</a> fleischersatz-uebersicht/seitan&nbsp;<br>4 Bernhauser, I. (2017, 5. August). Enthalten pflanzliche Proteine alle essentiellen Aminosäuren? Ecodemy. ecodemy.de/magazin/pflanzliche-proteinekombinieren- essentielle-aminosaeuren</p></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/weisskohl" target="_blank">Alles über Weisskohl</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/recipe/search?language=de" target="_blank">Vegane Rezepte</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/ernaehrung" target="_blank">So geht eine ausgewogene vegane Ernährung</a></li></ul></div> Thu, 23 Oct 2025 08:00:00 +0000 Christine 4167 at https://www.swissveg.ch Schweizer Bio-Marktbericht: Tofu, Tempeh und Seitan boomen https://www.swissveg.ch/de/bio-marktbericht-2025?language=en <span>Schweizer Bio-Marktbericht: Tofu, Tempeh und Seitan boomen</span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>30. September 2025 - 10:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat im August 2025 den «Marktbericht Bio mit Fokus auf tierische Produkte und pflanzliche Alternativen» veröffentlicht – basierend auf den Daten des Haushalts- und Retailpanels von NielsenIQ Switzerland sowie auf der Biobarometer-Studie.<span class="fussnotenlink">1</span> Die Gesamtumsätze im Schweizer Bio-Markt blieben 2024 stabil. Der Bio-Anteil stieg insbesondere bei Fleischalternativen, während er bei Milchalternativen zugunsten des Nicht-Bio-Segments sank.</p><h2>Der Schweizer Bio-Markt im Überblick</h2><p>Der Schweizer Bio-Markt blieb 2024 insgesamt stabil. Die Umsätze wuchsen leicht, und auch die Absatzmengen stiegen – ein klarer Unterschied zu 2023, als die Umsatzsteigerungen vor allem auf höhere Preise zurückgingen. Rund 11,6 Prozent des Gesamtumsatzes im Lebensmitteldetailhandel entfielen auf Bio-Produkte. Besonders im klassischen Detailhandel ist Bio stark vertreten, mit einem Umsatzanteil von 13,5 Prozent, während Fachhandel (12,4 Prozent) und Discounter (3,8 Prozent) kleinere Anteile haben. Der klassische Detailhandel bleibt mit einem Marktanteil von 88,2 Prozent der wichtigste Vertriebskanal für Bio-Produkte; Discounter machen 6,2 Prozent aus und der Fachhandel 5,7 Prozent.</p><h2>Besonders hoher Bio-Anteil bei pflanzlichen Fleischalternativen</h2><p>Die umsatzstärkste Warengruppe ist «Getreide und Backwaren»; auf Platz zwei folgen Gemüse und Kartoffeln. An dritter Stelle stehen Milchprodukte inkl. Alternativen und auf Platz fünf Fleisch und Fisch inkl. Alternativen. Die Warengruppe «Öl und Fett» verzeichnete ein besonders starkes relatives Wachstum.</p><p>Anders als von Verbrauchern oft behauptet wird, achten diese bei Fleisch, Fisch und Milchprodukten selten auf Bio-Qualität. Im Gegensatz dazu verzeichnen Alternativen zu Fleisch und Fisch mit 27,5 Prozent einen besonders hohen Bio-Anteil, während dieser bei Fleisch und Fisch lediglich 6,5 Prozent beträgt. </p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/bio-anteil-fleisch-fisch.png" data-entity-uuid="f5ff8fd3-5b5f-4531-ac09-02a0a2bcc4d0" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="399" /><p> </p><p>Besonders beliebt im Bio-Segment sind Tofu, Tempeh und Seitan, die zudem in den letzten zwei Jahren ein klares Wachstum verzeichneten. Einen deutlich kleineren, sinkenden Umsatz erzielten Fleischimitate und pflanzliche Convenience-Produkte, während Fischimitate am umsatzschwächsten waren, aber leicht wuchsen.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/umsatz-fleisch-fisch.png" data-entity-uuid="e7e9ae8c-7c2b-4446-93de-ef5364a6b13d" data-entity-type="file" alt="" width="725" height="646" /><p> </p><p>Auch aktuelle Marktzahlen zeigen einen Trend für Fleischalternativen: Gemäss dem aktuellen Plant Based Food Report von Coop machen diese nach Milchalternativen den zweitgrössten Anteil am Markt für vegane Produkte aus. Rund 57 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben bereits vegane Alternativen probiert und 30 Prozent konsumieren sie regelmässig.<span class="fussnotenlink">2</span></p><h2>Pflanzliche Milchprodukte: Nicht-Bio besonders beliebt</h2><p>Bei Milchprodukten und deren Alternativen beträgt der Unterschied im Bio-Anteil lediglich 0,9 Prozentpunkte. Milchprodukte haben über die letzten Jahre hinweg einen relativ stabilen Bio-Anteil, der 2024 bei 10,6 Prozent lag. Bei pflanzlichen Alternativen hingegen ist die Tendenz rückläufig: von 13,3 Prozent im Jahr 2022 auf 11,5 Prozent im Jahr 2024.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/bio-anteil-milchprodukte.png" data-entity-uuid="0c91e9ca-671a-422e-89e8-02d2ed2107f2" data-entity-type="file" alt="" width="742" height="396" /><p> </p><p>Pflanzliche Konsummilch (Milchdrinks) ist die stärkste Warengruppe unter den pflanzlichen Bio-Milchprodukten; hier ist jedoch ein deutlicher Rückgang von durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr zu beobachten. Im Nicht-Bio-Segment stieg der Umsatz hingegen jährlich um 14,5 Prozent. Auch die Pro-Kopf-Ausgaben für pflanzliche Milchprodukte stiegen von 43,1 Franken im Jahr 2022 auf 48,3 Franken im Jahr 2024 – hauptsächlich aufgrund des Wachstums im Nicht-Bio-Segment. Seit 2017 steigt die Nachfrage nach Milchersatzprodukten in der Schweiz stetig, wie ein weiterer Bericht des Bundes zeigt: Der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt und Hafermilch ist mittlerweile die meistverkaufte Pflanzenmilch.