Quelle alimentation la nature a-t-elle prévue pour l'homme ?

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Der Mensch ist von der Natur dafür vorgesehen Fleisch zu essen. Als Jäger und Sammler ist er ausserdem mit dem Konsum von Fleisch stark geworden. Dies wird zumindest immer wieder behauptet. Einige Überlegungen sprechen jedoch dagegen:

Wie war das damals in der Steinzeit?

Es ist schon etwas erstaunlich, dass viele Fleischkonsumenten ihr Handeln über die Tradition zu rechtfertigen versuchen. In keinem anderen Bereich würden dieselben Personen einen Steinzeitmenschen als Vorbild anerkennen. Sämtliche kulturellen und spirituellen Fortschritte seit der Steinzeit werden mit diesem «Argument» ignoriert. Man könnte die Todesstrafe, die Sklaverei und alle anderen überwundenen Dinge wieder einführen, was glücklicherweise niemand verlangt. Ausser beim Fleischkonsum; dieser soll durch das Verhalten der Neandertaler gerechtfertigt werden.

Waren wir «Jäger und Sammler»?

Anthropologen bezweifeln mittlerweile, dass in der Urzeit Fleisch gegessen wurde. Unsere Vorfahren waren hauptsächlich «Sammler und Gejagte» und nicht «Jäger und Sammler». Der Fleischkonsum war sehr selten. Zu aufwändig und zu komplex ist die Jag auf Tiere, so dass sich die Menschen wohl in erster Linie von dem ernährten das in der Natur leichter erhältlich ist, wie Nüsse, Früchte, Samen und Beeren.1

Auch in der nahen Vergangenheit ernährte sich die Mehrheit der Menschen hauptsächlich vegetarisch, weil sie sich Fleisch kaum oder gar nicht leisten konnte. In keiner Zeit der Menschheitsgeschichte gab es je einen solch riesigen Fleischkonsum. Aus Traditionsgründen könnte man also genauso gut vegetarisch leben.

Ist der Mensch biologisch gesehen ein Vegetarier?

Biologisch ist der Mensch sehr vieles nicht, er ist zum Beispiel auch kein Telefonierer, Brillenträger oder Bücherleser. Darüber hinaus gibt es auch viele unnatürliche Dinge, von denen wir sogar überzeugt sind, dass wir sie tun sollen. Wenn zum Beispiel ein Kind eine Blinddarmentzündung hat, an der es unbehandelt sterben müsste, so sind wir der Meinung, dass wir es operieren sollten, obwohl dies offensichtlich eine höchst unnatürliche Sache ist: Biologisch ist der Mensch nämlich offenkundig auch kein operierendes Wesen: Er benötigt dazu eine Unmenge von künstlichen Hilfsmitteln.

Der Grund, warum biologische Wesensbestimmungen des Menschen unsinnig sind, ist ganz einfach der, dass das Wesentliche am Menschen gerade nicht seine biologischen Grundlagen sind, sondern das, was er aus ihnen macht. Die gesamte menschliche Entwicklung seit der Steinzeit ist nicht eine biologische, sondern eine psychologische: Alles, worin wir uns heute vom Steinzeitmenschen unterscheiden – vom Zähneputzen bis zur Anerkennung der Menschenrechte –, ist nicht die Folge einer biologischen Bestimmung, sondern das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung.2

Notes de bas de page:
  1. http://news.wustl.edu/news/Pages/4582.aspx
  2. Dies ist ein Auszug aus Taschenbuch «Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung» von Helmut F. Kaplan, ISBN 3-499-19513-5