DARUM – Weshalb Fleischkonsum Hunger fördert

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Swissveg Kinowerbung: Hungernde Kinder

82% der hungernden Kinder leben in Ländern, wo Nahrung an Tiere verfüttert wird, welche dann in westlichen Ländern geschlachtet und verzehrt werden. In dem wir entscheiden, was täglich auf unserem Teller landet, haben wir die Wahl, uns an diesem Elend zu beteiligen oder etwas dagegen zu tun.

Für betroffene Menschen des Armut-Hunger-Kreislaufs haben die Nutztierhaltung und die Produktion tierischer Lebensmittel für die globale Bevölkerung einen erheblichen Einfluss auf das Angebot von Nahrung und deren Erschwinglichkeit. Globale Faktoren, welche diesen Kreislauf verstärken, beinhalten die Saatzucht und Preisgestaltung für Tierfutter, die von grossen Firmen kontrolliert werden.1 Auch das Handeln von Getreide2 und die Abfertigung, das Schlachten und Verpacken3 zählen dazu. Wenige riesige und mächtige Konzerne kontrollieren über 65% allen Saatgutes und Getreide und über 80% der fertigen Nahrungserzeugnisse tierischen Ursprungs der ganzen Welt. Es handelt sich um eine monopolisierte Produktion in einem ökonomischen System. 

Aufgrund der globalen Nachfrage für Fleisch unterstützen die kulturellen, sozialen, politischen und ökonomischen Einflüsse weiterhin die Industrie, die von den genannten grossen Firmen dominiert werden. Die Fleisch-, Milch- und Fischindustrie bestimmt wiederum, wie globale Ressourcen (wie Land, Wasser, Regenwälder, Ozeane, die Atmosphäre, Biodiversität, etc) gebraucht und behandelt werden, wie und wo Geld eingesetzt wird, und welche Richtlinien geltend gemacht werden.

Die Nachfrage für Nahrungsmittel tierischen Ursprungs in der Schweiz treibt die Erschöpfung der Ressourcen in Entwicklungsländern voran und verschärft dort Armut und Hunger.

Die Schweiz importiert 1 Million Tonnen Futtermittel jährlich

Global gesehen produzieren wir ausreichend Getreide, um doppelt so viele Menschen zu nähren, als es auf der Erde gibt. Im Jahr 2011 gab es eine Rekordernte von weltweit 2.5 Milliarden Tonnen Getreide. Rund ein Drittel davon wurde an Tiere aus der Nutztierhaltung verfüttert, um in reichen Ländern – unter anderem in der Schweiz – Fleisch- und Milchprodukte herzustellen. 77% allen grobkörnigen Getreides und über 90% des gesamten Sojas wurde an Tiere verfüttert. 
In der Schweiz geht sogar die Hälfte des angebauten Getreides in die Futtertröge.

Es ist eindeutig, dass die Frage nicht darin besteht, WIE wir ausreichend Nahrungsmittel produzieren, sondern darin, WO das geerntete Getreide hingeht und wie es eingesetzt wird.

Wie lösen wir das Problem?

Gemeinsam tun wir was dagegen! Gehe Schritt für Schritt den Weg, in deinem Tempo. Beginne mit einem fleischfreien Tag in der Woche und schau dich in einem Supermarkt nach schmackhaften Fleischalternativen um. Damit hast du bereits etwas bewirkt. Wenn du soweit bist, lässt du dich bei deinem nächsten Einkauf von dem stetig wachsenden Angebot pflanzlicher Milch inspirieren. Welches ist dein Favorit? Mandel-, Soja-, Hafer- oder vielleicht Reismilch? In den veganen Läden und Reformhäusern/Bioläden erhältst du dazu auch gute, kostenlose Beratung.

Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt. Dein Konsumverhalten ist Politik im Warenkorb, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot – du hast die Macht, diese Nachfrage zu beeinflussen. Jeden Tag! Du musst nicht von heute auf morgen vegan werden. Kleine aber stetige Schritte sind entscheidend, um nachhaltig zu einer gesunden Umwelt beizutragen. Du bist nicht allein, wir unterstützen dich und sind bei Fragen oder Anliegen für dich da. Erfahre mehr auf der umfangreichen Swissveg-Website oder auf govegan.ch, folge uns auf Facebook, Instagram oder Twitter oder kontaktiere uns direkt.

Hunger und Armut verstärken sich oft gegenseitig. Die Hungersnot anzugehen hilft entsprechend auch, die Armut zu bekämpfen. Es ist bekannt, dass ein Wachstum im landwirtschaftlichen Sektor eines Entwicklungslandes doppelt so effektiv ist, wie das Wachstum in einem beliebig anderen Sektor. Dies, weil in Afrika und in Ländern, in welchen Hunger und Armut stark verbreitet sind, über 75% der Arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig ist. Äthiopiens Einnahmen sind zu 95% aus dem landwirtschaftlichen Sektor. Anstatt die Land-, Wasser- und Energieressourcen in die Nutztierhaltung und schlussendlich die Fleischproduktion für den Westen zu investieren, könnte Äthiopien beispielsweise Zwerghirse (äthiopischen Tef) anbauen – ein altes und sehr nährhaftes Getreide – und 20 Mal mehr Nahrung produzieren. Das Endprodukt würde wesentlich mehr Ertrag hergeben, nährstoffreiches Essen liefern und die Wirtschaft ankurbeln – neue Geschäftsmöglichkeiten könnten mit dem Handel von Tef oder anderen Produkten genutzt werden; auch als Export in andere Länder. Die Konversion zu einem pflanzenbasierten Nahrungssystem würde in lokalen Regionen in Entwicklungsländern eine grössere Anzahl Menschen mit Nahrung versorgen, Ressourcen würden effizienter genutzt werden, die Bodenfruchtbarkeit würde langfristig verbessert und es würden sich ökonomische Chancen auftun. Alle diese Faktoren würden dazu beitragen, den Kreislauf von Armut und Hunger zu durchbrechen.4

Siehst du, welch grosse Auswirkungen dein Konsum auf den Rest der Welt hat und wie viele Chancen dir dieses Wissen bietet, um Gutes zu bewirken? Wir auch. Ergreife deine Chance. Lass dich auf eine neue Herausforderung, ein Abenteuer ein. Du brauchst dafür keine riesige Spende zu tätigen oder dein Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Das Gute beginnt mit der Offenheit für kleine Veränderungen im Alltag.

Fussnoten:
  1. Wie Monsanto oder DuPont 
  2. Von Firmen wie Archer Daniel Midland oder Cargill
  3. Von Firmen wie Cargill, Swift, Tyson oder JBS
  4. http://comfortablyunaware.com/blog/the-world-hunger-food-choice-connecti...
  5. www.unicef.org/publications/index_68661.html
  6. Bildquelle: https://www.instagram.com/p/Bat2supAfF_/?taken-by=cowspiracy