<span class="fussnotenlink">3</span></p><p>Joghurtalternativen sind im Bio-Segment nach Konsummilch (Milchdrinks) die stärkste Warengruppe bei den pflanzlichen Milchproduktalternativen, gefolgt von Käse und Milchmischgetränken (z.B. Schokoladenmilch). Quarkalternativen sind die umsatzschwächste Gruppe, verzeichnen jedoch ein besonders starkes Wachstum von 37,9 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/umsatz-milchprodukte.png" data-entity-uuid="09c13390-8dc5-44f5-bb78-38641419a31b" data-entity-type="file" alt="" width="724" height="881" /><h2>Immer mehr Bio-Konsumenten</h2><p>Die Konsumentengruppe mit hohem Bio-Konsum wuchs stetig von 46 Prozent im Jahr 2020 auf 55 Prozent im Jahr 2024. Die Konsumentengruppen mit geringem bzw. mittlerem Bio-Konsum nahmen folglich ab. Der Preis bleibt die Hauptbarriere beim Kauf von Bio-Produkten.      <br />Die Kaufmotive für Bio sind seit 2022 unverändert: Die wichtigsten persönlichen Gründe sind «Vermeidung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln», «gesunde Ernährung» sowie «weniger Zusatzstoffe». Bei den nachhaltigkeitsorientierten Motiven stehen «Vermeidung von vorbeugendem Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung», «artgerechte Tierhaltung» und «umweltschonende Produktion» im Vordergrund.</p><h2>Bio-Konsumenten nehmen weniger Fleisch zu sich – und öfter vegane Mahlzeiten</h2><p>Der Fleischkonsum sank in der Konsumentengruppe mit hohem Bio-Konsum am stärksten – dies bestätigen auch die Umfrageresultate des Biobarometers. Personen, die selten Bio-Produkte konsumieren, essen tendenziell häufiger Fleisch als Personen mit hohem Bio-Konsum. Dieser Zusammenhang hat sich über die letzten Jahre verstärkt: 2020 gaben 12,3 Prozent der Befragten mit hohem Bio-Konsum an, seltener als alle zwei Wochen Fleisch zu konsumieren – 2024 waren es bereits 13,5 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/fleischkonsum-häufigkeit.png" data-entity-uuid="683187bb-24c2-45bb-b8f7-1cdd867d960b" data-entity-type="file" alt="" width="739" height="368" /><p> </p><p>Allgemein ist der Anteil der Befragten, die angeben, seltener als alle zwei Wochen bis nie Fleisch zu konsumieren, zwischen 2020 und 2024 um 0,9 Prozentpunkte gestiegen. Die Gruppe, die nur alle ein bis zwei Wochen Fleisch konsumiert, stieg sogar um 2,1 Prozentpunkte. Die grösste Gruppe mit einem mittleren Konsum von zwei bis fünf fleischhaltigen Mahlzeiten pro Woche verzeichnete einen Rückgang um 6,1 Prozentpunkte von 61,5 auf 56,4 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/konsum-fleisch-mahlzeiten.png" data-entity-uuid="15dc1620-60a3-4ac4-95a9-a562a4fb98c6" data-entity-type="file" alt="" width="726" height="394" /><p> </p><p>Auch der Konsum veganer Mahlzeiten ist bei der Gruppe mit dem höchsten Bio-Konsum am ausgeprägtesten und nahm zwischen 2020 und 2024 zu: Der Anteil der Befragten, die alle ein bis zwei Wochen vegane Mahlzeiten konsumieren, stieg von 8,4 auf 12,8 Prozent, während der tägliche Konsum veganer Mahlzeiten in dieser Gruppe ebenfalls von 4,1 auf 5,4 Prozent zunahm.</p><h2>Mögliche Trends und Einkaufspräferenzen</h2><p>Wie der Bericht zeigt, blieben die Gesamtumsätze im Schweizer Bio-Markt 2024 stabil – der Bio-Anteil lag bei rund 11,5 Prozent. Pflanzliche Bio-Produkte wie Quarkalternativen, Tofu, Tempeh und Seitan verzeichneten Umsatzgewinne, während Bio-Fleisch- und Milchalternativen Umsatz verloren. Bei Fleischalternativen stieg der Bio-Anteil, während er bei Milchalternativen zugunsten des Nicht-Bio-Segments sank. Möglicherweise trägt die wenig verbreitete Nährstoffanreicherung bei Bio-Milchalternativen zu diesem Rückgang bei – Nicht-Bio-Produkte sind hingegen in der Regel mit wichtigen Nährstoffen wie Kalzium und Vitamin B12 angereichert.</p><p>Der Anteil an Konsumenten mit hohem Biokonsum wächst; zugleich sinkt in dieser Gruppe der Fleischkonsum besonders stark. Der Boom wenig verarbeiteter Alternativen wie Tofu, Tempeh und Seitan deutet darauf hin, dass ein niedriger Verarbeitungsgrad und ökologische Kriterien bei den Einkaufspräferenzen dieser Konsumentengruppe eine wichtige Rolle spielen könnten.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Bundesamt für Landwirtschaft und Forschungsinstitut für Biologischen Landbau. (2025). Bio-Konsum 2024: Stabilisierung auf<br>hohem Niveau. <a href="https://www.agrarmarktdaten.ch/blog/bio-konsum-2024-stabilisierung" target="_blank">https://www.agrarmarktdaten.ch/blog/bio-konsum-2024-stabilisierung</a></li><li>Coop. (2025). Plant Based Food Report: Studie zum veganen Genuss in der Schweiz. <a href="https://www.coop.ch/de/marken-inspiration/ernaehrung/vegetarisch-vegan/vegane-ernaehrung/report.html" target="_blank">www.coop.ch/de/marken-inspiration/ernaehrung/vegetarisch-vegan/vegane-ernaehrung/report.html</a></li><li>News Service Bund. (2022). Milchersatzprodukte immer beliebter. <a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=89701" target="_blank">https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=89701</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-lebensmittel">Vegane Lebensmittel – gesund oder nicht?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/tofu">Welt-Tofu-Tag: Spannendes über den proteinreichen Alleskönner</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/schweizer-ernaehrungsstrategie-2025-2032">Neue Ernährungsstrategie: Der Bund setzt auf pflanzliche Ernährung</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/mythos-tierfreundliche-bio-milch">Mythos tierfreundliche Bio-Milch</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/bio-fleisch-nicht-besser">Warum Bio-Fleisch nicht besser ist</a></li></ul></div> Tue, 30 Sep 2025 08:54:12 +0000 Christine 4170 at https://www.swissveg.ch Schweizer Bio-Marktbericht: Tofu, Tempeh und Seitan boomen https://www.swissveg.ch/de/bio-marktbericht-2025?language=en <span>Schweizer Bio-Marktbericht: Tofu, Tempeh und Seitan boomen</span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>30. September 2025 - 10:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat im August 2025 den «Marktbericht Bio mit Fokus auf tierische Produkte und pflanzliche Alternativen» veröffentlicht – basierend auf den Daten des Haushalts- und Retailpanels von NielsenIQ Switzerland sowie auf der Biobarometer-Studie.<span class="fussnotenlink">1</span> Die Gesamtumsätze im Schweizer Bio-Markt blieben 2024 stabil. Der Bio-Anteil stieg insbesondere bei Fleischalternativen, während er bei Milchalternativen zugunsten des Nicht-Bio-Segments sank.</p><h2>Der Schweizer Bio-Markt im Überblick</h2><p>Der Schweizer Bio-Markt blieb 2024 insgesamt stabil. Die Umsätze wuchsen leicht, und auch die Absatzmengen stiegen – ein klarer Unterschied zu 2023, als die Umsatzsteigerungen vor allem auf höhere Preise zurückgingen. Rund 11,6 Prozent des Gesamtumsatzes im Lebensmitteldetailhandel entfielen auf Bio-Produkte. Besonders im klassischen Detailhandel ist Bio stark vertreten, mit einem Umsatzanteil von 13,5 Prozent, während Fachhandel (12,4 Prozent) und Discounter (3,8 Prozent) kleinere Anteile haben. Der klassische Detailhandel bleibt mit einem Marktanteil von 88,2 Prozent der wichtigste Vertriebskanal für Bio-Produkte; Discounter machen 6,2 Prozent aus und der Fachhandel 5,7 Prozent.</p><h2>Besonders hoher Bio-Anteil bei pflanzlichen Fleischalternativen</h2><p>Die umsatzstärkste Warengruppe ist «Getreide und Backwaren»; auf Platz zwei folgen Gemüse und Kartoffeln. An dritter Stelle stehen Milchprodukte inkl. Alternativen und auf Platz fünf Fleisch und Fisch inkl. Alternativen. Die Warengruppe «Öl und Fett» verzeichnete ein besonders starkes relatives Wachstum.</p><p>Anders als von Verbrauchern oft behauptet wird, achten diese bei Fleisch, Fisch und Milchprodukten selten auf Bio-Qualität. Im Gegensatz dazu verzeichnen Alternativen zu Fleisch und Fisch mit 27,5 Prozent einen besonders hohen Bio-Anteil, während dieser bei Fleisch und Fisch lediglich 6,5 Prozent beträgt. </p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/bio-anteil-fleisch-fisch.png" data-entity-uuid="f5ff8fd3-5b5f-4531-ac09-02a0a2bcc4d0" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="399" /><p> </p><p>Besonders beliebt im Bio-Segment sind Tofu, Tempeh und Seitan, die zudem in den letzten zwei Jahren ein klares Wachstum verzeichneten. Einen deutlich kleineren, sinkenden Umsatz erzielten Fleischimitate und pflanzliche Convenience-Produkte, während Fischimitate am umsatzschwächsten waren, aber leicht wuchsen.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/umsatz-fleisch-fisch.png" data-entity-uuid="e7e9ae8c-7c2b-4446-93de-ef5364a6b13d" data-entity-type="file" alt="" width="725" height="646" /><p> </p><p>Auch aktuelle Marktzahlen zeigen einen Trend für Fleischalternativen: Gemäss dem aktuellen Plant Based Food Report von Coop machen diese nach Milchalternativen den zweitgrössten Anteil am Markt für vegane Produkte aus. Rund 57 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben bereits vegane Alternativen probiert und 30 Prozent konsumieren sie regelmässig.<span class="fussnotenlink">2</span></p><h2>Pflanzliche Milchprodukte: Nicht-Bio besonders beliebt</h2><p>Bei Milchprodukten und deren Alternativen beträgt der Unterschied im Bio-Anteil lediglich 0,9 Prozentpunkte. Milchprodukte haben über die letzten Jahre hinweg einen relativ stabilen Bio-Anteil, der 2024 bei 10,6 Prozent lag. Bei pflanzlichen Alternativen hingegen ist die Tendenz rückläufig: von 13,3 Prozent im Jahr 2022 auf 11,5 Prozent im Jahr 2024.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/bio-anteil-milchprodukte.png" data-entity-uuid="0c91e9ca-671a-422e-89e8-02d2ed2107f2" data-entity-type="file" alt="" width="742" height="396" /><p> </p><p>Pflanzliche Konsummilch (Milchdrinks) ist die stärkste Warengruppe unter den pflanzlichen Bio-Milchprodukten; hier ist jedoch ein deutlicher Rückgang von durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr zu beobachten. Im Nicht-Bio-Segment stieg der Umsatz hingegen jährlich um 14,5 Prozent. Auch die Pro-Kopf-Ausgaben für pflanzliche Milchprodukte stiegen von 43,1 Franken im Jahr 2022 auf 48,3 Franken im Jahr 2024 – hauptsächlich aufgrund des Wachstums im Nicht-Bio-Segment. Seit 2017 steigt die Nachfrage nach Milchersatzprodukten in der Schweiz stetig, wie ein weiterer Bericht des Bundes zeigt: Der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt und Hafermilch ist mittlerweile die meistverkaufte Pflanzenmilch.<span class="fussnotenlink">3</span></p><p>Joghurtalternativen sind im Bio-Segment nach Konsummilch (Milchdrinks) die stärkste Warengruppe bei den pflanzlichen Milchproduktalternativen, gefolgt von Käse und Milchmischgetränken (z.B. Schokoladenmilch). Quarkalternativen sind die umsatzschwächste Gruppe, verzeichnen jedoch ein besonders starkes Wachstum von 37,9 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/umsatz-milchprodukte.png" data-entity-uuid="09c13390-8dc5-44f5-bb78-38641419a31b" data-entity-type="file" alt="" width="724" height="881" /><h2>Immer mehr Bio-Konsumenten</h2><p>Die Konsumentengruppe mit hohem Bio-Konsum wuchs stetig von 46 Prozent im Jahr 2020 auf 55 Prozent im Jahr 2024. Die Konsumentengruppen mit geringem bzw. mittlerem Bio-Konsum nahmen folglich ab. Der Preis bleibt die Hauptbarriere beim Kauf von Bio-Produkten.      <br />Die Kaufmotive für Bio sind seit 2022 unverändert: Die wichtigsten persönlichen Gründe sind «Vermeidung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln», «gesunde Ernährung» sowie «weniger Zusatzstoffe». Bei den nachhaltigkeitsorientierten Motiven stehen «Vermeidung von vorbeugendem Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung», «artgerechte Tierhaltung» und «umweltschonende Produktion» im Vordergrund.</p><h2>Bio-Konsumenten nehmen weniger Fleisch zu sich – und öfter vegane Mahlzeiten</h2><p>Der Fleischkonsum sank in der Konsumentengruppe mit hohem Bio-Konsum am stärksten – dies bestätigen auch die Umfrageresultate des Biobarometers. Personen, die selten Bio-Produkte konsumieren, essen tendenziell häufiger Fleisch als Personen mit hohem Bio-Konsum. Dieser Zusammenhang hat sich über die letzten Jahre verstärkt: 2020 gaben 12,3 Prozent der Befragten mit hohem Bio-Konsum an, seltener als alle zwei Wochen Fleisch zu konsumieren – 2024 waren es bereits 13,5 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/fleischkonsum-häufigkeit.png" data-entity-uuid="683187bb-24c2-45bb-b8f7-1cdd867d960b" data-entity-type="file" alt="" width="739" height="368" /><p> </p><p>Allgemein ist der Anteil der Befragten, die angeben, seltener als alle zwei Wochen bis nie Fleisch zu konsumieren, zwischen 2020 und 2024 um 0,9 Prozentpunkte gestiegen. Die Gruppe, die nur alle ein bis zwei Wochen Fleisch konsumiert, stieg sogar um 2,1 Prozentpunkte. Die grösste Gruppe mit einem mittleren Konsum von zwei bis fünf fleischhaltigen Mahlzeiten pro Woche verzeichnete einen Rückgang um 6,1 Prozentpunkte von 61,5 auf 56,4 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/konsum-fleisch-mahlzeiten.png" data-entity-uuid="15dc1620-60a3-4ac4-95a9-a562a4fb98c6" data-entity-type="file" alt="" width="726" height="394" /><p> </p><p>Auch der Konsum veganer Mahlzeiten ist bei der Gruppe mit dem höchsten Bio-Konsum am ausgeprägtesten und nahm zwischen 2020 und 2024 zu: Der Anteil der Befragten, die alle ein bis zwei Wochen vegane Mahlzeiten konsumieren, stieg von 8,4 auf 12,8 Prozent, während der tägliche Konsum veganer Mahlzeiten in dieser Gruppe ebenfalls von 4,1 auf 5,4 Prozent zunahm.</p><h2>Mögliche Trends und Einkaufspräferenzen</h2><p>Wie der Bericht zeigt, blieben die Gesamtumsätze im Schweizer Bio-Markt 2024 stabil – der Bio-Anteil lag bei rund 11,5 Prozent. Pflanzliche Bio-Produkte wie Quarkalternativen, Tofu, Tempeh und Seitan verzeichneten Umsatzgewinne, während Bio-Fleisch- und Milchalternativen Umsatz verloren. Bei Fleischalternativen stieg der Bio-Anteil, während er bei Milchalternativen zugunsten des Nicht-Bio-Segments sank. Möglicherweise trägt die wenig verbreitete Nährstoffanreicherung bei Bio-Milchalternativen zu diesem Rückgang bei – Nicht-Bio-Produkte sind hingegen in der Regel mit wichtigen Nährstoffen wie Kalzium und Vitamin B12 angereichert.</p><p>Der Anteil an Konsumenten mit hohem Biokonsum wächst; zugleich sinkt in dieser Gruppe der Fleischkonsum besonders stark. Der Boom wenig verarbeiteter Alternativen wie Tofu, Tempeh und Seitan deutet darauf hin, dass ein niedriger Verarbeitungsgrad und ökologische Kriterien bei den Einkaufspräferenzen dieser Konsumentengruppe eine wichtige Rolle spielen könnten.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Bundesamt für Landwirtschaft und Forschungsinstitut für Biologischen Landbau. (2025). Bio-Konsum 2024: Stabilisierung auf<br>hohem Niveau. <a href="https://www.agrarmarktdaten.ch/blog/bio-konsum-2024-stabilisierung" target="_blank">https://www.agrarmarktdaten.ch/blog/bio-konsum-2024-stabilisierung</a></li><li>Coop. (2025). Plant Based Food Report: Studie zum veganen Genuss in der Schweiz. <a href="https://www.coop.ch/de/marken-inspiration/ernaehrung/vegetarisch-vegan/vegane-ernaehrung/report.html" target="_blank">www.coop.ch/de/marken-inspiration/ernaehrung/vegetarisch-vegan/vegane-ernaehrung/report.html</a></li><li>News Service Bund. (2022). Milchersatzprodukte immer beliebter. <a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=89701" target="_blank">https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=89701</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-lebensmittel">Vegane Lebensmittel – gesund oder nicht?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/tofu">Welt-Tofu-Tag: Spannendes über den proteinreichen Alleskönner</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/schweizer-ernaehrungsstrategie-2025-2032">Neue Ernährungsstrategie: Der Bund setzt auf pflanzliche Ernährung</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/mythos-tierfreundliche-bio-milch">Mythos tierfreundliche Bio-Milch</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/bio-fleisch-nicht-besser">Warum Bio-Fleisch nicht besser ist</a></li></ul></div> Tue, 30 Sep 2025 08:54:12 +0000 Christine 4170 at https://www.swissveg.ch Schweizer Bio-Marktbericht: Tofu, Tempeh und Seitan boomen https://www.swissveg.ch/de/bio-marktbericht-2025?language=en <span>Schweizer Bio-Marktbericht: Tofu, Tempeh und Seitan boomen</span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>30. September 2025 - 10:54</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat im August 2025 den «Marktbericht Bio mit Fokus auf tierische Produkte und pflanzliche Alternativen» veröffentlicht – basierend auf den Daten des Haushalts- und Retailpanels von NielsenIQ Switzerland sowie auf der Biobarometer-Studie.<span class="fussnotenlink">1</span> Die Gesamtumsätze im Schweizer Bio-Markt blieben 2024 stabil. Der Bio-Anteil stieg insbesondere bei Fleischalternativen, während er bei Milchalternativen zugunsten des Nicht-Bio-Segments sank.</p><h2>Der Schweizer Bio-Markt im Überblick</h2><p>Der Schweizer Bio-Markt blieb 2024 insgesamt stabil. Die Umsätze wuchsen leicht, und auch die Absatzmengen stiegen – ein klarer Unterschied zu 2023, als die Umsatzsteigerungen vor allem auf höhere Preise zurückgingen. Rund 11,6 Prozent des Gesamtumsatzes im Lebensmitteldetailhandel entfielen auf Bio-Produkte. Besonders im klassischen Detailhandel ist Bio stark vertreten, mit einem Umsatzanteil von 13,5 Prozent, während Fachhandel (12,4 Prozent) und Discounter (3,8 Prozent) kleinere Anteile haben. Der klassische Detailhandel bleibt mit einem Marktanteil von 88,2 Prozent der wichtigste Vertriebskanal für Bio-Produkte; Discounter machen 6,2 Prozent aus und der Fachhandel 5,7 Prozent.</p><h2>Besonders hoher Bio-Anteil bei pflanzlichen Fleischalternativen</h2><p>Die umsatzstärkste Warengruppe ist «Getreide und Backwaren»; auf Platz zwei folgen Gemüse und Kartoffeln. An dritter Stelle stehen Milchprodukte inkl. Alternativen und auf Platz fünf Fleisch und Fisch inkl. Alternativen. Die Warengruppe «Öl und Fett» verzeichnete ein besonders starkes relatives Wachstum.</p><p>Anders als von Verbrauchern oft behauptet wird, achten diese bei Fleisch, Fisch und Milchprodukten selten auf Bio-Qualität. Im Gegensatz dazu verzeichnen Alternativen zu Fleisch und Fisch mit 27,5 Prozent einen besonders hohen Bio-Anteil, während dieser bei Fleisch und Fisch lediglich 6,5 Prozent beträgt. </p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/bio-anteil-fleisch-fisch.png" data-entity-uuid="f5ff8fd3-5b5f-4531-ac09-02a0a2bcc4d0" data-entity-type="file" alt="" width="720" height="399" /><p> </p><p>Besonders beliebt im Bio-Segment sind Tofu, Tempeh und Seitan, die zudem in den letzten zwei Jahren ein klares Wachstum verzeichneten. Einen deutlich kleineren, sinkenden Umsatz erzielten Fleischimitate und pflanzliche Convenience-Produkte, während Fischimitate am umsatzschwächsten waren, aber leicht wuchsen.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/umsatz-fleisch-fisch.png" data-entity-uuid="e7e9ae8c-7c2b-4446-93de-ef5364a6b13d" data-entity-type="file" alt="" width="725" height="646" /><p> </p><p>Auch aktuelle Marktzahlen zeigen einen Trend für Fleischalternativen: Gemäss dem aktuellen Plant Based Food Report von Coop machen diese nach Milchalternativen den zweitgrössten Anteil am Markt für vegane Produkte aus. Rund 57 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben bereits vegane Alternativen probiert und 30 Prozent konsumieren sie regelmässig.<span class="fussnotenlink">2</span></p><h2>Pflanzliche Milchprodukte: Nicht-Bio besonders beliebt</h2><p>Bei Milchprodukten und deren Alternativen beträgt der Unterschied im Bio-Anteil lediglich 0,9 Prozentpunkte. Milchprodukte haben über die letzten Jahre hinweg einen relativ stabilen Bio-Anteil, der 2024 bei 10,6 Prozent lag. Bei pflanzlichen Alternativen hingegen ist die Tendenz rückläufig: von 13,3 Prozent im Jahr 2022 auf 11,5 Prozent im Jahr 2024.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/bio-anteil-milchprodukte.png" data-entity-uuid="0c91e9ca-671a-422e-89e8-02d2ed2107f2" data-entity-type="file" alt="" width="742" height="396" /><p> </p><p>Pflanzliche Konsummilch (Milchdrinks) ist die stärkste Warengruppe unter den pflanzlichen Bio-Milchprodukten; hier ist jedoch ein deutlicher Rückgang von durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr zu beobachten. Im Nicht-Bio-Segment stieg der Umsatz hingegen jährlich um 14,5 Prozent. Auch die Pro-Kopf-Ausgaben für pflanzliche Milchprodukte stiegen von 43,1 Franken im Jahr 2022 auf 48,3 Franken im Jahr 2024 – hauptsächlich aufgrund des Wachstums im Nicht-Bio-Segment. Seit 2017 steigt die Nachfrage nach Milchersatzprodukten in der Schweiz stetig, wie ein weiterer Bericht des Bundes zeigt: Der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt und Hafermilch ist mittlerweile die meistverkaufte Pflanzenmilch.<span class="fussnotenlink">3</span></p><p>Joghurtalternativen sind im Bio-Segment nach Konsummilch (Milchdrinks) die stärkste Warengruppe bei den pflanzlichen Milchproduktalternativen, gefolgt von Käse und Milchmischgetränken (z.B. Schokoladenmilch). Quarkalternativen sind die umsatzschwächste Gruppe, verzeichnen jedoch ein besonders starkes Wachstum von 37,9 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/umsatz-milchprodukte.png" data-entity-uuid="09c13390-8dc5-44f5-bb78-38641419a31b" data-entity-type="file" alt="" width="724" height="881" /><h2>Immer mehr Bio-Konsumenten</h2><p>Die Konsumentengruppe mit hohem Bio-Konsum wuchs stetig von 46 Prozent im Jahr 2020 auf 55 Prozent im Jahr 2024. Die Konsumentengruppen mit geringem bzw. mittlerem Bio-Konsum nahmen folglich ab. Der Preis bleibt die Hauptbarriere beim Kauf von Bio-Produkten.      <br />Die Kaufmotive für Bio sind seit 2022 unverändert: Die wichtigsten persönlichen Gründe sind «Vermeidung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln», «gesunde Ernährung» sowie «weniger Zusatzstoffe». Bei den nachhaltigkeitsorientierten Motiven stehen «Vermeidung von vorbeugendem Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung», «artgerechte Tierhaltung» und «umweltschonende Produktion» im Vordergrund.</p><h2>Bio-Konsumenten nehmen weniger Fleisch zu sich – und öfter vegane Mahlzeiten</h2><p>Der Fleischkonsum sank in der Konsumentengruppe mit hohem Bio-Konsum am stärksten – dies bestätigen auch die Umfrageresultate des Biobarometers. Personen, die selten Bio-Produkte konsumieren, essen tendenziell häufiger Fleisch als Personen mit hohem Bio-Konsum. Dieser Zusammenhang hat sich über die letzten Jahre verstärkt: 2020 gaben 12,3 Prozent der Befragten mit hohem Bio-Konsum an, seltener als alle zwei Wochen Fleisch zu konsumieren – 2024 waren es bereits 13,5 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/fleischkonsum-häufigkeit.png" data-entity-uuid="683187bb-24c2-45bb-b8f7-1cdd867d960b" data-entity-type="file" alt="" width="739" height="368" /><p> </p><p>Allgemein ist der Anteil der Befragten, die angeben, seltener als alle zwei Wochen bis nie Fleisch zu konsumieren, zwischen 2020 und 2024 um 0,9 Prozentpunkte gestiegen. Die Gruppe, die nur alle ein bis zwei Wochen Fleisch konsumiert, stieg sogar um 2,1 Prozentpunkte. Die grösste Gruppe mit einem mittleren Konsum von zwei bis fünf fleischhaltigen Mahlzeiten pro Woche verzeichnete einen Rückgang um 6,1 Prozentpunkte von 61,5 auf 56,4 Prozent.</p><p> </p><img src="/sites/swissveg.ch/files/2025-09/konsum-fleisch-mahlzeiten.png" data-entity-uuid="15dc1620-60a3-4ac4-95a9-a562a4fb98c6" data-entity-type="file" alt="" width="726" height="394" /><p> </p><p>Auch der Konsum veganer Mahlzeiten ist bei der Gruppe mit dem höchsten Bio-Konsum am ausgeprägtesten und nahm zwischen 2020 und 2024 zu: Der Anteil der Befragten, die alle ein bis zwei Wochen vegane Mahlzeiten konsumieren, stieg von 8,4 auf 12,8 Prozent, während der tägliche Konsum veganer Mahlzeiten in dieser Gruppe ebenfalls von 4,1 auf 5,4 Prozent zunahm.</p><h2>Mögliche Trends und Einkaufspräferenzen</h2><p>Wie der Bericht zeigt, blieben die Gesamtumsätze im Schweizer Bio-Markt 2024 stabil – der Bio-Anteil lag bei rund 11,5 Prozent. Pflanzliche Bio-Produkte wie Quarkalternativen, Tofu, Tempeh und Seitan verzeichneten Umsatzgewinne, während Bio-Fleisch- und Milchalternativen Umsatz verloren. Bei Fleischalternativen stieg der Bio-Anteil, während er bei Milchalternativen zugunsten des Nicht-Bio-Segments sank. Möglicherweise trägt die wenig verbreitete Nährstoffanreicherung bei Bio-Milchalternativen zu diesem Rückgang bei – Nicht-Bio-Produkte sind hingegen in der Regel mit wichtigen Nährstoffen wie Kalzium und Vitamin B12 angereichert.</p><p>Der Anteil an Konsumenten mit hohem Biokonsum wächst; zugleich sinkt in dieser Gruppe der Fleischkonsum besonders stark. Der Boom wenig verarbeiteter Alternativen wie Tofu, Tempeh und Seitan deutet darauf hin, dass ein niedriger Verarbeitungsgrad und ökologische Kriterien bei den Einkaufspräferenzen dieser Konsumentengruppe eine wichtige Rolle spielen könnten.</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <ol><li>Bundesamt für Landwirtschaft und Forschungsinstitut für Biologischen Landbau. (2025). Bio-Konsum 2024: Stabilisierung auf<br>hohem Niveau. <a href="https://www.agrarmarktdaten.ch/blog/bio-konsum-2024-stabilisierung" target="_blank">https://www.agrarmarktdaten.ch/blog/bio-konsum-2024-stabilisierung</a></li><li>Coop. (2025). Plant Based Food Report: Studie zum veganen Genuss in der Schweiz. <a href="https://www.coop.ch/de/marken-inspiration/ernaehrung/vegetarisch-vegan/vegane-ernaehrung/report.html" target="_blank">www.coop.ch/de/marken-inspiration/ernaehrung/vegetarisch-vegan/vegane-ernaehrung/report.html</a></li><li>News Service Bund. (2022). Milchersatzprodukte immer beliebter. <a href="https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=89701" target="_blank">https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=89701</a></li></ol></div></div> <div class="title-weitere-infos"> Weitere Infos </div><div class="item"> <ul><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/vegane-lebensmittel">Vegane Lebensmittel – gesund oder nicht?</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/tofu">Welt-Tofu-Tag: Spannendes über den proteinreichen Alleskönner</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/schweizer-ernaehrungsstrategie-2025-2032">Neue Ernährungsstrategie: Der Bund setzt auf pflanzliche Ernährung</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/mythos-tierfreundliche-bio-milch">Mythos tierfreundliche Bio-Milch</a></li><li><a href="https://www.swissveg.ch/de/bio-fleisch-nicht-besser">Warum Bio-Fleisch nicht besser ist</a></li></ul></div> Tue, 30 Sep 2025 08:54:12 +0000 Christine 4170 at https://www.swissveg.ch Alles über Weisskohl https://www.swissveg.ch/de/weisskohl?language=en <span>Alles über Weisskohl</span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>4. September 2025 - 9:19</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Mit der kalten Jahreszeit wird die Auswahl an regionalem Gemüse knapper und herzhafte Gerichte gewinnen wieder an Beliebtheit. Besonders in den Wintermonaten ist Sauerkraut eine geschätzte Beilage. Doch woher stammt der «Suurchabis», und ist er wirklich so gesund, wie sein guter Ruf vermuten lässt?</p><p>Sauerkraut zählt zu den bekanntesten deutschen Gerichten – obschon gesäuertes Kohlgemüse keine deutsche Erfindung ist. Vermutlich hat es seinen Ursprung im asiatischen Raum, von wo es den Weg in den Westen fand. Bereits der griechische Arzt und Philosoph Hippokrates (466 bis 377 v. Chr.) erkannte die Vorzüge des Kohls.<span class="fussnotenlink">1 </span>Die Fermentation ist eines der ältesten Konservierungsverfahren, das schon seit über 10000 Jahren angewandt wird. Bei der Sauerkrautherstellung wird mittels der sogenannten Milchsäuregärung der im Kohl enthaltene Zucker durch «gute» Bakterien in Milchsäure umgewandelt. Dadurch erhält der Kohl nicht nur seinen charakteristischen mild-säuerlichen Geschmack, sondern wird auch haltbar gemacht. Im 12. Jahrhundert war der Kohlanbau in Europa dank der Klostergärten weit verbreitet und bot ideale Voraussetzungen für die Sauerkrautproduktion. Im 18. Jahrhundert bewahrte das lang haltbare, Vitamin-C-reiche Kraut Seeleute vor der Mangelkrankheit Skorbut, während es auch bei späteren Militärzügen als wichtiges Grundnahrungsmittel diente. Industriell wird Sauerkraut seit Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt.<span class="fussnotenlink">1</span></p><h3>Sauerkraut-Boom?</h3><p>Heute wird zwar wesentlich weniger Sauerkraut konsumiert als früher, doch im Coronajahr 2020 erlebte Schweizer Sauerkraut einen regelrechten Boom: Die Firma Schöni aus dem Oberaargau musste ihre Produktion deutlich hochfahren, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.<span class="fussnotenlink">2</span> Der Pro-Kopf-Konsum lag in diesem Jahr bei etwa einem halben Kilo.<span class="fussnotenlink">3</span> Dennoch wird in der Schweiz vergleichsweise wenig Sauerkraut konsumiert. Überraschenderweise ist nicht Deutschland, sondern Frankreich Spitzenreiter im Sauerkrautkonsum: Dort liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 1,7 kg pro Jahr, wobei der fermentierte Kohl besonders im Elsass beliebt ist. Deutschland folgt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 1,2 kg, obwohl dieser in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen ist – vor 40 Jahren waren es noch 2 kg jährlich.<span class="fussnotenlink">4</span></p><h3>Wie gesund ist Sauerkraut?</h3><p>Erst im 19. Jahrhundert wurde die gesundheitlich positive Wirkung von Sauerkraut durch die Kneipp-Kur richtig bekannt, welche unter anderem Sauerkraut und dessen Saft beinhaltet.<span class="fussnotenlink">1</span> Aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehalts und der enthaltenen Milchsäurebakterien wird Sauerkraut am besten roh verzehrt. Längeres Kochen kann diese wertvollen Inhaltsstoffe zerstören. Die Milchsäurebakterien, die während der Fermentation entstehen, wirken sich positiv auf unsere Darmflora und unser Immunsystem aus. Trotz dieser zahlreichen positiven Effekte sollte Sauerkraut schrittweise in die Ernährung integriert werden, da zu grosse Mengen auf einmal Verdauungsprobleme verursachen können. Zudem ist es «Chabis», dass Sauerkraut ein Wundermittel gegen verschiedene Krebsarten und Blutdruck ist – hierfür fehlen ausreichend wissenschaftliche Beweise.<span class="fussnotenlink">5</span></p><h3>Fermentieren leicht gemacht</h3><p>Die einst weit verbreitete Herstellung von Sauerkraut in Privathaushalten ist heute seltener geworden, da fertig abgepacktes Sauerkraut erhältlich ist. Dieses ist jedoch häufig pasteurisiert, wodurch viele wertvolle Nährstoffe verloren gehen. Gelegentlich findet man auch rohes Sauerkraut oder Kimchi, die koreanische Variante aus Chinakohl, Chili und weiteren Gewürzen. Das Fermentieren in den eigenen vier Wänden bietet jedoch zahlreiche Vorteile: Man kann die Zutaten selbst wählen, Geld sparen, auf das Pasteurisieren verzichten, Gemüsereste verarbeiten und ein nachhaltiges, bewusstes Konsumverhalten fördern. Sauerkraut lässt sich ganz einfach selbst herstellen: Frischen Weisskohl hobeln und mit Salz kneten, bis ausreichend Saft austritt, um den Kabis damit zu bedecken. Nach Belieben Gewürze wie Wacholderbeeren hinzugeben. Einmachglas heiss ausspülen, Kabis einfüllen, mit einem sauberen Tuch oder einer Plastikfolie abdecken und mit einem Gummiband fixieren. Drei bis zehn Tage an einem dunklen Ort bei Raumtemperatur lagern, und den Kohl beschweren oder täglich nach unten drücken. Danach das Glas mit einem Deckel verschliessen und in den Kühlschrank stellen, damit das Sauerkraut nicht zu sauer wird. Den Deckel alle zwei bis drei Tage öffnen, damit die Gase entweichen können. Nach zwei bis drei Wochen das Sauerkraut probieren und je nach Geschmack länger fermentieren lassen. Im Kühlschrank aufbewahrt hält es sich einige Monate.</p><p><strong>Vorsicht: Salz nicht weglassen!</strong><br>Es dient als Konservierungsmittel. Dafür 1 bis 1,5% Salz verwenden (10 bis 15 Gramm Salz pro Kilo Kohl).</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 Die Geschichte des Sauerkrauts. (2020). Schlichting. <a href="http://www.sauerkraut.de/news.php">www.sauerkraut.de/news.php</a><br>2 Pelosi, D. (2020, 20. März). Und plötzlich wollen alle Sauerkraut. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). <a href="http://www.srf.ch/news/wirtschaft/umsaetze-vervierfacht-undploetzlich-wollen-alle-sauerkraut">www.srf.ch/news/wirtschaft/umsaetze-vervierfacht-undploetzlich-wollen-a…</a><br>3 Sauerkraut. (2022, 26. Januar). Annemarie Wildeisen. <a href="http://www.wildeisen.ch/magazin/sauerkraut-0222">www.wildeisen.ch/magazin/sauerkraut-0222</a><br>4 Howe, H. (2018, 16. August). 51 Fascinating Facts About Sauerkraut and Cabbage [WHO KNEW?]. MakeSauerkraut. <a href="http://www.makesauerkraut.com/sauerkraut-facts/">www.makesauerkraut.com/sauerkraut-facts/</a><br>5 Forrer, D. (2022, 15. September). Fermentieren – Megatrend mit gesundem Beigeschmack. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). <a href="http://www.srf.ch/wissen/gesundheit/lebensmittelhaltbar-machen-fermentieren-megatrend-mit-gesundembeigeschmack">www.srf.ch/wissen/gesundheit/lebensmittelhaltbar-machen-fermentieren-me…</a></p></div></div> Thu, 04 Sep 2025 07:19:48 +0000 Christine 4162 at https://www.swissveg.ch Alles über Weisskohl https://www.swissveg.ch/de/weisskohl?language=en <span>Alles über Weisskohl</span> <span><span lang="" about="/de/user/2398" typeof="schema:Person" property="schema:name" datatype="">Christine</span></span> <span>4. September 2025 - 9:19</span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p class="einleitung">Mit der kalten Jahreszeit wird die Auswahl an regionalem Gemüse knapper und herzhafte Gerichte gewinnen wieder an Beliebtheit. Besonders in den Wintermonaten ist Sauerkraut eine geschätzte Beilage. Doch woher stammt der «Suurchabis», und ist er wirklich so gesund, wie sein guter Ruf vermuten lässt?</p><p>Sauerkraut zählt zu den bekanntesten deutschen Gerichten – obschon gesäuertes Kohlgemüse keine deutsche Erfindung ist. Vermutlich hat es seinen Ursprung im asiatischen Raum, von wo es den Weg in den Westen fand. Bereits der griechische Arzt und Philosoph Hippokrates (466 bis 377 v. Chr.) erkannte die Vorzüge des Kohls.<span class="fussnotenlink">1 </span>Die Fermentation ist eines der ältesten Konservierungsverfahren, das schon seit über 10000 Jahren angewandt wird. Bei der Sauerkrautherstellung wird mittels der sogenannten Milchsäuregärung der im Kohl enthaltene Zucker durch «gute» Bakterien in Milchsäure umgewandelt. Dadurch erhält der Kohl nicht nur seinen charakteristischen mild-säuerlichen Geschmack, sondern wird auch haltbar gemacht. Im 12. Jahrhundert war der Kohlanbau in Europa dank der Klostergärten weit verbreitet und bot ideale Voraussetzungen für die Sauerkrautproduktion. Im 18. Jahrhundert bewahrte das lang haltbare, Vitamin-C-reiche Kraut Seeleute vor der Mangelkrankheit Skorbut, während es auch bei späteren Militärzügen als wichtiges Grundnahrungsmittel diente. Industriell wird Sauerkraut seit Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt.<span class="fussnotenlink">1</span></p><h3>Sauerkraut-Boom?</h3><p>Heute wird zwar wesentlich weniger Sauerkraut konsumiert als früher, doch im Coronajahr 2020 erlebte Schweizer Sauerkraut einen regelrechten Boom: Die Firma Schöni aus dem Oberaargau musste ihre Produktion deutlich hochfahren, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.<span class="fussnotenlink">2</span> Der Pro-Kopf-Konsum lag in diesem Jahr bei etwa einem halben Kilo.<span class="fussnotenlink">3</span> Dennoch wird in der Schweiz vergleichsweise wenig Sauerkraut konsumiert. Überraschenderweise ist nicht Deutschland, sondern Frankreich Spitzenreiter im Sauerkrautkonsum: Dort liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 1,7 kg pro Jahr, wobei der fermentierte Kohl besonders im Elsass beliebt ist. Deutschland folgt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 1,2 kg, obwohl dieser in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen ist – vor 40 Jahren waren es noch 2 kg jährlich.<span class="fussnotenlink">4</span></p><h3>Wie gesund ist Sauerkraut?</h3><p>Erst im 19. Jahrhundert wurde die gesundheitlich positive Wirkung von Sauerkraut durch die Kneipp-Kur richtig bekannt, welche unter anderem Sauerkraut und dessen Saft beinhaltet.<span class="fussnotenlink">1</span> Aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehalts und der enthaltenen Milchsäurebakterien wird Sauerkraut am besten roh verzehrt. Längeres Kochen kann diese wertvollen Inhaltsstoffe zerstören. Die Milchsäurebakterien, die während der Fermentation entstehen, wirken sich positiv auf unsere Darmflora und unser Immunsystem aus. Trotz dieser zahlreichen positiven Effekte sollte Sauerkraut schrittweise in die Ernährung integriert werden, da zu grosse Mengen auf einmal Verdauungsprobleme verursachen können. Zudem ist es «Chabis», dass Sauerkraut ein Wundermittel gegen verschiedene Krebsarten und Blutdruck ist – hierfür fehlen ausreichend wissenschaftliche Beweise.<span class="fussnotenlink">5</span></p><h3>Fermentieren leicht gemacht</h3><p>Die einst weit verbreitete Herstellung von Sauerkraut in Privathaushalten ist heute seltener geworden, da fertig abgepacktes Sauerkraut erhältlich ist. Dieses ist jedoch häufig pasteurisiert, wodurch viele wertvolle Nährstoffe verloren gehen. Gelegentlich findet man auch rohes Sauerkraut oder Kimchi, die koreanische Variante aus Chinakohl, Chili und weiteren Gewürzen. Das Fermentieren in den eigenen vier Wänden bietet jedoch zahlreiche Vorteile: Man kann die Zutaten selbst wählen, Geld sparen, auf das Pasteurisieren verzichten, Gemüsereste verarbeiten und ein nachhaltiges, bewusstes Konsumverhalten fördern. Sauerkraut lässt sich ganz einfach selbst herstellen: Frischen Weisskohl hobeln und mit Salz kneten, bis ausreichend Saft austritt, um den Kabis damit zu bedecken. Nach Belieben Gewürze wie Wacholderbeeren hinzugeben. Einmachglas heiss ausspülen, Kabis einfüllen, mit einem sauberen Tuch oder einer Plastikfolie abdecken und mit einem Gummiband fixieren. Drei bis zehn Tage an einem dunklen Ort bei Raumtemperatur lagern, und den Kohl beschweren oder täglich nach unten drücken. Danach das Glas mit einem Deckel verschliessen und in den Kühlschrank stellen, damit das Sauerkraut nicht zu sauer wird. Den Deckel alle zwei bis drei Tage öffnen, damit die Gase entweichen können. Nach zwei bis drei Wochen das Sauerkraut probieren und je nach Geschmack länger fermentieren lassen. Im Kühlschrank aufbewahrt hält es sich einige Monate.</p><p><strong>Vorsicht: Salz nicht weglassen!</strong><br>Es dient als Konservierungsmittel. Dafür 1 bis 1,5% Salz verwenden (10 bis 15 Gramm Salz pro Kilo Kohl).</p></div> <div class="fussnoten"> <div class="item"> <p>1 Die Geschichte des Sauerkrauts. (2020). Schlichting. <a href="http://www.sauerkraut.de/news.php">www.sauerkraut.de/news.php</a><br>2 Pelosi, D. (2020, 20. März). Und plötzlich wollen alle Sauerkraut. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). <a href="http://www.srf.ch/news/wirtschaft/umsaetze-vervierfacht-undploetzlich-wollen-alle-sauerkraut">www.srf.ch/news/wirtschaft/umsaetze-vervierfacht-undploetzlich-wollen-a…</a><br>3 Sauerkraut. (2022, 26. Januar). Annemarie Wildeisen. <a href="http://www.wildeisen.ch/magazin/sauerkraut-0222">www.wildeisen.ch/magazin/sauerkraut-0222</a><br>4 Howe, H. (2018, 16. August). 51 Fascinating Facts About Sauerkraut and Cabbage [WHO KNEW?]. MakeSauerkraut. <a href="http://www.makesauerkraut.com/sauerkraut-facts/">www.makesauerkraut.com/sauerkraut-facts/</a><br>5 Forrer, D. (2022, 15. September). Fermentieren – Megatrend mit gesundem Beigeschmack. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). <a href="http://www.srf.ch/wissen/gesundheit/lebensmittelhaltbar-machen-fermentieren-megatrend-mit-gesundembeigeschmack">www.srf.ch/wissen/gesundheit/lebensmittelhaltbar-machen-fermentieren-me…</a></p></div></div> Thu, 04 Sep 2025 07:19:48 +0000 Christine 4162 at https://www.swissveg.ch